„Man muss lernen, was zu lernen ist – und dann seinen eigenen Weg gehen.“ Dieser Satz wird Ragna Schirmers Leib- und Magen-Komponist Georg Friedrich Händel zugeschrieben. Dessen „Suites de Pièces pour le Clavecin“ hat sie nun erstmals in einer Gesamtaufnahme vorgelegt und dafür prompt den ECHO Klassik 2009 erhalten. Bereits bei ihrer Debüt-CD ging sie ungewöhnliche Wege und widmete sie Bachs „Goldberg-Variationen“, einer der schwierigsten Klavierkompositionen des Meisters. Dem steht seine Chaconne d-Moll, der Schlusssatz der Partita Nr. 2, kaum nach. Ferruccio Busoni richtete das Werk für Klavier ein und holte aus dem Variationssatz, den Bach ursprünglich einer einzelnen Geige anvertraut hatte, geradezu orchestrale Klanggewalt heraus. Dies gilt auch für Johannes Brahms’ „Variationen und Fuge über ein Thema von Händel“, die die händelsche Suite HWV 434 zum Vorbild haben. Eine kühne Komposition ist schließlich auch die Chromatische Fantasie BWV 903, in der Bach bis an die Grenzen der Tonalität vorstieß. Derartig aufeinandergetürmte Schwierigkeiten können Ragna Schirmer aber nicht schrecken. Bereits mit 20 Jahren hat sie in Leipzig den Bachwettbewerb für sich entschieden, und mit 26 Jahren noch einmal – als einzige Pianistin, der das je gelungen ist. Ihre Konzerte führen sie seitdem in die bekanntesten Konzertsäle und zu den renommiertesten Festivals Europas.
Ragna Schirmer Klavier und Moderation
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