Kammermusik Akademie: Mittagskonzert III »Klarinetten-Klänge«

Der dritte Tag der Kammermusik Akademie ist dem vielseitigsten, auratischsten, geheimnisvollsten, manche würden auch sagen: wohlklingendsten Blasinstrument überhaupt gewidmet: der Klarinette. Drei glühende Verehrer der Klarinette sind deshalb im Mittagskonzert vertreten: Mozart, Brahms und Widmann; mit Kompositionen, die zeigen, wie sehr sie das Instrument, das singen, jauchzen und schluchzen kann, inspiriert.


Über das Programm

»Zwischen Himmel und Abgrund«

Ein gewichtiges Konzert, ein großes Konzert: drei Meisterwerke des Kammermusikrepertoires. Mit dem Brahmsschen Klarinettenquintett geht ein Weg zu Ende, der am vorangegangenen Donnerstag mit Webers Schwesterwerk begann und über die Kompositionen Mozarts und Rihms den ganzen Reichtum der großen Klarinettenquintette erschloss.

Die Veranstaltung kann einzeln oder als Teil des »Standpunkte Pass« gebucht werden (€ 215 | € 195 | € 165 | € 130 I € 115 I  95). Diesen erhalten Sie telefonisch direkt bei uns (06221 – 584 00 44, Mo – Fr, 10 – 18 Uhr).

»Neue Bahnen II«

Johannes Brahms’ Klarinettentrio erscheint an diesem Nachmittag in einem neuen Zusammenhang: gespiegelt in einer Komposition aus der Werkstatt der Akademie für Komposition.

Inklusive Konzert um 16.15 Uhr

Die Veranstaltung kann einzeln oder als Teil des »Standpunkte Pass« gebucht werden (€ 215 | € 195 | € 165 | € 130 I € 115 I € 95). Diesen erhalten Sie telefonisch direkt bei uns (06221 – 584 00 44, Mo – Fr, 10 – 18 Uhr).


Künstlerpodcast

»Neue Bahnen III«

Bachs Goldberg-Variationen waren bereits Thema des ersten Tages der Kammermusik Akademie. Hier erscheinen sie nun in neuem Klanggewand, in einer Fassung für Streichtrio. Für dieselbe Besetzung ist auch das Werk gedacht, das aus der Werkstatt der Akademie für Komposition hervorgegangen ist.

Inklusive Konzert um 15.00 Uhr

Die Veranstaltung kann einzeln oder als Teil des »Standpunkte Pass« gebucht werden (€ 215 | € 195 | € 165 | € 130 I € 115 I € 95). Diesen erhalten Sie telefonisch direkt bei uns (06221 – 584 00 44, Mo – Fr, 10 – 18 Uhr).

»Klang-Schichten«

Nicht »Klarinettenquintett«, sondern »vier Studien zu einem Klarinettenquintett« nennt Wolfgang Rihm sein 2002 für Jörg Widmann komponiertes Werk; und das Wort »Studien« deutet wohl – nicht ohne Koketterie – an, dass die Aufgabe, nach Mozart und Brahms der Gattung ein weiteres Werk hinzuzufügen, eine gewaltige ist, die Vorarbeiten erfordert. Man steht eben auf den Schultern von Riesen …

Vortrag um 10 Uhr im Preis inbegriffen.

Jörg Widmann © Marco Borggreve

Jörg Widmann & Markus Uhl: »Der Gesang der Vögel«

Melancholie in zwei weit voneinander entfernten Erscheinungsformen, die sich fremd sind – und doch so nah. Zum einen Arnold Schönbergs romantische Vertonung von Richard Dehmels anrührendem Gedicht »Verklärte Nacht«. Zum anderen die abgeklärte Schwermut der großen Bluessongs, interpretiert durch die norwegische Songwriterin Rebekka Bakken. Thomas Wördehoff, Intendant der Ludwigsburger Schlossfestspiele, möchte zeigen, wie viel diese beiden Welten sich doch zu sagen haben. Für den Heidelberger Frühling konzipierte er ein ungewöhnliches Konzert, bei dem Schönbergs Streichsextett der herben Mädchenhaftigkeit von Bakkens Gesang auf faszinierende Weise gegenüber steht und so die »Verklärte Nacht« neu beleuchtet.

In Kooperation mit dem Unterwegstheater/Künstlerhaus/HebelHalle und den Ludwigsburger Schlossfestspielen

Die Veranstaltung kann einzeln oder als Teil des »Standpunkte Pass« gebucht werden (€ 215 | € 195 | € 165 | € 130 I € 115 I € 95). Diesen erhalten Sie telefonisch direkt bei uns (06221 – 584 00 44, Mo – Fr, 10 – 18 Uhr).

Eröffnungskonzert 20. Heidelberger Frühling

20 Jahre Heidelberger Frühling – das Eröffnungskonzert des Geburtstagsfestivals versammelt Künstler, die dem Heidelberger Frühling seit langem verbunden sind: Thomas Hampson, Igor Levit, Daniel Müller-Schott, Jörg Widmann. Für diese Gala bringen sie Werke mit, die ihnen besonders am Herzen liegen.

Wir danken
Dr. Jobst Wellensiek und Dr. Manfred Lamy

Jörg Widmann

Jörg Widmann gehört zu den aufregendsten und vielseitigsten Künstlern seiner Generation. Als Inhaber des Richard and Barbara Debs Composer Chair der Carnegie Hall New York wird sein Werk in der Spielzeit 2019/20 dort im Fokus stehen. Zudem ist er in dieser Saison in allen seinen Facetten, sowohl als Klarinettist, Dirigent und als Komponist als Residenzkünstler des WDR Sinfonieorchesters, des Palau de la Música Catalana in Barcelona und beim Bergen International Festival zu erleben.

Langjährige Kammermusikpartner wie Sir András Schiff, Daniel Barenboim, Mitsuko Uchida, Tabea Zimmermann, Antoine Tamestit und das Hagen Quartett werden zusammen mit Jörg Widmann unter anderem bei der Schubertiade Schwarzenberg, den Salzburger Festspielen, in der Carnegie Hall New York und dem Wiener Kozerthaus konzertieren.

Seine Tätigkeiten als Dirigent erweitert Jörg Widmann stetig. So ist er unter anderem mit dem Ensemble Kanazawa in Japan, dem WDR Sinfonieorchester, dem Swedish Chamber Orchestra und dem Hessischen Staatsorchester zu erleben. Im Novemeber 2019 wird er mit dem Irish Chamber Orchestra, dessen Chefdirigent er ist, auf Tournee durch die USA gehen.

Ausgebildet von Gerd Starke in München und Charles Neidich an der Juilliard School New York war der Klarinettist Jörg Widmann 16 Jahre lang selbst Professor für Klarinette an der Freiburger Musikhochschule, davon sieben Jahre auch als Professor für Komposition.

Er war regelmäßig zu Gast bei bedeutenden internationalen Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, Orchestre National de France, Tonhalle-Orchester Zürich, National Symphony Orchestra Washington, Orchestre symphonique de Montréal, National Symphony Orchestra Taiwan, Netherlands Philharmonic Orchestra und Toronto Symophony Orchestra und konzertiert mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Kent Nagano, Christoph Eschenbach und Christoph von Dohnanyi.

Im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2015 brachte er das neue Klarinettenkonzert über von Mark Andre zur Uraufführung. Mehrere Klarinettenkonzerte sind ihm gewidmet und durch ihm uraufgeführt worden, unter anderem etwa die Musik für Klarinette und Orchester von Wolfgang Rihm (1999) und Cantus von Aribert Reimann (2006).

Komposition studierte Jörg Widmann bei Kay Westermann, Wilfried Hiller, Hans Werner Henze und Wolfgang Rihm. Sein Schaffen wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem renommierten, nur alle zwei Jahre verliehenen Stoeger Prize der New Yorker Chamber Music Society of Lincoln Center (2009). 2001 erhielt Jörg Widmann den Hindemith-Preis des Landes Schleswig-Holstein, 2004 den Schönberg-Preis des Arnold Schönberg Centers Wien, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und DeutschlandRadio Berlin, 2006 erhielt er den Kompositionspreis des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg für die bemerkenswerteste Uraufführung der Donaueschinger Musiktage sowie den Claudio- Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker.

Dirigenten wie Daniel Barenboim, Daniel Harding, Kent Nagano, Christian Thielemann, Mariss Jansons, Valery Gergiev, Andris Nelsons und Simon Rattle bringen seine Musik regelmäßig zur Aufführung. Orchester wie die Wiener und die Berliner Philharmoniker, das New York Philharmonic, Orchestre de Paris, BBC Symphony Orchestra und viele andere haben seine Musik uraufgeführt und regelmäßig in ihrem Konzertrepertoire.

Eine besondere Verbindung verband Jörg Widmann mit Pierre Boulez, der im Januar 2007 sein Stück Armonica mit den Wiener Philharmonikern in Salzburg aus der Taufe hob und mit dem er eng an dessen Dialogue de l’ombre double arbeitete, das er zu Boulez 85. Geburtstag in Paris zur Aufführung brachte.

Mit dem Cleveland Orchestra und dessen Chefdirigenten Franz Welser-Möst verbindet ihn seit seiner zweijähringen Residenz als composer in residence eine besondere künstlerische Zusammenarbeit. 2014 war sein für das Orchester geschriebene Flûte en suite das zentrale Werk auf der Europatournee des Cleveland Orchestra, in der Berliner Philharmonie widmete das Orchester seiner Musik einen ganzen Konzertabend. Unter der Leitung von Kent Nagano und unter Mitwirkung namhafter Sänger eröffnete die Uraufführung seiner Oper Babylon die Spielzeit 2012/13 an der Bayerischen Staatsoper München, im März 2019 wurde die revidierte Fassung an der Berliner Staatsoper unter den Linden zur Aufführung gebracht.

2009 wurde zum 20-jährigen Jubiläum der Pariser Opéra Bastille das Musiktheater Am Anfang von Anselm Kiefer und Jörg Widmann uraufgeführt. Widmann agierte hier als Komponist, Klarinettist und gab sein Debut als Dirigent.

Jörg Widmann war Residenzkünstler zahlreicher Orchester und Festivals wie den Lucerne Festival, den Salzburger Festspipelen, bei den Bamberger Symphonikern und in der Saison 2015/16 als „creative chair“ des Tonhalle-Orchesters Zürich. Das Konzerthaus Wien, die Alte Oper Frankfurt und die Kölner Philharmonie widmeten Widmann in den vergangenen Jahren Komponistenportraits. Unter Kent Nagano brachte das Philharmonische Staatsorchester Hamburg im Januar 2017 Widmanns Oratorium ARCHE im Rahmen des Eröffnungswochenendes der Elbphilharmonie Hamburg zur Uraufführung. In der Saison 2017/18 war Jörg Widmann der erste Gewandhauskomponist in der Geschichte Leipzigs.

Seit 2017 bekleidet Widmann einen Lehrstuhl für Komposition an der Barenboim-Said Akademie Berlin. Er war Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg (2007) und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (2016), von der er 2018 mit dem Robert Schumann Preis für Dichtung und Musik ausgezeichnet wurde. Im Dezember 2018 wurde Jörg Widmann mit dem bayerischen Maximiliansorden geehrt.

Sabine Meyer © Thomas Rabsch EMI Classics

Sabine Meyer

Sabine Meyer schlug zunächst die Orchesterlaufbahn ein und wurde Mitglied des Sinfonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Es folgte ein Engagement als Solo-Klarinettistin bei den Berliner Philharmonikern. In mehr als dreißig Jahren führten sie ungezählte Konzerte sowie Rundfunk- und Fernsehauftritte in alle Musikzentren Europas sowie nach Brasilien, Israel, Kanada, China und Australien, nach Japan und in die USA.

Sie gastierte bei allen bedeutenden Orchestern in Deutschland und wurde von den führenden Orchestern der Welt engagiert, so z. B. von den Wiener Philharmonikern, vom Chicago Symphony Orchestra, vom NHK Symphony Orchestra Tokyo, den Berliner Philharmonikern, von den Radio-Sinfonieorchestern in Wien, Prag und Budapest sowie von zahlreichen anderen Klangkörpern.
In vielfältigen kammermusikalischen Zusammensetzungen hat sie unter anderem mit Künstlern wie Heinrich Schiff, Gidon Kremer, Martin Helmchen, sowie dem Modigliani Quartett musiziert.
Sabine Meyer hat zahlreiche Einspielungen bei EMI Classics für die Deutsche Grammophon und Sony gemacht.

Neben der achtmaligen Auszeichnung mit dem „Echo Klassik“ ist Sabine Meyer Trägerin zahlreicher anderer Preise und bekam den Orden „Chevalier des Arts et des Lettres“ verliehen.
Seit 1993 hat Sabine Meyer eine Professur an der Hochschule für Musik in Lübeck inne.

Jörg Widmann © Marco Borggreve

Jörg Widmann & Sir András Schiff

Jörg Widmann wird nicht nur als brillanter Klarinettist international gefeiert, er ist auch einer der bedeutendsten deutschen Komponisten der Gegenwart. Widmanns Intermezzi, die sein kongenialer Duopartner András Schiff interpretiert, knüpfen durch direkte Zitate an die 1892/93 entstandenen Klavierstücke opp. 116-119 von Johannes Brahms an. Von Brahms selbst erklingen die ähnlich spät komponierten Klarinettensonaten, die er für den befreundeten Klarinettisten Richard Mühlfeld schrieb. Freundschaftliche Verbundenheit spricht auch aus Alban Bergs Vier Stücken op. 5, seinem ersten strikt atonalen Werk. Seinen eigenen Anspruch, »dass um die Kette der Regel immer der Silberfaden der Phantasie sich schlänge«, hat Robert Schumann in den Fantasiestücken op. 73 perfekt eingelöst.

 

Wir danken
Freundeskreis Heidelberger Frühling