Veranstaltungen

Fazil Say © Marco Borggreve

Fazıl Say

Im Mai 2013 entzündeten sich an einem Bauprojekt im Istanbuler Gezi-Park Proteste gegen die als autokratisch empfundene türkische Regierung, in deren Verlauf acht Menschen getötet und mehrere tausend verletzt oder verhaftet wurden. Der international gefeierte Pianist und Komponist Fazıl Say brachte die Verbundenheit mit seinen wagemutigen Mitbürgern in mehreren mit »Gezi Park« betitelten Werken zum Ausdruck. Seine viersätzige Sonate »Gezi Park 2« zeichnet eindrucksvoll die Ereignisse nach, Schrecken, Tod, aber auch Hoffnung. Thematisch daran anknüpfend singt die türkische Sopranistin Serenad Bagčan Songs von Say, die von politisch Verfolgten handeln. Den Eigenkompositionen stellt Say in seinem klug durchdachten Programm Beethovens »Sturm«-Sonate und Janáčeks Klaviersonate 1.X.1905 voran. Im Vorwort zu dieser Sonate heißt es: »In Gedenken an den Arbeiter, der während der Demonstration für eine Universität in Brno erstochen wurde«. Janáček war 1905 selbst Zeuge dieser Tat.

Igor Levit © Felix Broede

Igor Levit

19:00 Uhr Konzerteinführung durch die Classic Scouts

Nach Jörg Widmann und Eleonore Büning wird 2015 mit Markus Hinterhäuser, dem designierten Intendanten der Salzburger Festspiele, als Preisträger des Musikpreises Heidelberger Frühling bereits zum dritten Mal eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die sich große Verdienste in der Musikvermittlung erworben hat. Vielleicht sogar mit traumwandlerischer Sicherheit – dazu würde jedenfalls das Programm passen, das Igor Levit für sein Konzert zur Preisverleihung ausgesucht hat: Der Uraufführung von »Dreams II« des Amerikaners Frederic Rzewski, der sich durch den Film »Träume« von Akira Kurosawa anregen lie, stellt er Johann Sebastian Bachs berühmte Goldberg-Variationen gegenüber, die Levit in Heidelberg zum ersten Mal öffentlich aufführen wird. Bach schrieb die Variationen für den befreundeten Reichsgrafen Hermann Keyserlink, der an Schlaflosigkeit litt und sich nachts von seinem Hofmusiker Johann Gottlieb Goldberg wenigstens musikalisch zum Träumen bringen ließ.

Wir danken
HeidelbergCement AG

 

weitere Konzerte mit Igor Levit 2015

29. März 15 Sir András Schiff & Igor Levit
6. April 15 »Standpunkte I« Igor Levit & Künstler der Festival Akademie
7. April 15 »Standpunkte II« Igor Levit & Künstler der Festival Akademie
8. April 15 »Standpunkte III« Igor Levit & Künstler der Festival Akademie
9. April 15 »Standpunkte IV« Igor Levit & Künstler der Festival Akademie
10. April 15 »Standpunkte V« Igor Levit & Künstler der Festival Akademie
11. April 15 Finale der Festival Akademie

Darüber hinaus kann man Igor Levit zwischem dem 6. und 11. April 2015 bei Open Classes und Akademie Foren der Festival Akademie in Heidelberg erleben. Für ein ausführliches Programm der Festival Akademie können Sie kostenlos unser Programm anfordern oder den Flyer zur Akademie downloaden.

Sir András Schiff © Roberto Masotti

András Schiff

Letzte Stücke einer Gattung umgibt immer der Nimbus des Besonderen: Sie müssen einfach besonders gut, besonders ausdrucksstark, eine Quintessenz der Komponistenpersönlichkeit sein. Natürlich haben Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert beim Schreiben ihrer letzten Klaviersonaten, die András Schiff in seinem Soloabend nebeneinanderstellt, nicht in diesen Bahnen gedacht. Gleichwohl sind ihre Werke, seien sie nun wie bei Haydn fünfzehn Jahre vor dem Tod des Komponisten entstanden, oder nur zwei Monate wie bei Schubert, von enormer Dichte und Intensität. Nachdem er bereits beim Heidelberger Frühling 2011 stürmisch gefeiert wurde, kehrt András Schiff nun für drei Kammerkonzerte zurück an den Neckar. Neben dem Solo-Konzert am Freitagabend gibt András Schiff Konzerte im Duo. Am Sonntag steht András Schiff erstmals gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit auf der Bühne, am Montag kann man das Duo András Schiff und Jörg Widmann in Heidelberg hören.

 

Wir danken
Viktor und Sigrid Dulger Stiftung

Piotr Anderszewski © MG de Saint Venant

Piotr Anderszewski

Es mag schon erstaunen, wenn ein Filmemacher drei Dokumentationen über einen Pianisten dreht. Sieht man jedoch Bruno Monsaingeons Filme über Piotr Anderszewski, oder hört man ihn im Konzert, weicht das Erstaunen einem Verstehen, erliegt man der Faszination seines feinsinnig-klugen und brillanten Klavierspiels. In seinem Heidelberger Rezital präsentiert Anderszewski neben Johann Sebastian Bachs Englischer Suite Nr. 3 Beethovens Sechs Bagatellen op. 126. Dieses Klavierwerk war Beethovens letztes und lässt eindrücklich die Mischung von Eigenwilligkeit und Formkraft erkennen, die den Werken seiner letzten Periode zu Grunde liegt. Sah Robert Schumann seine Novelletten op. 21 im jugendlichen Überschwang als größere zusammenhängende abenteuerliche Geschichten, so zeugt seine Fantasie C-Dur in der Ausgestaltung der großen Form hingegen von ungeheurer Reife und kann durchaus als Verbeugung vor Beethoven angesehen werden.

Wir danken Becton Dickinson.
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Jörg Tröger im Gespräch mit Piotr Anderszewski (Audio)

Piotr Anderszewski © Koichi Miura

 

Künstler

Andreas Staier

Andreas Staier studierte Klavier und Cembalo in Hannover und Amsterdam und war drei Jahre lang Cembalist des Ensembles Musica Antiqua Köln. 1986 begann er seine Solistenkarriere als Cembalist und Pianofortespieler. Er profilierte sich als einer der einflussreichsten Interpreten seines Fachs, der Komponisten von Haydn bis Schumann intellektuell wie emotional neu beleuchtet, zugleich große Literatur jenseits des Repertoires erschliet und mit kreativen Konzepten  überzeugt.
Als Kammermusiker arbeitet er zusammen mit Künstlern wie Pedro Memelsdorff und Alexej Lubimov; ein festes Klaviertrio etablierte er mit Daniel Sepec und Jean-Guihen Queyras. Mit dem Tenor Christoph Prégardien verbindet den Pianisten eine langjährige musikalische Partnerschaft, dem Freiburger Barockorchester, der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Orchestre des Champs-Elysées Paris u.a.
Er gastiert bei den großen internationalen Musikfestivals und auf den international renommierten Konzertpodien von Berlin bis Tokyo.
Andreas Staier hat rund 50 CD-Einspielungen vorgelegt, die größtenteils mit internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet wurden. Bis 1995 stand Andreas Staier bei BMG/Harmonia Mundi Deutschland unter Vertrag.
Für Andreas Staier komponierte der Franzose Brice Pauset seine “Kontra-Sonate”, die er  2001 zur Uraufführung brachte.

Nicholas Rimmer

Der in England geborene Pianist Nicholas Rimmer studierte Klavier an der Hochschule für Musik und Theater in Hannover bei Christopher Oakden und Musikwissenschaft an der Cambridge University. Er rundete seine kammermusikalische Ausbildung bei Wolfram Rieger und dem Alban Berg Quartett ab.

Er erhielt den Preis den Deutschen Musikwettbewerbs gleich zweimal: 2006 als Klavierpartner und 2010 mit dem Leibniz Trio. 2009 gewann er zusammen mit Nils Mönkemeyer den Parkhouse Award in London.

Rimmer ist Gast bei renommierten Festivals in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Aldeburgh, Schwetzingen, Ludwigsburg und Heidelberg. Er konzertierte auf den Bühnen der Londoner Wigmore Hall, dem Münchner Gasteig, der Laeiszhalle Hamburg und der Tonhalle Zürich. Als Solist spielte er mit der NDR Radiophilharmonie und der Manchester Camerata.

Zu seinen festen Ensembles gehören das 2005 gegründete Leibniz Trio, das Trio Gaspard und das Trio Belli-Fischer-Rimmer in der einzigartigen und experimentellen Besetzung Posaune-Percussion-Klavier. Der Pianist hat Auftragskompositionen von Mike Svoboda, Johannes Fischer und Joseph Finlay uraufgeführt. Rimmer ist auch ein gefragter Liedbegleiter.

Seit 2010 unterrichtet er Kammermusik an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover.

Herbert Schuch

Der Pianist Herbert Schuch erhielt 2013 er den ECHO Klassik für seine Aufnahme des Klavierkonzerts von Viktor Ullmann sowie Beethovens Klavierkonzert Nr. 3 mit dem WDR Sinfonieorchester unter der Leitung von Olari Elts. Bereits 2012 war Herbert Schuch mit einem ECHO Klassik in der Kategorie »Kammermusikeinspielung des Jahres« ausgezeichnet worden.
Er arbeitet unter anderem mit Orchestern wie dem London Philharmonic Orchestra, dem NHK Symphony Orchestra, dem Mozarteumorchester Salzburg, der Camerata Salzburg und den Bamberger Symphonikern. Er ist regelmäßig Gast bei Festspielen wie dem Heidelberger Frühling, dem Rheingau Musik Festival und den Salzburger Festspielen. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit verbindet ihn mit Dirigenten wie Pierre Boulez, Andrey Boreyko, Douglas Boyd, Lawrence Foster, Jun Märkl, Yannick Nézet-Séguin, Jonathan Nott und Michael Sanderling.
In jüngster Zeit arbeitet er besonders mit Alfred Brendel zusammen. In einem Jahr gewann er drei bedeutende Wettbewerbe in Folge gewann, den Casagrande-Wettbewerb, den London International Piano Competition und den Internationalen Beethovenwettbewerb Wien.
Er engagiert sich neben seiner Konzerttätigkeit in der von Lars Vogt gegründeten Organisation »Rhapsody in School«, welche sich für die Vermittlung von Klassik in Schulen einsetzt.

Ewa Kupiec

Ihre Engagements führten Ewa Kupiec bisher nicht nur zu den wichtigsten Festivals Europas, sondern auch zu zahlreichen großen Orchestern wie zu den Münchner Philharmonikern, zum Gewandhausorchester Leipzig, zum Royal Stockholm Philharmonic, Royal Philharmonic Orchestra, Warsaw Philharmonic, Melbourne Symphony Orchestra und andere. Zu den Dirigenten, mit denen sie gearbeitet hat, gehören u.a. Andrés Orozco-Estrada, Neeme Järvi, Sakari Oramo, Semyon Bychkov, Herbert Blomstedt, Krzysztof Penderecki und Lothar Zagrosek. Eine besonders enge künstlerische Zusammenarbeit verbindet sie seit dem Beginn ihrer Karriere mit dem Dirigenten Stanislaw Skrowaczewski.

Ewa Kupiec hat vielfach ausgezeichnete CDs veröffentlicht. Darunter finden sich Werke von Grażyna Bacewicz, Lutosławski, Szymanowski (ECHO Klassik Konzerteinspielung des Jahres 1997) und Paderewski. 2013 erschien die Erstaufnahme des Solo-Klavierwerks von Lutosławski. 2014 nahm sie für die Gesamteinspielung der Werke von Andrzej Panufnik dessen Klavierkonzert auf, begleitet vom Konzerthausorchester Berlin (ausgezeichnet mit dem ICMA Special Achievement Award 2015).

Ewa Kupiec ist leidenschaftliche Kammermusikerin – mit Partnern wie dem Cellisten Johannes Moser, dem Bläserquintett der Berliner Philharmoniker, dem Armida Quartett und dem Quartett Apollon Musagète. Sie studierte unter anderem in Kattowitz, an der Warschauer Chopin-Akademie sowie der Londoner Royal Academy of Music und gewann 1992 den ARD-Musikwettbewerb. Seit Herbst 2011 hat sie eine Professur für Klavier an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover inne.

William Youn

Als einen „echten Poeten“ mit „bravouröser Anschlagstechnik“ lobt die Presse den preisgekrönten Pianisten William Youn. Seine Ausbildung begann der Kosmopolit Youn in Korea. In frühester Jugend zog er nach Amerika, wechselte später erneut den Kontinent und ging an die Musikhochschule Hannover sowie als Stipendiat an die Piano Academy Lake Como, wo er mit Künstlerpersönlichkeiten wie Karl-Heinz Kämmerling, Dmitri Bashkirov, Andreas Staier, William Grant Naboré oder Menahem Pressler regelmäßig arbeitete.

Seit vielen Jahren lebt der Pianist nun in seiner Wahlheimat München. Er konzertiert international von Berlin über Seoul bis New York mit Orchestern wie dem Cleveland Orchestra, den Münchner Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie- Orchester Berlin, dem Münchner Kammerorchester, dem Belgischen Nationalorchester, dem Mariinsky Theatre oder dem Seoul Philharmonic Orchestra.

Eine enge Zusammenarbeit verbindet Youn besonders mit Nils Foto: Irène Zandel Mönkemeyer, aber auch mit Sabine Meyer, Julian Steckel, Veronika Eberle, Johannes Moser und dem Signum Quartett. Vermehrt tritt Youn auch am Hammerflügel auf (wie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern oder dem Mozartfest Würzburg).

International liegen zahlreiche CD-Veröffentlichungen von William Youn vor. Gemeinsam mit Nils Mönkemeyer erschien bei Sony Classical eine CD mit Werken von Brahms sowie die Einspielung „Mozart with friends“ (mit Sabine Meyer, Julia Fischer und Nils Mönkemeyer), die mit dem Echo Klassik 2017 in der Kategorie Kammermusikeinspielung ausgezeichnet ist. Seinen Mozart-Zyklus mit sämtlichen Klaviersonaten hat William Youn gerade vollendet. Die insgesamt fünf Alben sind bei Oehms Classics erschienen, mit Preisen ausgezeichnet und in der Presse hochgelobt.

Uri Caine

Uri Caine

Uri Caine wurde in Philadelphia geboren und begann sein Klavierstudium bei Bernard Peiffer. Er spielte in Bands unter Leitung von Philly Joe Jones, Hank Mobley, Johnny Coles, Mickey Roker, Odean Pope, Jymmie Merritt, Bootsie Barnes und Grover Washington. An der University of Pennsylvania studierte er Komposition bei George Rochberg und George Crumb. Caine hat in den letzten Jahren Komponsitionsaufträge von der Wiener Volksoper, den Seattle Chamber Players, Relache, dem Beaux Arts Trio, dem kammerorchesterbasel, Concerto Köln und dem American Composers Orchestra erhalten.

Er hat bei zahlreichen Jazz-Festivals gespielt, so etwa beim North Sea Jazz Festival, dem Montreal Jazz Festival, dem Monterey Jazz Festival, dem JVC Festival, dem San Sebastian Jazz Festival, dem Newport Jazz Festival sowie bei klassischen Festivals wie den Salzburger Festspielen, der Bayerischen Staatsoper, dem Holland Festival, dem Israel Festival, IRCAM, und bei den Great Performers im Lincoln Center.

Gabriela Montero

Gabriela Montero wurde mit dem Musikpreis des Heidelberger Frühlings 2018 ausgezeichnet. Ihre visionären Interpretationen und ihre Kompositionsbegabung haben ihr weltweit Anerkennung und eine treue Anhängerschaft eingebracht.

Vor kurzem hat Montero ihr eigenes „Latin“-Klavierkonzert mit dem Orchestra of the Americas in der Hamburger Elbphilharmonie und dem Edinburgh Festival sowie in der Carnegie Hall und im New World Center mit dem NYO2 aufgeführt.

Montero, die für ihre außergewöhnliche Musikalität und Improvisationsfähigkeit gefeiert wird, ist bisher mit vielen der führenden Orchester der Welt aufgetreten, darunter die Orchester Royal Liverpool, Rotterdam, Dresden, Oslo, des Wiener Rundfunks und des Niederländischen Rundfunks; das Gewandhausorchester Leipzig, das NDR Sinfonieorchester Hamburg, die NDR Radiophilharmonie Hannover, das Zürcher Kammerorchester, die Academy of St. Martin in the Fields und das Australian Chamber Orchestra; die Sinfonieorchester von Pittsburgh, Detroit, Houston, Atlanta, Toronto, Baltimore, Wien, City of Birmingham, Barcelona, Luzern und Sydney, das Belgische Nationalorchester, das Württembergische Kammerorchester Heilbronn, das Cleveland Orchestra, das Orchester der Komischen Oper Berlin und das Residentie Orkest.

Als Absolventin und Fellow der Royal Academy of Music in London ist Montero häufig in Rezitalen und als Kammermusikerin zu erleben. Sie konzertierte in so bedeutenden Konzertsälen wie der Wigmore Hall, dem Kennedy Center, dem Wiener Konzerthaus, der Berliner Philharmonie, der Frankfurter Alten Oper, der Kölner Philharmonie, dem Leipziger Gewandhaus, dem Münchner Herkulessaal, dem Opernhaus in Sydney, dem Concertgebouw Amsterdam und der Philharmonie Luxemburg, Gulbenkian-Museum Lissabon und bei den Festivals „Sound Unbound“ im Barbican Center, Edinburgh, Salzburg, SettembreMusica in Mailand und Turin, Luzern, Ravinia, Gstaad, Saint-Denis, Violon sur le Sable, Aldeburgh, Cheltenham, Rheingau, Ruhr, Trondheim, Bergen und Lugano.

Gabriela Monteros CD-Aufnahmen sind preisgekrönt. Ihr jüngstes Album, das im Herbst 2019 beim Label Orchid Classics erschien, beinhaltet ihr eigenes „Latin“-Konzert und Ravels Klavierkonzert in G-Dur, aufgenommen mit dem Orchestra of the Americas in Frutillar, Chile.

Montero gab ihr offizielles Debüt als Komponistin mit Ex Patria, einer Tondichtung, die den Abstieg Venezuelas in Gesetzlosigkeit, Korruption und Gewalt illustrieren und dagegen protestieren soll. Das Stück wurde 2011 von der Academy of St. Martin in the Fields uraufgeführt. Monteros erste abendfüllende Komposition, das Klavierkonzert Nr. 1, das „lateinische“ Konzert, wurde im Leipziger Gewandhaus mit dem MDR Sinfonieorchester unter Kristjan Järvi uraufgeführt und anschließend mit dem Orchestra of the Americas für den Sender ARTE Konzert aufgenommen und gefilmt.

Montero, die mit dem 4. Internationalen Beethoven-Preis ausgezeichnet wurde, ist eine engagierte Verfechterin der Menschenrechte, deren Stimme regelmäßig über den Konzertsaal hinausreicht. Im Jahr 2015 wurde sie von Amnesty International zur Honorarkonsulin ernannt und von der Human Rights Foundation für ihr anhaltendes Engagement für die Menschenrechte in Venezuela mit der Auszeichnung „Herausragende Arbeit im Bereich Menschrechte“ geehrt. Sie wurde zur Teilnahme am Festival „Frauen der Welt“ 2013 im Londoner Southbank Centre eingeladen und hat zweimal auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos-Klosters gesprochen. Außerdem wurde sie für ihren Beitrag zur Kunst mit dem Rockefeller-Preis 2012 ausgezeichnet und war 2008 eine der Protagonistinnen bei Barack Obamas Amtseinführung des Präsidenten.

Die in Venezuela geborene Pianistin begann ihr Klavierstudium im Alter von vier Jahren bei Lyl Tiempo und gab ihr Konzertdebüt im Alter von acht Jahren in ihrer Heimatstadt Caracas. Dies führte zu einem Stipendium der Regierung für ein Privatstudium in den USA und anschließend an der Royal Academy of Music in London bei Hamish Milne.

Fabian Müller

Fabian Müller konnte sich in den letzten Spielzeiten als einer der bemerkenswertesten deutschen Pianisten seiner Generation etablieren. Für großes Aufsehen sorgte er 2017 beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb in München, bei dem er nicht nur den 2. Preis in der Gesamtwertung belegte, sondern gleich vier Zusatzpreise erhielt: den Publikumspreis, den Brüder-Busch-Preis, den Sonderpreis Genuin classics sowie den Henle-Urtextpreis. Die Süddeutsche Zeitung kommentierte zu seiner Aufführung von Beethovens drittem Klavierkonzert im Rahmen des Wettbewerbs: „Eminent klar, durchsichtig, spannungsvoll in jeder Phrase und in jedem Ton war das musiziert. So kontrolliert und rund im Anschlag, aber immer mit feinem Ausdruck und Sinn für Struktur und Spannungsverläufe zu spielen, ist ein Glücksfall.“

Bereits 2013 machte Fabian Müller erstmals vor einem großen Fachpublikum von sich Reden, als er beim Internationalen Ferruccio-Busoni-Klavierwettbewerb in Bozen mit dem Internationalen Pressepreis, einem Sonderpreis für die beste Interpretation eines Werkes von Ferruccio Busoni sowie mit dem Sonderpreis für die Interpretation zeitgenössischer Klaviermusik ausgezeichnet wurde.

Seither trat er u.a. mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem WDR Sinfonieorchester Köln, dem hr-Sinfonieorchester und dem Beethoven Orchester Bonn auf. Er gastierte ferner bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, bei den Schwetzinger SWR Festspielen, beim Heidelberger Frühling, beim Klavier-Festival Ruhr, beim Aldeburgh Festival, im Konzerthaus Berlin, im Münchner Herkulessaal, in der Kölner Philharmonie, in der Tonhalle Düsseldorf, im Bonner Beethovenhaus und in der Bremer Glocke. Zukünftige Engagements beinhalten u.a. Auftritte mit dem SWR Symphonieorchester und der Deutschen Radio Philharmonie. Darüber hinaus gastiert er u.a. im Rahmen der SWR2-Reihe „Internationale Pianisten“ in Mainz, beim Beethovenfest Bonn und beim Mozartfest Augsburg. Im Frühjahr 2018 gibt er sein Debüt in der New Yorker Carnegie Hall.

Neben seinen solistischen Projekten widmet sich Fabian Müller auch intensiv der Kammermusik. Zu seinen Partnern auf diesem Gebiet zählen u.a. Albrecht Mayer, Julian Bliss, Sarah Christian, Niklas Liepe, Daniel Müller-Schott, Maximilian Hornung, das Aris Quartett sowie das Vision String Quartet. Er ist darüber hinaus Künstlerischer Leiter der von ihm initiierten Kammermusikreihe „Bonner Zwischentöne“.

Neben der regulären Konzerttätigkeit engagiert sich Fabian Müller auch im Bereich der Musikvermittlung und Kinder- und Jugendarbeit. Als Festival-Pianist beim Education Projekt des Klavier-Festivals Ruhr arbeitet er jedes Jahr mit über 300 Kindern zusammen, die sich auf schöpferische Weise mit moderner Musik auseinandersetzen. Dieses Projekt wurde 2014 mit dem Junge Ohren Preis und 2016 mit einem Echo Klassik ausgezeichnet. Desweiteren gibt er häufig Moderationskonzerte, bei denen er die Musik dem Publikum auf interessante und anschauliche Weise näherbringt. 2015 erhielt er dafür den 1. Preis beim Frankfurter Wettbewerb Ton und Erklärung des Kulturkreises der deutschenWirtschaft.

2016 veröffentlichte Fabian Müller seine Debüt-CD „Out of Doors“ beim Label Ars. Das Fono Forum dazu: „Man darf gespannt sein, wie sich dieser furchtlose, gestaltungsfreudige Pianist in den nächsten Jahren entwickeln wird.“ Radio Bremen registrierte in diesem Zusammenhang die „erste Station einer großen Karriere“ und The Guardian entdeckte a model of good taste“.

David Fray

Seit einigen Jahren zählt der französische Pianist David Fray zu den Top-Stars der jüngeren Generation. 1981 in Tarbes (Südfrankreich) geboren, begann David Fray im Alter von vier Jahren mit dem Klavierspiel und absolvierte später seine Studien mit Auszeichnung bei Jacques Rouvier am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris. Die Karriere des jungen Pianisten wurde von so bedeutenden Künstlern wie Dmitri Bashkirov, Paul Badura-Skoda, Christoph Eschenbach und Pierre Boulez gefördert.

David Fray arbeitet mit berühmten Dirigenten wie Christoph Eschenbach, Kurt Masur, Riccardo Muti, Yannick Nézet-Séguin und Esa-Pekka Salonen und wird von bedeutenden Orchestern eingeladen, darunter das Orchestre de Paris, Orchestre National de France, Concertgebouworkest Amsterdam, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, New York Philharmonic, San Francisco, Boston und Chicago Symphony. Fray gastierte bei den Salzburger Festspielen und dem Tanglewood Festival und konzertiert mittlerweile in nahezu allen renommierten Konzerthallen in Europa, Asien und den USA, von der Londoner Wigmore Hall, dem Théâtre des Champs-Elysées und dem Wiener Musikverein bis zur New Yorker Carnegie Hall, wo er im November 2010 sein Rezital-Debüt gab. Bereits in den letzten beiden Jahren war er beim »Frühling« zu Gast.

Arcadi Volodos

Ob Schubert, Schumann, Brahms oder Rachmaninoff: für Arcadi Volodos‘ Interpretationen gilt, was ein Kritiker jüngst Einspielung Werken Federico Mompous schrieb: „Volodos bringt die ‚Musik des Schweigens’ mit atemberaubend gefühlvollem Anschlag und unglaublichen Klangfarben zum Schwingen und berührt dabei das Innerste jedes Zuhörers.“

1972 in St. Petersburg geboren, studierte Arcadi Volodos zunächst Gesang und Dirigieren am dortigen Konservatorium, ehe er sich ab 1987 ganz dem Klavierspiel widmete und seine pianistische Ausbildung am Moskauer Konservatorium bei Galina Egiazarowa sowie in Madrid und Paris fortsetzte.

Seit seinem New York-Debüt im Jahre 1996 arbeitet Volodos mit den weltweit führenden Orchestern, u. a. den Berliner Philharmonikern, dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam, der Staatskapelle Dresden, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem Orchestre de Paris, dem Boston Symphony und dem New York Philharmonic Orchestra. Er spielt unter Dirigenten wie Lorin Maazel, James Levine, Zubin Mehta, Seiji Ozawa, Valery Gergiev, Riccardo Chailly, Ivan Fischer und Christoph Eschenbach. Volodos gastiert regelmäßig in London (Royal Festival Hall), Berlin (Philharmonie), Paris (Théâtre des Champs-Elysées), Amsterdam (Concertgebouw), Wien (Musikverein und Konzerthaus) und bei den Salzburger Festspielen.