Über die Geigerin Viviane Hagner schrieb die New York Times, die Künstlerin habe dem Ton ihres Instruments etwas Schmerzliches verliehen, sogar in fröhlichen Passagen. Dies sei besonders tief berührend gewesen. Anlässlich eines Konzerts des Cellisten Daniel Müller-Schott konnte man in der Süddeutschen Zeitung lesen, er habe sich „geradezu angriffslustig in den Eröffnungssatz [gestürtzt], der vom Solisten nicht nur vorwärtsdrängende Kraft, sondern auch tonliche Sanftheit verlangt“. Und zusammen mit dem jungen französischen Pianisten Jonathan Gilad, der als eine der außergewöhnlichsten Klavierbegabungen seiner Generation gilt und bereits zum zweiten Mal beim Frühling ist, hat man geradezu die Traumbesetzung eines Klaviertrios vor sich. Alle drei haben, was wahre Virtuosität ausmacht: eine exzellente Technik auf ihren Instrumenten, dabei Tiefe, Reflexionsvermögen und persönliche Reife. Diese Fähigkeiten sind für die drei Werke in höchstem Maße erforderlich: Robert Schumanns letztes Trio op. 110 ist ein sperriges Stück Musik, zugleich aber, wie seine Frau in ihr Tagebuch notiert, „originell, durch und durch voller Leidenschaft, besonders das Scherzo, das einen bis in die wildesten Tiefen mit fortreißt“. 1853 stellt Schumann das Werk in einem Hauskonzert vor. Johannes Brahms, einer der Gäste, war so beeindruckt, dass er an seinem eigenen Erstling, einer Fantasie d-Moll, zu zweifeln begann. Wenig später schuf er sein H-Dur-Trio, das durch seinen schwärmerischen Ton und die brillanten motivisch-thematischen Beziehungen aller musikalischen Themen besticht. Ähnliches wie zum schumannschen Trio ließe sich auch über Maurice Ravels Klaviertrio a-Moll sagen. Der Komponist experimentierte mit verschiedenen, gleichzeitig erklingenden Taktarten und verlieh dem Werk dadurch gedankliche Tiefe und innere Glut, die von den Solisten höchste technische Souveränität verlangt.
Jonathan Gilad Klavier
Viviane Hagner Violine
Daniel Müller-Schott Violoncello
In Kooperation mit der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
Fotonachweis: Agentur
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