Ihr Spiel fasziniert, ihr musikalischer Ausdruck besticht durch emotionale Direktheit: „Sie kann auf vier Saiten singen, lebendig erzählen und spieltechnisch glänzen“, schreibt die Frankfurter Allgemeine Zeitung über die Cellistin Sol Gabetta. Seit einigen Jahren gilt die Argentinierin als eine der profiliertesten Musikerinnen unserer Zeit und tritt in die Fußstapfen ihrer großen Vorgänger – nicht umsonst wählte Harald Eggebrecht für das Titelbild seines Buches „Große Cellisten“ eine Gegenüberstellung von Sol Gabetta und Pablo Casals.
Mit Gabetta und dem Kammerorchester Basel treffen sich beim Frühling zwei langjährige Freunde und musikalische Partner, die ihre Begeisterung für Musik unterschiedlichster Epochen und Stile teilen. Jüngst arbeiteten sie an einer gemeinsamen CD-Einspielung mit Werken aus der Zeit der Wiener Klassik. In Heidelberg steht Musik der spätromantischen Tradition auf dem Programm – Schwerpunkt: England. Dabei darf Elgars Cellokonzert natürlich nicht fehlen. Mit weiten melodischen Zügen, chromatischen Wendungen und spannungsvollen Vorhalten schafft der Komponist einen direkten Ausdruck voll melancholischer Intensität.
Auch Delius weiß den romantischen Kern seiner Musik zu offenbaren. Und ins Schwelgen kommt man bei ihm ebenso sehr: Das bekannte Intermezzo „The Walk to the Paradise Garden” aus seinem lyrischen Drama „A Village Romeo and Juliet“ führt in die emotionsgeballte Stimmung des Werkes.
Von den englischen Zeitgenossen ist der Weg zu Dvořák nicht weit. Denn seine Musik fand auf der britischen Insel große Anerkennung. Seine 7. Sinfonie entstand auf Wunsch der Philharmonic Society. In ihrer Form ist sie klassisch, doch in ihrem Ausdruck von scharfer Dramatik – ein Werk, das den englischen „Spätromantikern“ gefallen musste.
„Sol Gabetta spielt nicht einfach sehr gut Cello - sie macht vor allem Musik je nach Komponist und Zeit auf die aufregend verschiedenste Weise.“
Harald Eggebrecht
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