In Kooperation mit dem Deutschen Musikrat
„In den letzten drei Jahren ist es meinem Bruder Jörg gelungen, innerhalb des Heidelberger Frühling eine Programmreihe zu etablieren, die phantastische Musiker zusammenbrachte und außergewöhnliche Stücke erklingen ließ. Nun ist der Stab an mich weitergereicht, und ich versuche, den wunderbaren Geist der Widmann Triologie zu erhalten und Programme vorzustellen, die in ihrer Kombination Sinn machen und Ihnen Juwelen der Musikgeschichte offenbaren.
„Das Eigene und das Fremde“ heißt das diesjährige Motto des Heidelberger Frühling, und ich bearbeite es mit Einsichten in folkloristisch inspirierte Musik von Berio bis Enescu, und einem Programm, das Werke Beethovens den Werken des französischen Komponisten Claude Debussy gegenüberstellt.
Es lag mir sehr am Herzen, dem kürzlich verstorbenen ungarischen Komponisten György Ligeti eine musikalische Hommage zu bereiten, als Abschiedsgruß, in Kombination mit Mozarts Musik.
Felix Mendelssohn Bartholdy, Clara und Robert Schumann lebten große Strecken ihres Lebens in Leipzig. Damals war diese Stadt eines der wichtigsten musikalischen Zentren. Meinen Amtsantritt als Professorin in Leipzig nehme ich nun zum Anlass, Werke dieser Komponisten vorzustellen.
Des weiteren wird das monumentale Klavier-Violin-Duo „Dikhthas“ des zukunftsweisenden Visionärs Iannis Xenakis zu hören sein, im gleichen Programm mit dem oft als „letzten Werk der Romantik“ bezeichneten Streichsextett „Verklärte Nacht“ von Arnold Schönberg.
Im Laufe des Wochenendes wird sich zeigen, ob die Begriffe des „Eigenen“ und des „Fremden“ sich nicht oft in ihr Gegenteil verkehren, das Eigene befremdlich wirkt oder man sich das Fremde längst zueigen gemacht hat.
Viel Spaß beim Zuhören!“
Carolin Widmann
„Im internationalen Musikbetrieb werden Konzertprogramme fast immer unter großem Zeitdruck erarbeitet. Selten bleibt dort Raum, Zeit und die Energie, über den Gegenstand der Auseinandersetzung, das musikalische Werk selbst, im offenen Dialog zu reflektieren. Nur in begrenztem Umfang, wenn überhaupt, kommt es zum direkten Austausch zwischen dem Komponisten und dem einzelnen Orchester- oder Ensemblemusiker.
Für unser „Heidelberger Atelier“ wünsche ich mir, dass wir uns in einem Prozess der Entschleunigung unserem zu erarbeitenden Programm nähern, so dass viel Zeit bleibt, einen offenen, konstruktiven Dialog zwischen den Instrumentalisten und ausgewählten jungen Komponisten zu ermöglichen – und dies unter der ausdrücklich erwünschten Teilnahme unseres Festivalpublikums.
Junge Instrumentalisten musizieren zusammen mit den großen Solisten und werden mit ihnen verschiedene Programme erarbeiten, die dialogisierend begleitet werden sollen durch bedeutende Gast-Komponisten wie Wolfgang Rihm, Kaija Saariaho oder Michael Jarrell, Musik-Denkende, Kritiker und ganz besonders auch Sie, liebes Publikum!
Interpret, Autor und Rezipient sollen sich auf gleicher Augenhöhe austauschen können, abgelöst vom Konzert-Produktions-Druck der großen Musik-Produktions-Maschinen und Fragestellungen aufwerfen können, für die sonst oft kein Raum bleibt.
Sie sind von uns herzlich eingeladen, der Musik unserer Zeit (und ihrer Ahnen!) nicht nur im „fertigen“ Konzert, sondern gerade im verletzbaren Zustand der Erarbeitung und dialogisierenden Befragung zu begegnen.“
Matthias Pintscher
Teilnehmer des Heidelberger Ateliers
Carolin Widmann, Violine
Marisol Montalvo, Sopran
Wolfgang Redik, Violine
Rostislav Kojevnikov, Violine
Barbara Kuster, Violine
Justyna Sliwa, Viola
Silvia Simionescu, Viola
Antoine Tamestit, Viola
Andreas Müller, Violoncello
Gustav Rivinius, Violoncello
Daniel Müller-Schott, Violoncello
Victor Plumettaz, Violoncello
Bruno Suys, Kontrabass
Nathalie Cornevin, Harfe
Florent Boffard, Klavier
Simon Lepper, Klavier
Florian Hoelscher, Klavier
Anne-Cathérine Heinzmann, Flöte
Jörg Widmann, Klarinette
Markus Hoßner, Klarinette und Bassklarinette
Heribert Eckert, Bassklarinette
Beatrix Lindemann, Kontrafagott
Juliane Baucke, Horn
Martin Homann, Schlagzeug
Pascal Pons, Schlagzeug
Christian Cluxen, Live Elektronik
Erik Nielsen, Leitung
Matthias Pintscher, Leitung
Mit freundlicher Unterstützung des Deutschen Musikrates