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Wer Albrecht Mayer als ungekrönten König des Oboenspiels bezeichnet, liegt so falsch nicht. Seit 1992 ist Mayer Solo-Oboist der Berliner Philharmoniker, 2004 erhielt er den ECHO-Klassik-Preis als „Instrumentalist des Jahres“. Dabei wird Musikern seiner Profession der Erfolg nicht gerade in die Wiege gelegt. Obwohl die Oboe seit vier Jahrhunderten unverzichtbarer Bestandteil der Musikpraxis ist, mangelt es an bekannten Solokonzerten. Albrecht Mayer widmete sich daher schon immer auch dem weniger gängigen Kammermusikrepertoire – so geschehen etwa beim Heidelberger Frühling 2001, zusammen mit dem Bratscher Wolfram Christ.
In diesem Jahr sind beide wieder in Heidelberg zu Gast: Christ als Chefdirigent des Kurpfälzischen Kammerorchesters, Mayer als Solist in Mozarts einzigem Oboenkonzert. Mozart schrieb es 1777 für einen Salzburger Kollegen, im Jahr darauf wurde es in Mannheim gleich mehrfach und sehr erfolgreich aufgeführt. Da passt es doch, das Programm um ein weiteres „Kurpfälzer“ Werk zu bereichern: Anton Fils’ g-Moll-Sinfonie, eines von vierzig sinfonischen Werken, die der gebürtige Eichstätter hinterließ. Trotz seines frühen Todes prägte Fils die „Mannheimer Schule“ nachhaltig und wurde von keinem Geringeren als C.F.D. Schubart als „der beste Sinfonienschreiber, der jemals gelebt hat“, bezeichnet. Dass wir inzwischen etwas anders darüber denken, tut seinem Werk keinen Abbruch; uns bleibt nur die Spekulation, wie er musikalisch auf Mozarts zukunftsweisende g-Moll-Sinfonie aus dem Jahr 1788 reagiert hätte, auf ihren leidenschaftlich-zerrissenen Ton und ihre fast dämonische Abgründigkeit.
Albrecht Mayer, Oboe
Kurpfälzisches Kammerorchester
Wolfram Christ, Leitung