Fresu, Galliano & Lundgren

Mit dem sardischen Trompeter Paolo Fresu, dem französischen Akkordeonisten Richard Galliano und dem schwedischen Pianisten Jan Lundgren hat sich ein Trio unterschiedlicher Charaktere zu einer symbiotischen Allianz zusammengefunden. Eine Jazz-Supergroup dreier Ausnahmemusiker, die trotz unterschiedlicher Herkunft und aus unterschiedlichen Instrumentenfamilien viele Gemeinsamkeiten zu einem Idealklang bündeln konnten. Alle sind sie überragende Melodiker, alle streben sie seit jeher danach, die vermeintlichen Grenzen des Jazz zu erweitern, alle sind sie dabei im nationalen musikalischen Erbe fündig geworden. Und für alle spielt das Meer ihrer Heimat mehr als eine symbolische Rolle, als mentale Inspirationsquelle, die für das Reisen, den Austausch, die Weite steht: „Mare Nostrum“ eben.

Freilich gehören auch alle drei zu den gefragtesten europäischen Musikern überhaupt. Fresu ist in unzähligen Projekten von Film bis Ballett eingebunden und steht mit so verschiedenen Persönlichkeiten wie Nguyên Lê, Ralph Towner, Uri Caine oder Omar Sosa auf der Bühne.

Der nicht minder neugierige, zwischen Jazz und Klassik changierende Galliano ist stets auf der Suche nach immer neuem kreativen Input durch Kollegen von Charlie Haden über Charles Aznavour bis hin zur Sinfonietta Krakau. Nordische Vemod und impressionistischer Esprit, dazu noch die Verwurzelung in der amerikanischen Jazzpianotradition, welche ihn mit traditionellen Jazzern wie Harry Allen und Scott Hamilton zusammenbrachte, machen Lundgrens Personalstil aus, der ihn zum first-call musician macht, zum Beispiel für Wolfgang Haffners „Kind of Cool“-Projekt oder kürzlich für Nils Landgrens Bernstein Tribute „Some Other Time“. Und so dauerte es nun sieben Jahre, bis Fresu, Galliano und Lundgren zu einer Fortsetzung ihrer gemeinsamen Erfolgsgeschichte zusammenfanden.

Für „Mare Nostrum II“ haben die drei wieder Stücke geschrieben, die über eine im modernen Jazz äußerst seltene Ohrwurmqualität verfügen. Wieder ist es die pure Schönheit des Klangs, die den Hörer fesselt. Wieder versinkt man in den perlenden, unaufgeregt lyrischen Akkorden und Läufen Lundgrens, im warmen, unerreicht variablen Trompetensound Fresus und in den sein Instrument sprengenden, kontrapunktischen Klangkaskaden Gallianos. Der Reigen umfasst melancholische Balladen, mal mit Tango-Sehnsucht („Blue Silence“), mal nordisch gefärbt („Kristallen den fina“), mal französisch chansonesk („Giselle“), mal fast als klassische Etüde („Farväl“), hält aber auch strahlende Hymnen bereit („Aurore“) und einen wirbelwilden, boogie-artigen Temporitt („Leklåt“).

Paolo Fresu, Richard Galliano & Jan Lundgren: »Mare Nostrum II«

Mare Nostrum – so bezeichneten die alten Römer das Mittelmeer. Richard Galliano, Paolo Fresu und Jan Lundgren stammen aus drei Ländern mit langen Küsten: Frankreich, Italien und Schweden. Das Meer ist für die drei Weltklasse-Musiker, die sich hier zu einem exquisiten Worldjazz-Programm zusammengefunden haben, eine wichtige Inspirationsquelle. Unter die Eigenkompositionen der Drei mischen sich auch Stucke von Monteverdi und Satie

In Kooperation mit Enjoy Jazz

The Benny Goodman Show

Benny Goodman, einer der großen Klarinettisten des Jazz, feiert dank Julian Bliss Wiederauferstehung. Das Julian Bliss Septet versteht sich blendend auf den unterhaltsamen Sound des Swing der dreißiger und vierziger Jahre. Das ist Nostalgie mit modernem Touch.

Alexander Baier & Till Plinkert

Alexander Baier war Schüler von Uwe Balser an der Städtischen Musik- und Singschule Heidelberg und studiert seit 2014 bei Prof. Thomas Duis an der Hochschule für Musik Saarbrücken.
Am Klavier gewann er im Duo mit Violine, Klavier und Trompete (Till Plinkert) mehrmals erste und zweite Preise im Bundeswettbewerb Jugend musiziert.
Solistisch gewann er den 1. Yamaha-Preis in Bad Herrenalb 2011, den 3. Bundespreis bei Jugend musiziert 2011, den 1. Bundespreis 2014 und den Preis der Harald-Genzmer-Stiftung in der Kategorie »Klassische Moderne« bei WESPE 2014.
Schon sechsmal war er auf Tournee mit dem Bundesjugendorchester quer durch Deutschland und Europa und spielte mit ihnen vier CDs ein.

Till Plinkert, geb. 1995, erhielt seinen ersten Trompetenunterricht mit fünf Jahren. Zunächst wurde er an den Musikschulen in Homburg/Saar und später in Heidelberg von Friedhelm Bießecker unterrichtet. Mit 14 Jahren wurde er Jungstudent bei Prof. Wolfgang Bauer (MH Stuttgart). Seit September 2015 studiert er bei Prof. Klaus Schuhwerk an der Musikhochschule in Frankfurt.
Till Plinkert ist mehrfacher 1. Bundespreisträger bei Jugend musiziert und Preisträger der Deutschen Stiftung Musikleben, der Berthold Hummelstiftung und Stipendiat der Domhofstiftung. Ebenso ist er Mitglied des Landesjugendorchester und Bundesjugendorchester.

Håkan Hardenberger

Håkan Hardenberger gehört zu den bedeutendsten Trompetern unserer Zeit. Neben seinen herausragenden Aufführungen des klassischen Repertoires ist er einer der bekanntesten Botschafter für Neue Musik. Hardenberger gibt Konzerte mit den führenden Orchestern der Welt, darunter New York Philharmonic, Boston Symphony, Wiener Philharmoniker, London Symphony sowie NHK Symphony Orchestra. Er arbeitet mit Pierre Boulez, Alan Gilbert, Paavo Järvi, Vladimir Jurowski, Ingo Metzmacher, Andris Nelsons und David Zinman. Komponisten wie Harrison Birtwistle, Hans Werner Henze, Rolf Martinsson, Arvo Pärt, Mark-Anthony Turnage und Rolf Wallin komponierten bereits für ihn, genauso wie HK Gruber dessen Konzert Aerial bereits mehr als 60 Aufführungen weltweit erlebte.

Hardenberger dirigierte bereits Orchester wie die Dresdner Philharmoniker, BBC Philharmonic, St Paul Chamber Orchestra, Northern Sinfonia, RTE National Symphony Dublin, Real Filharmonía Galicia, Tampere Philharmonic, Malmö Symphony und Vastrås Sinfonietta.

Geboren in Malmö, begann Hardenberger im Alter von acht Jahren Trompete zu lernen, zunächst unterrichtet von Bo Nilsson. Später studierte er an der Pariser Musikhochschule bei Pierre Thibaud sowie in L.A. bei Thomas Stevens. Er ist Professor am Malmö Conservatoire.

After Work Concert

Kenner des Heidelberger Frühling wissen: Die »Classic Scouts« begeistern Gleichaltrige nicht nur für Musik, sie machen auch selbst welche auf hohem Niveau. Einige der »Scouts« werden sogar zu erfolgreichen Profimusikern, wie Till Plinkert und Alexander Baier. In ihrem knackig-kurzweiligen Programm spielen sie mit den räumlichen Möglichkeiten des Frauenbades.

In Kooperation mit dem Frauenbad Heidelberg

Håkan Hardenberger, Uri Caine & Swedish Chamber Orchestra »The Brandenburg Project«

22.30 Uhr Stadthalle Late mit Uri Caine (Klavier) im Festivalzentrum

Die Musik Johann Sebastian Bachs ist ein Phänomen: Sie ist einerseits unübertroffener musikgeschichtlicher Höhepunkt, andererseits eignet sie sich offenbar fabelhaft als Ausgangspunkt, Steinbruch, Inspirationsquelle. Man sieht es an der Rolle, die Bach für den Jazz spielt. Das Swedish Chamber Orchestra hat daraus ein ganzes Projekt entwickelt, das »Brandenburg Project«: Zu jedem der sechs Brandenburgischen Konzerte hat das Orchester ein Schwesterwerk in Auftrag gegeben. In Heidelberg sind es Steven Mackey, der vom Rock und Jazz beeinflusste amerikanische Komponist, und Uri Caine, der geniale Dekonstrukteur und Kommentator Bachs, die zu zwei Bachschen Konzerten ihren aufregend zeitgenössischen Kommentar beisteuern. Im Anschluss an das Konzert wird Uri Caine bei »Stadthalle Late« im Festivalzentrum improvisieren.


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