KammermusikFEST: Le Sacre du Printemps

Normalerweise muss man sich entscheiden: entweder Orgel oder Klavier. In diesem Konzert mit dem Essener Domorganisten Sebastian Küchler-Blessing und dem Rastätter Pianisten Frank Dupree treffen beide Instrumente aufeinander und ergänzen sich. So in Rachmaninows großer Paganini-Rhapsodie, die eigentlich für Klavier und Orchester bestimmt ist und das bekannte Thema für die unbegleitete Geige in 24 Variationen klanggewaltig aufmischt. Oder im bekannten f-Moll-Konzert von Bach, das im Original zum Solisten ebenfalls eines Orchesters bedarf. Igor Strawinsky hat seine furiose Ballettmusik „Le Sacre du Printemps“ selbst auch für Klavier zu vier Händen eingerichtet. Durch Einbeziehung der Orgel gewinnt diese Fassung deutlich an Farbigkeit.

€ 29 Einzelticket
€ 75 KammermusikFEST Pass (alle 3 Veranstaltungen)

Iveta Apkalna

Bach vs. Glass, das heißt: Alte gegen Neue Welt, barocke gegen minimalistische Musik, größtmögliche Komplexität gegen größtmögliche Reduktion. Hier Klangkathedralen mit Verflechtung eigenständiger Stimmen, dort Klanglandschaften aus repetitiven, tranceartig in sich kreisenden Tonfolgen. Und immerhin liegen gut 250 Jahre Musikgeschichte dazwischen. Doch die gefeierte Lettin Iveta Apkalna, Titularorganistin der Hamburger Elbphilharmonie, bringt die beiden Komponisten zusammen und offenbart dabei neben reizvollen Kontrasten auch verblüffende Gemeinsamkeiten. Hier wie dort gibt es etwa eine Musik, die durch Wiederholung und Veränderung kleinteiliger Spielfiguren und Muster Zeit und Raum „entgrenzt“. Man vergleiche nur Bachs G-Dur-Fantasie mit Glass‘ „Music in Contrary Motion“…

In Kooperation mit

Sebastian Küchler-Blessing

Der Essener Domorganist Sebastian Küchler-Blessing ist seit 2014 verantwortlich für die Orgelmusik in Liturgie und Konzert an der Kathedralkirche des Ruhrbistums und entwickelt seither ein reges Konzertleben um die große Rieger-Orgel. Besonderer Beliebtheit erfreut sich die eigens für Raum und Instrument initiierte Reihe „Dimension Domorgel“: hier sind Musiker wie Reinhold Friedrich mit der Rhapsody in blue oder Frank Dupree mit Le sacre du printemps zu Gast, während Abende mit der Holocaust-Überlebenden Anita Lasker- Wallfisch oder dem Pantomimen JOMI, mit vier Organisten an vier Orgeln, bei Kerzenschein oder mit Orgelfassungen von Kindertotenliedern, Brahms-Requiem und den Brandenburgischen Konzerten immer wieder neu zur Auseinandersetzung mit Musik und Raum einladen.

Daneben konzertiert Sebastian Küchler-Blessing von Nordland bis an Ural und persischen Golf und gastierte wiederholt in Elbphilharmonie, Kölner Dom, Konzerthaus Berlin, KKL Luzern, Müpa Budapest, bei der Bachwoche Ansbach und den Festspielen Mecklenburg- Vorpommern. Von Publikum und Fachwelt auch als Improvisator und Kammermusiker hochgeschätzt, führte ihn seine Arbeit mit Dirigenten wie Claudio Abbado, Gustavo Dudamel und Hartmut Haenchen zusammen. Neben CD-Produktionen mit Windsbacher Knabenchor und Stuttgarter Kammerorchester suchte er seit 2008 mit einem eigenen, mittlerweile vielfach aufgerufenen Youtube-Kanal neue Wege. Im Jahr 2020 erscheint eine CD mit Werken für Blechbläser und Orgel von Enjott Schneider, zu der sich ein Ensemble um Reinhold Friedrich und Hannes Läubin im Essener Dom versammelte.

Sebastian Küchler-Blessing ist Bachpreisträger des Leipziger Bach-Wettbewerbs, gewann den Mendelssohn-Preis und den 1. Preis der Internationale Orgelwoche Nürnberg. Er wurde mit dem Publikumspreis der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern und dem Arthur- Waser-Preis des Luzerner Sinfonieorchesters ausgezeichnet. Als bislang einziger Organist gewann bei „Jugend musiziert“ erste Bundespreise mit Höchstpunktzahl in den Solofächern Orgel und Klavier.

Von Sontraud Speidel, Christoph Bossert, Martin Schmeding und Zsigmond Szathmáry ausgebildet, wurde er von der Deutschen Stiftung Musikleben, der Jürgen-Ponto-Stiftung und der Mozart-Gesellschaft Dortmund gefördert. Bereits als Schüler wurde er in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen.

Sebastian Küchler-Blessing lehrt seit dem Jahr 2014 Orgel und liturgisches Orgelspiel/ Improvisation an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf. Meisterkurse und Jurytätigkeit ergänzen sein Schaffen.

Entfällt – Iveta Apkalna & Daniel Müller-Schott

Kammermusik mit Orgel? Es gibt ein attraktives Repertoire an Originalwerken und Bearbeitungen. Dass sich zwei Stars ihres jeweiligen Instruments zu einem solch ungewöhnlichen Programm zusammenfinden, ist etwas ganz Besonderes. Die aus Lettland stammende Iveta Apkalna, Titularorganistin der Elbphilharmonie, ist zugleich eine begeisterte Botschafterin der Musik ihres Landes. Und Daniel Müller-Schott, Großmeister seines Instruments und gern gesehener »Frühlings«-Gast, lässt sich mit Freude und Neugier auf die reizvolle Kombination ein.

Hören Sie hier das Konzertprogramm auf Spotify

Im Anschluss: KÜNSTLER I TALK (Karl-Jaspers-Haus, Plöck 66) für Mitglieder des Freundeskreises

Wir danken
Freundeskreis Heidelberger Frühling

Dominik Susteck

Dominik Susteck (*1977 in Bochum) ist seit 2007 Organist der Kölner Kunst-Station Sankt Peter. Neben Lehrtätigkeit an Hochschulen in Essen, Düsseldorf, Weimar und Köln machte er mit modernen Improvisationskonzerten auf sich aufmerksam. Daneben spielte er zahlreiche Uraufführungen von Werken jüngerer Komponisten (Janson, Odeh-Tamimi, Pena, Froleyks, Köszeghy, Ruttkamp, Seidl, Wozny u.a.). Sein überwiegend auf zeitgenössische Musik ausgerichtetes Repertoire (Herchet, Hölszky, Kagel, Ligeti, Rihm, Stockhausen, Stäbler u.a.) präsentierte er auf mehreren CDs beim Label Wergo und Querstand in Zusammenarbeit mit dem Deutschlandfunk, zweimal hintereinander erhielt er dafür den Preis der Deutschen Schallplattenkritik. Als Komponist wurde er mit Preisen ausgezeichnet (Deutscher Musikwettbewerb, Preis Zeitgenössische Geistliche Musik Schwäbisch Gmünd, Klaus-Martin-Ziegler Preis u.a.).

Iveta Apkalna

Die lettische Organistin Iveta Apkalna gilt als eine der führenden Instrumentalisten weltweit. Als Titularorganistin der Klais-Orgel in der Hamburger Elbphilharmonie eröffnete sie mit der Weltpremiere von Wolfgang Rihms Triptychon und Spruch in memoriam Hans Henny Jahnn mit Thomas Hengelbrock und dem NDR Elbphilharmonie Orchester sowie Jörg Widmann’s ARCHE mit Kent Nagano und dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg das neue Konzerthaus im Januar 2017. Im September 2018 veröffentlichte das Label Berlin Classics die CD „Light & Dark“, die Welterstaufnahme eines Solo-Programms an der Elbphilharmonie-Orgel.

Seit ihrem Konzert mit den Berliner Philharmonikern unter der Leitung von Claudio Abbado im Jahr 2007 tritt Iveta Apkalna mit den weltweit führenden Orchestern auf, u.a. mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, dem Royal Concertgebouw Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic oder dem Orchestra dell‘Accademia Nazionale di Santa Cecilia, unter der Leitung bedeutender Dirigenten wie Marek Janowski, Kent Nagano, Thomas Hengelbrock, Gustavo Dudamel, Sir Antonio Pappano, Andris Nelsons und dem verstorbenen Mariss Jansons. Sie ist regelmäßiger Gast bei namhaften Musikfestivals wie dem Lucerne Festival, dem Rheingau Musik Festival, den Ludwigsburger Schlossfestspielen oder dem Schleswig-Holstein Musik Festival.

Iveta Apkalna konzertiert regelmäßig in den wichtigsten Konzertsälen Europas, Asiens und Nordamerikas. Im Rahmen der Eröffnungskonzerte des National Kaohsiung Center for the Arts in Taiwan weihte Iveta Apkalna im Oktober 2018 die neue Klais-Orgel ein. Dort nahm sie auch ihr jüngstes Soloalbum für Berlin Classics auf, welches im Herbst 2020 erscheinen wird. Seit 2019 ist sie „Artist in Residence“ der Konzertkirche Neubrandenburg, deren Instrument 2017 von der Berliner Orgelbauwerkstatt Karl Schuke und dem Bonner Orgelbauer Johannes Klais in Zusammenarbeit mit Iveta Apkalna entwickelt wurde.

Iveta Apkalna ist begeisterte Solistin für zeitgenössische Musik. Ihr Repertoire umfasst Werke von Komponisten wie Naji Hakim, Ēriks Ešenvalds, Arturs Maskats und Thierry Escaich.

Zusammen mit dem Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam präsentierte Iveta Apkalna im Herbst 2017 die Uraufführung des Werkes Multiversum des zeitgenössischen Komponisten Péter Eötvös im Rahmen einer großen Europatournee. Die Weltpremiere von Pascal Dusapins Werk Waves für Orgel und Orchester brachte Iveta Apkalna im Januar 2020 gemeinsam mit dem Philharmonischen Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Kent Nagano zur Aufführung.

Iveta Apkalna erlangte große internationale Anerkennung durch diverse Ehrentitel und Auszeichnungen bei zahlreichen internationalen Wettbewerben. In den Jahren 2018 und 2020 erhielt Iveta Apkalna in der Kategorie „Konzert des Jahres“ den „Latvian Grand Music Award“, die höchste Auszeichnung Lettlands im Bereich Musik. Im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum der Republik Lettland wurde Iveta Apkalna im November 2018 der „Drei-Sterne-Orden“, die höchste staatliche Auszeichnung des Landes, für ihre besonderen Verdienste durch den Staatspräsidenten verliehen. Vom lettischen Kulturministerium wurde sie mit dem „Excellence Award in Culture 2015“ geehrt und zur Kulturbotschafterin Lettlands ernannt. Der deutsch-französische Sender ARTE strahlte 2008 eine Dokumentation über Iveta Apkalna mit dem Titel „Tanz auf der Orgel“ aus. Als erste Organistin wurde sie im Jahr 2005 mit dem ECHO Klassik als „Instrumentalistin des Jahres” ausgezeichnet.

Iveta Apkalna studierte Klavier und Orgel an der J. Vitols Musikakademie Riga und setzte ihr Studium an der „London Guildhall School of Music and Drama“ sowie an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart fort. In Lettland geboren, lebt Iveta Apkalna mit ihrer Familie in Berlin und Riga.

»The Hundred Colours of Exile and Love«

Zwei musikalische Kulturen treffen in diesem außergewöhnlichen Konzert aufeinander: die europäische und die orientalische, die verschriftlichte und die mündlich überlieferte. Sie treten in einen Dialog über zwei existentielle Menschheitsthemen: Liebe und Exil, die seit je überall auf der Welt besungen werden. Die Werke des europäischen Barock von Alessandro Grandi, Francois Couperin und Dietrich Buxtehude begegnen der Musik von Abou Khalil El-Kabani, den Brüdern Rahbani und Moneim Adwan; Sopran und Orgel treffen auf die Klange der arabischen Laute, der Oud.

ENTFÄLLT: »Liebe, Exil. Dialog zwischen den Kulturen«

Bernard Foccroulle ist nicht nur ein glänzender Organist. Er ist auch Intendant des Festivals von Aix-en-Provence, wo sein leidenschaftliches Engagement dem kulturellen Austausch der Mittelmeerländer mit ihrer zugleich gemeinsamen und doch so unterschiedlichen Geschichte gilt. In diesem Konzert treffen auch die musikalischen Traditionen dieser Länder aufeinander. Der palästinensische Musiker Moneim Adwan spielt das lautenähnliche, traditionell-orientalische Instrument Oud. Alice und Bernard Foccroulle mischen barocke und zeitgenössische Musik bei. Das Ergebnis: Ein faszinierender Blick nicht nur auf die Unterschiede, sondern auch auf die verbindenden musikalischen Elemente. Eine besondere Rolle spielen dabei die vertonten Texte. Sie zeigen Liebe und Exil als universelle Kernerfahrungen des Menschen sowohl in seiner Beziehung zum Anderen als auch zu Gott und ermöglichen einen »Dialog« zwischen den drei Buchreligionen Islam, Judentum und Christentum.

In Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Kulturkreis.

Bei Buchung von fünf verschiedenen Veranstaltungen von »Neuland.Lied« über unseren telefonischen Kartenservice erhalten Sie 25% Rabatt. Sie erreichen uns Mo – Fr von 10 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 06221 – 584 00 44. Der Rabatt ist nicht online buchbar. Merken Merken

Bernard Foccroulle

Bernard Foccroulle, geboren 1953 im belgischen Liège, begann Mitte der siebziger Jahre seine internationale Karriere als Organist mit einem Repertoire, das von der Renaissance bis zur zeitgenössischen Musik reicht. Er hat viele Werke uraufgeführt, u. a. von Brian Ferneyhough, Xavier Darasse und Pascal Dusapin, widmet sich aber auch intensiv der Norddeutschen Schule und Werken von Komponisten wie Buxtehude, Böhm, Reincken und Bruhns.

Die Zusammenarbeit mit Künstlern aus anderen Disziplinen bildet einen wichtigen Aspekt in Bernard Foccroulles Schaffen, darunter  mit der australischen Videokünstlerin Lynette Wallworth, dem katalanischen Choreographen und Tänzer Salva Sanchis, Sänger und Oud-Spieler Moneim Adwan und Cornetto-Virtuosen Jean Tubéry.

Als Komponist hat sich Bernard Foccroulle bisher vor allem der Kammermusik und der Orgelmusik gewidmet. Im Juni 2007 wurde sein Liedzyklus »Am Rande der Nacht« nach Texten von Rainer Maria Rilke für Sopran, Chor und Orchester im Palais des Beaux-Arts Brüssel uraufgeführt.

Neben seiner Karriere als Organist war er von 1992 bis 2007 Direktor des Brüsseler Opernhauses La Monnaie, wo er eine große Spannweite von Produktionen programmierte, mit einem besonderen Schwerpunkt auf neuen Werken sowohl in der Oper als auch im Tanz. Seit 2007 ist er künstlerischer Leiter des Festivals von Aix-en-Provence. Mit der Gründung des Vereins „Kultur und Demokratie“ verfolgt Bernard Foccroulle seit 1993 das Ziel, einer möglichst großen Zahl von Menschen die Teilnahme am kulturellen Leben zu ermöglichen.

Jörg Widmann © Marco Borggreve

Jörg Widmann & Markus Uhl: »Der Gesang der Vögel«

Melancholie in zwei weit voneinander entfernten Erscheinungsformen, die sich fremd sind – und doch so nah. Zum einen Arnold Schönbergs romantische Vertonung von Richard Dehmels anrührendem Gedicht »Verklärte Nacht«. Zum anderen die abgeklärte Schwermut der großen Bluessongs, interpretiert durch die norwegische Songwriterin Rebekka Bakken. Thomas Wördehoff, Intendant der Ludwigsburger Schlossfestspiele, möchte zeigen, wie viel diese beiden Welten sich doch zu sagen haben. Für den Heidelberger Frühling konzipierte er ein ungewöhnliches Konzert, bei dem Schönbergs Streichsextett der herben Mädchenhaftigkeit von Bakkens Gesang auf faszinierende Weise gegenüber steht und so die »Verklärte Nacht« neu beleuchtet.

In Kooperation mit dem Unterwegstheater/Künstlerhaus/HebelHalle und den Ludwigsburger Schlossfestspielen

Die Veranstaltung kann einzeln oder als Teil des »Standpunkte Pass« gebucht werden (€ 215 | € 195 | € 165 | € 130 I € 115 I € 95). Diesen erhalten Sie telefonisch direkt bei uns (06221 – 584 00 44, Mo – Fr, 10 – 18 Uhr).