Vier plus X: Nicht nur Streichquartette, sondern auch größere kammermusikalische Gattungen werden beim "Festival im Festival" zur Aufführung gebracht. Und spätestens im Finale wird sich herausstellen: In puncto Klangfarbenvielfalt und Kontrastwirkungen stehen solche Besetzungen der Symphonik in nichts nach. Da wäre zum Beispiel Schuberts 1828 entstandenes Quintett mit seinen disparaten Tonarten und den konträren Klangsphären der ersten beiden Sätze: Spannungsreicher geht es kaum. Oder Bartóks Divertimento, das satzweise zwischen diatonischer und chromatischer Melodieführung wechselt und in barocker Concerto-Grosso-Manier die Balance zwischen solistischen Klangruppen und Orchesterpassagen sucht – während der Komponist obendrein ganz nonchalant klassische Formen mit ungarischen Skalen und Rhythmen füllt. Kontraste durchziehen auch das Programm als Ganzes: Zwar ist Mozarts und Bartóks Kompositionen die Bezeichnung Divertimento gemein, die eigentlich ein leichtes, unterhaltsames Instrumentalstück meint. Doch liegen diese beiden kompositorischen Realisationen zeitlich, also auch musikalisch, weit auseinander. Und während Schuberts Spätwerk symphonische Weiträumigkeit kennzeichnet, nehmen Weberns Bagatellen op. 9, musikalische Ideenvielfalt auf engstem Raum, nur wenige Minuten Aufführungszeit in Anspruch. Kaum facettenreicher könnte das Streichquartettfest ausklingen.
Philharmonia Végh Budapest
In Kooperation mit dem Impresariat Simmenauer und der Musik- und Singschule Heidelberg
Fotonachweis: Akadémia Quartett
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