Künstler

Annika Treutler

Die Pianistin Annika Treutler wurde vielfach bei nationalen und internationalen Wettbewerben geehrt. Zuletzt wurde sie mit dem 3. Preis beim Montreal International Piano Wettbewerb 2014 ausgezeichnet und war im gleichen Jahr Semifinalistin beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München.

Annika Treutler trat bereits in der Berliner Philharmonie, der Laeiszhalle Hamburg, im Konzerthaus Berlin, bei der BASF in Ludwigshafen, im Burghof Lörrach, auf Schloss Elmau, beim Bayreuther Osterfestival sowie in der Pro Musica Reihe in Montreal in Kanada auf.

Sie konzertiert regelmäßig mit Orchestern wie dem Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, dem Orchestre Symphonique de Montréal, dem Radio Sinfonieorchester Prag sowie dem Deutschen Kammerorchester Berlin.

Sie war zudem bereits bei renommieren Festivals wie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Usedomer Musikfestival, dem Festival »Liszt en Provence« und dem Verbier Festival zu Gast. Zu ihren festen Kammermusikpartnern zählen unter anderem Kit Armstrong, Suyoen Kim und Jens Peter Maintz.
Annika Treutler erhielt ihren ersten Klavierunterricht im Alter von vier Jahren und studierte u. a. bei Matthias Kirschnereit an der Hochschule für Musik und Theater in Rostock sowie an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover in der Soloklasse bei Prof. Bernd Goetzke. Meisterkurse bei u. a. Elisabeth Leonskaja ergänzen ihre Ausbildung.

Mahan Esfahani

Mahan Esfahani wurde 1984 in Teheran geboren und erhielt ersten Klavierunterricht von seinem Vater. Später studierte er Musikwissenschaft bei George Houle, der ihn darin bestärkte, eine Laufbahn als Cembalist einzuschlagen.

Er studierte bei Peter Watchorn in Boston sowie bei Zuzana Růžičková in Prag und war in den Jahren 2008 bis 2010 »BBC New Generation Artist«. Weitere Preise und Auszeichnungen für sein außergewöhnliches Können auf dem Cembalo folgten.

Esfahani lebt in London, wo er 2009 debütierte und sich seitdem unermüdlich für eine stärkere Präsenz des Cembalos im Konzertleben einsetzt. Das öffentliche Interesse stieg sprunghaft mit seinem ersten Cembalo-Recital in der Geschichte der BBC Proms 2011. Seitdem trat er auf den bedeutendsten Bühnen der Welt auf, darunter Wigmore Hall London, Tonhalle Zürich, Konzerthaus Berlin sowie weitere Häuser in Europa, Asien und Amerika.

JACK Quartet

Christopher Otto, Violine
Austin Wulliman, Violine
John Pickford Richards, Viola
Jay Campbell, Violoncello

Die New York Times nennt es „das wichtigste Quartett des Landes“: Das JACK Quartet widmet sich als eines der bekanntesten und am meisten geschätzten Ensembles von heute mit ungebrochenem Engagement seiner Mission, neue Werke aufzuführen und in Auftrag zu geben, noch zu wenig gespielten Komponistinnen und Komponisten eine Stimme zu geben und die Offenheit gegenüber zeitgenössischer Musik zu fördern. Allein in der vergangenen Saison wurden die vier Musiker vom Klassikmagazin Musical America als Ensemble des Jahres, vom traditionsreichen New Yorker Klassiksender WQXR als „19 for 19 Artists to Watch“ und vom Lincoln Center mit einem Avery Fisher Career Grant ausgezeichnet.

Das Quartett pflegt enge Beziehungen zu den Schöpfern der Musik, die es aufführt, um in alle technischen, musikalischen und emotionalen Aspekte ihrer jeweiligen Tonsprache vollkommen einzutauchen. Bisher arbeitete es unter anderem mit Julia Wolfe, George Lewis, Chaya Czernowin, Helmut Lachenmann, Caroline Shaw und Simon Stehen-Anderson zusammen. Unter ihren jüngsten und kommenden Uraufführungen sind Werke von Tyshawn Sorey, Sabrina Schroeder, John Luther Adams, Clara Iannotta, Philip Glass, Catherine Lamb, Lester St. Louis und John Zorn. Kürzlich startete JACK sein Fulcrum Project, ein Programm, das durch finanzielle Mittel, Workshops und beratende Begleitung jährlich sechs Komponisten ermöglicht, neue Werke zu entwickeln, die vom Quartett interpretiert und aufgenommen werden.

Das JACK Quartet, Gewinner des Martin E. Segal Awards des Lincoln Center New York, des New Music USA Trailblazer Awards und des CMA/ASCAP Awards for Adventurous Programming, konzertierte bereits in der Carnegie Hall, dem Lincoln Center, der Berliner Philharmonie, der Wigmore Hall, dem Muziekgebouw aan ‘t IJ, dem Louvre, dem IRCAM, der Kölner Philharmonie, der Suntory Hall, beim Lucerne Festival, der Biennale di Venezia, (Japan), dem Bali Arts Festival (Indonesien), dem Festival Internacional Cervatino (Mexiko) und am Teatro Colón (Argentinien).

Laut dem Magazin Musical America sind „viele ihrer Aufnahmen ein Muss für jeden, der an Neuer Musik interessiert ist“. Die zahlreichen Veröffentlichungen wurden in letzter Zeit ergänzt um eine Aufnahme von John Luther Adams‘ Everything That Rises, die der San Francisco Chronicle als „kluge und eloquente Interpretation“ lobte, um das 2018 für einen Grammy Award nominierte Konzeptalbum Imaginist mit den Le Boeuf Brothers und um die Gesamtaufnahme der Streichquartette von Xenakis, vom Magazin TimeOut New York unter die „Top Recordings of the Year“ gewählt. Die Diskografie des Quartettes umfasst zudem unter anderem Werke von Helmut Lachenmann, Amy Williams, Elliott Sharp, Hannah Lash und Horatiu Radulescu.

Ein besonderes Anliegen ist für das Quartett die Förderung des musikalischen Nachwuchses. Als Quartet in Residence der renommierten Mannes School of Music präsentieren die Musiker im Rahmen ihres neuen Frontiers Festival ein vielfältiges Programm mit zeitgenössischer Musik für Streichquartett. Jahr für Jahr gibt das Ensemble außerdem Kurse für junge Interpreten und Komponisten beim „Point” Kammermusikfestival zeitgenössischer Musik in Vermont sowie am Banff Centre for Arts and Creativity. Seit langem eng verbunden ist das Quartett mit dem Streichquartett-Residenzprogramm der University of Iowa und mit der Lucerne Festival Academy, deren Alumni alle vier Musiker sind. Daneben ist das Ensemble regelmäßig zu Gast an Universitäten, darunter die Columbia University, die Harvard University, die New York University, die Princeton University und die Stanford University.

Veranstaltungen

»Standpunkte« Late: Igors Ragtime

Mit dieser Late Night erhält die schwarze, die afro-amerikanische Musik eine Bühne im Festival. Die meisten kennen den Begriff »Ragtime«, weil sie Scott Joplins »The Entertainer« kennen. Und in der Tat: Mit Joplin, dem Sohn eines schwarzen ehemaligen Sklaven, hielt der Rag Einzug in die Salonmusik. Seine Rhythmen aber stammen vermutlich aus der »schwarzen« Tanzmusik. »Es ist doch Käse, zu behaupten, gute Musik sei nur bis Mahler entstanden«, sagt Igor Levit – und spielt Ragtimes.

Ballsaal Stadthalle

Franz Schubert gesungen gespielt

Franz Schubert fand mehr als einmal Inspiration bei sich selbst und verwendete die Melodien seiner Lieder für seine Kammermusik. In diesem Programm werden diese Befruchtungen hörbar, indem den Liedern die entsprechende Kammermusik Schuberts gegenübergestellt wird. Der Kreis der Musikerlnnen konnte illustrer nicht sein: Georg Nigl allein ist ohne Frage einer der ausdrucksstärksten Baritone unserer Zeit.

»Zugabe« Jörg Tröger im Gespräch mit Georg Nigl und Jean-Guihen Queyras (Stadthalle Kammermusiksaal)

Dieses Konzert wird mitgeschnitten von
SWR2

Wir danken

und
Freundeskreis Heidelberger Frhling

Wandelkonzert: Exil

Auch musikalisch sind die USA ein melting pot. Und zu diesem Schmelztiegel der musikalischen Stile und Kulturen gehört untrennbar die Musik der europäischen Exilanten, die vor den Schrecken und Bedrohungen der Nazi-Herrschaft in die Vereinigten Staaten flüchteten. Drei von ihnen widmen wir an diesem Nachmittag Kurzkonzerte: Ernst Krenek, Paul Hindemith und Hanns Eisler. Ihre Kammermusik wird bis heute selten gespielt. Es lassen sich also drei Entdeckungen machen, und zwar nach dem Rotationsprinzip: Jedes der drei Konzerte wird dreimal wiederholt, und Sie, das Publikum, wandern von einem Saal zum nächsten.

Gewohntes zu überdenken – Der andere Blick auf Musik in der Migration und im Exil

Wenn die politische Situation untragbar wird, gehen oft die Besten. Das war während des Terrorregimes der Nazis so, als Schönberg, Hindemith, Eisler, Krenek, Korngold, Weill und viele andere in die USA fluchteten; das ist aber bis heute auch andernorts der Fall. Was passiert mit der Musik, wenn sie ins Exil gezwungen wird? Bietet sie Heimat? Verstummt sie oder gewinnt sie im Gegenteil kreative Energie?

Eintritt frei

Kammermusiksaal Stadthalle

Ein Morgen des Streichquartetts

Die amerikanische Komponistin Amy Williams ist eine Farbmagierin, und so kommt es nicht von ungefähr, dass sie eine natürliche Nähe zur Malerei verspürt. Die »Richter Textures« sind das Ergebnis einer intensiven Auseinandersetzung mit den Maltechniken Gerhard Richters. Das Ergebnis ist ein absolut faszinierendes Streichquartett voller raffinierter Klänge und Strukturen. Dass die JACKs ein brandneues Streichquartett von Philip Glass mit nach Heidelberg bringen, macht dieses Konzert noch interessanter. Außerdem mit dabei: das junge Quartet Gerhard aus Katalonien; die Vier sind Stipendiatlnnen unserer Kammermusik Akademie 2018.

»Standpunkte« Late: Morton Feldman

90 Minuten Langsamkeit. Knapper kann man Morton Feldmans »Piano and String Quartet« nicht beschreiben. Aus Arpeggien und Liegetonen entsteht nach und nach eine fast sakrale Stimmung. Am Ende des Tages ist dies ein Konzert völliger Entschleunigung.

Stadthalle Ballsaal

Wir danken

The Benny Goodman Show

Benny Goodman, einer der großen Klarinettisten des Jazz, feiert dank Julian Bliss Wiederauferstehung. Das Julian Bliss Septet versteht sich blendend auf den unterhaltsamen Sound des Swing der dreißiger und vierziger Jahre. Das ist Nostalgie mit modernem Touch.

Haydns Freiheiten

Haydns Freiheiten? Der Titel ist kein Programmplaner-Einfall, um dieses Konzert vordergründig besser in den Tag einzubinden. Haydn ist ein Komponist der Aufklarung vor allem deshalb, weil er sich kompositorisch alle Freiheiten nahm – je älter er wurde, umso mehr. Der unerwartete Einfall, die geistreiche Pointe – das war sein Metier. Er beherrschte es, weil er es wagte, sich seines Verstandes zu bedienen. Als »original« hat er sich selbst bezeichnet, und das zu Recht. Wir freuen uns, dass mit Marc-André Hamelin der vielleicht geistreichste Haydn-Interpret überhaupt bei diesem Konzert mitwirkt.

Kammermusiksaal Stadthalle

Wir danken

Marc-André Hamelin

Sie ist wohl eines der Hauptwerke der amerikanischen Klavierliteratur: die Concord Sonata. In diesem dreiviertelstündigen Werk überlagern sich Tonalitäten, Rhythmen und Metren. Musikalische Zitate werden großzügig eingestreut, so das Eröffnungsmotiv der 5. Sinfonie Beethovens, die ersten beiden Takte der Hammerklaviersonate und der Hochzeitsmarsch aus Lohengrin im 3. Satz. Cluster werden mit einem Holzbrett erzeugt. Wenn es einen Interpreten gibt, dem diese Sonate mit ihrem technischen Anspruch und ihrem geistigen Horizont auf den Leib geschnitten ist, dann ist es Marc-André Hamelin.

Wir danken

Über die Freiheit und Unfreiheit Amerikas

Es war Igor Levit, der bei den Vorbereitungen zu den diesjährigen »Standpunkten« immer wieder betonte: Ja, Amerika sei ein Kind der Aufklärung. Ja, Amerika sei ein Land der Freiheit, künstlerisch wie politisch. Aber es sei eben auch ein Land der Unfreiheit! Ein Land, in dem große Bevölkerungsgruppen bis heute benachteiligt werden, in dem Unzählige bis heute kaum von dem kosten können, was man die Fruchte der Aufklärung nennen konnte. Das verdiene erwähnt zu werden. Deshalb sitzt Igor Levit mit auf diesem Podium, das in Zusammenarbeit mit dem DAI Heidelberg entwickelt wurde und veranstaltet wird.

Eintritt frei

In Kooperation mit dem DAI Heidelberg