Künstler

Vision String Quartet

Jakob Encke, Violine
Daniel Stoll, Violine
Sander Stuart, Viola
Leonard Disselhorst, Violoncello

2012 gegründet, hat sich das vision string quartet innerhalb kürzester Zeit in der internationalen Streichquartett-Szene etabliert. Mit ihrer einzigartigen Fähigkeit zwischen dem klassischen Streichquartett-Repertoire, ihren Eigenkompositionen und Arrangements aus den Bereichen Jazz, Pop und Rock zu „wandeln“, stellen die vier jungen Musiker aus Berlin derzeit die klassische Konzertwelt auf den Kopf.

Die Konzertformate des vision string quartets sind vielseitig: Das Streichquartett, das sich zugleich als Band versteht, spielt in den klassischen Konzertsälen wie der Elbphilharmonie, Kammermusiksaal der Berliner Philharmonie, Gewandhaus Leipzig, Tonhalle Düsseldorf und demnächst der Wigmore Hall London. Sie wirken in Ballettkooperationen unter John Neumeier mit, spielen Konzerte im Licht- und Videodesign von Folkert Uhde im Berliner Radial-System oder der Elbphilharmonie und spielen andererseits „Dunkelkonzerte“ in völliger Finsternis.

Anfang 2016 gewann das Quartett beim Felix Mendelssohn Bartholdy-Wettbewerb in Berlin den 1. Preis sowie alle Sonderpreise. Große Wellen schlug der Erfolg beim Concours de Genève im November 2016, der mit dem 1. Preis und allen vier Sonderpreisen spektakulär anmutet. 2018 wurde dem Ensemble mit dem Kammermusikpreis der Jürgen Ponto-Stiftung einer der höchstdotierten Musikpreise verliehen.

Ihr Kammermusikstudium absolvieren die vier Musiker beim Artemis Quartett in Berlin sowie bei Günter Pichler, dem Primarius des Alban Berg Quartetts, an der Escuela Superior de Música Reina Sofía Madrid. Heime Müller, Eberhardt Feltz und Gerhard Schulz waren weitere Impulsgeber. Zu den Kammermusikpartnern des vision string quartets zählen Jörg Widmann und Eckart Runge.

Highlights der jüngsten Zeit sind die Debüt-Konzerte in der Kölner Philharmonie, der Philharmonie Essen, dem Festspielhaus Baden-Baden, dem Louvre Paris, der Philharmonie Luxemburg und beim Lucerne Festival. Wiederholt zu Gast ist das vision string quartet beim Schleswig-Holstein Musik-Festival, den Schwetzinger SWR Festspielen, Rheingau Musik Festival, Heidelberger Frühling, Mozartfest Würzburg, MDR Musiksommer, den Thüringer Bachwochen und den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern.

Zemlinsky Quartett © Tomáš Bican

Zemlinsky Quartett

František Souček, Violine
Petr Střížek, Violine
Petr Holman, Viola
Vladimír Fortin, Violoncello

Das Zemlinsky Quartett knüpft seit seinem Bestehen 1994 an die reiche Tradition der tschechischen Quartett-Schule an. Es gewann den ersten Preis im Internationalen Wettbewerb für Streichquartette in Bordeaux (2010), ist Preisträger des Prager Frühlings und der internationalen Streichquartettwettbewerbe im kanadischen Banff und in London, wo es zugleich den Publikumspreis errang. Auch aus anderen Wettbewerben ging es als Sieger hervor (Beethovenův Hradec, New Talent Bratislava, Wettbewerb der B.-Martinů-Stiftung Prag). Im Jahre 2005 wurde dem Quartett der Preis des Tschechischen Vereins für Kammermusik verliehen und 2009 der Förderpreis des Alexander-Zemlinsky-Fonds in Wien. Im Rahmen seiner Tourneen bereiste das Quartett bereits vier Kontinente. Sein Repertoire umfasst mehr als 200 Werke führender tschechischer und internationaler Komponisten. Nach den erfolgreichen Einspielungen tschechischer Musik auf den ersten beiden CDs unterschrieb das Zemlinsky-Quartett einen exklusiven Aufnahmevertrag mit der französischen Firma Praga Digitals. Für sie hat es bereits vierzehn Titel einschließlich eines Satzes von vier CDs mit dem frühen Quartettschaffen A. Dvořáks aufgenommen, wofür es den prestigeträchtigen französischen Schallplattenpreis „Diapason d´Or“ erhielt. Zahlreiche Aufnahmen machte das Quartett auch für den Tschechischen Rundfunk.

Während des Studiums am Prager Konservatorium und an der Prager Musikhochschule wurde das Quartett zunächst von Musikern renommierter tschechischer Kammerensembles geschult: des Quartetts der Hauptstadt Prag, des Talich-, Kocian- und Pražák-Quartetts. Später studierte das Quartett bei dem legendären Musikpädagogen und Primarius des LaSalle-Quartetts Walter Levin. In den Jahren 2006-2011 assistierten die Mitglieder des Zemlinsky-Quartetts an der Musikakademie Basel in der Schweiz und lehrten an der Internationalen Sommer-Musikakademie in Pilsen, das sie auch mitorganisierten (2007-2011). Im Rahmen ihrer Turneen unterrichten sie auch in Meisterkursen für Studenten sämtlicher Alterskategorien. F. Souček und P. Holman haben seit kurzem auch Lehraufträge am Prager Konservatorium.

Van Kuijk Quartet © privat

Van Kuijk Quartet

Nicolas Van Kuijk – Violine
Sylvain Favre – Violine
Grégoire Vecchioni – Viola
François Robin Violoncello

Als Gewinner des ersten Preises und des Publikumspreises beim Internationalen Streichquartettwettbewerb in Trondheim (Norwegen) und mit dem Erfolg beim FNAPEC-Wettbewerb in Paris gehört das Van-Kuijk-Quartett zur ersten Garde der aufstrebenden Nachwuchsquartette. Erst 2012 gegründet, erhielt das Ensemble in seinem frühesten Entwicklungsstadium wertvolle Hinweise von Luigi Vecchioni (Manfred-Quartett) und Reiko Kitahama (Ravel-Quartett). Danach folgte das Studium beim Quatuor Ysayë am Pariser Konservatorium.
Im Juli 2014 nahmen die Van-Kuijks an den Kammermusikakademien von Verbier und Aix-en-Provence teil und ein Jahr davor nahmen sie an der berühmten Montreal International String Quartet Academy an der McGill-Universität teil, wo ihnen weltberühmte Kammermusiker wie Gerhard Schulz und Günter Pichler (Alban-Berg-Quartett), Michael Tree (Guarneri Quartet) und Keith Robinson (Miami String Quartet) als Mentoren zur Verfügung standen.
Seit 2013 studiert das Quartett bei Günter Pichler an der Escuela Superior de Musica Reina Sofia (Madrid) als Stipendiaten des International Institute of Chamber Music Madrid und der Isaac-Albeniz-Stiftung.
In der kommenden Saison konzertiert das Van-Kuijk Quartett im Rahmen renommierter Festivals und Konzertserien in Frankreich (Aix-en-Provence-Festival), der Schweiz, Großbritannien (Wigmore Hall Coffee Concerts), Deutschland (Heidelberger Frühling) und Dänemark (Tivoli Concert Series).

Veranstaltungen

Streichquartettfest | Lunchkonzert

20 Jahre und mindestens ebenso viele verworfene Fassungen – es war ein zähes Ringen, das Brahms im Jahre 1873 zur Vollendung seiner ersten beiden Quartette des op. 51 führte. Eine wahre »Zangengeburt« nannte diesen Entstehungsvorgang der selbstironische Komponist. Doch diese Mühen wurden belohnt: Seine Streichquartette setzten nach Beethoven neue Maßstäbe, ja sie wurden sogar von Arnold Schönberg zum Bezugspunkt seiner Kompositionsweise erklärt. Das a-Moll Quartett vereint typisch Brahms’sche Innigkeit mit dramatischer Ausdruckskraft.

€ 18 Halbtageskarte (10.00 – 13.30 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 10.00 Uhr und 11.15 Uhr

Streichquartettfest | Workshop

Perspektivenerweiterung, Austausch und neuartiges Erfahren von Musik – das sind die Komponenten der Workshops beim Heidelberger Streichquartettfest. Oliver Wille, Mitglied des Kuss Quartetts und Professor an der Hochschule Hannover, führt an diesem Morgen in die komplexe Welt der Brahms’schen Kammermusik ein. Im Zentrum der Betrachtung steht das zweite Streichquartett des Komponisten, dessen in einem Verfahren steter Variation gründende thematische Entwicklung musikalische Avantgarde verströmt.

€ 18 Halbtageskarte (10.00 – 13.30 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 10.00 Uhr und 12.30 Uhr

Streichquartettfest | Konzert

Als der 25-jährige Brahms sich der Gattung Streichsextett zuwandte, war diese Besetzungsformation noch weitgehend eine Terra incognita – zu groß und unhandlich für Hausmusik, zu intim und kontrastarm für den Konzertsaal erschien sie den Zeitgenossen. Brahms hingegen brachte sie Erleichterung, da er sich hier, anders als im Bereich von Sinfonie und Streichquartett, nicht mit dem »Riesen Beethoven« auseinandersetzen musste. Das klangliche Ergebnis gestaltet sich poetisch-fließend in freudig »rheinischer« Grundstimmung.

€ 18 Halbtageskarte (10.00 – 13.30 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 11.15 Uhr und 12.30 Uhr

Streichquartettfest | Abendkonzert

Quartettmusik aus drei Jahrhunderten vereint das Abendkonzert: Joseph Haydn profilierte in seinem op. 33 die noch junge Gattung, während Brahms Quartett-Erstling die Tradition von Beethovens Meisterwerken fortsetzt und weiterentwickelt. Schönberg-Schüler schließlich war der katalanische Komponist Roberto Gerhard, dessen Werke Seltenheitswert auf der Konzertbühne haben. Sein zweites Streichquartett schafft größte Dichte des Ausdrucks im Rahmen komprimiertester Form.

Im Anschluss gemeinsamer Ausklang mit den KünstlerInnen in der Festival Cafeteria

Streichquartettfest | Konzert

Für die Quartette aus Haydns op. 33 haben sich verschiedene Beinamen erhalten: »Russische Quartette« aufgrund einer vermeintlichen Widmung an den späteren Zar Paul I. oder auch »Scherzoquartette«, denn Haydn bringt darin anstelle des Menuetts das neuartige Scherzo. Einen eigenen Spitznamen erhielt das zweite Quartett der Reihe. Es heißt »Der Witz«, weil Haydn sich im Finale einen musikalischen Streich erlaubt… – zu viel sei hier nicht verraten, nur Achtung: Nicht zu früh klatschen!

€ 18 Halbtageskarte (14.30 – 18.00 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 14.30 Uhr und 16.00 Uhr

Streichquartettfest | Workshop

Joseph Haydn gilt als Vater der Gattung Streichquartett, die er in über 70 Kompositionen ausprägte, etablierte und individualisierte. Nachdem er mit den Sonnenquartetten des op. 20 Maßstäbe gesetzt hatte, folgte ein quartettfreies Jahrzehnt. Erst 1781 komponierte er die sechs Quartette des op. 33, in denen er die Gattung zur idealen klassischen Form führt. In diesem Jahr ein thematischer Schwerpunkt beim Streichquartettfest, steht das op. 33 auch beim ersten Workshop im Mittelpunkt.

€ 18 Halbtageskarte (14.30 – 18.00 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 14.30 Uhr und 17.00 Uhr

Streichquartettfest | Konzert

Treffen der Wunderkinder: Der »spanische« begegnet an diesem Nachmittag dem »Hamburger Mozart«. 16- und 18-jährig sind die Komponisten, die altersmäßig nur drei Jahre auseinanderliegen, als sie ihre ersten vollgültigen Streichquartette komponieren – zwei beeindruckende Zeugnisse individueller Meisterschaft. Steht de Arriaga in seinem Erstling Joseph Haydn nahe, zeugt Mendelssohns a-Moll Quartett von seiner intensiven Auseinandersetzung mit Beethovens expressionistischen Spätwerken der Gattung.

€ 18 Halbtageskarte (14.30 – 18.00 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 16.00 Uhr und 17.00 Uhr

Das Konzert wird mitgeschnitten von

Sendetermin: 10. Februar 2019 in Deutschlandfunk Kultur ab 20.03 Uhr.

Streichquartettfest | Lunchkonzert

Mozarts KV 575 sollte ursprünglich das erste in einer Reihe von sechs, dem preußischen König gewidmeten Quartetten werden. Der von finanziellen Sorgen geplagte Komponist erhoffte sich im Gegenzug ein royales Geldgeschenk. Doch das Projekt blieb mit nur drei fertigen Quartetten unvollendet und Mozart musste die Trias »um ein Spottgeld« an einen Verleger verschachern. Nichts von seinen Noten verrät der lyrische Ton des KV 575 mit seiner elegischen Heiterkeit und der dem Cello-Enthusiasten Friedrich Wilhelm II. huldigenden Basspartie.

€ 18 Halbtageskarte (10.00–13.30 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 10.00 Uhr und 11.15 Uhr

Das Konzert wird mitgeschnitten von

Sendetermin: 10. Februar 2019 in Deutschlandfunk Kultur ab 20.03 Uhr.

Streichquartettfest | Konzert

Joseph Haydn, Ahnherr der Gattung, schrieb die meisten seiner Streichquartette in Sechserpacks – darunter auch sein op. 33, das beim diesjährigen Heidelberger Streichquartettfest in Gänze erklingt. Den Worten des Komponisten zufolge ist es »auf eine gantz neu Besondere art« komponiert, heute gilt es als ein Ursprungspunkt der Wiener Klassik. Das erste Werk der Reihe zeigt nachdenkliche Züge, besonderer Beliebtheit erfreut sich die ihres charakteristisch-jubilierenden Beginns wegen als »Vogelquartett« bekannte Nr. 3.

€ 18 Halbtageskarte (10.00 – 13.30 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 11.15 Uhr und 12.30 Uhr

Das Konzert wird mitgeschnitten von

Sendetermin: 10. Februar 2019 in Deutschlandfunk Kultur ab 20.03 Uhr.

Streichquartettfest | Eröffnungskonzert

Vier Tage und eine Nacht Kammermusik non stop mit fünf internationalen Quartetten aus Korea, Spanien, den Niederlanden und Deutschland – es ist wieder Streichquartett-Zeit in Heidelberg! Dieses Mal setzen Haydn und Brahms Akzente, umrahmt von weiteren Klassikern des Repertoires sowie Werken für Entdeckungsfreudige. Darunter das Streichquartett »Vistas al mar« (Meerblick), dessen sehnsüchtig-lebensfrohe Farben das Kolorit der katalanischen Heimat des Komponisten Eduard Toldra heraufbeschworen.

Im Anschluss gemeinsamer Ausklang mit den KünstlerInnen in der Festival Cafeteria

Das Konzert wird mitgeschnitten von
SWR2