Avishai Cohen © Youri Lenquette

Avishai Cohen

Avishai Cohens Musik gleicht einem Strudel der Gefühle. Die Struktur der Songs, ihre intime Architektur überrascht immer wieder, nimmt unerwartete Wendungen. Mit seinen Kompositionen zügelt er die Gefühle, hält sie zurück, damit sie sich voll entfalten können, und verhindert somit, dass die Energie verpufft, bevor sie den Zuhörer erreicht. Cohens Stücke sind immer schon grenzenlos, sowohl was Musikstile als auch was geographische Grenzen betrifft, und gleichwohl stark von traditioneller jüdischer Musik inspiriert. Der aus Jerusalem stammende Avishai Cohen, der sich inzwischen in Tel Aviv niedergelassen hat und den Ruf als einer der populärsten Jazzmusiker der letzten zehn Jahre genießt, nähert sich mit dem Album »Seven Seas« seinem künstlerischen Zenit. Ein verwegener Charme zeichnet das musikalische Schaffen des Kontrabass-Spielers aus, dessen facettenreiches Talent sich als Komponist, Pianist, Arrangeur und zuletzt auch als Sänger zeigt. Der Komponist mit rastlosen Texten, der phänomenale Musiker, überraschende Liveperformer – all dies trat in den Schatten, um einen Sänger mit sanfter Stimme und kosmopolitischem Esprit zu offenbaren, der sowohl hebräische als auch arabisch-andalusische Untertöne vereinen konnte.

Tamara Banješević

Tamara Banješević

Die Sopranistin Tamara Banješević wurde in Belgrad geboren. 2007 bis 2012 erhielt sie ihre musikalische Ausbildung an der Musikhochschule Mannheim bei Prof. Snežana Stamenković. Sie nahm an Meisterklassen bei KS Helen Donath, Angelika Kirchschlager, Rudolf Piernay, Thomas Hampson, Margreet Honig, Thomas Quasthoff und Wolfram Rieger teil. Tamara Banješević wurde auf Wettbewerben vielfach ausgezeichnet und ist Stipendiatin der Lied Akademie des Internationalen Musikfestivals Heidelberger Frühling, des DAAD und der Rotary und Lions Club Stiftung.
Während ihres Studiums war sie oft als Gast am Nationaltheater Mannheim engagiert und seit der Spielzeit 2012/2013 ist sie dort festes Ensemblemitglied.
Sie gastierte bei der Internationalen Bachakademie Stuttgart in Robert Schumanns »Faustszenen« unter Helmuth Rilling, im Rahmen der Jeunesses Musicales Deutschland als Anna Reich in »Die Lustigen Weiber von Windsor«, als Susanna in »Le nozze di Figaro« an der Sommeroper Bamberg und bei den Osterfestspielen Baden-Baden in Pauline Viardots »Cendrillon«, begleitet von den Mitgliedern der Berliner Philharmonie. Im Sommer 2014 war sie im Rahmen des Festivals in Aix en Provence und der Mozart Residency in mehreren Konzerten zu hören.
2015 kehrt sie zu den Osterfestspielen Baden-Baden als Modistin in der Neuproduktion des »Rosenkavaliers« unter der Leitung von Sir Simon Rattle und unter der Regie von Brigitte Fassbaender mit den Berliner Philharmonikern zurück.

amarcord © Martin Jehnichen

amarcord

Wolfram Lattke – Tenor
Robert Pohlers – Tenor
Frank Ozimek – Bariton
Daniel Knauft – Bass
Holger Krause – Bass

Unverwechselbarer Klang, atemberaubende Homogenität, musikalische Stilsicherheit und eine gehörige Portion Charme und Witz sind Markenzeichen von amarcord. Das Repertoire des vielfach preisgekrönten Ensembles reicht von Gesängen des Mittelalters, Madrigalen und Messen der Renaissance, Werken der europäischen Romantik und des 20. Jahrhunderts über Volkslieder und Songs aus Soul und Jazz bis hin zu zeitgenössischer Musik.
Außer A-cappella-Konzerten gibt amarcord regelmäßig Konzerte mit Künstlern wie Ragna Schirmer, Daniel Hope, Gewandhausorchester Leipzig, Lautten Compagney, Leipziger Streichquartett, KlazzBrothers u.a.
amarcord gehört mit dem Gewandhausorchester und dem Thomanerchor zu den wichtigsten Repräsentanten der Musikstadt Leipzig im In- und Ausland. Zahlreiche Konzerttourneen führten die Sänger in über 50 Länder auf nahezu allen Kontinenten. In Kooperation mit dem Goethe-Institut gastierten sie in Australien, Südostasien, dem Nahen Osten, Russland, Afrika und in Mittelamerika. Beim 1997 von amarcord gegründeten Internationalen Festival für Vokalmusik »a cappella« sind jedes Frühjahr die Stars der Szene wie The Real Group, The King’s Singers, Take 6 oder das Hilliard Ensemble in Leipzig zu erleben.
Die CDs des Ensembles wurden vielfach ausgezeichnet. Für die aktuelle CD »Folks & Tales« erhielten die Sänger 2014 ihren sechsten »a-cappella-Oscar«, den Contemporary A Cappella Recording Award. 2010 legte amarcord seine erste CD-Produktion gemeinsam mit Orchester vor: eine rekonstruierte Fassung von Johann Sebastian Bachs Markus-Passion unter Mitwirkung von Dominique Horwitz und der Kölner Akademie.

Amaryllis Quartett

Nach dem Gewinn zahlreicher internationaler Preise kann sich das Amaryllis Quartett zu den führenden Streichquartetten seiner Generation zählen.
Die vier jungen Musiker, die bei Walter Levin in Basel, später dann beim Alban Berg Quartett in Köln und Günter Pichler in Madrid ausgebildet wurden, sind außerdem Stipendiaten des Deutschen Musikrates. Ihre 2011 erschienene CD »White« mit Werken von Haydn und Webern wurde mit dem ECHO Klassik 2012 ausgezeichnet.
Regelmäßig gastiert das Amaryllis Quartett bei Konzertreihen und auf Festivals: Es trat unter anderem beim Schleswig-Holstein Musik Festival, bei den Schwetzinger SWR Festspielen, beim Streichquartettfest Heidelberg auf und war bereits zu Gast in der Wigmore Hall London, dem Concertgebouw Amsterdam und dem Wiener Musikverein. In der Saison 2014/15 wird das Amaryllis Quartett sein Debüt beim Lucerne Festival geben und zu Gast beim Heidelberger Frühling und dem Rheingau Musik Festival sein.
Stets ist es den Musikern dabei ein Anliegen, in ihren Programmen die Klassiker der Quartettliteratur mit Uraufführungen zeitgenössischer Werke oder mit heute vergessenen Meisterwerken – insbesondere des Bartók-Schülers Géza Frid – zu kombinieren und Werke der Wiener Klassik und der Zweiten Wiener Schule einander gegenüber zu stellen.
Zu den Kammermusikpartnern des Amaryllis Quartetts zählen Barbara Westphal, Dimitri Ashkenazy, Albrecht Breuninger, Francois Benda, Patrick Demenga, Jens Peter Maintz und Gustav Rivinius.

Christina Pluhar © Marco Borggreve

Christina Pluhar & L‘Arpeggiata

»Musik für ein Weilchen, soll alle deine Sorgen vergessen lassen«. Kann man der Musik ein schöneres Kompliment machen, als es Henry Purcell in seiner Vertonung dieser Verse John Drydens tat? Purcells Heimat waren vor allem die Londoner Theater, deren Anliegen es war, das Publikum in andere Welten zu entführen. Für die Tanz, Gesang und Schauspiel frei kombinierenden Theaterstücke schrieb Purcell unzählige, berückend schöne Songs und Szenenmusiken. Christina Pluhar und ihr Ensemble L’Arpeggiata präsentieren mit »Music for a While« eine Hommage an diesen »Orpheus Britannicus« des ausgehenden 17. Jahrhunderts und setzen in ihrem Zusammenkommen von Barock- und Jazzmusikern in gewisser Weise Purcells genreübergreifende Theatertradition fort. Es darf gern eine sehr lange Weile werden.

»Zugabe« Jörg Tröger im Gespräch mit Christina Pluhar

Hanna Elisabeth Müller © Chris Gonz

Hanna-Elisabeth Müller & Juliane Ruf

Hanna-Elisabeth Müller ist
SWR2 New Talent

 

In Kooperation mit der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

Wir danken
Freundeskreis Heidelberger Frühling

 

 

Jörg Tröger im Gespräch mit Hanna-Elisabeth Müller (Audio)

Hanna-Elisabeth Müller © Chris Gonz

Thomas Hampson © Kristin Hoebermann

Thomas Hampson & Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Lange war die Kunstmusik in den USA allein von den Musiktraditionen Europas bestimmt, bis sich dank der kulturellen und ethnischen Vielfalt der dort lebenden Menschen ab Beginn des 20. Jahrhunderts langsam ganz eigene amerikanische Idiome entwickelten. Diese reichen von der Streicherserenade Samuel Barbers, einer der ersten Kompositionen des 18-Jährigen, über den mit Volksliedern angereicherten und den Siedlermythos feiernden »Appalachian Spring« Aaron Coplands bis zu Leonard Bernsteins ausgelassener »Candide«-Ouvertüre. Thomas Hampson, der schon viele Jahre sowohl menschlich als auch musikalisch den Heidelberger Frühling bereichert, präsentiert die 2009 für ihn komponierten »Letters from Lincoln« von Michael Daugherty, eine musikalische Hommage an den berühmten Präsidenten und »Sklavenbefreier«.

 

Wir danken
Freundeskreis Heidelberger Frühling

 

 

Das Konzert wird mitgeschnitten von
Deutschlandradio Kultur

 

Sendetermin: 06. April 15 20:03 Uhr Deutschlandradio Kultur

Ian Bostridge © Benjamin Ealovega

Ian Bostridge & Julius Drake

»Winterreise«, »Die Schöne Müllerin«, »Schwanengesang« – meist sind es die großartigen Liederzyklen von Franz Schubert, die im Konzertsaal erklingen. Leicht vergisst man darüber, dass der Komponist neben diesen Zyklen noch etwa 600 weitere Lieder komponiert hat. Der insbesondere für seine Schubert- Interpretationen gefeierte Tenor Ian Bostridge ist in diese Schatztruhe eingetaucht und hat neben einer Reihe bekannter Lieder selten zu hörende Kleinode geborgen, die in ihrem Entstehungszeitraum zwischen 1816 und 1827 eindrucksvoll zeigen, wie die Liedkomposition Schuberts gesamtes Leben begleitet hat. Es gibt auf der Welt wohl keinen zweiten Ort, der wie Heidelberg mit seiner langen Geschichte als Ort der Romantik, des Liedes und der Lyrik prädestiniert ist, diesen Schätzen ein Forum zu bieten und ein Eintauchen ins »Schubert-Universum« zu ermöglichen.

Ian Bostridge © Benjamin Ealovega

Ian Bostridge

Als einer der international gefragtesten Liedsänger und Bühnenkünstler der Gegenwart ist der englische Tenor Ian Bostridge ein gern gesehener Gast bei großen Festivals wie den Münchener Opernfestspielen, den Wiener Festwochen und der Schubertiade in Schwarzenberg. Neben viel beachteten Auftritten in der Carnegie Hall und an der Mailänder Scala war er Artist-in-Residence am Concertgebouw Amsterdam (»Carte-Blanche«-Serie mit Thomas Quasthoff 2004/2005), an der Carnegie Hall (»Perspectives«-Serie), an der Wigmore Hall London und an der Laeiszhalle Hamburg.

Seine Aufnahmen sind mit allen führenden internationalen Schallplattenpreisen ausgezeichnet und auch für insgesamt dreizehn Grammys nominiert worden. Zu seiner neueren Diskografie gehören »Three Baroque Tenors« mit dem English Concert und Bernard Labadie sowie eine CD mit Liedern von Benjamin Britten (EMI, am Klavier Antonio Pappano).
Zu den Orchestern, mit denen er konzertiert hat, gehören die Berliner Philharmoniker, das Chicago Symphony Orchestra, das BBC Symphony Orchestra und das Los Angeles Philharmonic. Auf der Opernbühne hat er u.a. Lysander in Brittens »Sommernachtstraum« (Opera Australia, Edinburger Festspiele) und Tamino in der »Zauberflöte« verkörpert. In Planung sind Auftritte bei verschiedenen Festivals und eine Recital-Tournee durch die Vereinigten Staaten. 2003 wurde Ian Bostridge die Ehrendoktorwürde für Musik durch die St.-Andrew’s-Universität Edinburgh verliehen, 2010 wurde er zum Fellow ehrenhalber der St. John’s College Oxford ernannt. Im akademischen Jahr 2014/2015 wird er als Humanitas Professor of Classical Music an der Universität Oxford lehren.