Künstler

Trio Catch

Catch! Das Publikum fangen. Die so unterschiedlichen Klangfarben von Klarinette, Violoncello und Klavier virtuos zur Entfaltung bringen und sich dabei immer wieder neu auf die Suche nach dem gemeinsamen, unverwechselbaren Klang begeben – das macht das spezielle Profil des Trio Catch aus.

Boglárka Pecze (Klarinette), Eva Boesch (Violoncello) und Sun-Young Nam (Klavier) trafen sich als Stipendiatinnen bei der Internationalen Ensemble Modern Akademie in Frankfurt und gründeten anschließend das Trio Catch – benannt nach dem Werk „Catch“ op. 4 von Thomas Adès. Neben der klassischen Musik bildet die Interpretation zeitgenössischer Musik einen Schwerpunkt der Zusammenarbeit der drei Musikerinnen.

Das in Hamburg beheimatete Trio arbeitete in den sechs Jahren seines Bestehens bereits mit zahlreichen Komponisten zusammen, darunter Mark Andre, Georges Aperghis, Beat Furrer und Helmut Lachenmann, mit denen sie auch durch verschiedene CD-Produktionen und Rundfunkaufnahmen verbunden sind. 2014 erschien beim Label col legno die Debut-CD des Trios „in between“, gefolgt von der zweiten CD „Sanh“ im März 2016. Die Einspielung von Beat Furrers „AER” wurde bei KAIROS veröffentlicht.

Im Jahr 2011 gewann das Trio das Förderkonzert der Gotthard-Schierse-Stiftung in Berlin und 2012 den Hermann und Milena Ebel Preis in Hamburg. 2014 wurde es mit dem Berenberg Kulturpreis ausgezeichnet.

Eine rege Konzerttätigkeit führte Trio Catch bisher nach Deutschland, Frankreich, England, Österreich, Spanien, Portugal, die BeNeLux-Länder und die Schweiz sowie zu Festivals wie Internationale Ferienkurse für Neue Musik Darmstadt, Ultraschall Berlin, Tage für Neue Musik Zürich und Wittener Tage für neue Kammermusik. In der Saison 2015/16 war Trio Catch im Rahmen der „Rising Stars“-Konzertreihe der European Concert Hall Organisation (ECHO) auf Tournee durch einige der schönsten Konzertsäle Europas.

Das Trio ist auch in der Musikvermittlung tätig: An der Musikhochschule Hamburg hat es seit 2014 einen Lehrauftrag inne und gibt als Ensemble in Residence Workshops für die Studenten der KompositionsklassenIm März 2016 startete Trio Catch in Hamburg seine eigene Werkstattkonzert-Reihe „Ohrknacker“, die in acht Konzerten jeweils ein ausgewähltes zeitgenössisches Werk vorstellt, das eigens für das Trio geschrieben wurde.

Anna-Louise Walton

Anna-Louise Walton (*1991) ist eine US-amerikanische Komponistin für Kammermusik, Chor und elektronische Musik. Ihre Werke wurden von Ensembles wie dem Quatuor Diotima, dem Mivos Quartett, dem Ecce Ensemble und dem Switch Ensemble aufgeführt. Ihre Musik war auch bei IRCAMs ManiFeste, dem impuls Festival, dem VIPA Festival, dem Electric LaTex Festival und dem highSCORE Festival zu hören.

Bereits in jungen Jahren sang Anna-Louise Walton und spielte Klavier Zu komponieren begann sie während ihres Musikstudiums bei Tom Flaherty am Scripps College. Anschließend studierte sie Komposition an der Kunstuniversität Graz bei Beat Furrer. Anna-Louise Walton absolviert derzeit einen Master in Komposition an der Tulane University bei Maxwell Dulaney und Rick Snow.

Oliver Christophe Leith

Oliver (* 1990) ist ein in London lebender Komponist, der akustische Musik, elektronische Musik und Video produziert. 2016 erhielt er den British Composer Award und 2014 den Royal Philharmonic Composition Award. Seine Arbeit konzentriert sich auf Text, Video, Theater und Themen, die den Menschen betreffen.

Aufgeführt wurden seine Werke u.a. vom London Symphony Orchestra, er London Sinfonietta, dem Philharmonia Orchestra, dem Opera North Orchestra, dem Plus-Minus-Ensemble, dem Ives-Ensemble, John Harle, Loré Lixenberg, Matthew Herbert, dem Explorensemble, KSQ und Exaudi. Die Musik war bei Festivals und an Häusern wie dem Festival D’Aix-en-Provence, dem Barbican Center, dem Milton Court Concert Hall, dem Royal Opera House, der Royal Festival Hall, dem St. Lukes, dem St. John Smith’s Square, St Martin in the Fields und dem Horniman Museum zu hören. Seine visuellen Kunsterwerke und Zusammenarbeiten mit anderen Künstlern waren. im u.a. im Museum of Western Australia zu sehen.

Zu den kommenden Projekten gehören ein großes Werk für das Piano- und Percussion-Duo George Barton und Siwan Rhys Duo und ein Werk für das Boston Symphony Orchestra.

Roodabe Shamloo

Die Iranerin Roodabe Shamloo studierte Musik und Komposition bei Alireza Mashayekhi und Mehran Rohani an der Universität in Teheran und arbeitete als Klavierlehrerin und Manager der Haftan Art Gallery. Auftritte führten sie nach Linz zum Festival 4020, Wien und Weimar. Sie widmet sich insbesondere der Vertonung von Gedichten und belegte Kompositions-Meisterkurse u. a. bei Johanna Doderer. 

Mahdis Kashani

Nach ihrem Bachelor in Elektroingenieurwesen studierte die 1984 geborene Iranerin Mahdis Kashani einen Master in Komposition an  der Sooreh University in Teheran, bereits seit 2004 nahm sie privat Unterricht in Komposition, Harmonielehre, Klavier und Musiktheorie und trat in verschiedenen Konzerten im Iran auf. Als Komponistin wurde sie nach Österreich, die Ukraine, Italien und Belgien eingeladen, ihre Werke wurden in den USA, England, Mexiko und Brasilien aufgeführt. 2015 veröffentlichte sie mit »The Report of Manaslue« ihre erste Filmmusik. Kashani ist Mitglied des Iran House of Music und interessiert sich für persischen Gesang und iranische Percussion.

Samuel Milea

Samuel Joseph Milea wurde 1995 in England geboren und kam als Geiger und Chorsänger früh mit Musik in Berührung. Er studiert Komposition, Kontrapunkt und Musikanalyse am London College of Music der University of West London bei Param Vir und im Rahmen des ERASMUS Austauschprogramms in Rom. Als Blogger schreibt er regelmäßig über Konzerte und tritt auch selbst auf, zuletzt bei den BBC Proms im Sommer 2016 als Mitglied des LCM Chorus.

Thierry Tidrow

Der französisch-kanadische Komponist Thierry Tidrow erhielt seine musikalische Ausbildung im St-Matthew’s Men and Boys Choir und am Centre d’Excellence Artistique des De La Salle Gymnasiums in Ottawa. Im Jahr 2009 erhielt er seinen Bachelor of Music Honours in Theorie und Komposition an der McGill University in Montréal, wo er Barockgesang studierte. Als Stipendiat der Fondation Ricard und der Canada Arts Council absolvierte er 2011 mit Erfolg seinen Masterstudiengang am Conservatorium van Amsterdam bei Richard Ayres und schloss 2013 sein Weiterbildungsstudium „Advanced Studies“ an der Hochschule für Musik Freiburg bei Prof. Brice Pauset ab.

Es folgten zahlreiche Aufführungen seiner Werke in Europa und Nordamerika, u. a. mit dem Ensemble Proton Bern, dem Ensemble Apparat, dem Ensemble Garage, Erik Bosgraaf, Brian Archinal, dem Asko-Schönberg Ensemble, Insomnio, dem Ensemble Talea, Continuum Contemporary Music (Toronto) und dem Quatuor Bozzini. Im Januar 2013 wurde seine Oper »Less Truth More Telling« von der Dutch National Opera Academy (DNOA) unter der Leitung von Lucas Vis uraufgeführt. Sein Stück »It had something to do with the telling of time…« (2010) war sowohl für die Gaudeamus Music Week 2011 und auch für die Toonzetters 2011 nominiert und sein Werk »Silk Hole« (2011) wurde beim Young Composer’s Meeting des Ereprijs Orkest 2011 mit einem Auftragpreis für die Internationale Stichting Masterclass Apeldoorn ausgezeichnet. 2014 erhielt Tidrow Preise von der SOCAN Foundation für »Less Truth More Telling« und »Violon et Clarinett«, sowie den renommierten Jules-Léger Preis des Canada Council for the Arts für Au fond du Cloître Humide.

Seine jüngsten Projekte umfassten »So be it« (2015), ein politisches Saxophon Quartett, das vom Konflikt in der Ukraine handelt sowie »Manifeste Assi«, ein einstündiges Werk für Sprecher und drei Bass-Instrumente, das maßgeblich auf Texten über die junge Innu-Lyrikerin Natasha Kanapé-Fontaine beruht.
Thierry Tidrow lebt und arbeitet in Köln.

Sarah Lianne Lewis

Sarah Lianne Lewis ist eine walisische Komponistin, deren vielfach ausgezeichnete Kompositionen auf verschiedenen britischen und europäischen Musikfestivals zu hören waren und die von Ensembles wie dem BBC National Orchestra of Wales, Gemini and PianoCircus. Als eine der »New Voices«-Komponisten von Sound and Music arbeitete sie mit Silbersee Opera (ehemals: vocaallab) und dem LOD Theatre in Ghent in Verbindung mit dem European Network of Opera Academies. Ihr Auftragswerk für die Royal Philharmonic Society, ein Film zur Begleitung ihrer Komposition »Shadow Play« mit Christopher Lutterodt-Quarcoo, wurde im Januar 2015 im British Film Institute London uraufgeführt.

Lewis‘ erste Kammeroper, »A Son to the Slaughter« (mit Librettist und Direktor Max Hoehn) hatte als Höhepunkt des Jerwood Opera Writing Course im September 2015 in Aldeburgh Premiere. Zuvor wurde ihr von der Festival Académie des Aix-en-Provence Festivals in Auftrag gegebene Liedzyklus »Relativity and Revelation für Sopran, Klavier und Klangschalen« uraufgeführt. Anfang 2016 steht die Aufführung ihres neuen Werks für Sinfonieorchester »Is there no seeker of dreams that were?« Mit dem BBC National Orchestra of Wales wird das Internationale Musikfestival Heidelberger Frühling ein Auftragswerk für Sopran und Schlagwerk an die junge Komponistin vergeben.

Óscar Escudero

Óscar Escudero wurde 1992 in Spanien geboren. Er studierte Komposition und Oboe am Conservatorio Superior de Música de Aragón bei Agustín Charles und Jesús Rueda und besuchte Meisterkurse unter anderem bei Chaya Czemowin, Rebecca Saunders, José María Sánchez-Verdú, Salvatore Sciarrino und Beat Furrer. Zur Zeit studiert er Komposition im Masterstudiengang der Universität Aarhus/Dänemark bei Simon Stehen-Andersen, Niels Ronsholdt und Janna Bailie.

Seine Werke wurden von vielen Musikfestivals in verschiedenen Ländern auf der ganzen Welt aufgeführt, darunter das Thailand International Composition Festival, Akademie Schloss Solitude, Festival MIXTUR und viele andere. Escudero interessiert sich besonders für das Konzept der »Multiperformance«, indem er die Grenzen der szenischen Kunst erkundet und sich mit Facetten wie Schauspiel, Technologie und Musikalischer Interpretation auseinandersetzt.

Escudero gewann verschiedene Preise, unter anderem den Kompositionspreis des Thailand International Composition Festival in Bangok, beim Antonín Dvořák Kompositionswettbewerb in Prag und beim SGAE Award. Er schrieb Werke für das SurPlus Ensemble, Contemporary Enclave, Trio Musicalis, Duo Ánima und viele andere.
Er ist künstlerischer Leiter des Ensembles FACES in Aarhus und arbeitet zudem als Professor im Masterprogramm der musikwissenschaftlichen Abteilung an der Universidad International de La Rioja in Spanien.

Sven Daigger

Sven Daigger

Sven Daigger, 1984 in Eberbach am Neckar geboren und in Heidelberg aufgewachsen, komponierte Werke für Musiktheater, Orchester, Kammer- Tanz- und Vokalmusik.
Er studierte Komposition bei Prof. Peter Manfred Wolf, Prof. Adriana Hölszky und Prof. Wolfgang Rihm in Rostock, Salzburg und Karlsruhe. 2012 schloss er sein Diplom mit Auszeichnung ab. Seit 2009 studiert er zudem in Rostock Musiktheorie bei Prof. Dr. Birger Petersen und Dr. Jan Philipp Sprick. Daigger erhielt zahlreiche Aufträge u.a. durch das Gewandhausorchester Leipzig, das Staatstheater in Cottbus, dem Deutschen Musikrat, dem Staatlichen Museum in Schwerin und der jungen norddeutschen philharmonie. Seine Werke werden im In- und Ausland aufgeführt. Sven Daigger lebt und arbeitet in Berlin.

Veranstaltungen

Werkstattgespräch der Akademie für Komposition

Das ganze Jahr über streckt der Heidelberger Frühling seine Fühler aus: hin zu Wettbewerben, Akademien, anderen Festivals, um die besten, interessantesten Nachwuchstalente zu entdecken. Das gilt insbesondere für die Stipendiaten unserer Festival Akademie für Komposition.

Es war im vergangenen Jahr an einem Juliabend in Aix-en-Provence, als wir zum ersten Mal ein Werk des jungen britischen Komponisten Oliver Christoph Leith hörten. „Folk’s Questions“ nannte es sich, und Leith vertonte darin bei Google häufig verwendete Suchbegriffe. Der Ansatz war originell, und das musikalische Ergebnis ein sinnliches Vergnügen voll hintergründigem Humor. So wurde er unser erster Stipendiat 2018.

Whrend der Sommerakademie der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart fiel uns dann Anna-Louise Walton auf: eine vollkommen andere, hochinteressante Tonsprache gab es bei ihr zu entdecken. Auf der Solitude präsentierte sie ein Werk namens „Jökulsárlón“ für verschiedene Holzblasinstrumente. Inspiriert ist das Stück von einem isländischen Gletscher, und wie Walton das langsame Schmelzen des Eises in Klänge verwandelte, faszinierte uns sehr. So wurde sie unsere zweite Stipendiatin 2018. Für uns haben nun beide ein Klaviertrio verfasst (in der Besetzung des famosen Trio Catch – Klarinette, Violoncello,Klavier); man kann nur gespannt sein, wie zwei so unterschiedliche Künstlerpersönlichkeiten die gleiche Aufgabe angehen.

Was sie dabei bewegt hat und wie ihre Werke angelegt sind, dass erklären sie in diesem Werkstattgespräch mit Musik. Im Anschluss besteht die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Mittagessen. Am Abend in der MLP Late Night Lounge um 22 Uhr ist dann die Uraufführung, bei der das Trio Catch mit Beethovens Gassenhauer-Trio einen reizvollen Kontrast setzt.

Eintritt frei

Eine Veranstaltung des Freundeskreises Heidelberger Frühling

In Kooperation mit dem Frauenbad Heidelberg