Künstler

DCC 2016 Photo: Marco Borggreve

Ebonit Saxofonquartett

Das junge Saxofonquartett aus Amsterdam hat sich in Europa bereits einen Namen gemacht und war schon in bedeutenden Konzertsälen, wie dem Concertgebouw und dem Muziekgebouw aan ‘t IJ in Amsterdam, dem Toonzaal in Den Bosch und in TivoliVredenburg in Utrecht zu hören. Außerdem war das Quartett auch regelmäßig bei internationalen Festivals im In- und Ausland zu Gast, wie zum Beispiel beim World Saxophone Congress in St. Andrews (Schottland), dem Grachtenfestival in Amsterdam, the Bach Festival in Dordrecht und den Bachtagen in Würzburg. In der Saison 2016/17 wird das Ensemble als Preisträger des Wettbewerbs »Dutch Classical Talent« durch die Niederlande touren. Darüber hinaus wurde das Quartett eingeladen, sein Debüt im Wiener Musikverein zu feiern.

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Kuss Quartett

Seit Beginn seiner professionellen Karriere im Jahre 2002 steht das Kuss Quartett für Mut und Experimentierfreude. Die beiden Gründungsmitglieder Jana Kuss und Oliver Wille (Violine) gehen ihren musikalischen Weg sogar schon seit 25 Jahren gemeinsam – mit ihren Kollegen William Coleman und Mikayel Hakhnazaryan sind sie Pioniere der konzeptuellen Präsentation von Kammermusik, mit der aus der Musik heraus neue Perspektiven entwickelt und ein weitläufiges kulturell interessiertes Publikum gewonnen wird. Legendär ist das Erfolgsformat »Kuss Plus – die Klassik-Lounge des rbb kulturradio«, mit dem das Ensemble die Berliner Musikszene prägt und seinem Publikum nicht nur räumlich ganz nahe kommt.

Seine Weltkarriere führt von der Carnegie Hall in New York über das Concertgebouw Amsterdam und die Londoner Wigmore Hall bis zur Berliner Philharmonie in seiner Heimatstadt – und umfasst auch zahlreiche Engagements bei wichtigen Festivals, wie etwa der Schubertiade Schwarzenberg, Beethovenfest Bonn, Rheingau Musikfestival oder den Festspielen in Edinburgh und Salzburg, auf Tourneen in den USA, Australien, Südamerika sowie Japan.
Bei zahlreichen internationalen Meisterkursen inspiriert das Kuss Quartett die nächste Generation der Kammermusiker. William Coleman (in Salzburg) und Oliver Wille (in Hannover und Birmingham) sind zudem Professoren an europäischen Universitäten.

Weit gefasst begreift das Kuss Quartett sein Repertoire, es reicht von Musik der Renaissance bis zu Kompositionen von Helmut Lachenmann, Aribert Reimann und György Kurtág, zu denen die Gruppe einen engen Kontakt pflegt.

Künstlerische Zusammenarbeit verbindet das Quartett außerdem u. a. mit Paul Meyer, Pierre-Laurant Aimard, Mojca Erdmann und dem Slam-Poetristen Bas Böttcher.

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Doric String Quartet

Alex Redington, Violine
Jonathan Stone, Violine
Hélène Clément, Viola
John Myerscough, Violoncello

Das Doric String Quartet schloss sich 1998 an der Pro Corda, The National School for Young Chamber Music Players in Suffolk (England) zusammen. Von 2002 an studierte es mit Mitgliedern der Quartette Alban Berg, Artemis, Hagen und LaSalle als auch mit György Kurtag. Prägend war zudem die intensive Zusammenarbeit mit Rainer Schmidt (Hagen Quartett) in Basel.

Zu seinen zahlreichen Preisen zählten im Jahr 2008 der 1. Preis beim Internationalen Kammermusik Wettbewerb in Osaka sowie der 2. Preis beim Internationalen Streichquartett-Wettbewerb Paolo Borciani in Italien und der Ensemble Preis bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Von 2006 bis 2010 wurde das Quartett vom Young Concert Artists Trust (YCAT) vertreten.

Das Doric String Quartet ist in den wichtigsten Konzertsälen Europas zu Gast wie dem Concertgebouw Amsterdam, Wiener Konzerthaus, Alte Oper Frankfurt, Laeiszhalle Hamburg, Konzerthaus Berlin, DeSingel Antwerpen und spielt sehr regelmäßig in der Londoner Wigmore Hall. Die vier Musiker sind außerdem bei wichtigen Festivals zu erleben wie den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, den Sommerlichen Musiktagen Hitzacker, Carinthischer Sommer, Schwetzinger Festspiele, West Cork, Risor und Delft Chamber Musik Festivals.

Das Quartett pflegt eine enge Zusammenarbeit mit Künstlern wie Ian Bostridge, Alexander Melnikov, Jonathan Biss, Daniel Müller-Schott und Andreas Haefliger.

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Quatuor Arod

Jordan Victoria, Violine
Alexandre Vu, Violine
Corentin Apparailly, Viola
Samy Rachid, Violoncello

2013 gegründet, gastiert das Arod Quartett bei vielen Festivals, darunter das Verbier Festival, Septembre Musical de Montreux, Les Vacances de Mr Haydn, Août Musical de Deauville, Quatuor à l’Ouest, Ré Majeure und Quartettissimo in Ungarn.
Zu seinen Kammermusikpartnern zählen renommierte Musiker wie der Klarinettist Martin Fröst, Romain Guyot und Michel Lethiec, die Pianistin Claire Desert und Cellist Raphaël Pidoux, François Salque und Bruno Philippe.

Das Quatuor Arod profitiert vom Unterricht bei Jean Sulem (Quatuor Rosamonde) und ist momentan  an der Musikkapelle Königin Elisabeth in Brüssel, wo es seit September 2014 in der Klasse des Artemis Quartetts studiert.  Auch arbeitet es mit anderen Ensembles und Musikern wie dem Quatuor Debussy, Quatuor Ebène, Talich Quartet, Ferenc Rados, Quatuor Diotima, Gábor Takács und Tokyo Quartet.

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Abel Quartett

Abel Quartet
Eunsol Youn, Violine
Soo-Hyun Park, Violine
Sejune Kim, Viola
Hyoung Joon Jo, Violoncello

2013 wurde das Abel Quartett von vier koreanischen Musikern gegründet.
Derzeit studieren sie an der Hochschule für Musik und Theater München bei Christoph Poppen und Hariolf Schlichtig (beide ehemals Cherubini-Quartett). Sie spielten Solo-Rezitals in Paris (Pro Quartet) und nahmen als Quartett am Meisterkurs bei Rainer Schmidt (Hagen Quartett) teil. Im Rahmen der »Tage der Kammermusik« trat das Quartett im großen Saal der Hochschule für Musik und Theater München auf. Ihre Interpretation von Béla Bártoks Streichquartett Nr. 4 wurde vom Bayerischer Rundfunk mitgeschnitten. Das Abel Quartett ist Preisträger des International Chamber Music Campus der Jeunesses Musicales.

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Pavel Haas Quartett

Veronika Jaruskova, Violine
Marek Zwiebel, Violine
Radim Sedmidubský, Viola
Peter Jarusek, Violoncello

Das 1992 gegründete Pavel Haas Quartett ist nach dem tschechischen Komponisten Pavel Haas benannt, der 1941 nach Theresienstadt deportiert und drei Jahre später in Auschwitz ermordet wurde. Zu seinem musikalischen Erbe zählen drei wunderbare Streichquartette. Seit dem Gewinn des italienischen »Premio Paolo Borciani« Streichquartett-Wettbewerbs im Jahr 2005 ist das Pavel Haas Quartett in den wichtigsten Konzerthallen der Welt aufgetreten und hat sechs preisgekrönte CDs veröffentlicht, die von Publikum und Presse gleichermaßen gelobt wurden.

Das Pavel Haas Quartett wird regelmäßig in die Londoner Wigmore Hall, die Berliner Philharmonie, den Münchener Herkulessaal, Palau de la Musica Barcelona, das Stockholm Konserthuset und zur Schubertiade eingeladen.

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Minetti Quartett

Maria Ehmer, Violine
Anna Knopp, Violine
Milan Milojicic, Viola
Leonhard Roczek, Violoncello

„Das Minetti Quartett ist eine musikalische Sensation aus Österreich“ titulierte Der Tagesspiegel nach dem Debüt des Minetti Quartetts in der Berliner Philharmonie. Der Name bezieht sich auf ein Schauspiel des Schriftstellers Thomas Bernhard, der lange Zeit in Ohlsdorf, dem Geburtsort der beiden Geigerinnen, wohnte.

Seit seiner Gründung im Jahr 2003 konzertierte das Quartett in wichtigen europäischen Konzerthäusern, darunter in der Wigmore Hall London, dem Concertgebouw Amsterdam, im Festspielhaus Baden-Baden, Mozarteum Salzburg, Wiener Konzerthaus und im Wiener Musikverein.

Das Ensemble ist darüber hinaus gern gesehener Gast bei renommierten Kammermusikfestivals wie der Schubertiade Schwarzenberg, Aldeburgh, Aix-en-Provence und Kuhmo und ist Gewinner zahlreicher Wettbewerbspreise.

Zu den Kammermusikpartnern des Minetti Quartetts zählen u. a. Fazil Say, Till Fellner, Friedemann Weigle und Jörg Widmann.
Eine Violine von Giovanni Battista Guadagnini (“ex Meinel”, 1770-1775) sowie ein Violoncello von Giovanni Tononi (Bologna, 1681) werden dem Quartett freundlicherweise von der Österreichischen Nationalbank zur Verfügung gestellt. Anna Knopp spielt auf einer Geige von Laurenzius Storioni (Cremona, 1793), einer privaten Leihgabe, Milan Milojicic auf einer Viola von Bernd Hiller.

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Quatuor Hermès

Omer Bouchez, Violine
Elise Liu, Violine
Yung-Hsin Lou Chang, Viola
Anthony Kondo, Violoncello

Ernsthaftigkeit, Feinheit und Sensibilität – diese Begriffe charakterisieren das Quatuor Hermès wohl am besten.
Diese Qualitäten, die bereits das Ravel- und das Ysaÿe-Quartett sehr früh bemerkten, haben sich in der Arbeit mit Miguel da Silva, Eberhard Feltz, mit dem Artemis-Quartett und Mitgliedern des Alban-Berg-Quartetts bestätigt und weiter herausgebildet.

2011, gerade drei Jahre nach der Gründung, gewannen sie den ersten Preis im prestigeträchtigen Concours International de Genève und wurden u.a. von der Académie Maurice Ravel ausgezeichnet.

Im Herbst und Winter 2013 haben sie auf ihren Tourneen in den USA und in Kanada begeisterte Kritiken geerntet, weitere Konzertreisen führten sie nach Japan,Taiwan, Ägypten, China und Italien.

In Europa konnte man das Quatuor Hermès u.a. beim Festival in Lockenhaus im Burgenland, beim Crescendo-Festival in Berlin oder bei den Gustav-Mahler-Musikwochen in Toblach erleben. 2014 debütierten sie bei den Schwetzinger Festspielen und dem Heidelberger Frühling. Wichtige Auftritte in Frankreich hatten sie u. a. in der Orangerie von Sceaux oder beim Festival von Radio France in Montpellier. Bei allen Konzerten wird man Zeuge ihrer Leidenschaft für das anspruchsvolle und zutiefst menschliche Repertoire der Streichquartettliteratur. Auch darum prophezeit Pianistenlegende Alfred Brendel den Musikern eine große Zukunft.

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Escher Quartett

Adam Barnett-Hart, Violine
Aaron Boyd, Violine
Pierre Lapointe, Viola
Dane Johansen, Violoncello

Das Escher Quartett verdient für seinen individuellen Klang und seine einzigartige Ausdruckskraft viel Anerkennung.
Schon während seiner Gründung im Jahre 2005 wurde das Escher Quartett sowohl von Pinchas Zukerman als auch von Itzhak Perlman als Quartet in Residence zum Young Artists Program in Kanadas National Arts Centre und zum Perlman Chamber Music Program in Shelter Island, NY, eingeladen. Die Eschers haben mit Künstlern wie David Finckel, Leon Fleischer, Wu Han, Lynn Harrell, Cho Liang Lin, David Shifrin und dem Gitarristen Jason Vieaux zusammengearbeitet.

Das Quartett verschafft sich zunehmend mit wichtigen Debüts einen Ruf in ganz Europa. Letzte Engagements waren unter anderem im Concertgebouw Amsterdam, Auditorium du Louvre in Paris und im Conservatoire de Musique de Génève.
Neben seinem europäischen Profil präsentiert sich das Quartett weiterhin in seinem Heimatland, in der Alice Tully Hall in New York, dem Kennedy Center in Washington DC sowie beim Ravinia und Caramoor Festival.

Das Escher Quartett hat seinen Namen vom niederländischen Grafiker M.C. Escher, der sie durch seine Methode des Zusammenspiels zwischen individuellen Komponenten, die durch die Zusammenfügung zu einem Ganzen werden, inspiriert.

Van Kuijk Quartet © privat

Van Kuijk Quartet

Nicolas Van Kuijk – Violine
Sylvain Favre – Violine
Grégoire Vecchioni – Viola
François Robin Violoncello

Als Gewinner des ersten Preises und des Publikumspreises beim Internationalen Streichquartettwettbewerb in Trondheim (Norwegen) und mit dem Erfolg beim FNAPEC-Wettbewerb in Paris gehört das Van-Kuijk-Quartett zur ersten Garde der aufstrebenden Nachwuchsquartette. Erst 2012 gegründet, erhielt das Ensemble in seinem frühesten Entwicklungsstadium wertvolle Hinweise von Luigi Vecchioni (Manfred-Quartett) und Reiko Kitahama (Ravel-Quartett). Danach folgte das Studium beim Quatuor Ysayë am Pariser Konservatorium.
Im Juli 2014 nahmen die Van-Kuijks an den Kammermusikakademien von Verbier und Aix-en-Provence teil und ein Jahr davor nahmen sie an der berühmten Montreal International String Quartet Academy an der McGill-Universität teil, wo ihnen weltberühmte Kammermusiker wie Gerhard Schulz und Günter Pichler (Alban-Berg-Quartett), Michael Tree (Guarneri Quartet) und Keith Robinson (Miami String Quartet) als Mentoren zur Verfügung standen.
Seit 2013 studiert das Quartett bei Günter Pichler an der Escuela Superior de Musica Reina Sofia (Madrid) als Stipendiaten des International Institute of Chamber Music Madrid und der Isaac-Albeniz-Stiftung.
In der kommenden Saison konzertiert das Van-Kuijk Quartett im Rahmen renommierter Festivals und Konzertserien in Frankreich (Aix-en-Provence-Festival), der Schweiz, Großbritannien (Wigmore Hall Coffee Concerts), Deutschland (Heidelberger Frühling) und Dänemark (Tivoli Concert Series).

Veranstaltungen

Pavel Haas Quartet © Marco Borggreve

Streichquartettfest | Abendkonzert

Unerhört, in jeder Hinsicht! Der Schock muss tief gesessen haben, als Schubert die Uraufführung von Beethovens Quartett op. 130 mit der »Großen Fuge« miterlebte. Und unerhört ist auch, wie er dieses Erlebnis verarbeitet hat: mit einem eigenen Quartett von knapp 50 Minuten Spieldauer. Das hatte es noch nicht gegeben. Un-erhört blieb dieses Werk weitgehend zu Schuberts Lebzeiten. Eine private Aufführung gab es zwar, aber keine vollständige öffentliche Premiere – einer von vielen Nackenschlägen in seinem Leben. Diesem Werk kann man nur reine Kontrapunkte entgegensetzen: Thomas Adès‘ »The Four Quarters« von 2010 und Mozarts G-Dur-Quartett, ein Geniestreich vom Silvestertag 1782.

Im Anschluss: gemeinsamer Ausklang mit den Künstlern in der Festival Cafeteria

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Streichquartettfest | Workshop »Die Kunst der Probe«

Günter Pichler, Primarius des Alban Berg Quartetts, spricht über Herausforderungen an den Quartettspieler – individuell und als Mitglied des Ensemblegefüges – und beleuchtet die berüchtigte »Ehe zu viert«, die er selbst 40 Jahre lang geführt hat.

€ 18 (inkl. Nachmittagskonzert um 16.30 Uhr)

Oliver Wille © Molina

Streichquartettfest | Interpretations-Workshop

Ludwig van Beethoven liebte die Zahl Drei. Viele seiner Werke hat er in Dreiergruppen unter einer gemeinsamen Opus-Nummer veröffentlicht, etwa bei den Trios op. 1, den Sonaten op. 2, op. 10 und op. 31 oder bei den »Rasumowsky«-Quartetten op. 59. Deren erstes ist kühn, forsch, neuartig, das zweite, in der damals eher seltenen Tonart e-Moll, wirkt dagegen wie eine Antithese, denn Beethoven besinnt sich auf traditionelle Formen und Motive, etwa beim russischen Volkslied im dritten Satz. Das dritte Quartett präsentiert sich dann als eine Art Synthese. Wie eng die Werke miteinander verzahnt sind, zeigt das Finale des zweiten Quartetts: Es beginnt in C-Dur – just die Tonart des dritten Quartetts.

€ 18 (inkl. Nachmittagskonzert um 16.30 Uhr)

Pavel Haas Quartett © Marco Borggreve

Streichquartettfest | Nachmittagskonzert

»Herrn Raimund Härtel / zur Erinnerung / R. Sch. / Leipzig / den 19 November 1846« – so widmete Robert Schumann die autographen Partituren der drei Streichquartette op. 41 seinem Verleger. »Quartettische Gedanken immer«, lautet eine von seinen Tagebuchnotizen. Frühe Versuche blieben jedoch Fragment. Bevor er mit seiner Sammlung op. 41 endlich zum Erfolg kam, hat er ausführlich die Quartette von Haydn und Mozart studiert. Unterschiedliche stilistische Einflüsse liegen auch Bohuslav Martinus Werken der späten 1920er Jahre zugrunde: Volksmusikalisches aus seiner Heimat, Jazz, Impressionismus und Neoklassizismus. Teilweise verarbeitet in seinem dritten Streichquartett.

€ 18 (inkl. Workshop um 14.30 Uhr)

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Streichquartettfest | Lunchkonzert

Beethoven, der Entschlossene, Grimmige, Resolute. Zeigte dieser Beethoven jemals Ehrfurcht? Vermutlich ja. Denn erst mit 28 Jahren wagte er sich erstmals an ein Streichquartett. War es Ehrfurcht, die Beethoven so lange warten ließ, oder zumindest Respekt? Respekt vor Haydn, der die Messlatte für diese Gattung so hoch gelegt hatte? Mit seinen sechs Quartetten op. 18, entstanden zwischen 1798 und 1800, komponiert sich Beethoven jedenfalls in eine Riege mit Übervater Haydn und Mozart. Als Gipfel-Pendant zu den Klassiker-Quartetten gelten im 20. Jahrhundert die Streichquartette von Béla Bartók. Sechs Gipfel, von denen die Nummer vier im Jahr 1928 entstand, als Bartók den Kontrapunkt für sich neu entdeckte.

€ 18 (inkl. Gesprächskonzert um 10.00 Uhr)

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Streichquartettfest | Lunchkonzert

Es gibt tatsächlich Musiker, Kritiker und Musik-Liebhaber, die mit den »Sieben letzten Worten« von Joseph Haydn hart ins Gericht gehen: langweilig, sieben gleich langsame, öde Sätze – wer soll das aushalten? Die Gegner halten vehement dagegen: großartige, innige Musik, bekenntnishaft, tiefsinnig! Ja, es ist ein singuläres Werk in der Musikgeschichte. Zumal diese »Sieben letzte Worte« ungeheuer heikel zu spielen sind. Sie verlangen nach Feierlichkeit, dürfen aber nicht nach Weihrauch klingen; sie verlangen nach getragener Langsamkeit, dürfen daran aber nicht zerbrechen. Die Einzigartigkeit dieser Musik verlangt nach Ergänzungen, die man so kaum auf der Rechnung hat: Werke von Birtwistle und Adès!

€ 18 (inkl. Gesprächskonzert um 10.00 Uhr)

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Streichquartettfest | Eröffnungskonzert

Mit seinen sechs Quartetten op. 76 hatte Joseph Haydn einen Gipfel erklommen. Schon mit dem ersten Werk der Gruppe erweist er sich als Souverän. In nur 20 Takten reiht er drei Ideen aneinander und entwirft damit eine ganze Welt. Dass Felix Mendelssohn Bartholdy später in seinem Es-Dur-Quartett auf klassische Muster à la Haydn zurückgreift, wurde von einigen Zeitgenossen skeptisch beäugt. Den Komponisten aber bewog es zu der Aussage, dieses Quartett sei »einige hundertmal besser« als alle seine vorigen. Wertungen dieser Art lehnte Ludwig van Beethoven ab. Auf die Unterschiedlichkeit seiner späten Streichquartette angesprochen, meinte er: »Die Kunst will es von uns, dass wir nicht stehen bleiben.«

Im Anschluss: gemeinsamer Ausklang mit den Künstlern in der Festival Cafeteria Merken Merken Merken

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Streichquartettfest | SWR2 Cluster präsentiert: Eröffnungsgespräch

Oliver Wille, Mitglied des Kuss Quartetts, Professor für Kammermusik an der Musikhochschule Hannover und seit 2016 auch künstlerischer Leiter der Sommerlichen Musiktage Hitzacker, ist den Besuchern des Heidelberger Streichquartettfests als Musiker und Moderator wohlbekannt. Diesmal holt er sich einen der ganz Großen seines Fachs mit ins Boot: Günter Pichler, den Gründer des Alban Berg Quartetts, ehemaligen Konzertmeister der Wiener Philharmoniker und langjährigen Wiener und Kölner Hochschullehrer. Dieses Grundsatzgespräch zu allen aktuellen Fragen rund um das Streichquartett wird von SWR2 Cluster moderiert, aufgezeichnet und zu einem späteren Zeitpunkt gesendet.

Eintritt frei

In Kooperation mit
SWR2

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Streichquartettfest | Nachmittagskonzert

Der Name »Grido« setzt sich zusammen aus den Anfangsbuchstaben der Mitglieder des Arditti-Quartetts und bedeutet, aus dem Italienischen übersetzt, »Schrei«. 2001 wurde dieses Streichquartett von Helmut Lachenmann in Melbourne uraufgeführt. »Komponieren bedeutet für mich, wenn schon nicht ›ein Problem lösen‹, so doch mich mit einem Trauma, angstvoll/lustvoll, auseinandersetzen«, behauptet Lachenmann mit Blick auf dieses Werk, für den das Quartett, die »gute, alte und traditionsbeladene Besetzung«, den Aufbruch zu neuen Ufern bedeutet. Dem hätte Joseph Haydn sicher zugestimmt, dessen Streichquartette op. 64 aus dem Jahr 1790 stammen – ein Jahr, das Haydn tiefgreifende Veränderungen bescheren sollte. Dann nämlich – nachdem der neue Esterházy-Fürst alle Hofmusiker entlassen hatte – begann die Phase seiner Selbständigkeit.

€ 18 (inkl. Interpretations-Workshops um 14.30 Uhr)

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Streichquartettfest | Lange Nacht des Streichquartetts

»Da habe ich mich von meiner letzten Liebe losgemacht«, behauptete Johannes Brahms relativ nüchtern im Jahr 1865. Denn es gab Gerüchte. Es wurde gemunkelt über eine bestimmte Tonfolge im ersten Satz seines zweiten Streichsextetts, wo Brahms die Initialen seiner Geliebten Agathe von Siebold in Musik gegossen haben soll. Es war eine Liebe für einen Sommer, und entsprechend diskret ist Brahms mit dieser Chiffre umgegangen. Ein verborgener Überraschungs-Coup, den Brahms schließlich doch nicht zu dick auftragen wollte? Auch das Programm der »Langen Nacht des Streichquartetts« hält, neben dem romantischen Paar Schubert-Brahms und dem modernen Pendant Adams-Pärt, weitere Überraschungen parat.