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Zwischentöne - Motto des Heidelberger Frühling 2008

Der Ton macht die Musik, heißt es. Nicht der Einzelton, sondern das komplexe Zusammenspiel von Klangereignissen, das von keiner Partitur umfassend wiedergegeben werden kann. Eine Partitur verzeichnet Töne, dazu eine begrenzte Anzahl ihrer Eigenschaften. Sie verschweigt jedoch, was „zwischen“ diesen Tönen liegt, was das musikalische Kunstwerk ausmacht: Stimmung, Klangfarbe, Aura, Zusammenhang, Bedeutung. Erst eine Aufführung legt dieses Zwischenreich offen – weshalb Musik nur dann Musik ist, solange sie gespielt und gehört wird.

Grund genug, einmal auf die Konzerthighlights wie Murray Perahia, Thomas Hampson und Martin Stadtfeld, mit Orchestern wie dem SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg, der Academy of St. Martin in the Fields sowie – zum ersten Mal in Heidelberg – dem City of Birmingham Symphony Orchestra unter seinem Chefdirigenten Sakari Oramo. Wie in den letzten Jahren liegt uns die Förderung des musikalischen Nachwuchses besonders am Herzen. Die Reihe Forum Junger Künstler präsentiert Solisten und Ensembles, die sich ihre ersten Meriten in Form von Preisen bei internationalen Wettbewerben verdient haben. So konnten die Trioformationen Tecchler und Morgenstern beim jüngsten ARD-Musikwettbewerb überzeugen. Auch der Cellist Johannes Moser und der Pianist Clemens Berg machten durch diverse Auszeichnungen und Stipendien auf sich aufmerksam. Besondere Erwähnung verdient das Duo Hecker/Piemontesi, das seit seinem Auftritt im letztjährigen Heidelberger Frühling weiter an internationalem Renommee gewonnen hat. Ihnen allen könnte eine ähnlich erfolgreiche Karriere bevorstehen wie der Sopranistin Annette Dasch, die als Shootingstar der Salzburger Festspiele nach Heidelberg zurückkehrt, oder wie dem jungen Polen Rafal Blechacz, der seit seinem sensationellen Erfolg beim Warschauer Chopin-Wettbewerb als neuer Krystian Zimerman gilt.

„So macht man das mit Festivals!“, lobte die Süddeutsche Zeitung den Heidelberger Frühling für seine Umsetzung „guter, kluger Inhalte“. Hauptsäulen dabei sind die beiden „Festivals im Festival“. Zum einen das „Heidelberger Atelier“, das der Begegnung mit Neuer Musik gewidmet ist und den Schwerpunkt auf innovative, der Musikvermittlung dienende Darbietungsformen legt. Hier präsentieren sich etablierte Komponisten wie Matthias Pintscher, Michael Jarrell und Beat Furrer dem Publikum in Gesprächsrunden und offenen Proben. Anschließend werden ihre Werke bekanntem Repertoire Schuberts und der Zweiten Wiener Schule gegenübergestellt. Aber auch der Fördergedanke kommt nicht zu kurz: So erhalten ausgewählte Nachwuchskomponisten die Gelegenheit, ihre Kammermusik von den anwesenden Solisten erarbeiten und aufführen zu lassen.

Das zweite Standbein des Festivals, für das es einhelliges Lob von Presse und Publikum gab, ist das mehrtägige Streichquartettfest. Ein langes Wochenende, das sich ausschließlich um die Gattung Streichquartett und um die Begegnung von Künstlern und Hörern dreht – dieses Konzept sucht seinesgleichen. Im Mittelpunkt fünf etablierte Quartettformationen unterschiedlicher Herkunft, die nicht nur das gängige Repertoire vorstellen, sondern auch Unbekanntes, Rätselhaftes, Fremdartiges. Wieder steht das Festivalforum der Alten PH Publikum und Künstlern zum Erfahrungsaustausch und zum Dialog über die Faszination Streichquartett zur Verfügung.

Zum Programm des Heidelberger Frühling 2008 gehts hier.

 

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