„Ach Europa“ – ein passendes Motto für den Kammermusikabend mit Ewa Kupiec. Die polnische Pianistin widmet sich ganz ihrem Landsmann Chopin, dem sie nicht mit großem Pomp und Orchester, sondern ganz privat und persönlich mit Quartettbegleitung zum 200. Geburtstag gratuliert. Unterstützung erhält sie von ihren tschechischen Nachbarn, dem Pražák Quartet, das auf eine mehr als 30 Jahre andauernde internationale Karriere zurückblicken kann.
Auch Ewa Kupiec macht sich bereits seit vielen Jahren über die Grenzen ihres Heimatlandes hinaus einen Namen als große Pianistin. Witold Lutosławski bezeichnete sie einmal als „eine wahre Offenbarung“.
Die Konzerte in e-Moll und f-Moll gehören zu den wenigen Orchesterwerken, die Chopin komponierte. In der kammermusikalischen Fassung verdichten sie ihre Wirkung. Sie repräsentieren einen brillanten Stil à la Johann Nepomuk Hummel und zeigen bisweilen eine Nähe zum frühen mozartschen Modell. Schumann erkannte die Besonderheit der beiden Werke. Er soll sogar gesagt haben, dass ein Genie mit dem Format Mozarts heute eher Konzerte von Chopin als jene von Mozart komponieren würde. Auch die damaligen Kritiken waren Chopins Klavierkonzerten wohlgesonnen. Die Revue Musicale schrieb 1832 über sein Konzertdebüt in Paris: „In seinen Melodien ist Seele, in seinen Passagen Fantasie und in allem Originalität.“
Ewa Kupiec Klavier
Pražák Quartet
Vaclav Remes Violine
Vlastimil Holek Violine
Josef Kluson Viola
Michal Kanka Violoncello