Künstler

Elisabeth Brauß

Elisabeth Brauß, 1995 geboren, gilt als eine der herausragenden Musikerinnen ihrer Generation.

Sie gastiert international regelmäßig u. a. in der Elbphilharmonie Hamburg, am Mariinksy Theater in St. Petersburg, in der Tonhalle Zürich, im Barbican Centre in London, am Konzerthaus Berlin, beim Heidelberger Frühling oder beim Schleswig-Holstein Musik Festival und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.

Als Solistin konzertiert sie mit Orchestern wie dem hr-Sinfonieorchester, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, der NDR Radiophilharmonie Hannover, den Dortmunder Symphonikern und den Bochumern Symphonikern.

Neben ersten Preisen beim internationalen Steinway-Wettbewerb in Hamburg und beim internationalen Grotrian-Steinweg-Klavierwettbewerb in Braunschweig wurde ihr 2012 der Förderpreis des Prätorius Musikpreises Niedersachsen zugesprochen.

Im August 2013 gewann sie beim TONALi Grand Prix in Hamburg den Haupt- und den Publikumspreis. 2015 gewann sie den ersten Preis bei dem Wettbewerb „Ton und Erklrung“ in Frankfurt, im Oktober 2016 gewann sie den Kissinger KlavierOlymp in Bad Kissingen.

Im Mai 2017 erschien Ihre Debut-CD mit Werken von Beethoven, Prokofiev, Chopin und Denhoff bei OehmsClassics, die unter Anderem mit eine m „Editor´s choice“ des englischen Grammophon-Magazins ausgezeichnet wurde.

Für die Saison 2013/2014 war sie Stipendiatin der Mozart Gesellschaft Dortmund, 2014 erhielt sie ein Stipendium der Hans und Eugenia Jütting-Stiftung und ist seit 2014 außerdem Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes.

Im Alter von 6 Jahren begann sie Ihre Ausbildung in der Klavierklasse von Dr. Elena Levit, von 2007 – 2010 war sie Studentin am Institut zur Frühförderung musikalisch Hochbegabter der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Von 2008 – 2010 war sie in Hannover Studentin in den Klavierklassen von Dr. Elena Levit und Prof. Matti Raekallio, seit 2010 studiert sie an der HMTMH in der Klavierklasse von Prof. Bernd Goetzke.

2016 war Elisabeth Brauß Stipendiatin der Kammermusik Akademie und ist mit dem »Frühling« seither eng verbunden. 2017 und 2018 kehrte sie als Fellow der Kammermusik Akademie zurück und war zudem in Konzerten zu erleben. Auch 2019 wird sie wieder im Festival zu hören sein.

Georgiy Dubko

Georgiy Dubko

Der 1983 in der Ukraine geborene Georgiy Dubko begann im Alter von sieben Jahren Jazz und Klavier zu studieren. Parallel zu seiner Ausbildung an der National Music Academy in Kiew bei V. Kozlov studierte er am Conservatoire Régional de Toulouse bei Thérèse Dussaut und begann als Stimmbildner zu arbeiten. Als Solist und Kammermusiker spielt er zahlreiche Konzerte in Frankreich, Belgien, Holland und der Ukraine. Er ist als Stimmbildner an Opernproduktionen beteiligt und begleitet als Pianist Wettbewerbe wie „Vibrarte“ und „Long Thibaud“ sowie Auditions für Christoph Eschenbach und Paavo Järvi. Gegenwärtig studiert er am Pariser National Conservatory of Music and Dance und arbeitet am National Center of Opera Singers in Marseille.

Marc-André Hamelin

Der kanadische Pianist und Komponist Marc-André Hamelin wird von den Kritikern auf der ganzen Welt gefeiert. Er ist eine Pianistenpersönlichkeit, die Musikalität und Virtuosität in einer unnachahmlichen Weise vereint: Seine Interpretationen zeichnen sich durch Freiheit, Originalität und erstaunliche technische Versiertheit aus.

Hamelin hat sich viele Jahre vor allem auf weniger bekanntes pianistisches Terrain gewagt und Musik von Ives, Kapustin, Grainger, Roslawez, Godowsky, Reger, Villa- Lobos, Szymanowski oder Shechedrin eingespielt. In letzter Zeit kamen zunehmend Aufnahmen mit den großen »Klassikern « des Klavierrepertoires hinzu: Haydn, Mozart, Schumann, Brahms, Chopin. Zuletzt hat er bei seinem Label Hyperion Sonaten und Klavierkonzerte von Joseph Haydn aufgenommen. Auch seine anspruchsvollen Eigenkompositionen zeugen von seinen pianistischen Fähigkeiten, seiner Stilsicherheit und Experimentierfreudigkeit.

Marc-André Hamelin trat bereits mit den meisten der weltweit renommierten Orchestern auf und ist exklusiv beim Label Hyperion unter Vertrag, wo er mehr als 50 Alben veröffentlicht hat. Er erhielt neun Grammy Nominierungen, davon eine für sein Album »Etudes and other works«, eine Aufnahme mit Eigenkompositionen, die ebenfalls von der Kritik hoch gelobt wurde. Marc-André Hamelin wurde mit zahlreichen internationalen Preisen geehrt, darunter mehrfach der kanadische Juno Award und als Officer des Order of Canada, Chevalier des Ordre national du Québec, mit dem Echo Klassik und mehrfach mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik.

Graham Johnson

Graham Johnson

Graham Johnson, geboren in Rhodesien. Studierte an der Royal Academy of Music, bei Gerald Moore und Geoffrey Parsons. 1972 Pianist in den Meisterklassen von Peter Pears und Benjamin Britten, seither Schwerpunkt auf Liedbegleitung. 1976, gemeinsam mit Dame Felicity Lott, Ann Murray, Anthony Rolfe Johnson und Richard Jackson Begründer des Songmakers’ Almanac, einer Veranstaltungsreihe mit musikalisch und literarisch anspruchsvoller Programmatik. Zu den Künstlern, mit denen er regelmäßig konzertierte, zählen Janet Baker, Ian Bostridge, Brigitte Fassbaender, Thomas Hampson, Magdalena Kožena, Christine Schaefer und Dame Elisabeth Schwarzkopf. Seit seiner Gründung Vorsitzender der Jury des Wigmore Hall Song-Wettbewerbs. Professor für Begleitung an der Guildhall School of Music und Leiter der Biennale für Young Songmakers seit 1985. The Royal Philharmonic Society’s Instrumentalist of the Year 1998. 2000 Mitglied der Royal Swedish Academy of Music. Autor zahlreicher Bücher, darunter Gabriel Fauré – The Songs and Their Poets (2009). 1994 Order of the British Empire. 2002 Chevalier de l’Ordre des Arts et Lettres. Seit 2010 Ehrenmitglied der Royal Philharmonic Society. Er begleitet Felicity Lott bei ihrem Chansonprogramm im Rahmen des 3. Liederabends.

Wolfam Rieger © Daniel Pasche

Wolfram Rieger

Noch während des Studiums wurde Wolfram Rieger von der Münchner Musikhochschule als Gesangsbegleiter engagiert; wenige Jahre später leitete er am gleichen Haus seine eigene Liedklasse. 1998 übernahm er eine Professur für Liedgestaltung an der Berliner Hochschule für Musik „Hanns Eisler“.

Wolfram Riegers rege internationale Konzerttätigkeit führte ihn mittlerweile in fast alle Teile der Welt. Er ist langjähriger Klavierpartner von Brigitte Fassbaender, Christiane Karg, Thomas Hampson, Dietrich Fischer-Dieskau, Matthias Goerne, Thomas Quasthoff, Luca Pisaroni, Michael Schade und Kammermusikpartner des Cherubini-Quartetts, des Petersen-Quartetts sowie des Vogler-Quartetts. Wolfram Rieger gastiert regelmäßig bei den bedeutendsten internationalen Musikzentren und Musikfestivals und gibt darüber hinaus Interpretationskurse in Europa und Japan.

Viele seiner zahlreichen CD-Aufnahmen bei verschiedenen Labels wurden mit Preisen ausgezeichnet.

Wolfram Rieger ist Träger der Ehrenmedaille der Franz-Schubert-Gesellschaft von Barcelona.

Francesco Tristano ® Aymeric Giraudel

Francesco Tristano

Dass ein junger Musiker und Komponist gleichzeitig sowohl in der Clubszene als auch in klassischen Konzerthäusern für Aufregung sorgt, dürfte weltweit ein Novum sein. Ebenso neu ist es, dass Puristen aus dem Klassik- und dem Techno-Lager sich einig sind. Einig in ihrer Irritation über jemanden, der sich nicht an die Regeln hält. Francesco Tristano ist Irritation gewohnt. Wenn er mit seinem Trio Aufgang im Club Techno nach Noten spielt, dann ist das Publikum zunächst verunsichert. Irritiert sein mag auch der Klassikliebhaber, der zum ersten Mal erlebt, wie ein Pianist eine Eigenkomposition in ein Stück von Frescobaldi übergehen lässt. So als wäre er ein DJ.
Francesco Tristano, geboren 1981, beginnt im Alter von fünf Jahren Klavier zu spielen. Mit 13 gibt er sein erstes Konzert mit eigenen Kompositionen. Später spielt er Tourneen als Solist oder mit hochkarätigen Orchestern, wie dem Russischen Nationalorchester, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Französischen Nationalorchester Lille oder dem Luxemburger Philharmonieorchester. Tristano gründet das Kammerensemble The New Bach Players, mit dem er auch als Dirigent auftritt.
An der Juilliard School in New York absolviert Tristano als einer der letzten Studenten eine Masterclass bei der Bach-Legende Rosalyn Tureck. 2004 gewinnt er den renommierten internationalen Pianistenpreis für zeitgenössische Musik im französischen Orléans. Bislang hat er zwölf Alben veröffentlicht, darunter von der Kritik hoch gelobte und mit diversen Auszeichnungen bedachte Einspielungen von Bachs Goldberg-Variationen sowie des pianistischen Gesamtwerks Luciano Berios. 2007 erscheint das Album Not for Piano, auf dem er eigene Versionen von Techno-Klassikern für Piano solo präsentiert. 2011 wird sein Debut beim Traditionslabel Deutsche Grammophon veröffentlicht. 2014 erschien sein Album »Scandale« mit Alice Sara Ott sowie 2017 »Piano Circle Songs feat. Chilly Gonzales«. Letzteres stellt er dieses Jahr beim Heidelberger Frühling vor.

Igor Levit

Als kreativer Kopf des Kammermusikfests »Standpunkte« und künstlerischer Leiter der Kammermusik Akademie ist der Pianist Igor Levit mit dem Heidelberger Frühling seit langem eng verbunden.

Igor Levit verbindet in seinem Klavierspiel „klanglichen Charme, intellektuellen Antrieb und technische Brillanz“ (The New Yorker). Mit wachem und kritischem Geist stellt er seine Kunst dabei in den Kontext des gesellschaftlichen Geschehens und begreift sie mit diesem als untrennbar verbunden. Die New York Times beschreibt Igor Levit darin als einen der „bedeutendsten Künstler seiner Generation“, die Süddeutsche Zeitung als „Glücksfall“ für das heutige Konzertgeschehen und die Zeit titelte, Igor Levit „will nicht nur der Mann sein, der die Tasten drückt“.

1987 in Nizhni Nowgorod geboren, siedelte Igor Levit im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland um. Sein Klavierstudium in Hannover absolvierte er mit der höchsten Punktzahl in der Geschichte des Instituts. Zu seinen Lehrern gehörten Karl-Heinz Kämmerling, Matti Raekallio, Bernd Goetzke, Lajos Rovatkay und Hans Leygraf. Als jüngster Teilnehmer gewann Igor Levit beim 2005 ausgetragenen International Arthur Rubinstein Wettbewerb in Tel Aviv neben Silber auch den Sonderpreis für Kammermusik, den Publikumspreis und den Sonderpreis für die beste Aufführung zeitgenössischer Pflichtstücks. Im Frühjahr 2019 erfolgte der Ruf als Professor für Klavier an seine Alma Mater, der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Die Saison 2020/21 steht für Igor Levit ganz im Zeichen der Klaviersonaten Ludwig van Beethoven. Die im September 2019 von Sony Classical veröffentlichte erste Gesamteinspielung Igor Levits der Beethoven-Klaviersonaten wurde hervorragend rezensiert und erreichte umgehend Platz 1 der offiziellen Klassik Charts in 2019. Die Zyklen der gesamten Klaviersonaten präsentiert Igor Levit bei den Salzburger Festspielen, dem Lucerne Festival sowie dem Musikfest Berlin, an der Elbphilharmonie, beim Konserthuset Stockholm und in der Wigmore Hall in London. Im Mai 2021 gibt Igor Levit mit einem Beethoven-Sonatenprogramm seine Debüt-Tournee in Asien, die ihn nach Japan, Korea, Taiwan und Hong Kong führen wird. Weitere Rezitaldebüts führen ihn unter anderen zum Firkusny Festial in Prague sowie zur Disney Hall in Los Angeles.

In der Saison 2020/21 ist Igor Levit Artist in Residence des Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie Portaitkünstler der Philharmonie Essen. Er gastiert mit dem Orchestre de Paris (Manfred Honeck), dem Cleveland Orchestra (Franz Welser-Möst), den Berliner Philharmonikern (Paavo Järvi) und dem Concertgebouw Orkest (Antonio Pappano). In den USA gibt er Debüts beim Chicago Symphony Orchestra und dem New York Philharmonic – beide unter der Leitung von Herbert Blomstedt. Neben der Zusammenarbeit mit Musikern des Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, tritt er kammermusikalisch auf Tournee mit dem Hagen Quartett auf.

In der vergangenen Saison war Igor Levit „Featured Artist“ am Barbican Centre in London. Zu den Höhepunkten vergangener Spielzeiten zählen neben Debüts bei der Staatskapelle Dresden und dem Gewandhausorchester Leipzig, Europa-Tourneen mit den Wiener Philharmonikern, dem Tonhalleorchester Zürich und dem Pittsburgh Symphony Orchestra

Igor Levit ist exklusiver Künstler bei Sony Classical. Mit seiner Debüt-CD der fünf letzten Sonaten Beethovens gewann er den Newcomer-Preis des Jahres 2014 des BBC Musik Magazins sowie den Young Artist Preis 2014 der Royal Philharmonic Society. Igor Levits drittes Soloalbum mit Bachs Goldberg Variationen, Beethovens Diabelli Variationen und Rzewskis The People United Will Never Be Defeated erhielt 2016 im Rahmen der Gramophone Classical Musikpreisverleihung den Instrumental-Preis sowie den Preis „Aufnahme des Jahres“. Im Oktober 2018 veröffentlicht Sony Classical Igor Levits viertes Album für das Label: „Life“, mit Werken von Bach, Busoni, Bill Evans, Liszt, Wagner, Rzewski und Schumann.

Igor Levit ist Preisträger des „2018 Gilmore Artist Award“ und „Instrumentalist des Jahres 2018“ der Royal Philharmonic Society. Für sein politisches Engagement wurde Igor Levit 2019 der 5. Internationale Beethovenpreis verliehen. Im Januar 2020 folgte die Auszeichnung mit der „Statue B“ des Internationalen Auschwitz Komitees anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz.

In seiner Wahlheimat Berlin spielt Igor Levit auf einem Steinway D Konzertflügel – eine Schenkung der Stiftung “Independent Opera at Sadler’s Wells“.

Sir András Schiff © Roberto Masotti

Sir András Schiff

András Schiff wurde 1953 in Budapest geboren und erhielt mit fünf Jahren ersten Klavierunterricht. Später studierte er in Budapest u.a. bei György Kurtág sowie bei George Malcolm in London.
Neben weltweiten Konzerten mit international bedeutenden Orchestern und Dirigenten konzertiert András Schiff, vorwiegend mit Klavierkonzerten von Bach, Beethoven und Mozart, unter eigener Leitung. 1999 gründete er die Cappella Andrea Barca. Mit ihr und dem Chamber Orchestra of Europe arbeitet er als Dirigent und Solist eng zusammen.
Seine Klavierabende widmet er den zyklischen Aufführungen der Klavierwerke von Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, Schumann und Bartók. Seit 2004 hat András Schiff in mehr als 20 Städten sämtliche Beethoven-Klaviersonaten aufgeführt. Ein Live-Mitschnitt aus der Zürcher Tonhalle (ECM) erhielt höchste Auszeichnungen, ebenso die »Geistervariationen« mit Werken von Robert Schumann (ECM).

András Schiff erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Medaille der Wigmore Hall, die Goldene Mozart-Medaille des Mozarteums Salzburg, das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland und die Goldmedaille der Royal Philharmonic Society London. 2014 verlieh ihm die University of Leeds die Ehrendoktorwürde, und Queen Elizabeth II. erhob ihn für seine Verdienste für die Musik in den Adelsstand.

2011 sorgte András Schiff für Aufsehen, als er öffentlich gegen die alarmierende politische Entwicklung in Ungarn Stellung bezog. Aufgrund beleidigender Reaktionen ungarischer Nationalisten konzertiert er seither nicht mehr in seiner Heimat.

Fazıl Say

Mit seinem außergewöhnlichen pianistischen Vermögen berührt Fazıl Say Publikum wie Kritik seit nunmehr 25 Jahren in einer Weise, wie sie rar geworden ist. Konzerte mit diesem Künstler sind andere Konzerte. Sie sind direkter, offener, aufregender, kurz gesagt: Sie treffen ins Herz. Eben das meinte wohl auch der Komponist Aribert Reimann, als er 1986 während eines Besuchs in Ankara mehr oder minder zufällig in den Genuss kam, den damals 16-Jährigen zu hören. Auf der Stelle bat er seinen Begleiter, den amerikanischen Pianisten David Levine, ins Konservatorium der türkischen Hauptstadt zu kommen, und er tat es mit den inzwischen geflügelten Worten: „Den musst Du Dir anhören, der Junge spielt wie ein Teufel“.

Seinen ersten Klavierunterricht erhielt Fazıl Say bei Mithat Fenmen, einem Pianisten, der noch bei Alfred Cortot in Paris studiert hatte. Fenmen – vielleicht ahnend, wie groß das Talent des Jungen war – bat seinen Schüler, jeden Tag erst einmal über Themen des Alltags zu improvisieren, bevor er sich mit den notwendigen klavieristischen Übungen und Studien beschäftigte. In dieser Auseinandersetzung mit freien kreativen Prozessen und Formen wurde der Ursprung für das enorme improvisatorische Talent und die ästhetische Anschauung gelegt, die den Kern des Selbstverständnisses des Pianisten und Komponisten Fazıl Say bildet. Als Komponist hat Fazıl Say unter anderem Auftragswerke für die Salzburger Festspiele, den WDR, das Schleswig-Holstein Musik Festival, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, das Wiener Konzerthaus, die Dresdner Philharmonie, die Fondation Louis Vuitton, das Orpheus Chamber Orchestra und die BBC geschrieben. Sein Schaffen umfasst u. a. vier Symphonien, zwei Oratorien, verschiedene Solokonzerte sowie zahlreiche Klavier- und Kammermusikwerke.

Den Feinschliff als klassischer Pianist erhielt Fazıl Say ab 1987 bei David Levine, zunächst an der Musikhochschule „Robert Schumann“ in Düsseldorf, später dann in Berlin. Daneben besuchte er bei Menahem Pressler regelmäßig Meisterkurse. Seine herausragende Technik ermöglichte es ihm überdies bald schon, die so genannten Schlachtrösser der Weltliteratur in staunenswerter Souveränität zu bewältigen. Und eben diese Mischung aus Feinsinn (bei Haydn, Bach und Mozart) und virtuosem Glanz in den Werken von Liszt, Mussorgsky oder Beethoven führten schließlich 1994 zum Sieg beim Internationalen Wettbewerb „Young Concert Artists“ in New York. Fazıl Say spielte in der Folge mit sämtlichen renommierten amerikanischen und europäischen Orchestern und zahlreichen großen Dirigenten zusammen und erarbeitete sich dabei ein vielfältiges Repertoire, das von Kompositionen von Johann Sebastian Bach über die „Klassiker“ Haydn, Mozart und Beethoven sowie die Romantik bis zur zeitgenössischen Musik reicht, eingeschlossen seine eigenen Kompositionen für Klavier.

Gastspiele führten Fazıl Say seither in zahllose Länder auf allen fünf Kontinenten; die französische Zeitung „Le Figaro“ nannte ihn „ein Genie“. Dabei trat Fazıl Say auch immer wieder als Kammermusiker in Erscheinung. Mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja beispielsweise bildete er jahrelang ein phantastisches Duo; weitere prominente Partner waren bzw. sind unter anderem Maxim Vengerov, das Minetti Quartet, Nicolas Altstaedt und Marianne Crebassa.

Von 2005 bis 2010 war Fazıl Say Exklusivkünstler des Konzerthauses Dortmund, in der Saison 2010/11 war er Artist in Residence am Konzerthaus Berlin, beim Schleswig-Holstein Musik Festival wurde ihm im Sommer 2011 ein Programmschwerpunkt gewidmet. Weitere Residenzen und Fazıl-Say-Festivals gab es in Paris, Tokio, Meran, Hamburg und Istanbul. Beim hr-Sinfonieorchester Frankfurt war er 2012/13 Residenzkünstler, ebenso beim Rheingau Musik Festival 2013, wo er mit dem Rheingau Musik Preis ausgezeichnet wurde. Beim Wiener Konzerthaus SAISON 2019/2020 gestaltete er in der Saison 2013/14 fünf Konzerte als Composer in Residence, beim Bodenseefestival 14 Konzerte als Artist in Residence. In der Saison 2015/16 haben ihn die Alte Oper Frankfurt und das Zürcher Kammerorchester als Artist in Residence eingeladen, während drei Saisons war er Artist in Residence beim Festival der Nationen in Bad Wörishofen und 2018/19 Composer in Residence bei der Dresdner Philharmonie.

Im Dezember 2016 erhielt Fazıl Say den Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion in Bonn. Im Herbst 2017 wurde ihm der Musikpreis der Stadt Duisburg verliehen.

Fazıl Says Einspielungen der Werke Bachs, Mozarts, Gershwins und Strawinskys bei Teldec Classics sowie Mussorgskis, Beethovens und eigener Werke bei naïve wurden von der Plattenkritik hoch gelobt und mehrfach ausgezeichnet, darunter mit drei ECHO KLASSIK. 2014 erschienen seine Aufnahme mit Beethoven-Werken – das Klavierkonzert Nr. 3 mit dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt unter Gianandrea Noseda sowie die Sonaten op. 111 und die Mondscheinsonate – sowie das Album „Say plays Say“ mit ausschließlich eigenen Werken. Seit 2016 ist Fazıl Say Exklusivkünstler bei Warner Classics. Dort erschien im Herbst 2016 die Einspielung aller Mozart-Sonaten, für die Fazıl Say 2017 seinen vierten ECHO KLASSIK erhielt. Gemeinsam mit Nicolas Altstaedt spielte er das Album „4 Cities“ (2017) ein. Im Herbst 2017 veröffentlichte Warner Classics die Nocturnes Frédéric Chopins und das Album „Secrets“ mit französischen Liedern, das er gemeinsam mit Marianne Crebassa aufgenommen hat und das 2018 mit dem Gramophone Classical Music Award ausgezeichnet wurde. Sein 2018 erschienenes Album widmet er Debussy und Satie, während seine letzte Veröffentlichung „Troy Sonata – Fazıl Say Plays Say“ eigene Werke beinhaltet.

Juliane Ruf © Chris Gonz

Juliane Ruf

Die Pianistin Juliane Ruf studierte zunächst Schulmusik und Klavier-Kammermusik an der Musikhochschule Mannheim u.a. bei Paul Dan und Ulrich Eisenlohr, bevor sie sich auf Liedgestaltung spezialisierte und ihr Studium bei Irwin Gage in Saarbrücken fortsetzte. Zusätzlich besuchte sie Meisterkurse bei Charles Spencer, Graham Johnson, Rudolf Piernay und Helmut Deutsch und war Stipendiatin der Stiftung Podium Junger Musiker und des Richard-Wagner-Verbandes.
Juliane Ruf gewann den Kulturpreis der Unnaer Wirtschaft in der Sparte Liedgestaltung, den 1. Norddeutschen Liedpreis des Kultusministeriums Schleswig-Holstein und den 1. Preis des Hochschulwettbewerbs in der Wertung Lied-Duo. Beim Joseph-Suder-Liedwettbewerb in Nürnberg, dem Paula-Salomon-Lindberg-Wettbewerb für Lied Berlin und beim Concours International Lili et Nadia Boulanger in Paris wurde sie jeweils mit dem Preis für die beste Liedbegleitung ausgezeichnet.
Im Lied-Duo mit dem Bariton Michael Nagy gewann die Pianistin den 1. Preis beim Internationalen Wettbewerb für Liedkunst der Hugo-Wolf-Akademie Stuttgart. Seither konzertiert sie regelmäßig im In- und Ausland, u.a. beim Klavierfestival Ruhr, im Konzertcentrum de Singel Antwerpen, in der Wigmore-Hall London, im Gasteig München, für das Festival Heidelberger Frühling, für den NDR und SWR.

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