Pablo Sáinz Villegas

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California calling… feat.Pablo Sáinz Villegas | Videobotschaft

10 Fragen an… Pablo Sáinz Villegas

Wieso brauchen wir in Krisenzeiten Kunst und Kultur mehr denn je?
Sie stärken unsere Seele und unseren Geist, die letztlich definieren wer wir sind und wie wir die Welt wahrnehmen.

Mit wem würdest du gerne ein Konzert geben?
Bei meiner musikalischen Wunschsoiree würde Rainer Maria Rilke einige seiner Gedichte rezitieren, Schubert würde mit Freunden a cappella singen und wir würden alle für ein Publikum aus Skulpturen von Auguste Rodin auftreten – so viel Geschichte in nur einem Raum.

Was war dein eindrucksvollstes Konzert und wieso?
Ich habe im Duett mit Plácido Domingo das Lied „Yo vendo unos ojos negros“ vor 40.000 Menschen im Nationalstadion in Santiago de Chile aufgeführt. Das gesamte Stadion klatschte und stimmte mit ein. Plácidos Stimme, zusammen mit 40.000 anderen Stimmen, begleitet von meinen sechs Saiten – ich bekomme jedes Mal Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke.

Welcher Komponist wird unterschätzt?
Paul Hindemith.

Welcher Komponist wird überschätzt?
Ich weiß es nicht.

Welche Musik hat dich zuletzt zum Weinen gebracht?
Jeden Sonntag gebe ich um 19.00 Uhr ein Onlinekonzert via Facebook. Als ich am vergangenen Sonntag „Recuerdos de la Alhambra“ gespielt habe, hat mich das zum Weinen gebracht. Als klassischer Musiker entwickelt man ein außergewöhnliches Mitgefühl für den Komponisten und das Publikum. An diesem Sonntag habe ich gespürt, dass Millionen von Menschen ihr Bestes geben, das Leben trotz der Umstände zu feiern, mit denen wir uns gerade alle konfrontiert sehen. Wir gehen gemeinsam durch diese Zeit und wir werden stärker und weiser daraus hervorgehen.

Welche Musik hat dich zuletzt zum Lächeln gebracht?
Der letzte Auftritt meiner „Americano Tour“ in Santa Fe, New Mexico (USA), zusammen mit den beiden außergewöhnlichen Musikern Pedro Giraudo (Bass) und Nacho Arimany (Percussion), bei dem ich die beiden Amerikas als einen großartigen vereinten Kontinent von Chile bis in den hohen Norden nach Kanada erleben durfte. Es war eine Reise der Menschlichkeit, ohne Grenzen, ohne Reisepässe. Das kann nur Musik.

Mit welchem Komponisten hättest du gerne zu Abend gegessen?
Maurice Ravel. Ich hätte ihn darum gebeten, ein Gitarrenkonzert für mich zu komponieren.

Welches Buch hat dein Leben verändert und wieso?
„A Course in Miracles“ von Helen Schucman, weil es tiefe Einblicke in unser Dasein und die spirituellen Aspekte unserer menschlichen Existenz gewährt.

Was wäre dein Leben ohne Musik und Kultur?
Das kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Mein Leben würde sich in schwarz-weiß abspielen, ich hätte keine Identität.

Welches Vorurteil über Gitarrenmusik ärgert dich am meisten?
Es gibt keine Vorurteile, die mich ärgern. Ich akzeptiere die Perspektive jedes einzelnen. Ich bin Musiker und bei meiner Musik geht es um Menschlichkeit. Ich präsentiere die Gitarre auf eine andere Art und Weise: Technik, Musikalität, emotionale Hingabe, die Absicht, die dahinter steht, und die Nachricht, die übermittelt werden soll – all diese Dinge sind Teil meiner Aussage und Verantwortung als professioneller Künstler. Die Gitarre ist nur das Instrument, mit dem ich etwas zum Ausdruck bringe, das größer ist als ich selbst. Aber ich muss zugeben, dass es ein bisschen Spaß macht, einige der Vorurteile zu entkräften.

Nachtrag: Worauf hättest du dich in Heidelberg am meisten gefreut?
Die vielfältige Geschichte einer so bezaubernden Stadt mit meiner Musik, meinem Instrument und meiner spanische Kultur zu feiern. Musik bietet eine reiche und dynamische Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten, um die vereinenden Aspekte des Menschlichen zu feiern. Außerdem habe ich fünf Jahre lang an der Hochschule für Musik Franz Liszt in Weimar studiert. Es ist immer etwas Besonderes, in Deutschland zu spielen und die Dankbarkeit für all das zu spüren, was ich in Deutschland erlebt habe.

Biografie

Gepriesen als „die Seele der spanischen Gitarre“, ist er zu einer weltweiten Sensation geworden und bekannt als der große Gitarrist dieser Generation. Pablo Sáinz Villegas wurde von der internationalen Presse als Nachfolger von Andrés Segovia und als Botschafter der spanischen Kultur in der Welt gefeiert. Sein „virtuoses Spiel, das von unwiderstehlichem Überschwang geprägt ist“ (The New York Times), macht ihn zu einem der von renommierten Dirigenten, Orchestern und Festivals angesehensten Solisten. Er hat unter anderem in der Carnegie Hall in New York, der Berliner Philharmonie, dem Musikverein Wien und dem National Center for the Performing Arts in Peking gespielt und ist in mehr als 40 Ländern mit Orchestern wie dem Israel Philharmonic Orchestra, dem Chicago Symphony Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra und dem Spanischen Nationalorchester aufgetreten.

2019/20 gibt er Solo-Rezitaldebüts in der Elbphilharmonie Hamburg und beim Heidelberger Frühling. Er hat Auftritte mit dem Spanischen Nationalorchester unter Juanjo Mena, dem Antwerp Symphony Orchestra unter Elim Chan, dem NHK Symphony Orchestra unter Robert Spano, dem Indianapolis Symphony Orchestra, dem Tonhalle-Orchester Zürich unter Alondra de la Parra und als Artist in Residence bei der La Jolla Music Society. 2020 erscheint sein nächstes Album bei Sony Classical.

Plácido Domingo bejubelte ihn seit Beginn ihrer engen Zusammenarbeit als „Meister der Gitarre“. Zuletzt veröffentlichten sie das Duoalbum Volver bei Sony Classical. Ihre gemeinsamen Auftritte fanden auf einzigartigen Bühnen auf der ganzen Welt statt.

Das Billboard Magazine bezeichnete ihn als „globalen Botschafter der spanischen Gitarre“. Sein leidenschaftlicher Einsatz für neues Repertoire führte zu zahlreichen Uraufführungen, darunter die erste Komposition für Gitarre des fünfmaligen Oscar-Preisträgers John Williams. Als unermüdlicher Visionär, Pädagoge und Philanthrop gründete er 2006 das gemeinnützige Projekt The Music Without Borders Legacy und teilte seine Musik mit mehr als 35.000 Kindern in Spanien, Mexiko und den USA.