Grigory Sokolov © AMC Verona

Grigory Sokolov

19:00 Uhr Konzerteinführung durch die Classic Scouts

»Ein Großer«, mit diesem lapidaren und treffenden Ausspruch umrahmte ein Kritiker der Süddeutschen Zeitung vor einigen Jahren seine Rezension eines Konzertes von Grigory Sokolov. Ohne Zweifel ist Sokolov einer der faszinierendsten Pianisten unserer Tage, er frappiert seine Zuhörer durch die Tiefe seiner musikalischen Ideen und unendliche technische Kontrolle. Neben den großen Klassikern und der Musik des 20. Jahrhunderts nimmt Sokolov regelmäßig selten gespielte oder auch sperrige Werke in seine Programme auf und versteht es, diese dem Publikum durch seine kongeniale Interpretation zu erschließen. Ein ganz Großer.

Fazil Say © Marco Borggreve

Fazıl Say

Im Mai 2013 entzündeten sich an einem Bauprojekt im Istanbuler Gezi-Park Proteste gegen die als autokratisch empfundene türkische Regierung, in deren Verlauf acht Menschen getötet und mehrere tausend verletzt oder verhaftet wurden. Der international gefeierte Pianist und Komponist Fazıl Say brachte die Verbundenheit mit seinen wagemutigen Mitbürgern in mehreren mit »Gezi Park« betitelten Werken zum Ausdruck. Seine viersätzige Sonate »Gezi Park 2« zeichnet eindrucksvoll die Ereignisse nach, Schrecken, Tod, aber auch Hoffnung. Thematisch daran anknüpfend singt die türkische Sopranistin Serenad Bagčan Songs von Say, die von politisch Verfolgten handeln. Den Eigenkompositionen stellt Say in seinem klug durchdachten Programm Beethovens »Sturm«-Sonate und Janáčeks Klaviersonate 1.X.1905 voran. Im Vorwort zu dieser Sonate heißt es: »In Gedenken an den Arbeiter, der während der Demonstration für eine Universität in Brno erstochen wurde«. Janáček war 1905 selbst Zeuge dieser Tat.

Igor Levit © Felix Broede

Igor Levit

19:00 Uhr Konzerteinführung durch die Classic Scouts

Nach Jörg Widmann und Eleonore Büning wird 2015 mit Markus Hinterhäuser, dem designierten Intendanten der Salzburger Festspiele, als Preisträger des Musikpreises Heidelberger Frühling bereits zum dritten Mal eine Persönlichkeit ausgezeichnet, die sich große Verdienste in der Musikvermittlung erworben hat. Vielleicht sogar mit traumwandlerischer Sicherheit – dazu würde jedenfalls das Programm passen, das Igor Levit für sein Konzert zur Preisverleihung ausgesucht hat: Der Uraufführung von »Dreams II« des Amerikaners Frederic Rzewski, der sich durch den Film »Träume« von Akira Kurosawa anregen lie, stellt er Johann Sebastian Bachs berühmte Goldberg-Variationen gegenüber, die Levit in Heidelberg zum ersten Mal öffentlich aufführen wird. Bach schrieb die Variationen für den befreundeten Reichsgrafen Hermann Keyserlink, der an Schlaflosigkeit litt und sich nachts von seinem Hofmusiker Johann Gottlieb Goldberg wenigstens musikalisch zum Träumen bringen ließ.

Wir danken
HeidelbergCement AG

 

weitere Konzerte mit Igor Levit 2015

29. März 15 Sir András Schiff & Igor Levit
6. April 15 »Standpunkte I« Igor Levit & Künstler der Festival Akademie
7. April 15 »Standpunkte II« Igor Levit & Künstler der Festival Akademie
8. April 15 »Standpunkte III« Igor Levit & Künstler der Festival Akademie
9. April 15 »Standpunkte IV« Igor Levit & Künstler der Festival Akademie
10. April 15 »Standpunkte V« Igor Levit & Künstler der Festival Akademie
11. April 15 Finale der Festival Akademie

Darüber hinaus kann man Igor Levit zwischem dem 6. und 11. April 2015 bei Open Classes und Akademie Foren der Festival Akademie in Heidelberg erleben. Für ein ausführliches Programm der Festival Akademie können Sie kostenlos unser Programm anfordern oder den Flyer zur Akademie downloaden.

Sir András Schiff © Roberto Masotti

András Schiff

Letzte Stücke einer Gattung umgibt immer der Nimbus des Besonderen: Sie müssen einfach besonders gut, besonders ausdrucksstark, eine Quintessenz der Komponistenpersönlichkeit sein. Natürlich haben Haydn, Mozart, Beethoven und Schubert beim Schreiben ihrer letzten Klaviersonaten, die András Schiff in seinem Soloabend nebeneinanderstellt, nicht in diesen Bahnen gedacht. Gleichwohl sind ihre Werke, seien sie nun wie bei Haydn fünfzehn Jahre vor dem Tod des Komponisten entstanden, oder nur zwei Monate wie bei Schubert, von enormer Dichte und Intensität. Nachdem er bereits beim Heidelberger Frühling 2011 stürmisch gefeiert wurde, kehrt András Schiff nun für drei Kammerkonzerte zurück an den Neckar. Neben dem Solo-Konzert am Freitagabend gibt András Schiff Konzerte im Duo. Am Sonntag steht András Schiff erstmals gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit auf der Bühne, am Montag kann man das Duo András Schiff und Jörg Widmann in Heidelberg hören.

 

Wir danken
Viktor und Sigrid Dulger Stiftung

Rafał Blechacz

Der junge polnische Pianist Rafał Blechacz hat sich als feste Größe im internationalen Konzertleben etabliert und wird für seine tiefsinnigen und virtuosen Interpretationen gefeiert. Im Oktober 2005 begann seine Karriere mit einem herausragenden ersten Preis beim 15. Warschauer Chopin Wettbewerb inklusive aller Sonderpreise. Er ist außerdem Preisträger des Gilmore Artist Award 2014, einem der angesehensten Musikpreise für Pianisten weltweit.

Rafał Blechacz konzertiert regelmäßig mit renommierten Orchestern wie dem Mahler Chamber Orchestra, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, London Philharmonic Orchestra, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Orchestre de Paris, Tonhalle-Orchester Zürich, Orchestre Symphonique de Montréal und Detroit Symphony Orchestra. Er gibt Soloabende in berühmten Konzertsälen wie der Philharmonie Berlin, Herkulessaal München, Liederhalle Stuttgart, Salle Pleyel Paris, Royal Festival Hall und Wigmore Hall London, Concertgebouw Amsterdam, La Scala Mailand, Wiener Konzerthaus, Tonhalle Zürich, Suntory Hall Tokyo und der Avery Fisher Hall New York.

Rafał Blechacz ist Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon, vielfach wurden seine Einspielungen ausgezeichnet. So wurde seine Debüt-CD mit Préludes von Chopin mit dem ECHO Klassik und dem Diapason d’or geehrt, seine Aufnahme der Klavierkonzerte von Chopin mit Jerzy Semkow und dem Concertgebouworkest erhielt den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“, die CD mit Werken von Debussy und Szymanowski erhielt u. a. einen „ECHO Klassik“. Weitere Alben mit Polonaisen von Chopin oder Werken von Bach sowie sein Duo-Album mit der Violinistin Bomsori Kim haben in den letzten Jahren Hörer und Presse gleichermaßen begeistert.

Rafał Blechacz wurde 1985 geboren. Bereits im Alter von fünf Jahren erhielt er Klavierunterricht und führte seine Studien an der Artur Rubinstein State School of Music in Bydgoszcz fort. 2007 machte er seinen Abschluss an der Feliks Nowowiejski Music Academy in Bydgoszcz bei Katarzyna Popowa-Zydroń. Im Jahr 2016 promovierte Rafał Blechacz in Musikphilosophie.

Grigory Sokolov © AMC Verona

Grigory Sokolov

Grigory Sokolov ist zweifelsohne einer der größten Pianisten unserer Tage. Anti-Star par excellence, zurückhaltend und fern von Exzentrik und Glamour, wird Sokolov heute von einer begeisterten Anhängerschaft gefeiert. Die internationale Kritik rühmt besonders die Tiefe seiner musikalischen Welt, seine absolute, technische Kontrolle sowie die immer wieder überraschende Originalität seiner Interpretationen.
In Leningrad geboren, beginnt er das Klavierstudium als Fünfjähriger. Schon im Alter von sechzehn Jahren erregt er internationale Aufmerksamkeit, als er den ersten Preis des Tschaikowsky-Wettbewerbs in Moskau gewinnt.
Bedeutende Orchester und über 200 Dirigenten sind Sokolov während seiner Laufbahn in den wichtigsten Konzertsälen der Welt begegnet, darunter Myung-Whung Chung, Valery Gergiev, Herbert Blomstedt, Neeme Järvi, Sakari Oramo, Trevor Pinnock, Andrew Litton und Moshe Atzmon.
Seit einigen Jahren konzentriert sich Grigory Sokolov ausschließlich auf Soloabende und gehört zu den wenigen Pianisten, die regelmäßig jede Saison in den großen europäischen Konzertsälen zu Gast sind. Beim Heidelberger Frühling begeisterte er zuletzt 2018.

Piotr Anderszewski © MG de Saint Venant

Piotr Anderszewski

Es mag schon erstaunen, wenn ein Filmemacher drei Dokumentationen über einen Pianisten dreht. Sieht man jedoch Bruno Monsaingeons Filme über Piotr Anderszewski, oder hört man ihn im Konzert, weicht das Erstaunen einem Verstehen, erliegt man der Faszination seines feinsinnig-klugen und brillanten Klavierspiels. In seinem Heidelberger Rezital präsentiert Anderszewski neben Johann Sebastian Bachs Englischer Suite Nr. 3 Beethovens Sechs Bagatellen op. 126. Dieses Klavierwerk war Beethovens letztes und lässt eindrücklich die Mischung von Eigenwilligkeit und Formkraft erkennen, die den Werken seiner letzten Periode zu Grunde liegt. Sah Robert Schumann seine Novelletten op. 21 im jugendlichen Überschwang als größere zusammenhängende abenteuerliche Geschichten, so zeugt seine Fantasie C-Dur in der Ausgestaltung der großen Form hingegen von ungeheurer Reife und kann durchaus als Verbeugung vor Beethoven angesehen werden.

Wir danken Becton Dickinson.
Logo_Becton Dickinson2755_1665_CMYK

 

 

Jörg Tröger im Gespräch mit Piotr Anderszewski (Audio)

Piotr Anderszewski © Koichi Miura