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Echo-Projekt

Über Musik zusammenfinden

Das Projekt der Classic Scouts nach der ECHO-Debatte | März 2019

Die Vergabe des Musikpreises ECHO an die Rapper Kollegah & Farid Bang im Frühjahr 2018 hat eine gesellschaftliche Debatte um die Grenzen der künstlerischen Freiheit und die Verantwortung von Künstlern ausgelöst. Sind die umstrittenen Textzeilen des Rapper-Duos aufgrund ihres antisemitischen, frauenfeindlichen Inhalts gesellschaftlich akzeptabel oder gehört diese Art der Provokation zum Stilmittel des Rap? Wie kann es sein, dass sich so viele Jugendliche mit der Musik von Kollegah & Farid Bang identifizieren? Verleihen sie dem Lebensgefühl oder dem sich Abgrenzen vieler Jugendlicher gegenüber der politischen Korrektheit Ausdruck? Oder werden die Texte unreflektiert einfach hingenommen? Was passiert, wenn das passiert?

Die Classic Scouts haben sich intensiv mit dieser Thematik beschäftigt. 2015 mit einem ECHO Klassik für Nachwuchsförderung ausgezeichnet, wurde kontrovers über eine mögliche Rückgabe des ECHO diskutiert. Ergebnis: Den ECHO behalten, aber die gesellschaftliche Verantwortung annehmen und ein Projekt auf den Weg bringen, das Jugendlichen eine Plattform bieten soll, über Musik zusammenzufinden, so unterschiedlich jeder einzelne auch sein mag. So, wie die Classic Scouts durch Musik zusammengefunden haben. Das Projekt sollte deutlich machen, dass jegliche Form der Ausgrenzung in unserer Gesellschaft keinen Platz haben sollte. Die junge Generation ist es, die die Gesellschaft von morgen prägen wird. Nicht nur zuschauen, sondern mitgestalten! Gemeinsam mit anderen Jugendlichen haben die Classic Scouts ein klares Zeichen der jüngeren Generation gegen jegliche Form von Ausgrenzung und Diskriminierung gesetzt. Und für das stehen, was sie verbindet: die Musik!

Hierfür hatten sich die Classic Scouts den Percussionisten Thorsten Gellings ins Boot geholt. Im März 2019 haben sie mit ihm gemeinsam eine Reihe von Improvisations-Workshops für Jugendliche an Schulen unterschiedlichen Bildungsgrads angeboten, um über das Mittel der Musik gesellschaftliche Phänomene zu verdeutlichen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Wie funktioniert Gemeinschaft? Wie wird aus Individuen eine Gruppe? Wie gehen wir achtsam, respektvoll und konstruktiv miteinander um, so dass jede/r seinen Platz findet und gemeinsam Neues entsteht?

Die ECHO-Debatte war dabei Ausgangspunkt und Impuls, nicht der Inhalt selbst. Gleichwohl sollte Raum für Diskussion um die Grenzen künstlerischer Freiheit und das Gefahrenpotenzial diskriminierender Texte sein. Sie konnte im Verlauf des Workshops aufgegriffen werden.

Teilnehmende Schulen waren das Kurfürst-Friedrich-Gymnasium, das Hohenstaufen-Gymnasium Eberbach, die Internationale Gesamtschule Heidelberg, die Humboldt Realschule Eppelheim und die Waldorfschule in Wieblingen, mit Klassen zwischen Stufe 10 und 12.

Teile dessen, was aus diesem Projekt entstand, ist in den Konzertabend der Classic Scouts »gewohnt anders« am 29. März 2019 im Rahmen des Heidelberger Frühling 2019 eingeflossen, der unter dem Festival-Leitgedanken »Wie wollen wir leben?« stand.

Statement zum Echo

Ein »gewohnt anderes« Echo zum ECHO

Statement der Classic Scouts zur ECHO-Debatte | Mai 2018

Nach langer, kontroverser und anregender Diskussion, sind wir, die Jugendgruppe „Classic Scouts“ des Heidelberger Frühling, einstimmig zu dem Schluss gelangt, dass wir uns in erster Linie eine differenzierte(re) und von gegenseitigem Verständnis geprägte Debatte um den ECHO in der medialen Öffentlichkeit wünschen. An dieser Stelle geht ein großer Dank an Festivalintendant Thorsten Schmidt, der uns zur Meinungsbildung motiviert und Raum und Zeit zum Debattieren gegeben hat. Dieses Statement soll für alle Leser ein kleiner Anstoß zur weiteren Diskussion sein.

Den kommerziellen Vergabekriterien sowie den offensichtlichen Fehlern der ECHO-Jury und des Ethikrates ist mit der Abschaffung des ECHOS in ausreichender Weise Rechnung getragen worden, weshalb eine weitere Thematisierung hinfällig erscheint. Darüber hinaus stand die Vergabe des ECHO-Klassik, den der Heidelberger Frühling im Jahr 2015 für das Projekt „Classic Scouts“ erhielt, von jeher unter einem anderen Stern: hier gab es weder Ethikrat noch geschah die Auswahl nach den sogenannten „kommerziellen Vergabekriterien“, wenngleich die Kritik am Dachverband unglücklicherweise auf alle Sparten des ECHO abfärbt.

Soweit zur Einigkeit in der Scouts-internen Debatte. In allen anderen Punkten sind wir uns einig, dass wir uns uneinig sind: Es ist charakteristisch für das Recht auf künstlerische Freiheit, dass seine Grenzen nicht klar definiert sind. Immer wieder muss man sich fragen: Wann treten sie mit anderen elementaren Grundrechten, wie der unantastbaren Würde des Menschen, zu sehr in Konflikt? Oder ist es überhaupt anmaßend, sich als moralisch überlegen zu sehen, jemanden geradeheraus zu verurteilen, wo jeder seine eigene Mustergültigkeit zuallererst hinterfragen kann?

Antisemitismus ist – wie jede andere Form von Rassismus und Menschenverachtung – unduldbar. So weit so gut. Wann aber, wird „Rap-Kunst“ antisemitisch? Kollegah und Farid Bang haben sich – so wie inzwischen die ganze Rapper-Szene – in zahlreichen Videos zu den Antisemitismus-Vorwürfen geäußert; nur wollte das niemand hören. Sie haben nichts gegen Juden, behaupten sie. Doch müssen sie dies beweisen? Provozieren und Degradieren, Degradieren und Provozieren: Das ist eine Endlosschleife im „Gangsta-Rap“ – weil es Stilmittel ist. Vielleicht ist es auch ein Sich-Abgrenzen eines Teils der jungen Generation von der „Alten“, ein Protest gegen die allgegenwärtige Politische Korrektheit. Wie dem auch sei: Auch wenn es rechtlich dem Bundesverfassungsgericht obliegt, kann doch jeder Einzelne sich seine eigene Meinung dazu bilden, wie weit ein Stilmittel gehen darf und was ein Grenzübertritt ist.

Viel wichtiger jedoch als zu tadeln und abzuurteilen, ist uns die Frage nach dem Warum: Wie kann es sein, dass so viele junge Menschen auf emotional hochaggressive Texte ansprechen? Ist es Faszination am technischen Können der Rapper, Aufbegehren gegen das Bildungsbürgertum oder doch Hass gegen Andere? Warum empört das manche und andere nicht?

Die Vergabe des ECHO an Kollegah und Farid Bang hält uns allen, die wir Teil dieser Gemeinschaft sind – nachdem es bereits die Bundestagswahlen getan haben – nun erneut einen Spiegel vor: Wir sind gespalten und wir bewegen uns auseinander. Das Symptom dieser Zerrissenheit: die ECHO-Debatte. Die Rückgabe eines ECHO mag die Verleihung von Musik-Preisen beeinflussen können, den Zustand der Gesellschaft kann man damit nicht verändern. Leider. Musik aber kann das. Sie kann EIGENARTEN vereinen, weil sie für alle da ist, weil jeder sie versteht. Weil sie, nach Victor Hugo, in der Lage ist, das auszudrücken, was nicht gesagt werden kann, worüber zu schweigen jedoch unmöglich ist.

Aus genau diesem Grund haben wir nicht versucht, unsere unterschiedlichen Sichtweisen symbiotisch zusammenführen zu wollen, sondern nutzen die Synergie, die entstehen kann, wenn man eine respektvolle und differenzierte Debatte führt, um etwas Konstruktives, Positives daraus zu schaffen: Gesellschaftliche Verantwortung wird letztendlich jedem zuteil; wir nehmen sie an und nehmen die ECHO-Debatte zum Anlass, für den Herbst ein neues Projekt in Angriff zu nehmen. Ein Projekt, das Jugendlichen eine Plattform bieten soll, über das Interesse an Musik zusammenzufinden, so unterschiedlich jeder einzelne auch sein mag. So, wie wir durch Musik zusammengefunden haben. Ein Projekt, das über seinen Weg zur Umsetzung deutlich macht, dass jegliche Form der Ausgrenzung in unserer Gesellschaft keinen Platz haben sollte. Unsere Generation ist es, die die Gesellschaft von morgen prägen wird. Wir möchten nicht nur zuschauen, sondern mitgestalten.

Und unser ECHO? Den geben wir nicht her, denn der dient nämlich im „Frühlingsbüro“ mitunter auch als Türstopper! Er hält die Tür offen, für den zwischenmenschlichen Austausch.

Veranstaltungen

»Gewohnt anders« Ein Konzertabend mit den Classic Scouts

Die Classic Scouts sind mittlerweile weit über die Stadtgrenzen Heidelbergs hinaus ein Begriff für außergewöhnliche Musikvermittlung und gesellschaftliches Engagement. Jedes Jahr blicken die Jugendlichen hinter die Festivalkulissen, entdecken Musik und KünstlerInnen und treten selber auf: Beim Kult-Konzert »Gewohnt anders« entscheiden sie, wer was wann spielt – mit vielen Überraschungen und einer einzigartigen Begeisterung für Klassik.

Eintritt frei

In Kooperation mit dem Frauenbad Heidelberg

Wir danken
SAS Institute GmbH

 

 

Auch 2019 werden die Classic Scouts wieder Konzerteinführungen geben. Die Termine sind demnächst hier.

»Gewohnt anders« Ein Konzertabend mit den Classic Scouts

Die Classic Scouts sind mittlerweile weit über die Stadtgrenzen Heidelbergs hinaus ein Begriff fr außergewöhnliche Musikvermittlung. Jedes Jahr blicken die Jugendlichen hinter die Festivalkulissen, entdecken Konzerte und Künstler und treten traditionell auch selber auf: Beim Kult-Konzert »gewohnt anders« entscheiden sie, wer was wann spielt – mit vielen Überraschungen und einer einzigartigen Begeisterung für Klassik, die seit über 10 Jahren lodert.

Eintritt frei

In Kooperation mit dem Frauenbad Heidelberg

Wir danken
SAS Institute GmbH

 

und Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e. V.

»gewohnt anders« – 10 Jahre Classic Scouts

Seit zehn Jahren gibt es nun die Classic Scouts, und seit mehreren Jahren gehört zu deren vielfältigen Aktivitäten auch ein Konzert, bei dem sie buchstäblich alles selber machen: organisieren, moderieren, konzertieren. So wird es auch diesmal sein, und wer schon einmal dabei war, weiß, mit welchem Charme und Witz das Ganze vonstatten geht. In diesem Jahr kommt aus Anlass des zehnten Geburtstags noch eine Party im Anschluss an das Konzert hinzu. Feiern können die Classic Scouts auch! Weitere Informationen finden Sie hier.

Im Anschluss Jubiläumsparty mit Scouts, Alumni-Scouts und Jungen Freunden.

Eintritt frei

In Kooperation mit dem Frauenbad Heidelberg

Wir danken
SAS Institute GmbH

 

und Zukunft Metropolregion Rhein-Neckar e. V.

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Simone Rubino mit seinem ESEGESI Percussion Quartet

18.45 Uhr Konzerteinführung der Classic Scouts im Ballsaal der Stadthalle
Newcomer-Konzert der Classic Scouts

Alle, die sich für Schlagzeug interessieren, sollten sich den Namen des jungen Simone Rubino, Jahrgang 1993, merken. Schon jetzt konzertiert er als Solist mit den Wiener Philharmonikern und anderen Weltklasseorchestern; den 1. Preis des ARD-Musikwettbewerbs hat er bereits 2014 gewonnen. Nach Heidelberg kommt er mit seinem Percussion-Quartett ESEGESI. Simone Rubino, Sergey Mikhaylenko, Richard Putz und Christian Benning haben sehr unterschiedliche kulturelle Wurzeln. Jeder bringt andere Traditionen ein, die ihn geprägt haben. Aber alle sind sich einig, dass sie gemeinsam die Möglichkeiten der Percussions-Instrumente ausloten und neue Wege einer Kammermusik für Schlagzeug gehen wollen.

Im Anschluss: »Stadthalle late« mit dem Mario Angelov Quartett (im Festivalzentrum)

Wir danken Tine und Dr. Johannes Schmidt-Tophoff

Dieses Konzert wird mitgeschnitten von
Deutschlandradio Kultur

s t i l l – ein inszenierter Liederabend

18.45 Uhr Konzerteinführung der Classic Scouts (Newcomer-Konzert)

Der Name ist Programm: In diesem wunderbar verhaltenen, szenischen Liederabend, der von Juan Kruz Diaz de Garaio Esnaola konzipiert wurde (er gehört zur Compagnie von Sasha Waltz), scheint die Zeit tatsächlich still zu stehen. Zwei Tänzer, eine Sängerin, ein Lautenist und ein essenziell schlichtes Bühnenbild: Das sind die Zutaten dieser zutiefst anrührenden Meditation über die Zeit. Im Zentrum steht John Dowlands Lied »Time stands still«, das zusammen mit anderen Lautenliedern des frühen 17. Jahrhunderts das Vergehen und Stillstehen von Zeit, Altern und den Tod, Erinnerung und Nostalgie und die Erwartung des Zukünftigen thematisiert. Mehr darüber finden Sie hier.

In Kooperation mit dem UnterwegsTheater/Künstlerhaus/HebelHalle

Eine Produktion von
Bayer Kultur

Bei Buchung von fünf verschiedenen Veranstaltungen von »Neuland.Lied« über unseren telefonischen Kartenservice erhalten Sie 25% Rabatt. Sie erreichen uns Mo – Fr von 10 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 06221 – 584 00 44. Der Rabatt ist nicht online buchbar.

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Benjamin Beilman & Andrew Tyson STATT Nemanja Radulović & Laure Favre-Kahn

Die Einführung mit den Classic Scouts muss leider entfallen.

Wir danken
Heidelberger Volksbank

Sir András Schiff © Roberto Masotti

Sir András Schiff & Chamber Orchestra of Europe

18.45 Uhr Konzerteinführung der Classic Scouts im Ballsaal der Stadthalle
Newcomer-Konzert der Classic Scouts

Im Sommer 1936 erhielt Béla Bartók einen Brief des Dirigenten Paul Sacher, der ihn um ein neues Werk für sein Basler Kammerorchester bat. Damals galt das Schweizer Orchester als europäische Institution für Uraufführungen. Bartók sagte nur wenige Tage später zu und schrieb von ersten konkreten Ideen. Bereits im September 1936 war das Werk abgeschlossen. Die Entstehungsgeschichte von Brahms’ zweitem Klavierkonzert ist deutlich länger. 1878, mehr als zwei Jahrzehnte nach seinem ersten Konzert, wagte er sich erneut an diese Gattung; doch er unterbrach den Prozess mehrfach und fand erst 1881 zu einem Abschluss. Es ist eines der größten Klavierkonzerte überhaupt, und es benötigt einen Ausnahme-, vielleicht Jahrhundertmusiker wie András Schiff, um dieses Werk adäquat zur Geltung zu bringen.

After Work Concert

Kenner des Heidelberger Frühling wissen: Die »Classic Scouts« begeistern Gleichaltrige nicht nur für Musik, sie machen auch selbst welche auf hohem Niveau. Einige der »Scouts« werden sogar zu erfolgreichen Profimusikern, wie Till Plinkert und Alexander Baier. In ihrem knackig-kurzweiligen Programm spielen sie mit den räumlichen Möglichkeiten des Frauenbades.

In Kooperation mit dem Frauenbad Heidelberg

Sol Gabetta & Il Giardino Armonico

18.45 Uhr Konzerteinführung der »Classic Scouts« im Ballsaal der Stadthalle

Barock und Klassik sind nicht zwei säuberlich geschiedene Epochen, sondern vielfältig miteinander verwoben. Das zeigt das exzellente Programm, mit dem Sol Gabetta in Heidelberg gastiert. Die Bach-Söhne Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel stehen mit einem Bein im achtzehnten, mit dem anderen im langen neunzehnten Jahrhundert. Telemanns feines Gespür für allerneueste musikalische Trends macht ihn zu einem idealen Begleiter der beiden Brüder, dessen Vater sich in seiner Orchestermusik gelegentlich auch schon in die neue Zeit hinein traute.

»Zugabe« Jörg Tröger im Gespräch mit Sol Gabetta im Ballsaal der Stadthalle

Familienfrühling »Classic Scouts« & Voces8

Voces8 ist nicht nur eines der international führenden Vokalensembles. Die Briten haben sich auch eine ganz besondere Reputation auf dem Gebiet der Musikvermittlung aufgebaut, eine eigene Lernmethode entwickelt und sogar ein eigenes Education Center, das Gresham Center, in London gegründet. Gemeinsam mit den »Classic Scouts« sind sie nun in die Schulen in und um Heidelberg gegangen und haben rund 200 Schüler für Musik und das Singen begeistert. In diesem »Familienfrühling« sind die Ergebnisse des mehrtägigen Workshops zu bestaunen.

Wir danken

SAS Institute GmbH

Künstler

VOCES8

Das britische Vokalensemble VOCES8 ist nicht nur eines der erfolgreichsten Ensembles Englands, sondern auch das vielleicht vielfältigste. In wenigen Jahren ist es den drei Sängerinnen und fünf Sänger gelungen, sich in der Vokalwelt als feste Größe zu etablieren: Heute zählt VOCES8 zu den führenden Ensembles weltweit. Die Sänger beherrschen das ernste Fach ebenso wie das unterhaltsame und bieten ein Repertoire von früher Polyphonie bis zu Jazz- und Poparrangements. Sie begeistern mit einer überzeugenden Kombination aus musikalischem Können, klanglichem Reiz und mitreißender Bühnenpräsenz.

Im A-Cappella-Repertoire zu Hause suchen sie immer wieder auch Kooperationen, etwa mit Orchestern wie dem O/Modernt Kammerorchester und Hugo Ticciati oder mit Solisten wie der Geigerin Rachel Podger. VOCES8 hat mit Jim Clements einen eigenen „Arranger in Residence“ und arbeitet eng mit Komponisten wie Ola Gjeilo oder Thomas Hewitt Jones zusammen. Der Brite Jonathan Dove ist “Composer in Residence” für die Jahre 2018-2020. Bislang hat VOCES8 zwölf CDs veröffentlicht, vier davon bei Decca, zudem erschienen bei Edition Peters Noten ihrer eigenen Arrangements.

Ausgedehnte Tourneen mit Konzerten und Workshops führen sie in die ganze Welt. Sie waren bei den wichtigsten Festivals und Konzerthäusern zu Gast, darunter beim National Centre for the Performing Arts Bejing, Tokyo Opera City, Tel Aviv Opera House, Wigmore Hall oder dem Palacio de Bellas Artes in Mexico City. Auch im deutschsprachigen Raum genießen sie eine große Popularität und sind regelmäßig zu Gast beim Rheingau Festival, den Ludwigsburger Schlossfestspielen, dem Konzerthaus Wien oder der Elbphilharmonie in Hamburg.

Als zweiten Schwerpunkt sieht das Ensemble seine Nachwuchsarbeit, mit der es jährlich rund 20.000 Menschen erreicht. Das Spektrum reicht von Schulbesuchen über Arbeitsphasen mit Chören bis hin zu großen Projekten, wie sie derzeit an der Philharmonie Paris, im Konzerthaus Wien oder Bozar Brüssel umgesetzt werden. Dazu ist VOCES8 ist „Resident Ensemble“ verschiedener Schulen Englands und gibt jedes Jahr einen Sommerkurs an der Milton Abbey. Im Herzens Londons betreiben sie das “Gresham Centre”, gleichzeitig Heimatstätte von VOCES8 und Ort fr musikalische Begegnungen aller Art. Die von ihnen angewandte „VOCES8 Methode” wurde in einem Sachbuch bei Edition Peters festgehalten.

Andrea Haines, Eleonore Cockerham, Sopran
Katie Jeffries-Harris, Barnaby Smith, Alt
Euan Williamson, Blake Morgan, Tenor
Christopher Moore, Jonathan Pacey, Bass

Alexander Baier & Till Plinkert

Alexander Baier war Schüler von Uwe Balser an der Städtischen Musik- und Singschule Heidelberg und studiert seit 2014 bei Prof. Thomas Duis an der Hochschule für Musik Saarbrücken.
Am Klavier gewann er im Duo mit Violine, Klavier und Trompete (Till Plinkert) mehrmals erste und zweite Preise im Bundeswettbewerb Jugend musiziert.
Solistisch gewann er den 1. Yamaha-Preis in Bad Herrenalb 2011, den 3. Bundespreis bei Jugend musiziert 2011, den 1. Bundespreis 2014 und den Preis der Harald-Genzmer-Stiftung in der Kategorie »Klassische Moderne« bei WESPE 2014.
Schon sechsmal war er auf Tournee mit dem Bundesjugendorchester quer durch Deutschland und Europa und spielte mit ihnen vier CDs ein.

Till Plinkert, geb. 1995, erhielt seinen ersten Trompetenunterricht mit fünf Jahren. Zunächst wurde er an den Musikschulen in Homburg/Saar und später in Heidelberg von Friedhelm Bießecker unterrichtet. Mit 14 Jahren wurde er Jungstudent bei Prof. Wolfgang Bauer (MH Stuttgart). Seit September 2015 studiert er bei Prof. Klaus Schuhwerk an der Musikhochschule in Frankfurt.
Till Plinkert ist mehrfacher 1. Bundespreisträger bei Jugend musiziert und Preisträger der Deutschen Stiftung Musikleben, der Berthold Hummelstiftung und Stipendiat der Domhofstiftung. Ebenso ist er Mitglied des Landesjugendorchester und Bundesjugendorchester.

Sol Gabetta

Sol Gabetta ist seit vielen Jahren regelmäßiger Gast beim Heidelberger Frühling, zuletzt 2018.

Zu jüngeren Meilensteinen in der Karriere Sol Gabettas zählen gefeierte Debüts mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle bei den Osterfestspielen Baden-Baden sowie Debüts beim Mostly Mozart Festival in New York und der Opening Night der BBC Proms in der Royal Albert Hall London.

Als gern gesehener Gast bei führenden Festivals weltweit eröffnete Sol Gabetta 2018 das Schleswig-Holstein Musik Festival mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und Christoph Eschenbach sowie das Festival in Bad Kissingen mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen und Paavo Järvi. Kammermusik bildet einen besonderen Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit, wie sich jüngst wieder in Auftritten mit dem Hagen-Quartett bei den Salzburger Festspielen, in der Tonhalle Zürich, in der Hamburger Elbphilharmonie und im Wiener Konzerthaus zeigte. In der Vergangenheit führten kammermusikalische Projekte sie in internationale Konzertsäle wie beispielsweise das New Yorker Lincoln Center, wo sie mit ihrem langjährigen Rezitalpartner Bertrand Chamayou auftrat, in die Wigmore Hall in London, nach Luzern, Verbier und Schwetzingen sowie zum Rheingau Musik Festival, zur Schubertiade Schwarzenberg und zum Beethovenfest Bonn. Ein großer und lebendiger Kreis musikalischer Partner findet sich wie jedes Jahr beim Solsberg Festival in der Schweiz ein, dessen künstlerische Leitung Sol Gabetta inne hat.

In Anerkennung ihrer herausragenden künstlerischen Aktivitäten wurde Sol Gabetta bei den Salzburger Osterfestspielen 2018, wo sie als Solistin mit der Staatskapelle Dresden und Christian Thielemann auftrat, mit dem Herbert-von-Karajan-Preis ausgezeichnet. 2016 wurde Sol Gabetta erneut mit dem ECHO Klassik als Instrumentalistin des Jahres und für ihre Interpretation des Cellokonzerts Nr. 2 von Pēteris Vasks ausgezeichnet, nachdem ihre Aufnahmen bereits in den Jahren 2013, 2011, 2009 und 2007 mit dieser Auszeichnung geehrt wurden. Zu weiteren Awards der Grammy-nominierten Künstlerin gehören die des Tschaikowsky-Wettbewerbs Moskau sowie des Internationalen Musikwettbewerbs der ARD, der Gramophone Young Artist of the Year Award 2010 und der Würth-Preis der Jeunesses Musicales 2012. Sol Gabetta verfügt über eine umfangreiche Diskographie bei SONY, zuletzt erschien dort die Einspielung der Cellokonzerte von Elgar und Martinu mit den Berliner Philharmonikern und Sir Simon Rattle / Krzysztof Urbański. 2017 unternahm sie gemeinsam mit Cecilia Bartoli eine ausgedehnte Europa-Tournee, um ihr neues gemeinsames Album „Dolce Duello“ zu präsentieren, das bei Decca Classics erschien.

Sol Gabetta spielt auf einem von Atelier Cels zur Verfügung gestellten Violoncello von Matteo Goffriller von 1730, Venedig. Seit 2005 unterrichtet sie an der Musik-Akademie Basel