„Dieser Mann ist ein Genie!“ – mit diesen Worten verließ Martha Argerich 1980 wütend den Saal und die Jury des Warschauer Chopin-Wettbewerbs. Der junge Pianist Ivo Pogorelich war nicht über die dritte Runde hinausgekommen – nicht nur der Skandal, auch der Start zu einer Weltkarriere war mit dieser Entscheidung perfekt.
Früher wegen seiner radikalen Interpretationen bekannt, gefeiert und gefürchtet ist nun nach mehrjährigem Rückzug aus dem Konzertleben ein veränderter, gereifter Ivo Pogorelich auf die Konzertpodien zurückgekehrt. Über sein letztes Münchner Konzert war zu lesen: "Ivo Pogorelich scheint ein anderer. Einer, der nach vielem Probieren und Suchen unvermittelt die Rätsel aller Kunst entwirrt hat und nun geblendet und staunend vor dem eigenen unfassbaren Können steht […] Plötzlich begreift man wieder, warum Musik den Menschen so existentiell wichtig und unverzichtbar ist. Es war dies einer der ganz großen Momente […]: phänomenal."
In Heidelberg wird Pogorelich unter anderem mit zwei Beethoven-Sonaten – op. 78 und dem berühmten op. 111 – zu hören sein. Zu erwarten ist sicherlich nicht weniger als eine Sternstunde der Klaviermusik
Ivo Pogorelich Klavier