Den letzten Teil seiner „Clavier Übung“ gab Johann Sebastian Bach 1742 mit dem Titel „Aria mit verschiedenen Veränderungen“ in Druck. Zusätzlich vermerkte er, dass das Werk (heute unter dem Titel „Goldberg-Variationen“ bekannt) „denen Liebhabern zur Gemüths-Ergetzung“ gewidmet sei. Dies war freilich eine starke Untertreibung: Die insgesamt 30 Variationen gelten als ein Höhepunkt barocker Variationskunst. Außerordentliche Technik, Virtuosität und viel musikalisches Verständnis sind vonnöten, um sich dem Werk adäquat zu nähern. Diese hohen Anforderungen machen die „Goldberg-Variationen“ zu einer der schwierigsten Klavierkompositionen Bachs. Und doch hat sie bereits ein 14-jähriger Cembalist gespielt: Johann Gottlieb Goldberg, der sie dem Reichsgrafen von Keyserlingk zur Beseitigung dessen Schlaflosigkeit vortragen sollte.
Andreas Staier zeigt am Cembalo, dass seine „Goldberg-Variationen“ ganz und gar nicht zum Einschlafen sind. Denn „das Spiel dieses freien, vielseitigen Künstlers gehört zum geistvollsten, hellhörigsten, brillantesten und improvisationsfreudigsten auf dem Gebiet der musikalischen Interpretation überhaupt“, wie sein ehemaliger Lehrer Lajos Rovatkay anlässlich der Verleihung des Praetorius-Musikpreises 2008 über ihn sagte.
Andreas Staier Cembalo