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Künstler

Sabine Meyer © Thomas Rabsch EMI Classics

Sabine Meyer

Sabine Meyer schlug zunächst die Orchesterlaufbahn ein und wurde Mitglied des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Es folgte ein Engagement als Solo-Klarinettistin bei den Berliner Philharmonikern. In mehr als dreißig Jahren führten sie ungezählte Konzerte sowie Rundfunk- und Fernsehauftritte in alle Musikzentren Europas sowie nach Brasilien, Israel, Kanada, China und Australien, nach Japan und in die USA.

Sie gastierte bei allen bedeutenden Orchestern in Deutschland und wurde von den führenden Orchestern der Welt engagiert, so z. B. von den Wiener Philharmonikern, vom Chicago Symphony Orchestra, vom NHK Symphony Orchestra Tokyo, den Berliner Philharmonikern, von den Radio-Sinfonieorchestern in Wien, Prag und Budapest sowie von zahlreichen anderen Klangkörpern.
In vielfältigen kammermusikalischen Zusammensetzungen hat sie unter anderem mit Künstlern wie Heinrich Schiff, Gidon Kremer, Martin Helmchen, sowie dem Modigliani Quartett musiziert.
Sabine Meyer hat zahlreiche Einspielungen bei EMI Classics für die Deutsche Grammophon und Sony gemacht.

Neben der achtmaligen Auszeichnung mit dem „Echo Klassik“ ist Sabine Meyer Trägerin zahlreicher anderer Preise und bekam den Orden „Chevalier des Arts et des Lettres“ verliehen.
Seit 1993 hat Sabine Meyer eine Professur an der Hochschule für Musik in Lübeck inne.

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ist eines der international führenden Orchester und begeistert mit ihrem einzigartigen Musizierstil weltweit ihr Publikum. Künstlerischer Leiter ist seit 2004 der est-nisch-amerikanische Dirigent Paavo Järvi.

Ein Höhepunkt der Zusammenarbeit mit Järvi war das gemeinsame Beethoven-Projekt, auf das sich Dirigent und Orchester sechs Jahre konzentrierten. Ergebnis waren weltweit umjubelte Aufführungen sowie internationales Lob für die Einspielungen. Nach Beethoven konzentrierten sich das Orchester und ihr Chefdirigent ebenso erfolgreich auf die Sinfonien von Robert Schumann.

Neues Großprojekt der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen mit Paavo Järvi ist Johannes Brahms. Die im Herbst 2017 erschienene erste CD des Brahms-Zyklus mit der 2. Sinfonie/Tragische Ouvertüre/Akademische Festouvertüre wurde im Oktober 2018 mit dem Opus Klassik ausgezeichnet. Seit Herbst 2018 ist die zweite CD des Zyklus mit der 1. Sinfonie und den Haydn Variationen auf dem Markt. Ein Höhepunkt des Brahms-Projekts war die Aufführung des Requiems am 10. April 2018 im Dom zu Bremen, genau 150 Jahre nach der Uraufführung.

Für ihre Einspielungen wurde Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen zahlreich ausgezeichnet, unter anderem mit dem Echo Klassik, dem Diapason d’Or, und erhielt zudem als erstes Orchester die Ehrenurkunde des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Das einzigartige Education-Projekt mit der Gesamtschule Bremen-Ost in Osterholz-Tenever, das „Zukunftslabor – eine Initiative der Deutschen Kammer-philharmonie Bremen“, wurde mit unzähligen Preisen geehrt, unter anderem den Echo Klassik für Nach-wuchsförderung. Seit 2018 gibt es mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes das erste internationale Zukunftslabor – das Future Lab Tunisia in Tunis.

Mit der Elbphilharmonie verbindet Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ein enges und partnerschaftliches Verhältnis. Seit Eröffnung 2017 ist das Orchester regelmäßig zu Gast. 2016 war der Klangkörper erstes „Orchester des Jahres“ bei Deutschlandradio Kultur und ist seit 2017 Festivalorchester des Kissinger Sommers.

Fazıl Say

Mit seinem außergewöhnlichen pianistischen Vermögen berührt Fazıl Say Publikum wie Kritik seit nunmehr 25 Jahren in einer Weise, wie sie rar geworden ist. Konzerte mit diesem Künstler sind andere Konzerte. Sie sind direkter, offener, aufregender, kurz gesagt: Sie treffen ins Herz. Eben das meinte wohl auch der Komponist Aribert Reimann, als er 1986 während eines Besuchs in Ankara mehr oder minder zufällig in den Genuss kam, den damals 16-Jährigen zu hören. Auf der Stelle bat er seinen Begleiter, den amerikanischen Pianisten David Levine, ins Konservatorium der türkischen Hauptstadt zu kommen, und er tat es mit den inzwischen geflügelten Worten: „Den musst Du Dir anhören, der Junge spielt wie ein Teufel“.

Seinen ersten Klavierunterricht erhielt Fazıl Say bei Mithat Fenmen, einem Pianisten, der noch bei Alfred Cortot in Paris studiert hatte. Fenmen – vielleicht ahnend, wie groß das Talent des Jungen war – bat seinen Schüler, jeden Tag erst einmal über Themen des Alltags zu improvisieren, bevor er sich mit den notwendigen klavieristischen Übungen und Studien beschäftigte. In dieser Auseinandersetzung mit freien kreativen Prozessen und Formen wurde der Ursprung für das enorme improvisatorische Talent und die ästhetische Anschauung gelegt, die den Kern des Selbstverständnisses des Pianisten und Komponisten Fazıl Say bildet. Als Komponist hat Fazıl Say unter anderem Auftragswerke für die Salzburger Festspiele, den WDR, das Schleswig-Holstein Musik Festival, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, das Wiener Konzerthaus, die Dresdner Philharmonie, die Fondation Louis Vuitton, das Orpheus Chamber Orchestra und die BBC geschrieben. Sein Schaffen umfasst u. a. vier Symphonien, zwei Oratorien, verschiedene Solokonzerte sowie zahlreiche Klavier- und Kammermusikwerke.

Den Feinschliff als klassischer Pianist erhielt Fazıl Say ab 1987 bei David Levine, zunächst an der Musikhochschule „Robert Schumann“ in Düsseldorf, später dann in Berlin. Daneben besuchte er bei Menahem Pressler regelmäßig Meisterkurse. Seine herausragende Technik ermöglichte es ihm überdies bald schon, die so genannten Schlachtrösser der Weltliteratur in staunenswerter Souveränität zu bewältigen. Und eben diese Mischung aus Feinsinn (bei Haydn, Bach und Mozart) und virtuosem Glanz in den Werken von Liszt, Mussorgsky oder Beethoven führten schließlich 1994 zum Sieg beim Internationalen Wettbewerb „Young Concert Artists“ in New York. Fazıl Say spielte in der Folge mit sämtlichen renommierten amerikanischen und europäischen Orchestern und zahlreichen großen Dirigenten zusammen und erarbeitete sich dabei ein vielfältiges Repertoire, das von Kompositionen von Johann Sebastian Bach über die „Klassiker“ Haydn, Mozart und Beethoven sowie die Romantik bis zur zeitgenössischen Musik reicht, eingeschlossen seine eigenen Kompositionen für Klavier.

Gastspiele führten Fazıl Say seither in zahllose Länder auf allen fünf Kontinenten; die französische Zeitung „Le Figaro“ nannte ihn „ein Genie“. Dabei trat Fazıl Say auch immer wieder als Kammermusiker in Erscheinung. Mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja beispielsweise bildete er jahrelang ein phantastisches Duo; weitere prominente Partner waren bzw. sind unter anderem Maxim Vengerov, das Minetti Quartet, Nicolas Altstaedt und Marianne Crebassa.

Von 2005 bis 2010 war Fazıl Say Exklusivkünstler des Konzerthauses Dortmund, in der Saison 2010/11 war er Artist in Residence am Konzerthaus Berlin, beim Schleswig-Holstein Musik Festival wurde ihm im Sommer 2011 ein Programmschwerpunkt gewidmet. Weitere Residenzen und Fazıl-Say-Festivals gab es in Paris, Tokio, Meran, Hamburg und Istanbul. Beim hr-Sinfonieorchester Frankfurt war er 2012/13 Residenzkünstler, ebenso beim Rheingau Musik Festival 2013, wo er mit dem Rheingau Musik Preis ausgezeichnet wurde. Beim Wiener Konzerthaus SAISON 2019/2020 gestaltete er in der Saison 2013/14 fünf Konzerte als Composer in Residence, beim Bodenseefestival 14 Konzerte als Artist in Residence. In der Saison 2015/16 haben ihn die Alte Oper Frankfurt und das Zürcher Kammerorchester als Artist in Residence eingeladen, während drei Saisons war er Artist in Residence beim Festival der Nationen in Bad Wörishofen und 2018/19 Composer in Residence bei der Dresdner Philharmonie.

Im Dezember 2016 erhielt Fazıl Say den Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion in Bonn. Im Herbst 2017 wurde ihm der Musikpreis der Stadt Duisburg verliehen.

Fazıl Says Einspielungen der Werke Bachs, Mozarts, Gershwins und Strawinskys bei Teldec Classics sowie Mussorgskis, Beethovens und eigener Werke bei naïve wurden von der Plattenkritik hoch gelobt und mehrfach ausgezeichnet, darunter mit drei ECHO KLASSIK. 2014 erschienen seine Aufnahme mit Beethoven-Werken – das Klavierkonzert Nr. 3 mit dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt unter Gianandrea Noseda sowie die Sonaten op. 111 und die Mondscheinsonate – sowie das Album „Say plays Say“ mit ausschließlich eigenen Werken. Seit 2016 ist Fazıl Say Exklusivkünstler bei Warner Classics. Dort erschien im Herbst 2016 die Einspielung aller Mozart-Sonaten, für die Fazıl Say 2017 seinen vierten ECHO KLASSIK erhielt. Gemeinsam mit Nicolas Altstaedt spielte er das Album „4 Cities“ (2017) ein. Im Herbst 2017 veröffentlichte Warner Classics die Nocturnes Frédéric Chopins und das Album „Secrets“ mit französischen Liedern, das er gemeinsam mit Marianne Crebassa aufgenommen hat und das 2018 mit dem Gramophone Classical Music Award ausgezeichnet wurde. Sein 2018 erschienenes Album widmet er Debussy und Satie, während seine letzte Veröffentlichung „Troy Sonata – Fazıl Say Plays Say“ eigene Werke beinhaltet.

Anna Lucia Richter

Anna Lucia Richter entstammt einer großen Musikerfamilie. Als langjähriges Mitglied des Mädchenchores am Kölner Dom erhielt sie seit ihrem neunten Lebensjahr Gesangsunterricht bei ihrer Mutter Regina Dohmen. Im Anschluss wurde sie von Prof. Kurt Widmer in Basel ausgebildet und schloss ihr Gesangstudium mit Auszeichnung bei Frau Prof. Klesie Kelly-Moog an der Musikhochschule Köln ab. Weitere Anregungen erhielt sie von Edda Moser, Christoph Prégardien, Edith Wiens und Margreet Honig, die sie auch weiterhin betreut. Die Künstlerin erhielt zahlreiche Preise, darunter der prestigereiche Borletti-Buitoni Trust Award.

Inzwischen ist die Künstlerin weltweit unterwegs. Die Einladung, im Sommer 2020 die Rolle der Zerlina in Mozarts Oper Don Giovanni unter Teodor Currentzis bei den Salzburger Festspielen zu singen, muss allerdings leider verschoben werden. Ein wichtiges Projekt ist aber die Eurydice/La Musica in Monteverdis Orfeo in der viel beachteten Produktion von Sasha Waltz, die an der Staatsoper Unter den Linden aus der Taufe gehoben wurde. Nach großem Erfolg u.a. an der Oper Amsterdam gastiert die Produktion erneut in Berlin sowie bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen 2021.

Großartige Konzertprojekte stehen 2020/2021 auch auf internationalem Parkett an: u.a. singt sie die ihr besonders vertraute 4. Symphonie von Gustav Mahler mit dem Nederlands Philharmonisch Orkest im Concertgebouw, Amsterdam, unter Lorenzo Viotti sowie mit dem The Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Gustavo Gimeno in Tel Aviv und Haifa. Auch bei den Münchner Philharmoniker unter der Leitung von Valerie Gergiev ist sie mit diesem Werk zu Gast. Auf Tournee geht sie mit dem Freiburger Barockorchester: London (Wigmore Hall), Bath, Stuttgart (Liederhalle) und Berlin (Berliner Philharmonie) mit Arien aus der Händels Oper Semele und Telemann´s Kantate Ino. In Salzburgs ‚Januarwoche‘ wird die Künstlerin an einem musikalischen Tanzprojekt (Mozart-Messen) beteiligt sein. Die Werke von Johann Sebastian Bach gehören zum Kernrepertoire der Künstlerin: Eine CD mit Liedern aus Schemellis Gesangbuch und dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach u. a. mit Georg Nigl erschien beim Label alpha.

Anna Lucia Richter arbeitete in letzter Zeit häufig mit Teodor Currentzis und MusicAeterna, u. a. in einer konzertanten Aufführung von Mozarts La Clemenza di Tito, mit dem London Symphony Orchestra und Bernard Haitink, Giardino Armonico und Giovanni Antonini, dem Orchestre de Paris und Thomas Hengelbrock sowie dem Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer. Mit diesen Ensembles gastierte sie auch wiederholt bei großen Festivals wie dem Lucerne Festival, bei den BBC Proms in London, beim Schleswig-Holstein Musik Festival oder als ‚Artist in Residence‘ beim Rheingau Musik Festival 2018 sowie in der Kölner Philharmonie 2018/19.

Im Bereich Lied ist Anna Lucia Richter mit einem umfangreichen Repertoire in allen großen Liedzentren zu Gast, z. B. bei der Schubertiade Schwarzenberg, der Schubertiada Vilabertran, dem Rheingau Musik Festival, beim Heidelberger Frühling oder der Wigmore Hall London. Ihr US-Debüt gab sie mit drei Liederabenden in New Yorks Park Avenue Armory, begleitet von Gerold Huber, ein weiteres US-Rezital in der Weill Hall der Carnegie Hall mit ihrem viel beachteten und außergewöhnlichen Liederkreis-Programm gemeinsam mit Michael Gees mit Eichendorff-Vertonungen und Improvisationen. In der Saison 2018/2019 begann für Anna Lucia Richter eine dreijährige Residenz als “Junge Wilde” am Konzerthaus Dortmund: als Auftakt sang sie Anfang 2019 einen Schubert- Liederabend zusammen mit Gerold Huber. Das Programm „Heimweh“ erschien kurze Zeit später auf CD, gleichzeitig Anna Lucia Richters Debüt-CD beim Label Pentatone. Im Frühjahr 2020 folgte ein Konzert mit dem Ensemble Claudiana, ein Monteverdi-Abend unter dem Titel: Il delirio della passione und im Frühjahr 2021 gibt sie zusammen mit dem Schumann-Quartett ein Konzert mit Reimann-Bearbeitungen von Liedern von R. Schumann und F. Mendelssohn-Bartholdy aufführen.

Philharmonisches Orchester Heidelberg

Gegründet wird das Philharmonische Orchester am 8. April 1889 unter der Bezeichnung »Städtisches Orchester«. Dieser Zeitpunkt markiert zunächst die Eingliederung des Orchesters in die Städtische Verwaltung. Bereits vorher ist die Musikkultur in Heidelberg höchst lebendig.

Am Anfang steht ein »Musikverein«, der seit 1812 nachweisbar ist und der im Wesentlichen aus Laienmusikern besteht.  Als »Heidelberger Stadtorchester« erhält das Orchester ab 1839 städtische Subventionen. Die Arbeit des Städtischen Orchesters besteht in den ersten Jahren vor allem aus Unterhaltungsmusik. Dies ändert sich durch das Engagement des ersten bedeutenden Dirigenten, Philipp Wolfrum, der als Gründer und Dirigent des Heidelberger Bachchores schon über viele Jahre mit dem Orchester musiziert hatte. Parallel zu Wolfrum als damaligem Universitätsmusikdirektor wirkt Paul Radig als Städtischer Musikdirektor.

In der Ära Wolfrum ist Heidelberg eine Hochburg der zeitgenössischen Musik und das Städtische Orchester eine einflussreiche Institution der Musikgeschichte: bereits 1893 werden Richard-Strauss-Tage veranstaltet. 1901 erlebt Jean Sibelius beim Heidelberger Tonkünstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins seinen ersten internationalen Erfolg, als er im Festkonzert zwei Legenden aus der »Lemminkäinen-Suite« dirigiert. 1913 gibt es ein ganz auf Johann Sebastian Bach und Max Reger konzentriertes Heidelberger Musikfest.  Einen neuen Einschnitt im Konzertleben bringt der Städtische Musikdirektor Kurt Overhoff, der 1931 die Leitung der Symphoniekonzerte in die Hand nimmt und das Orchester in den kommenden Jahren einem neuen Aufgabenkreis zuführt. Overhoff muss seine Tätigkeit aber bereits 1940 wegen Krankheit aufgeben. Während des Zweiten Weltkriegs wird das Heidelberger Musikleben vor allem durch namhafte Gastdirigenten aufrechterhalten.

Bereits im August 1945 ist es Hermann Meinhard Poppen möglich, mit dem aus zum Teil einheimischen Kräften verstärkten Städtischen Orchester und dem Bachverein im Schlosshof die Konzertreihe der Stadt und des Bachvereins wieder einzuführen. Die Berufung von Musikdirektor Fritz Henn bringt dann die volle Wiedereinführung des Konzert- und Opernbetriebs und erhöht auch die Anzahl an Planstellen erheblich.

Kontinuierlich aufwrts geht es 1954 mit der Einstellung Karl Ruchts als Leiter des Städtischen Orchesters. Rucht, ehemaliger Solotrompeter der Berliner Philharmoniker, ist bereits Generalmusikdirektor des Pfalzorchesters Ludwigshafen und übernimmt nun als zweites Orchester in leitender Position das Städtische Orchester Heidelberg. Er nutzt seine Doppelstellung, um eine enge Kooperation der beiden Orchester zu ermöglichen, und auf solche Weise groß besetzte Werke aufführen zu können. Bis zum Jahr 1960 dauerte die Zusammenarbeit zwischen dem Pfalzorchester Ludwigshafen und dem Städtischen Orchester Heidelberg.

Nach der Ära Karl Rucht übernimmt für ein Jahr zunächst Hans Blümer, 1. Kapellmeister der Städtischen Bühne, zwischenzeitlich die Leitung des Orchesters. Er hat sich 1960−61 und in den Jahren 1972−73 mit großem Engagement dieser Aufgabe gestellt, so dass die Interimsjahre nie wie Provisorien wirkten. In den folgenden Jahren leiten Kurt Brass, Christian Süss und Gerhard Schäfer das Städtische Orchester. Unter Christian Süss werden erste pädagogische Angebote aufgebaut: Konzerte für Kinder und Erwachsene sowie der Öffentlichkeit zugängliche Konzertproben, die auch von Schulklassen besucht werden.

Der gebürtige Schweizer Mario Venzago übernimmt 1986 die Leitung des Orchesters. Sein Wirken als Dirigent, Pianist und Liedbegleiter sowie als Komponist, zeigt eine lebendige musikalische Vielfalt. Venzagos weit gefächerte Programme der Symphonie- und Serenadenkonzerte finden beim Publikum großes Interesse und Beifall. Ihm gelingt die Aufstockung des Orchesters um 8 Stellen. Seit 2007 ist Mario Venzago Ehrendirigent des Philharmonischen Orchesters Heidelberg.

Für die Spielzeiten 1994/95 und 2006/07 wurde das Orchester vom Deutschen Musikverleger-Verband mit dem Preis für das »Beste Konzertprogramm« ausgezeichnet. Konzertreisen führten das Orchester in den letzten Jahren in die Kölner Philharmonie, nach Antwerpen und nach Ravenna. Die Konzerte werden regelmäßig vom Deutschlandfunk und vom SWR mitgeschnitten. Das Philharmonische Orchester Heidelberg zeichnet sich durch seine stilistische Flexibilität aus. Seit 2006 beschäftigen sich die Philharmoniker im Rahmen des Festivals Winter in Schwetzingen mit historischer Aufführungspraxis. Eine lange Tradition hat das Engagement für Neue Musik: Mehrere Werke wurden vom Philharmonischen Orchester uraufgeführt und sind diesem gewidmet. Seit 2005 arbeitet das Orchester mit einem jährlich wechselnden »Komponisten für Heidelberg« intensiv zusammen. Einen besonderen Stellenwert hat die Musikvermittlung. Eine Familienkonzert-Reihe wird unter anderem durch Piccolo- und Kinderkonzerte sowie durch ein Jugendkonzert ergänzt. Außerdem engagieren sich die Orchestermitglieder in Schulen und Kindergärten und sind dort häufig zu Gast. Das Jugendprojekt »Rap it Like Heidelberg« wurde 2010 vom Deutschen Musikrat mit dem 1. Preis beim Wettbewerb zum »Tag der Musik 2010« ausgezeichnet. Zusätzlich präsentieren sich die Mitglieder des Orchesters regelmäßig in wechselnden Formationen in Kammerkonzerten.

Maximilian Krummen © Jessica Meyer

Maximilian Krummen

Geboren in Franken und aufgewachsen in Radolfzell am Bodensee, machte Maximilian Krummen schon früh musikalische Erfahrungen als Klarinettist. Von der Presse wird der junge Bariton für seine charismatischen und fein nuancierten Rollen- und Konzertinterpretationen gelobt.

Von 2013 bis 2015 war er Mitglied im Internationalen Opernstudio der Staatsoper Berlin und Stipendiat der Liz-Mohn-Kulturstiftung. Hier arbeitete er u.a. mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Zubin Mehta, Simon Rattle, Christopher Moulds und Sebastian Weigle zusammen und sang in Neuproduktionen von Hans Neuenfels, Michael Thalheimer und Alvis Hermanis.

Gastengagements führten ihn an das Theater Aachen (u. a. Papageno in »Die Zauberflöte«), das Salzburger Landestheater (Ecclitico in »Il Mondo della Luna«), die Oper Bonn (Leander in »Vom Mädchen, das nicht schlafen wollte«) und die Bregenzer Festspiele, wo er im Sommer 2015 sehr erfolgreich den Guglielmo in Mozarts »Così fan tutte« verkörperte.

Der Bariton war in Liederabenden und Konzerten im Konzerthaus Berlin, der Tonhalle Zürich und bei europäischen Festivals in Wiltz, Schiermonnigkoog und dem Heidelberger Frühling zu hören. Er sang mit der Staatskapelle Berlin, dem Sinfonieorchester Aachen und dem Folkwang Kammerorchester. Großen Erfolg feierte er mit Gustav Mahlers »Lieder eines fahrenden Gesellen« im März 2016 in Memphis.

Als Stipendiat der Lied-Akademien in Heidelberg 2011 und 2012, wo er mit Thomas Hampson, Brigitte Fassbaender, Wolfram Rieger und vielen anderen zusammen arbeiten konnte, vertiefte er seine Verbundenheit mit dem Kunstlied und wirkte bei neu konzipierten Lied-Projekten mit.

Maximilian Krummen studierte privat bei Melinda Liebermann und von 2008 bis 2013 an der Hochschule für Musik und Tanz Köln bei Dieter Schweikard und Lioba Braun. Meisterkurse mit Angelika Kirchschlager, Johannes Martin Kränzle, Francisco Araiza und Roman Trekel bereicherten seine Ausbildung.

Johannes Fischer

Der Schlagzeuger Johannes Fischer war der überragende Gewinner des 56. Internationalen ARD Musikwettbewerbes in München 2007 und wurde mit einem ersten Preis, dem Publikumspreis sowie drei weiteren Sonderpreisen ausgezeichnet. Seither führt ihn seine rege Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker u. a. in die Berliner Philharmonie, den Wiener Musikverein und zu Festivals in Europa, Asien und Amerika. Er arbeitete mit Dirigenten und Komponisten wie Heinz Holliger, Harrison Birtwhistle, Kirill Petrenko, Peter Eötvös oder Pierre Boulez zusammen.
Als Schlagzeuger und auch als Komponist erhielt er zahlreiche Auszeichnungen sowie Kompositionsaufträge des Crested Butte Music Festivals USA, der Lucerne Festival Academy sowie des Louvre Paris in Kooperation mit dem Lucerne Festival. Seine Werke wurden bereits in Deutschland, in der Schweiz, der Ukraine, den USA und Korea aufgeführt.
Geboren 1981 in Leonberg, studierte Johannes Fischer von 2000 bis 2008 an der Musikhochschule Freiburg bei Bernhard Wulff, Tajiro Miyazaki und Pascal Pons, sowie als Gerd-Bucerius-Stipendiat bei Steven Schick an der University of California. Darüber hinaus betrieb er intensive Studien in Dirigieren und Komposition bei Francis Travis und Dieter Mack. Im Sommer 2009 wurde Johannes Fischer als Schlagzeugprofessor an die Lübecker Musikhochschule berufen.

Gautier Capucon © Gregory Batardon

Gautier Capuçon

Gautier Capuçon hat sich längst als einer der führenden Cellisten seiner Generation etabliert. Er studierte am Conservatoire National Supérieur in Paris und anschließend in der Meisterklasse von Heinrich Schiff in Wien.

Als Gewinner zahlreicher erster Preise bei internationalen Wettbewerben, darunter der Internationale André Navarra Preis, wurde er 2001 bei den Victoires de la Musique als Nachwuchskünstler des Jahres ausgezeichnet und erhielt 2004 einen Borletti-Buitoni Trust Award. Seitdem wurde er auch mit mehreren Echo Klassik Preisen geehrt.

Capuçon spielt als Solist mit großen Orchestern weltweit. In den vergangenen Spielzeiten erhielt er großen Beifall für seine Debüts mit den Berliner Philharmonikern, dem London Symphony Orchestra, dem Montreal Symphony Orchestra und den Sinfonieorchestern von Chicago, Philadelphia und Boston.

Als Kammermusiker tritt er regelmäßig bei großen Festivals in ganz Europa wie dem Verbier Festival auf. Darüber hinaus ist er auch immer wieder mit Partnern wie Martha Argerich, Daniel Barenboim, Maxim Vengerov, Yuja Wang sowie mit seinem Bruder Renaud zu hören.

Seit 2007 ist er Botschafter des Projekts Zegna Music, welches 1997 von der Luxuskleidermarke Ermenegildo Zegna als wohltätiges Projekt zur Förderung der klassischen Musik ins Leben gerufen wurde.

Tamara Banješević

Tamara Banješević

Die Sopranistin Tamara Banješević wurde in Belgrad geboren. 2007 bis 2012 erhielt sie ihre musikalische Ausbildung an der Musikhochschule Mannheim bei Prof. Snežana Stamenković. Sie nahm an Meisterklassen bei KS Helen Donath, Angelika Kirchschlager, Rudolf Piernay, Thomas Hampson, Margreet Honig, Thomas Quasthoff und Wolfram Rieger teil. Tamara Banješević wurde auf Wettbewerben vielfach ausgezeichnet und ist Stipendiatin der Lied Akademie des Internationalen Musikfestivals Heidelberger Frühling, des DAAD und der Rotary und Lions Club Stiftung.
Während ihres Studiums war sie oft als Gast am Nationaltheater Mannheim engagiert und seit der Spielzeit 2012/2013 ist sie dort festes Ensemblemitglied.
Sie gastierte bei der Internationalen Bachakademie Stuttgart in Robert Schumanns »Faustszenen« unter Helmuth Rilling, im Rahmen der Jeunesses Musicales Deutschland als Anna Reich in »Die Lustigen Weiber von Windsor«, als Susanna in »Le nozze di Figaro« an der Sommeroper Bamberg und bei den Osterfestspielen Baden-Baden in Pauline Viardots »Cendrillon«, begleitet von den Mitgliedern der Berliner Philharmonie. Im Sommer 2014 war sie im Rahmen des Festivals in Aix en Provence und der Mozart Residency in mehreren Konzerten zu hören.
2015 kehrt sie zu den Osterfestspielen Baden-Baden als Modistin in der Neuproduktion des »Rosenkavaliers« unter der Leitung von Sir Simon Rattle und unter der Regie von Brigitte Fassbaender mit den Berliner Philharmonikern zurück.