Entfällt – Stile Antico: Tenebrae

Tomas Luis de Victoria ist der bedeutendste spanische Komponist der Renaissance, und die Tenebrae Responsorien gehören zweifellos zu seinen Hauptwerken. Komponiert für die Karmetten (»Tenebrae«) am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag bilden sie den vielleicht wichtigsten musikalischen Zyklus jener Zeit für das höchste kirchliche Fest. Stile Antico ist ein einzigartiges Ensemble: Mit 12 Sängerinnen und Sängern ist es halb Chor, halb Vokalensemble und verbindet die Klangfülle des einen mit der technischen Perfektion des anderen.

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Entfällt – New York Polyphony: Oltremontani

Reisen bildet. Der Gemeinplatz trifft ganz besonders auf Musiker zu. Im 16. Jahrhundert wanderten die Begabtesten von ihnen in Scharen nach Italien, um sich fortzubilden. Die Vertreter der sogenannten franko-flämischen Schule, deren Werke in diesem Konzert erklingen, erhielten wesentliche Inspirationen im Austausch mit italienischen Komponisten. »Oltremontani« (übersetzt etwa: »diejenigen, die über die Alpen gingen«) wurden diese wandernden Komponisten genannt. Unterwegs sein, um künstlerisch zu sich selbst zu finden – ein sehr moderner Ansatz!

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In Kooperation mit der Katholischen Stadtkirche Heidelberg

New York Polyphony

Alte Musik ist sicherlich nicht das, was einem zuerst in den Sinn kommt, wenn man an New York denkt! Aber seit einigen Jahren gibt es dort ein aus vier Sängern bestehendes Vokalensemble, das die Welt (zumindest die der Alten Musik) immer wieder aufhorchen lässt und begeistert: New York Polyphony.

Die vier strafen unsere Vorurteile Lügen, denn den Schwerpunkt der Konzerte und CD-Aufnahmen von Countertenor Geoffrey Williams, Tenor Steven C. Wilson, Bariton Christopher Herbert und Bass Craig Phillips bildet selten zu hörende, z. T. wiederentdeckte Musik des Mittelalters und der Renaissance.

Allerdings haben sie sich seit ihrer Gründung 2006 immer auch mit zeitgenössischer Musik auseinandergesetzt, wie ihre Kompositionsaufträge an Andrew Smith, Gabriel Jackson oder Ivan Moody zeigen. Sie scheuen sich nicht, mit Musik oder auch mit Künstlern wie Bora Yoon und Lizzie Ball zu experimentieren, ganz im Gegenteil. Vor ein paar Jahren kreierten sie z. B. im Museum für Naturkunde in Berlin mit dem Komponisten Gregory Brown die Missa Charles Darwin, bei der Christopher Herbert Worte Darwins als Texte für die verschiedenen Teile der Messe adaptierte!

Ihre Hingabe zu innovativen Programmen, die bisher auf 10 CDs erschienen sind (die meisten bei BIS Records und Avie), hat den vier Sängern bereits zwei GRAMMY-Nominierungen eingebracht und wurde von der Presse immer hoch, ja frenetisch gelobt.

Alle vier Sänger von New York Polyphony arbeiten auch im wissenschaftlichen Bereich, in akademischen Einrichtungen und Institutionen der Alten Musik. Regelmäßig ist das Ensemble bei internationalen Konzertreihen und Festivals zu Gast, u. a. in der Londoner Wigmore Hall, im Concertgebouw in Amsterdam, beim Rheingau Musik Festival, den Thüringer Bachwochen sowie beim mexikanischen Festival de Música de Morelia oder beim kanadaischen Elora Festival.

Ulfried Staber

Der in Fohnsdorf in der Steiermark geborene Bass Ulfried Staber studierte an der Kunstuniversität Graz bei Elisabeth Batrice und Martin Klietmann Musikpädagogik und Gesang.

Während seines Studiums entdeckte er die Liebe zur Chormusik. Er war Mitglied der Domkantorei Graz, cantus, Cappella nova und anderen Chören und Ensembles mit denen er in ganz Europa und Asien viele Konzerte bei verschiedensten Festivals bestreiten durfte.

Seine solistische Konzerttätigkeit erstreckt sich auf ganz Österreich, Italien , die Schweiz und Deutschland, wo er u.a. die Passionen sowie zahlreiche Kantaten von Bach, die Schöpfung von Haydn oder die Marienvesper von Monteverdi sang. Auch zahlreiche Uraufführungen zeitgenössischer Musik sind in seinem Repertoire zu finden.

Auftritte im Rahmen zahlreicher Festivals u.a. styriarte, Carinthischer Sommer, Trigonale, Feste musicale per S.Rocco/Venedig, Schlossfestspiele Ludwigsburg, Musikfest Bremen, Tiroler Festspiele Erl, oder Festival Oude Muziek Utrecht. Mit dem Countertenor Terry Wey bildet er das Duo „multiple voices „(www.speminalium.at).

Neben Cinquecento arbeitet er als gefragter Ensemblesänger auch regelmässig mit verschiedenen Ensembles wie Weser-Renaissance (Manfred Cordes), La Grande Chapelle (Albert Recasens), Clemencic Consort, Ars antiqua Austria (Gunar Letzbor), Huelgas Ensemble (Paul van Nevel), La Capella Reial de Catalunya (Jordi Savall), Nova (Colin Mason), Cappella Mariana oder dem Balthasar Neumann Chor (Thomas Hengelbrock) zusammen.

Spem in alium »Multiple Voices«

16.00 – 0.00 Uhr

Eine vierzigstimmige Motette, interpretiert von nur zwei Sängern! »Multiple Voices« heißt das Projekt von Wey und Staber, die die Motette »Spem in alium« von Thomas Tallis (komponiert um 1570) Ton für Ton, Stimme für Stimme entstehen lassen. Über mehrere Stunden hinweg werden alle 40 Stimmen der Motette nach und nach live mitgeschnitten und anschließend über Elektronik zugespielt. Selten gibt es die Möglichkeit, Musik so plastisch beim Entstehen zuzuhören. Ein Durchgang dauert knapp zehn Minuten. Um genau 23.51 Uhr und 30 Sekunden wird die letzte Stimme ergänzt, so dass um Mitternacht der letzte Akkord erklingt.

Eintritt frei

Profeti della Quinta

Doron Schleifer, Canto
Roman Melish, Canto
Lior Leibovici, Tenor
Dan Dunkelblum, Tenor
Elam Rotem, Bass
Ori Harmelin, Chitarrone

„Renaissancemusik zum Verlieben!“ titelten die Potsdamer Neueste Nachrichten und bestätigten damit, dass man mit dem Repertoire des 16. und 17. Jahrhunderts begeistern kann. Das Vokalensemble „Profeti della Quinta“ hat sich eben dieser Musik verschrieben und sein Ausgangspunkt ist das fundierte Musizieren nach der Aufführungspraxis der jeweiligen Zeit, gepaart mit dem Bewußtsein für das heutige Publikum und dessen Hörgewohnheiten.

Das Ensemble wurde in Galiläa in Israel von Elam Rotem, Bassist und Cembalist, gegründet. Mittlerweile ist es in der Schweiz ansässig, wo alle seine Mitglieder weiterführende Studien an der Schola Cantorum Basiliensis absolvierten. Wie der Name schon sagt, besteht das Ensemble im Kern aus fünf Sängern, die nach Bedarf mit befreundeten InstrumentalistInnen und SängerInnen zusammenarbeiten.

Erste Bekanntheit erlangten die „Profeti“ durch Emilio de Cavalieris Lamentaionen (1600) sowie Salomone Rossis Hashirim asher li’Shlomo (1623), der ersten Veröffentlichung hebräischer, polyphoner Musik. Mit der CD-Einspielung dieses Werks und eines Dokumentarfilms über Salomone Rossi, gefilmt an den Originalorten in Mantua, wurde dann auch die internationale Presse auf das schweizerisch-israelische Ensemble aufmerksam. Und zusammen mit dem Preis des York Early Music Young Artists Competition (2011) kamen dann die ersten wichtigen Einladungen aus Europa, Nordamerika, Israel, China und Japan. Zu den wichtigsten internationalen Festivals und Reihen gehören u.a. das Oude Muziek Festival Utrecht, das Rheingau Musik Festival, die Musikfestspiele Potsdam, die Beethovenfeste Bonn, das London Festival of Baroque Music, die Einladung in das Metropolitan Museum of Art in New York oder in die Shanghai Concert Hall.

Mittlerweile hat das Ensemble weitere CDs mit Musik des frühbarocken jüdisch-italienischen Komponisten Salomone Rossi, Orlando di Lassos Bußpsalmens,  Motetten und Madrigale von Luzzasco Luzzaschi sowie Musik aus der neuentdeckten “Carlo G. Handschrift” (ausgezeichnet mit einem Diapason d’Or) aufgenommen. Außerdem haben Profeti della Quinta zwei Werke uraufgeführt und aufgenommen, die Elam Rotem speziell für das Ensemble komponierte: Rappresentatione di Giuseppe e i suoi fratelli und Quia amore langueo.

 

Johanna Winkel

Johanna Winkel bewies sich zunächst in der historischen Aufführungspraxis barocker Musik und erweiterte ihr Repertoire stetig hin zur Romantik und Moderne.

In der vergangenen Saison sang sie u.a. Konzerte mit musicAeterna und Teodor Currentzis (Purcells Indian Queen), mit dem Freiburger Barockorchester (Beethoven 9. Symphonie), dem Beethoven Orchester Bonn mit Christoph Prick (Brittens War Requiem), dem Konzerthausorchester Berlin und Iván Fischer sowie mit der Deutschen Radiophilharmonie Saarbrücken und der Internationalen Bachakademie.

Gleichzeitig ist Johanna Winkel regelmäßig auf der Opernbühne zu erleben. Nach Mimi, Donna Elvira und Micaela gestaltete sie Alcina, Rosalinde, Agathe und Beethovens Leonore.

Im April 2017 gab sie ihr Debüt bei den Salzburger Osterfestspielen als Gerhilde in Richard Wagners Walküre unter der Leitung von Christian Thielemann, gastierte im Herbst mit dieser Partie in Peking mit dem Hong Kong Philharmonic Orchestra unter Jaap van Zweden, und im Januar dieses Jahres an der Semperoper Dresden mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden wieder unter Thielemann. Bei der Styriarte 2018 singt sie die Beethovens Leonore unter Leitung von Andrés Orozco-Estrada.

Johanna Winkel ist als Solistin auf etlichen Rundfunkmitschnitten und CD Aufnahmen zu hören. Zu ihren Einspielungen gehören u.a. Spohrs Oratorium Die letzten Dinge mit der Kammerphilharmonie Bremen (Frieder Bernius), Schönbergs Moses und Aron mit dem SWR Sinfonieorchester (Sylvain Cambreling), Bachs Magnificat mit dem Arion Baroque Orchestra (Alexander Weimann), Werke von Mendelssohn mit dem Chor des Bayrischen Rundfunks (Howard Arman), die Gesamtaufnahme der Lutherkantaten von Bach mit Christoph Spering (Echo 2017) sowie die 2018 erschienene Missa Solemnis von Bruckner mit dem Rias Kammerchor mit Łukasz Borowicz (Diapason d’or).

Collegium Vocale & Collegium 1704

Das Prager Barockorchester Collegium 1704 und das Vokalensemble Collegium Vocale 1704 wurden im Jahr 2005 von dem Cembalisten und Dirigenten Václav Luks anlässlich des Projektes BACH – PRAHA – 2005 gegründet. Seitdem arbeitet es regelmäßig mit dem Internationalen Musikfestival Prager Frühling zusammen und ist zudem regelmäßig zu Gast bei Festivals in ganz Europa. Besonderes Anliegen der Musiker ist es, das Werk tschechischer Meister wie Jan Dismas Zelenka oder Josef Mysliveček bekanntzumachen.

Im Jahr 2008 initiierte Collegium 1704 die Konzertreihe Musikbrücke Prag – Dresden, die an die reichen kulturellen Traditionen beider Städte anknüpft. Die Zusammenarbeit mit renommierten Solisten wie Magdalena Kožená, Vivica Genaux und Bejun Mehta führte im Jahr 2012 zu einem zweiten Konzertzyklus mit dem Titel Collegium 1704 im Rudolfinum in der Konzerthalle des Prager Rudolfinums. Im Herbst 2015 wurden diese beiden Reihen zu einem Konzertzyklus zusammengeführt, der parallel in Prag und Dresden erklingt.

Kürzliche und anstehende Gastspiele beinhalten Auftritte bei den Salzburger Festspielen, beim Lucerne Festival, beim Chopin Festival in Warschau, beim Festival Wratislavia Cantans, in der Berliner Philharmonie, in der Wigmore Hall London, am Theater an der Wien, im Konzerthaus Wien, in der Konzerthalle des BOZAR (Palais des Beaux-Arts) in Brüssel sowie als artist in residence bei den renommierten Festivals Alte Musik Utrecht und Bachfest Leipzig.

Aufnahmen für die Labels Accent, Zig-Zag Territoires und Supraphon erhielten u.a. einen Diapason d’Or, einen Coup de Coeur von TV Mezzo und eine Nominierung für den Gramophone Award des Magazins Gramophone.

Janina Staub

Die Sopranistin wurde 1994 in Tübingen geboren und studiert derzeit im Master Oper an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin bei Prof. Fionnuala McCarthy.

Bühnenerfahrungen sammelte Janina Staub bei der Jeunesses Musicales bei deren Schlossoper Hänsel und Gretel (Sandmännchen) unter der Leitung von Patrick Lange  und in Hochschulproduktionen, wie  Il mondo della luna (Clarice) 2018, Der Rosenkavalier (Sophie) 2017, Don Pasquale (Norina). Im Dezember 2016 war sie als Solistin im Education-Projekt der Kammerakademie Potsdam zu erleben und in den Neuen Szenen 2017 an der Tischlerei der Deutschen Oper in der zeitgenössischen Kammeroper Die Stimmlosen (Sopran). Dieses Jahr wird sie außerdem mit der Institution Génération Baroque als Aurilla die Oper Diana von Reinhard Keiser aufführen.

Ihr Repertoire umfasst zahlreiche Oratorien und Konzerte. Im März 2019 wird Janina Staub unter der Leitung von Prof. Jörg-Peter Weigle im Oratorium Elias (Solosopran) in der Philharmonie Berlin zu hören sein. Sie ist regelmäßig Gast in der Heilig Geist Kirche Heidelberg, wie auch in der Stiftskirche Tübingen. Für eine Gedenkveranstaltung des Ersten Weltkrieges trat sie mit dem Hallé Orchester im Juli 2016 auf.

Im Rahmen der Berliner Atonale 2018 wird Janina Staub im Quartett an der Staatsoper Berlin auftreten.

Zefiro Torna

Das Vokal-Instrumental-Ensemble Zefiro Torna erweckt das kulturelle Erbe aus Mittelalter, Renaissance und Barock auf einzigartige Weise zu neuem Leben. Das Ensemble beschränkt sich nicht nur auf einen historischen Ansatz, sondern verbindet es mit anderen Musiktraditionen, Literatur, Wissenschaft, Philosophie, der bildenden Kunst, Theater und Tanz. Daraus ergeben sich faszinierende Stücke der Gesamtkunst um eine Vielzahl von symbolischen oder allegorischen Themen.

Das Ensemble trat daher in den Dialog mit Künstlern, Regisseuren, Choreografen, Komponisten und Performern wie Anne-Mie Van Kerckhoven, Bram Bosteels, Brody Neuenschwander, Dick van der Harst, Ghalia Benali, Ief Spincemaille, Maura Pawlowski, Sigrid T’Hooft, Stefaan Degand, Stevie Wishart, Timo Van Luijk, Tom Hannes und mit Ensembles wie Abattoir Fermé, ARSENAAL / LAZARUS, Antwerpen Kathedraalkoor, Ultima Thule, Vlaams Radiokoor / Hervé Niquet, Vocalconsort Berlin, ZOO / Thomas Hauert.

Durch diesen Ansatz genießt Zefiro Torna internationales Ansehen. Das Ensemble ist ein willkommener Gast in renommierten (inter)nationalen Konzerthäusern wie Amuz, Bozar, Concertgebouw Brugge, De Bijloke, De Singel, Flagey, Handelsbeurs, Kaaitheater, Muziekgebouw aan ‘tIJ Amsterdam, Philharmonie Haarlem, Radialsystem V / Berlin, Vredenburg Utrecht , Wilminktheater Enschede und Kunst- und Musikfestivals wie Brosella, Charleroi Danses, Festival de Wallonie, Festival von Vlaanderen-Mechelen, Klarafestival, Laus Polyphoniae, MAfestival Brugge, Zomer van Antwerpen, Banchetto Musicale / Vilnius, Biennale Alter Musik / Konzerthaus Berlin, Concentus Moraviae, Festival de Musica Antigua de Sevilla, Festspiele Oude Muziek Utrecht, Festspiele Seviqc-Brezice Slovenië, Fryskfestival, Gergiev Festival Rotterdam, Internationale Orgelwoche Nürnberg, Landshuter Hofmusiktage, Musikfestspiele Potsdam Sanssouci, Operadagen Rotterdam, Theaterfestival Boulevard Herzogenbusch und Zeeland Nazomer Festival.

Ihre Programme werden regelmäßig mit Preisen ausgezeichnet und einige von ihnen wurden auf den Labels Et’Cetera, Warner Classics und Homerecords veröffentlicht.