Als die Tschechische Philharmonie Prag vor 111 Jahren ihr erstes Konzert gab, stand Antonín Dvorák am Dirigentenpult. Dieser Tradition fühlen sich die Prager, die unter Dirigenten wie Rafael Kubelík und Václav Neumann zum führenden Orchester ihres Landes wurden, weiterhin verpflichtet. Sie eröffnen das Festival mit zwei der beliebtesten Werke Dvoráks. Die G-Dur-Sinfonie ist ganz dem folkloristisch-böhmischen Idiom verpflichtet – und auch die Ouvertüre „Karneval“ beginnt gleich mit einem Furiant, einem ausgelassenen tschechischen Volkstanz.
Ebenfalls ein unverwüstliches Erfolgsstück ist Mendelssohns Violinkonzert; und das seit seiner Uraufführung. Dabei bot der Komponist dem zeitgenössischen Publikum einige Überraschungen: Nicht das Orchester, sondern der Solist beginnt; die große Solokadenz findet sich an ungewohnter Stelle – und dann sind die drei Sätze auch noch durch Überleitungen verbunden. Zahlreiche Experimente also in einem Konzert, das gleichwohl auf sprühende Virtuosität nicht verzichtet und auf den typischen Mendelssohn-Klang („Elfen“-Musik im Finale) ohnehin nicht.
Solistin im Eröffnungskonzert des Heidelberger Frühling wird Janine Jansen sein, die bereits 2006 das Publikum mit ihrer ebenso sensiblen wie vitalen Prokofjeff-Interpretation begeisterte. Als die junge Niederländerin das Mendelssohn-Konzert 2005 bei den BBC Proms vorstellte, verschlug es laut „Times“ sämtlichen Zuhörern den Atem. Mendelssohn wird auch im Mittelpunkt ihrer nächsten CD-Veröffentlichung stehen.
„Diese junge Geigerin aus Holland ist das Spektakel wert, das um sie gemacht wird.“
Daily Telegraph
Janine Jansen, Violine
Tschechische Philharmonie Prag
Leoš Svárovský, Leitung
Mit freundlicher Unterstützung von Dr. Jobst Wellensiek und dem Freundeskreis Heidelberger Frühling e.V.