Veranstaltungen

Hakan Hardenberger 2011
Photo: Marco Borggreve

Håkan Hardenberger, Uri Caine & Swedish Chamber Orchestra »The Brandenburg Project«

22.30 Uhr Stadthalle Late mit Uri Caine (Klavier) im Festivalzentrum

Die Musik Johann Sebastian Bachs ist ein Phänomen: Sie ist einerseits unübertroffener musikgeschichtlicher Höhepunkt, andererseits eignet sie sich offenbar fabelhaft als Ausgangspunkt, Steinbruch, Inspirationsquelle. Man sieht es an der Rolle, die Bach für den Jazz spielt. Das Swedish Chamber Orchestra hat daraus ein ganzes Projekt entwickelt, das »Brandenburg Project«: Zu jedem der sechs Brandenburgischen Konzerte hat das Orchester ein Schwesterwerk in Auftrag gegeben. In Heidelberg sind es Steven Mackey, der vom Rock und Jazz beeinflusste amerikanische Komponist, und Uri Caine, der geniale Dekonstrukteur und Kommentator Bachs, die zu zwei Bachschen Konzerten ihren aufregend zeitgenössischen Kommentar beisteuern. Im Anschluss an das Konzert wird Uri Caine bei »Stadthalle Late« im Festivalzentrum improvisieren.


über das programm

Künstler

Riccardo M Sahiti © Björn Hadem

Riccardo M Sahiti

Riccardo M Sahiti, gebürtiger Roma, schloss 1990 seine Studien in Dirigieren und Musikpädagogik an der Fakultät für Musikkunst in Belgrad bei Prof. Stanko Sepic ab. Diese Ausbildungsphase vertiefte er durch opernsinfonisches Dirigieren am Konservatorium »P. I. Tschaikowsky« in Moskau bei Yuri Ivanovic Simonov sowie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main bei Prof. Jiri Starek. Er besuchte Meisterkurse bei Jorma Panula und Péter Eötvös. Dirigiererfahrung sammelte er unter anderem vor Orchestern wie den Belgrader Philharmonikern, Schlesischen Philharmonikern Kattowitz, dem Radio-Sinfonieorchester Beograd und dem Sinfonieorchester Savarija Szombathely, Ungarn. Seit 2002 ist Riccardo M Sahiti künstlerischer Leiter und Dirigent der Roma und Sinti Philharmoniker.

Tugan Sokhiev © Erik Weiss

Tugan Sokhiev

Tugan Sokhiev wurde 1977 in Wladikawkas im Kaukasus geboren. Nach zwei Jahren Dirigierunterricht bei Anatoli Briskin begann er auf Rat und durch Vermittlung seines Lehrers bei Ilja Musin, der einst die Schule des Dirigierens in Russland begründet hatte, in St. Petersburg zu studieren. Seit Beginn seiner Karriere ist Tugan Sokhiev ein weltweit gefragter Gastdirigent führender Opernhäuser und Orchester. 2003 debütierte er mit der »Eugen Onegin«-Produktion des Mariinsky-Theaters an der Metropolitan Opera in New York. 2005 wählte ihn die Union der französischen Musikkritiker nach einem umjubelten Auftritt im Théâtre des Champs-Elysées zur »musikalischen Entdeckung des Jahres«. Seine ersten beiden Einspielungen für Naïve Classique – darunter Tschaikowskys 4. Symphonie und Prokofjews »Peter und der Wolf« – erhielten hervorragende Rezensionen. Seine Debüts am Pult der Wiener und Berliner Philharmoniker 2009 und 2010 führten unmittelbar zu Wiedereinladungen, in der jüngeren Vergangenheit trat er u.a. im Rahmen der Konzertreihe der Mailänder Scala auf. Mit Beginn der Saison 2012/2013 trat Tugan Sokhiev sein Amt als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin an. Im Januar 2014 wurde er außerdem zum Musikdirektor des Bolschoi-Theaters in Moskau berufen.

Andreas Spering © Marco Borggreve

Andreas Spering

Andreas Spering gehört zu den führenden Spezialisten für Alte Musik. Er wurde geprägt vom Studium bei Gerd Zacher in Essen und von Reinhard Goebels Ensemble Musica Antiqua Köln, dem er von 1990 bis 1994 als Cembalist angehörte.
1996 wurde Andreas Spering zum Künstlerischen Leiter der Brühler Schlosskonzerte ernannt. Mit der von ihm gegründeten Capella Augustina stellt er seit 2002 die Werke Joseph Haydns in den Mittelpunkt der Schlosskonzerte und etablierte dadurch das erste und einzige Haydn-Festival in Deutschland.
Als Operndirigent hat sich Andreas Spering ebenfalls einen Namen gemacht. Er leitete u.a. Werke wie »Don Giovanni« und »Le nozze di Figaro« an den Häusern Antwerpen und Gent.
Bei den Händelfestspielen Karlsruhe dirigierte er im Rahmen seiner Position als Musikalischer Leiter zahlreiche Händel-Opern.
Auf dem Konzertpodium ist Andreas Spering ebenfalls ein gern gesehener Gast. Er dirigierte u.a. das Gewandhausorchester Leipzig, das WDR-Sinfonieorchester Köln sowie die Rundfunkorchester in Hannover und München.
Seine Einspielung von frühen Kantaten Joseph Haydns mit dem VokalEnsemble Köln und der Cappella Coloniensis (harmonia mundi) wurde mehrfach ausgezeichnet u.a. vom Magazin »Le Monde de La Musique«. Die 2007 erschienene Aufnahme von Haydns Oratorium »Il ritorno di Tobia« (Naxos) wurde mit dem Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet.