Mit den kirchenmusikalischen Kompositionen von Giovanni Pierluigi da Palestrina wurde Rom zum europäischen Musikzentrum und er selbst zum Vorbild für unzählige nachfolgende Komponistengenerationen. Fast ebenso bedeutend war Carlo Gesualdo auf dem Gebiet der weltlichen Musik. Durch ihren starken Affektausdruck und kühne harmonische Wendungen nimmt seine Musik dennoch unzweifelhaft Errungenschaften der Hochromantik des 19. Jahrhunderts vorweg. Bis heute haben sich viele Ensembles dieser Musik angenommen und sich bemüht, diese so stilecht wie möglich zum Klingen zu bringen. David Orlowsky, der Sänger auf der Klarinette, und Singer pur, Deutschlands wohl renommiertestes Vokalensemble, machen es nun ganz anders! Orlowskys ungewöhnlicher Klarinettenton fügt sich als zusätzliche Stimme in den glockenklaren Ensembleklang von Singer Pur ein und schafft dadurch eine faszinierende Klangerweiterung, die jeder „Richtlinie“ für historische Aufführungspraxis spottet. Die Klarinettenstimme orientiert sich meist am Originaltext, bricht aber immer wieder aus und versinkt in gebetsartigen Meditationen zwischen den Stücken, sodass eine verfremdende Schwebung entsteht. Der Musik von Palestrina werden Werke von Gesualdo gegenübergestellt. Das Ergebnis ist eine ungewöhnliche klangliche Symbiose der ECHO-Klassik-Preisträger Orlowsky und Singer Pur, die unter die Haut geht: Eine Hommage an die alten Meister sakraler Vokalmusik.
Singer Pur
Claudia Reinhard Sopran
Klaus Wenk Tenor
Markus Zapp Tenor
Manual Warwitz Tenor
Reiner Schneider-Waterberg Bariton
Marcus Schmidl Bass
David Orlowsky Klarinette
In Kooperation mit der Heiliggeistkirche Heidelberg
Fotonachweis: T. Wiesinger