B-A-C-H – Die enigmatische Klang-Signatur aus der letzten Fuge Bachs hat sich seit der posthumen Veröffentlichung seiner Kunst der Fuge 1751 als wahre Inspirationsquelle erwiesen: Über 400 Bach-Hommagen sind seither entstanden, denen dieses viertönige Motiv zugrunde liegt. Spätestens durch den glühenden Bach-Verehrer Franz Liszt, der darüber sein Orgelwerk Präludium und Fuge schrieb, erhielt es Mitte des 19. Jahrhunderts auch Einzug in die ungarische Kompositionsgeschichte.
Ein musikalisches Mysterium ist die unvollendet gebliebene Kunst der Fuge bis heute, denn noch immer gibt sie noch so manches Rätsel auf: In welcher Reihenfolge beabsichtigte Bach die Fugen und Kanons anzuordnen? Welche Instrumentierung hatte er vorgesehen? Stammt der Titel tatsächlich vom Komponisten persönlich? Kein Wunder also, dass sich um den Zyklus diverse Legenden zahlensymbolischer, theologischer und musikgeschichtlicher Natur ranken. Von derlei mythischen Überhöhungen einmal abgesehen ist die Sammlung aber vor allem eines: ein beeindruckendes Zeugnis zur Vollendung gebrachter kontrapunktischer Techniken, wie sie vor allem Komponisten des 20. Jahrhunderts wieder als Anregung dienten. Die Gratwanderung zwischen formaler Strenge und Klangschönheit meisterte Bach mit Bravour – und mag genau darin den drei Ungarn Bartók, Ligeti und Kurtág ein Vorbild gewesen sein.
Philharmonia Végh Budapest
Ronald Funke Rezitation
In Kooperation mit dem Impresariat Simmenauer und der Musik- und Singschule Heidelberg
Fotonachweis: Andrea Felgévi
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