Lied.LABs

Lied.LAB Schlafzyklus

Mit den „Lied.Labs“ wagt das Liedzentrum ein Experiment: Neue Formen, ungewöhnliche Orte, überraschende Kombinationen und Grenzaufhebungen.

Im Mittelpunkt der Programme steht die Unmittelbarkeit der Stimme. Junge wie erfahrene Sänger*innen und Kurator*innen erhalten den Freiraum, ihre persönliche Vision davon zu erproben, was die Tradition des Liedes in seiner mannigfaltigen Gestalt uns heute und in Zukunft noch zu sagen hat. In den letzten Jahren sind die Lied.Labs „Tanz, Lied, Jazz” , „DIA_LOG” und „Schlafzyklus eines Schlaflosen” entstanden.

Tanz, Lied, Jazz
Die Texte von Michael Lentz waren Grundlage des Projektes, das von der Fachgruppe für Jazz und Popularmusik und der Akademie des Tanzes an der Musikhochschule Mannheim unter Leitung von Michael Küttner und Ralf Frey entwickelt und im Musikfestival 2017 aufgeführt wurde. Stimmen, Percussion und Tanz waren Ingredienzen eines Abends, bei dem neue Lieder und Improvisationen zusammentrafen. Das Projekt ist in Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim und Karlstorbahnhof entstanden.

DIA_LOG
Genauso wie Fotos vermögen auch Lieder, das Fenster zu einem fernen Augenblick zu öffnen. Im inszenierten Lied.Lab „DIA_LOG” werden Dias in einen neuen Kontext mit Liedern von Mendelssohn, Ives oder Wolfgang Rihm gestellt. Sie stammen von Heidelberger Bürger*innen und zeigen die Schlüsselmomente des Lebens: der erste Schultag, der Anfang der großen Liebe oder die Hochzeit. Musik und Bilder verfließen zu einem nostalgischen Abend und lassen uns tief in unsere Erinnerungen eintauchen.

Der interdisziplinäre Liederabend wurde 2019 von Marie König und Malte Hemmerich, beide Fellows der Heidelberger Frühling Akademie für Musikjournalismus, konzipiert.  Vendula Nováková übernahm die Regie, während Sopranistin Theresa Pilsl und Pianist Daniel Gerzenberg, beide Fellows der Heidelberger Frühling Lied Akademie, DIA_LOG im Herbst 2021 und wiederum im Juni 2022 im Rahmen des Liedfestivals auf die Bühne brachten.



Schlafzyklus eines Schlaflosen
Eine Berliner Aufführung des achtstündigen „Sleep“-Projekts des Komponisten Max Richter war die Inspirationsquelle für Pianist Kunal Lahiry, Fellow der Heidelberger Frühling Lied Akademie und einer der kreativsten Liedgestalter seiner Generation. Im inszenierte Lied.Lab „Schlafzyklus eines Schlaflosen” zeichnet er den Bewusstseinsparcours zwischen Müdigkeit, Schlaflosigkeit, unruhigen Träumen und plötzlichem Erwachen in Liedern und Werken von u.a. Johannes Brahms, Hugo Wolf, Jake Heggie, Ivor Gurney, Max Richter und Rebecca Clarke nach.

Das Programm ist als stimulierende Auseinandersetzung mit den Phasen der Dunkelheit und den dabei aufkommenden Erinnerungen, Ängsten und Freuden gedacht. Nicht nur die Grenzen zwischen den Epochen verfließen – von Brahms über George Crumb bis zu Jake Heggie –, auch die Genres, Stilhöhen und Nationalsprachen spielen assoziativ ineinander. Neben Lahiry am Klavier bestreiten die Sänger*innen Fanny Soyer (Sopran), Hagar Sharvit (Mezzosopran) und Jeeyoung Lim (Bassbariton), alle drei Fellows der Heidelberger Frühling Lied Akademie oder des Wettbewerbs Das Lied, den Abend. Die Regie von Andrea Tortosa Baquero, das Lichtdesign von Emilio Cordero Checa und die Ausstattung von Amir Baltic sorgen für das ästhetische Zusammenspiel von Farben, Klängen und Empfindungen.