Künstler

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Michael Kolain

Michael Kolain lebt nomadisch. Er hält es an einem Ort nicht allzu lange aus – früher oder später nimmt das Fernweh überhand, der Wunsch, in fremde Welten einzutauchen. Rund um den Globus sammelt der gelernte Jurist Eindrücke und Geschichten. Was ihn dabei besonders fasziniert, sind die feinen Details, die im Zusammenhang mit dem großen Ganzen stehen. Gewalt und Friede, Liebe und Angst; im Innen wie im Außen, nah und fern.
Während sein erster Roman unvollendet in der Schublade verstaubt, wirbelte der 29-jährige mit seinem darauffolgenden Erzählband »Alter, Ego!« und den gleichnamigen Literaturperformances in der Kreativszene ein wenig Staub auf. Beim »Alternativen Frühling« inszenierte er 2014 das interaktive Kammerspiel »berauschend.« in einer Heidelberger Hotelsuite und auch als Mitorganisator des jungen Literaturfestivals »Im Namen der Republik!« sowie als Teil des Künstlerkollektives ProtectiveCircle interessierte ihn besonders das Zusammenspiel aus Literatur, Musik, Raum und Darstellender Kunst. Im Moment lebt und arbeitet der gebürtige Südpfälzer auf den Prinzeninseln vor Istanbul.

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Marcel Gein

Marcel Gein ist einer, der gern nach innen schaut. Ein Mensch, der gut zuhört und scharf beobachtet. In seinen Liedern versammelt er Beobachtungsfragmente voll Empathie. Lieder von erstickenden Gewohnheiten, vom Drang zum Aufbruch und vom Ankommen. Es ist nachdenkliche Musik, vorgetragen von einem behutsamen Erzähler. Schweifende Gedanken. Tiefgang. Stets durchzogen von einer tiefsitzenden Sehnsucht nach Harmonie – diesem beständigen Glück, das von innen kommt.

Dass Geduld und harte Arbeit am Ende Früchte tragen, davon zeugt die Karriere von Marcel Gein. Als gebürtiger Pfälzer weiß er, dass gute Kunst – ebenso wie guter Rotwein – Zeit zum Reifen braucht. Begonnen hat der 28-Jährige seine musikalische Karriere als »Perry O’Parson« und tourt unter diesem Pseudonym schon seit Jahren mit englischsprachigem Folk durch halb Europa (u.a. im Vorprogramm von Katzenhammer, Kristofer Aström, Thomas Dybdahl & Rocky Votolato). Nach vier Platten, hunderten Konzerten und Jahren des Do-It-Yourself, war es schließlich Zeit für den nächsten Schritt. Er fasste den Entschluss, sich an ein deutschsprachiges Album zu wagen.

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Julia Wolf

Julia Wolf lebt in Berlin und schreibt Prosa und Szenisches für Theater, Radio und Film. Für ihre Arbeit hat sie verschiedene Stipendien und Auszeichnungen erhalten, unter anderem vom Literarischen Colloquium Berlin, dem Hessischen Literaturrat und der Filmförderungsanstalt FFA. Für ihren Debütroman »Alles ist jetzt« (Frankfurter Verlagsanstalt) erhielt sie den Kunstpreis Literatur 2015 der Brandenburg Lotto GmbH. Der Roman ist die Geschichte einer Lebensmüdigkeit, Julia Wolf erzählt von Trennung, von Einsamkeit und Gewalt. Im Lied.Lab wird sie ihre Texte und ihre Sprachgewalt der Musik ausliefern, die eine andere Interpretation, eine Verwandlung und vielleicht sogar Trost möglich macht.

Carolin_Callies_Lied.Lab_2016

Carolin Callies

Veranstaltungen

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Michael Kolain & Marcel Gein

Ein weitgereister Schriftsteller und Jurist trifft sich mit einem detailverliebten Liedermacher auf der Bühne, um gemeinsam eine musikalische Geschichte zu erzählen. Wo die kreative Reise hinführen wird, weiß noch niemand. Vielleicht auf die Prinzeninseln vor Istanbul, wo Michael Kolain mit seiner Frau lebt und an seinem zweiten Roman arbeitet? Oder nach Saarbrücken, wo Marcel Gein laufen, sprechen und später singen und wundervoll Gitarre spielen lernte? Erwarten uns melancholische Reflexionen über die Stationen des Lebens oder die unbeschwerte Leichtigkeit des aufkommenden Frühjahrs? Wie in einem richtigen Labor kann man diese Fragen noch nicht beantworten. In jedem Fall aber bekommen wir die Gelegenheit, die Entstehung und Entwicklung eines Liedes aus literarischen Ideen und musikalischem Geschick hautnah mitzuerleben.

In Kooperation mit
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Carolin Callies & Elda

In ihrem feinen Gedichtband ≫Fünf Sinne & Nur ein Besteckkasten≪ (Schöffling & Co.) erzählt Carolin Callies seltsame Geschichten: Davon, wie es aussehen konnte, ≫kleinstlebewesen zu verschicken≪ zum Beispiel, vom ≫wohnen in der obstschublade ≪ oder wie grotesk es ist, ≫innerhalb eines fleischfarbenen lappens≪ zu logieren. Ihr Buch voll ≫berückender Innigkeit, formalem Raffinement und enormer Bildkraft≪ (NZZ) ist das wohl spannendste Lyrik-Debut des Jahres 2015 und ist wie geschaffen für experimentelle Vertonung in Liedform. Und gleichgültig, ob die Musik den teilweise schockierenden Duktus der Poesie noch verstärkt oder eher moderiert – es werden faszinierende intertextuelle Beobachtungen möglich gemacht.
Das musikalische Pendant für diesen Abend ist die junge Band Elda. Mit poetischen Texten, zwei faszinierenden Stimmen und tiefenentspannter Folkbegleitung fangen die beiden Musikerinnen dort an, wo erfolgreiche Bands wie BOY leider aufgehört haben: Bei der zeitlosen Feinarbeit an den Wurzeln der Popmusik, jenseits von Retromania und Zeitgeist.


über das programm

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Julia Wolf & Dominik Baer

Julia Wolf lebt in Berlin und schreibt Prosa und Szenisches für Theater, Radio und Film. Für ihre Arbeit hat sie verschiedene Stipendien und Auszeichnungen erhalten, unter anderem vom Literarischen Colloquium Berlin, dem Hessischen Literaturrat und der Filmförderungsanstalt FFA. Für ihren Debütroman »Alles ist jetzt« (Frankfurter Verlagsanstalt) erhielt sie den Kunstpreis Literatur 2015 der Brandenburg Lotto GmbH. Der Roman ist die Geschichte einer Lebensmüdigkeit, Julia Wolf erzählt von Trennung, von Einsamkeit und Gewalt.
Im Lied.Lab wird sie ihre Texte und ihre Sprachgewalt der Musik von Dominik Baer ausliefern.

In Kooperation mit
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Andrè Schuen © Angelika Schwarz

Andrè Schuen & Ganes

Die Familie Schuen führt das Publikum bei »ihrem« Lied.Lab zurück zur wohl ursprünglichsten Form der Vokalmusik. Seit jeher wurden im intimen Kreis der Familie Lieder in einer faszinierenden, uralten Sprache gesungen – dem Dolomiten-Ladinischen. Diese Liebe zum Gesang entwickelte sich für Marlene, Elisabeth und Andrè Schuen nach Studien am Salzburger Mozarteum und am Richard-Strauss-Konservatorium München, schließlich zum Beruf. Zusammen mit ihrer Cousine Maria Moling, in der Pop-Formation »Ganes«, und Daniel Heide als Liedduo-Partner werden sie, unterstützt durch die Eltern Paul und Hilda, Lieder in verschiedensten Musikrichtungen präsentieren. Eine Reise vom Volkslied über das Kunstlied bis zum Jazzgesang und Ethno-Pop.

In Kooperation mit der halle02 Heidelberg

 

Jörg Tröger im Gespräch mit Andrè Schuen (Audio)

Andrè Schuen © Angelika Schwarz

 

 

Lied.Lab 20.4.15

Tamara Banješević & Sonja Šarić

Alte Freunde treffen sich nach langer Zeit in einer Kafana im böhmischen Viertel Belgrads und erzählen aus ihrem Leben. Sie sprechen von Liebe und Leidenschaft, von unerfüllten Hoffnungen und Sehnsüchten, von Familie, Freundschaft und Heimat. Zu ihnen gesellen sich der Besitzer des Lokals, einstmals ein gefeierter russischer Akkordeonvirtuose, und ein Pianist. Gemeinsam singen sie Lieder aus ihrer Heimat, die über Jahrhunderte überliefert wurden, sowie Lieder großer Komponisten wie Sergei Rachmaninow und Peter Tschaikowsky. Das vierte Lied.Lab mit ehemaligen Stipendiaten der Lied Akademie entführt den Zuhörer in die Musikkultur des vielschichtigen Kulturraums Osteuropa und eröffnet neue Perspektiven auf die Verbindung zwischen Volks- und Kunstlied.

In Kooperation mit dem Frauenbad Heidelberg

Anna Lucia Richter © Jessy Lee

Anna Lucia Richter

Die Sieben Todsünden oder: Ist Wollust noch böse? Hochmut, Geiz, Wollust, Zorn, Völlerei, Neid, Faulheit – die im katholischen Katechismus verankerten Sieben Todsünden hatten lange eine unangetastete Gültigkeit und sollten durch deren Vermeiden, ähnlich wie das Befolgen der alttestamentarischen zehn Gebote, den Menschen helfen, eine funktionierende Gesellschaft zu erhalten. Kurt Weill schrieb 1933 das für seine Zeit hochaktuelle Ballett »Die Sieben Todsünden« nach einem Libretto von Bertolt Brecht. Ausschnitte aus diesem Werk in einer Version für Klavier, Gesang und Solotanz werden an diesem Abend in Beziehung zu einer Uraufführung des vielbeachteten Nachwuchskomponisten Matan Porat gesetzt und durch gregorianische Gesänge und Lieder von Haydn, Schubert und Hugo Wolf komplettiert.

In Kooperation mit dem Frauenbad Heidelberg

 

Jörg Tröger im Gespräch mit Anna Lucia Richter (Audio)

Anna Lucia Richter © Jessy Lee

Andrè Schuen © Angelika Schwarz

Andrè Schuen & Ganes

Die Familie Schuen führt das Publikum bei »ihrem« Lied.Lab zurück zur wohl ursprünglichsten Form der Vokalmusik. Seit jeher wurden im intimen Kreis der Familie Lieder in einer faszinierenden, uralten Sprache gesungen – dem Dolomiten-Ladinischen. Diese Liebe zum Gesang entwickelte sich für Marlene, Elisabeth und Andrè Schuen nach Studien am Salzburger Mozarteum und am Richard-Strauss-Konservatorium München, schließlich zum Beruf. Zusammen mit ihrer Cousine Maria Moling, in der Pop-Formation »Ganes«, und Daniel Heide als Liedduo-Partner werden sie, unterstützt durch die Eltern Paul und Hilda, Lieder in verschiedensten Musikrichtungen präsentieren. Eine Reise vom Volkslied über das Kunstlied bis zum Jazzgesang und Ethno-Pop.

In Kooperation mit der halle02 Heidelberg

 

Jörg Tröger im Gespräch mit Andrè Schuen (Audio)

Andrè Schuen © Angelika Schwarz

 

 

Sebastian Seitz © Stutte

Maximilian Krummen & Sebastian Seitz

Man stelle sich vor: ein junger Mann steht am Beginn seines Lebens und macht sich auf die Suche nach dessen Sinn. Er findet heraus: die Quintessenz all seiner Bestrebungen ist die Suche nach der Liebe. Vor allem in der Literatur und Musik der Romantik, und als Verbindung beider im Kunstlied, ist die Liebe das vielbesungene Thema unseres Daseins. Neben dieser hohen Kunst gibt und gab es aber immer schon das Volkslied, in dem nicht weniger poetisch, womöglich sogar direkter und einfacher, der Wunsch nach Liebe ausgedrückt wird. Im Spannungsfeld dieser beiden Pole bewegt sich das erste Lied.Lab mit Volksliedbearbeitungen, ihren Pendants im Kunstlied sowie grenz- und generationenüberschreitende Verbindungen – beispielsweise in Beethovens für Klaviertrio bearbeiteten Volksliedern oder im Liedschaffen des Amerikaners Charles Ives.

In Kooperation mit dem Frauenbad Heidelberg

 

Jörg Tröger im Interview mit Sebastian Seitz

Sebastian Seitz © Stutte