Bekanntlich ist jedes Ende zugleich ein Anfang: Für einen der sechs Nachwuchskomponisten zumindest könnte sich die Bekanntgabe des Publikumspreises beim Finale als Sprungbrett für die gerade erst begonnene Karriere erweisen. Möglich auch, dass der glückliche Gewinner in reiferen Jahren dann ähnlich liebevoll-nostalgisch auf sein/ihr Jugendwerk zurückblickt wie einst Felix Mendelssohn Bartholdy auf sein Streicher-Oktett: Als „sein Liebstes aus der Jugendzeit“ wertschätzte er dieses, wie Robert Schumann einst mitteilte. 1825 unter der Ägide Carl Friedrich Zelters komponiert, zeigt das Oktett, dass sich die symphonische Satztechnik nicht erst in Arnold Schönbergs Kammersinfonien ihren Weg in die Kammermusik bahnte: Statt wie ein Doppelquartett ist das Werk „im Style eines symphonischen Orchesters“ konzipiert – und ebenso auszuführen, wie Mendelssohn im Autograph anordnet. Die programmatischen Züge im leichtfüßigen Scherzo entspringen, so wird vermutet, seiner Faszination für die Walpurgisnacht-Szene aus dem ersten Teil von Goethes „Faust“.
Wer könnte dieses Finale besser anstimmen als Ragna Schirmer, die es vermag, sich mit traumwandlerischer Sicherheit durch die verschiedensten musikalischen Epochen zu bewegen? – Und damit dem zentralen Anliegen den Atelier-Akteure – den Brückenschlägen zwischen unterschiedlichen Stationen der Kompositionsgeschichte – Nachdruck verleiht.
Asasello Quartett
Ragna Schirmer Klavier
Mitglieder des Festivalensembles
Das Konzert wird von SWR2 mitgeschnitten.
Fotonachweis: Philippe Gontier
Wir danken