Kammermusik Plus | Armida Quartett

Die Variationen und Doppelfuge über ein Thema von Arnold Schönberg müssen dem im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau ermordeten Viktor Ullmann viel bedeutet haben. Ursprünglich 1933 für Klavier verfasst, bearbeitete er das Werk zunächst für Orchester, schließlich für Streichquartett (1939). Das Armida Quartett kombiniert das selten gespielte Werk mit dem nur fünf Jahre vor der Ullmannschen Erstfassung entstandenen berühmten zweiten Streichquartett Janáčeks – eine faszinierende Begegnung.

In Kooperation mit der Universität Heidelberg

Kammermusik Plus | Friedemann Wuttke & Mandelring Quartett

Es gibt kammermusikalische Besetzungen, mit denen verbindet man sofort ein ganz bestimmtes Werk. Gitarre und Streichquartett: Das ist Boccherinis D-Dur-Quintett mit dem berühmten Fandango (der hier nun gar um Kastagnettenklänge bereichert wird!). Das Quintett wird zum Ausgangspunkt eines fein aufeinander abgestimmten, südamerikanisch-europäischen Programms in wechselnder Besetzung.

In Kooperation mit der Universität Heidelberg

Kammermusik Plus | Viano String Quartet

Banff ist ein kanadisches Städtchen mitten in den Rocky Mountains – und Austragungsort eines der weltweit wichtigsten Streichquartettwettbewerbe. 2019 gewann ihn das Viano String Quartet. Die internationale Preisträgertournee führt das junge kanadisch/US-amerikanische Ensemble auch nach Heidelberg, einem anderen Hotspot des Streichquartetts. Ein Saison-Eröffnungskonzert mit einem Quartett am Anfang einer voraussichtlich steilen Karriere.

In Kooperation mit der Universität Heidelberg

Mandelring Quartett

Sebastian Schmidt, Violine
Nanette Schmidt, Violine
Andreas Willwohl, Viola
Bernhard Schmidt, Violoncello

„Fulminant ist gar kein Ausdruck. Wie ein Stromschlag fährt einem die Musik ins Mark, buchstäblich mit dem ersten, Herz und Hirn elektrisierenden Takt, ohne jede Vorwarnung: die Musik von Felix Mendelssohn Bartholdy, die das Mandelring Quartett unter äusserster Hoch-spannung spielt, hitzig, fiebrig – brandgefährlich!“, schreibt die Neue Zürcher Zeitung in einer CD-Rezension. The Strad, das führende englischsprachige Klassikmagazin, widmete dem Mandelring Quartett eine Titelseite und ein ausführliches Porträt. Das Musikmagazin Fono Forum zählt das Ensemble zu den sechs besten Streichquartetten der Welt.

Der Gewinn großer Wettbewerbe – München (ARD), Evian und Reggio Emilia (Premio Paolo Borciani) – war der Einstieg in die internationale Karriere des Mandelring Quartetts. Heute führen Konzertreisen das Ensemble in internationale Musikzentren wie Wien, Paris, London, Madrid, New York, Los Angeles und Vancouver. Zudem finden sich im Konzertkalender re-gelmäßige Tourneen nach Mittel- und Südamerika, in den Nahen Osten und nach Asien. Auch bei großen Festivals – unter anderem Schleswig-Holstein, Rheingau, Montpellier und Schubertiade Schwarzenberg – zählt das Quartett zu den gern gesehenen Gästen. Wo immer die vier Musiker auftreten, hinterlassen sie bleibende musikalische Spuren: „Ein denkwürdiges, sobald nicht wiederholbares Festspielerlebnis“, schrieben etwa die Salzburger Nachrichten nach dem Schostakowitsch-Zyklus des Mandelring Quartetts bei den Salzburger Festspielen.

Das HAMBACHERMusikFEST, das Festival des Mandelring Quartetts, ist seit vielen Jahren ein Publikumsmagnet. Seit 2010 gestaltet das Ensemble eigene Konzertreihen in der Berliner Philharmonie und in seiner Heimatstadt Neustadt an der Weinstraße.

Seinen 30. Geburtstag feierte das Quartett 2013 im Berliner Radialsystem mit dem Projekt ‘3 aus 30’, bei dem das Publikum in fünf Konzerten die gespielten Werke unmittelbar vor Konzertbeginn auswählen konnte.

Zahlreiche preisgekrönte CDs zeigen die außergewöhnliche Qualität und das breite Repertoire des Ensembles. Besondere Aufmerksamkeit erregten international die Einspielung sämtlicher Schostakowitsch-Quartette, die von namhaften Kritikern als Referenzaufnahme angesehen wird, sowie die Aufnahme der gesamten Kammermusik für Streicher von Mendelssohn. Zuletzt erschien eine Gesamteinspielung der Streicherkammermusik von Brahms. Aktuelles Projekt ist eine Aufnahme der Quartette von Maurice Ravel und Claude Debussy kombiniert mit Werken der weniger bekannten Komponisten Fernand de la Tombelle (1854-1928) und Jean Rivier (1896-1987).

In der Saison 2019/2020 stehen wieder Schostakowitsch-Zyklen auf dem Programm, jetzt bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen und in Madrid. Außerdem wird es in Madrid ein Konzert auf den Stradivari-Instrumenten der königlichen Sammlung geben.

Viano String Quartet

Lucy Wang, Violine
Hao Zhou, Violine
Aiden Kane, Viola
Tate Zawadiuk, Violoncello

Das für seine „große dynamische Bandbreite, [seinen] gewaltigen Klang und [seine] Spontaneität“ (American Record Guide) gefeierte Viano String Quartet wurde mit dem 1. Preis beim Internationalen Streichquartettwettbewerb in Banff 2019 sowie u.a. bei der Osaka und Wigmore Hall International Chamber Music Competition mit hervorragenden Preisen ausgezeichnet. Seit seiner Gründung 2015 am Colburn Conservatory of Music in Los Angeles, wo es für die Saison 2020/21 zum ensemble-in-residence ernannt wurde, war das Quartett u.a. bereits in der Wigmore Hall, dem Segerstrom Center for the Arts, dem SOKA Performing Arts Center, und dem Cerritos Center for Performing Arts zu Gast. Namhafte Kammermusikpartner des Viano String Quartets waren bislang u.a. die Pianisten Emanuel Ax und Elisso Virsaladze. In der Saison 19/20 erwarten das Viano String Quartet u.a. wichtige Debuts auf drei Kontinenten in Bejing, Berlin, Brüssel, New York City und Vancouver sowie, als Teil des 1. Preises in Banff, eine Tournee durch Europa.

Streichquartettfest | Lange Nacht des Streichquartetts

Die legendäre »Lange Nacht des Streichquartetts« darf auch 2020 nicht fehlen! Dieses Jahr wird sie zur klassikaffinen »RockLounge« – nach dem gleichnamigen Format des Signum Quartetts. Klassische, moderne und rockig-rhythmische Werke werden in dieser langen Nacht ineinander verschränkt – Genres also, die auf klassischen Konzertbühnen nur selten einen gemeinsamen Raum finden, und das, in einer Bearbeitung für Streichquartett. Zu den Signums gesellt sich das Vision String Quartet, das sich gleichzeitig als Band versteht und Trendsetter ist für ausgefallene Konzertideen.

Streichquartettfest | Konzert

»Was unser musikalischer Jean Paul hier gegeben hat, ist abermals gross, herrlich, ungewöhnlich, überraschend und originell, muss aber nicht nur öfters gehört, sondern ganz eigentlich studirt werden.« So lautete die Reaktion in der »Allgemeinen musikalischen Zeitung« auf die Uraufführung von Beethovens 15. Streichquartett im November 1825. Treffend beschrieben ist darin der wenig fassliche Charakter von Beethovens Spätwerk, der dessen Reiz und Schwierigkeit gleichermaßen bestimmt.

€ 18 Halbtageskarte (14.30 – 18.00 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 14.30 Uhr und 16.00 Uhr.

Streichquartettfest | Workshop

Jean Luc Godard verschneidet zu Beginn seines Films »Prenom Carmen« eine Streichquartettprobe mit einer einigermaßen rabiaten und blutigen Bankraub-Szene. Damit setzt der Regisseur durchaus provokativ ein spezifisches, unmittelbares Verhältnis seines Publikums zum Film – er involviert es. Dafür steht das Streichquartett, besonders das Beethovensche, von dem Carl Friedrich Zelter vielzitiert bemerkte, man glaube mitzuspielen, verstehe das Unbegriffene, sei ergriffen, ohne zu wissen wovon. Das Quartett also setzt spätestens seit Beethoven eine spezifische, existentielle Wahrnehmungsund Handlungsform, die die Rezeption der Gattung zentral bestimmt. Der vergleichende Blick auf die Zeitgenossen wird erweisen, ob dies eine Konsequenz der Gattung oder der spezifischen Beethovenschen Konstellation ist.

€ 18 Halbtageskarte (14.30 – 18.00 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 14.30 Uhr und 17.00 Uhr.

Streichquartettfest | Konzert

»Momente, die zum Licht führen« – so beschreibt die in Athen geborene Komponistin Konstantia Gourzi ihr zweites Streichquartett. »Oft dauert ein starkes Erlebnis nicht lange und trotzdem denken wir, dass es eine Ewigkeit anhält. Wie die Zeiten des Ein- und Ausatmens: Sie sind kurz, aber man hat das Gefühl, dass sie lange dauern. Diese Momente sind es auch, die uns lebendig halten.« Vielleicht empfand Schumann ähnlich, als er innerhalb von nicht einmal zwei Wochen wie im Rausch sein letztes Streichquartett komponierte.

€ 18 Halbtageskarte (14.30 – 18.00 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 16.00 Uhr und 17.00 Uhr.

Streichquartettfest | Lunchkonzert – PROGRAMMÄNDERUNG

Das Cuarteto Quiroga kann krankheitsbedingt leider nicht auftreten. Dadurch ergeben sich Änderungen im Programm (siehe oben).

€ 18 Halbtageskarte (10.00 – 13.30 Uhr) inkl. der Veranstaltungen um 10.00 Uhr und 11.15 Uhr.