Ihr Solorezital beim Heidelberger Frühling 10 musste sie aus gesundheitlichen Gründen absagen, doch jetzt steht der Nachholtermin fest: Am Sonntag, dem 10. Oktober 2010, um 20.00 Uhr in der Stadthalle wird Hélène Grimaud ihr ursprünglich für den 30. März geplantes Konzert nachholen. Die ursprünglichen Karten behalten ihre Gültigkeit.
Die Großväter aus Italien und Deutschland, der Vater nach dem II. Weltkrieg von Franzosen adoptiert, die Mutter aus Nordafrika stammend, selbst aufgewachsen in Frankreich – für das Wort »Heimat« blieb, so Hélène Grimaud, geboren 1969 in Aix-en-Provence, nur die Musik. Doch wenn sie nach Deutschland komme, fühle sie, »es ist etwas hier, was mir entspricht«. Schon im Jahr ihres Studienabschlusses gewann sie mit Rachmaninows zweiter Klaviersonate den Grand Prix du disque. Nur zwei Jahre später, mit erst 18 Jahren, gab sie gemeinsam mit dem Orchestre de Paris ein Konzert unter Leitung von Daniel Barenboim. Damit war der Weg geebnet für ihre internationale Karriere, die sie seither auf alle wichtigen Konzertpodien der Welt geführt hat. Ihre Konzertprogramme sind faszinierend und vielfaltig. Beim Heidelberger Frühling wechseln sich tragischdramatische Momente wie bei Mozarts a-Moll Sonate KV 310 ab mit tristanisierender Klangsinnlichkeit, wie sie in Alban Bergs Klaviersonate op. 1 zu hören ist, die harmonisch gerade noch auf dem Boden der Tonalitat steht. Dem schließt sich Franz Liszts virtuoses Gesamtkunstwerk, seine h-Moll Sonate, an, die ebenso auf dem Programm steht wie Bartóks Rumänische Volkstänze.
Fotonachweis: Mat Hennek / Deutsche Grammophon