Kammermusik Plus 2021

Das Programm der Saison 2020/21 der Abo-Reihe »Kammermusik Plus« ist veröffentlicht. Den Saisonauftakt macht am 15. September 2020 das Viano Quartet aus Kanada. Zu Gast sind außerdem Pianist Adam Laloum, Trio Zadig, Pianist Pavel Kolesnikov, Gitarrist Friedemann Wuttke & Mandelring Quartett, Cellist Friedrich Thiele & Pianistin Naoko Sonoda, Pianistin Elisabeth Leonskaja, Trio Catch und Armida Quartett. Die geplanten Veranstaltungen werden unter Einhaltung der dann geltenden Versammlungsregelungen aufgrund der Pandemie-Krise sowie eines Hygiene- und Schutzmaßnahmenkonzepts durchgeführt. Der Heidelberger Frühling erarbeitet derzeit verschiedene Szenarien, damit auch bei begrenzter Zuschaueranzahl alle Ticketinhaber ein Konzert erleben können. Mehr »

Spendenaktion »Zukunftsmusik«

Für die »Zukunftsmusik« sind bei der Stiftung Heidelberger Frühling bereits rund 95.000 Euro eingegangen. Vielen Dank allen SpenderInnen! Wir werden damit die FestivalkünstlerInnen 2020 unterstützen, die durch die Corona-Krise in eine finanzielle Notlage geraten sind. Noch bis 28. Mai können die KünstlerInnen einen Antrag auf Unterstützung stellen, danach werden die Spenden paritätisch verteilt. Bis dahin ist das Spendenkonto weiterhin geöffnet. Mehr »

Podcast: Quo vadis Kultur?

In der Coronakrise hat der Heidelberger Frühling drei Wirtschafts-Vorstände zum Podcastgespräch geladen – das Thema: Quo vadis Kultur? Thorsten Schmidt (Intendant des Heidelberger Frühling) spricht mit drei der vier Hauptsponsoren des Festivals, Dr. Dominik von Achten (Vorstandsvorsitzender der HeidelbergCement AG), Dr. Uwe Schroeder-Wildberg (Vorstandsvorsitzender der MLP SE) und Michael Kleinemeier (Mitglied des Vorstands der SAP SE, seit 1. Mai 2020 im Ruhestand) darüber, was diese Krise gesamtgesellschaftlich bedeutet und wie das Zusammenspiel von Wirtschaft, Politik und Kultur in dieser Krisensituation aussehen könnte. Zum Podcast »

Alumni-News

Mehrere Alumuni und aktuelle Stipendiaten der Lied Akademie können sich über die Aufnahme in renommierte Opernstudios ab der Saison 2020/21 freuen: Mezzospranistin Yajie Zhang (Lied Akademie 2016 und 2019 sowie 2. Preisträgerin beim Wettbewerb »Das Lied« 2019, Foto) geht zum Opernstudio der Bayerischen Staatsoper in München; Bass Gabriel Rollinson (Lied Akademie 2019) zum Opernstudio der Oper Frankfurt; Mezzosopranistin Sofia Vinnik (Lied Akademie 2020) zum Opernstudio des Theater an der Wien und die Baritone Michael Rakotoarivony (3. Preisträger beim Wettbewerb »Das Lied« 2019) und Stefan Astakhov (Lied Akademie 2019) sind am Opernstudio der Staatsoper Wien angenommen. Glückwunsch!

Finale #DigitalUnterwegs

Die Programmidee #DigitalUnterwegs, die nach der kompletten Absage des 24. Heidelberger Frühling wegen der Corona-Pandemie ins Leben gerufen worden ist, hat in 26 Beiträgen online über 250.000 Menschen erreicht. Es endet am Freitag, 24. April mit einer Premiere: Zum ersten Mal wird der Videomitschnitt des Festivalfinales von 2018 mit dem Mahler Chamber Orchestra und Daniele Gatti ausgestrahlt. Alle Beiträge von #DigitalUnterwegs sind weiterhin verfügbar. Das Festival hatte damit außerdem eingeladen, für existenzbedrohte Festivalkünstler 2020 zu spenden. Der 25. »Frühling« findet vom 20. März bis 18. April 2021 statt. Mehr

Benedikt Kristjánsson

Interview

Beruf: Tenor, global singer
Geburtsort: Húsavík, ein Fünfzehn-Seelendorf im Norden Islands
Alter: 33 Jahre, drei Kinder
Special interest: Bach, Evangelist

Du bist in Húsavík geboren, ein Nest an der Nordküste Islands- Lebt ein Stück Wikinger in dir fort?

Die Insel hat mich geprägt. Ich liebe die Landschaften, die Kultur und die Menschen. Die Volkslieder Islands inspirierten mich zu meiner ersten Solo-CD, auf der ich die einfachen unbegleiteten Melodien neben Lieder von Schubert stelle. Das Projekt hatte den Arbeitstitel „Zu mir, in das Boot“, dahinter könnte man schon ein Wikinger-Thema vermuten.

War Deutschland ein Kulturschock für dich?

Kein Schock, aber eine große Umstellung schon. In Berlin leben 3,7 Millionen Menschen und in ganz Island nur 356.000. Ich hatte das Glück, dass mir Deutschland und seine Sprache vertraut waren, denn ich bin mit neun ein Jahr in Heidelberg zur Schule gegangen. Wenn man Berufsmusiker werden möchte, muss man für eine gute Ausbildung raus aus Island, ich habe Berlin gewählt.

Du hast erst mit vierzehn in deiner Rockband mit dem Singen begonnen, in der Regel lernen Evangelisten ihr Handwerk eher in Knabenchören.

Bei Familientreffen sangen wir mit siebzehn Onkel und Tanten vierstimmig, daher denke ich, dass wir eine musikalische Familie sind. Meine Mutter ist ausgebildete Sängerin, aber ich habe mit klassischer Gitarre begonnen. Das Singen kam mit der Band, Chormusik habe ich später im isländischen Jugendchor kennen- und lieben gelernt.

Und wie wurde das Hobby zum Beruf?

Mein Vater schenkte mir zum sechszehnten Geburtstag eine CD von Fritz Wunderlich, die mich so in den Bann geschlagen hat, dass ich nur noch eines wollte: Sänger in Deutschland zu werden.

Dein Vater ist Theologe, auch du bezeichnest dich als gläubigen Christen. Wie wichtig sind dir Oratorien und ihre Botschaften?

Sehr wichtig, ein Beispiel ist die Johannespassion für Tenor allein, die ich 2019 mit dem Podium Esslingen aufgenommen habe und für die wir den Opus Klassik als innovativstes Konzert gewonnen haben. Ich singe alle Partien, bin also Jesus, Petrus, Pilatus, die Magd und die Juden. Eine verrückte Idee, aber ich habe ein Konzept entwickelt, wie man das Stück mit nur einem Sänger, Schlagwerk und Tasteninstrument aufführen kann.

Deine Stimme klingt nordisch hell, hast du ein Vorbild?

Ja, ich habe Vorbilder, aber nicht im Sinne von „Ich möchte genauso wie dieser Sänger klingen“. Ich versuche immer die natürliche Farbe meiner Stimme zu erhalten.

Der Kanon vor den großen christlichen Festen ist eng: Du singst über Wochen Bachs Weihnachtsoratorium oder seine Passionen. Hast du Angst vor Routine?

Nein, denn nur die Gegenwart zählt. Ich gebe immer alles und singe jedes Konzert als ob es mein Letztes wäre.

Was sind die Momente puren Glücks?

Wenn ich spüre, dass ich die Menschen bewege. Das sind magische Momente. Wenn ich sie erreicht habe, spüre ich als Resonanz die Energie der Zuhörer.

Biografie

Der Tenor Benedikt Kristjánsson ist in Húsavík, Island geboren.  Seinen ersten  esangsunterricht mit 16 Jahren erhielt er bei seiner Mutter, Margrét Bóasdóttir an der Reykjavík Akademie für Gesang. Er war Mitglied und häufiger Solist in dem renommierten Jugendchor Hamrahlíðarkórinn« unter der Leitung von Thorgerdur Ingolfsdottir.
Er studierte bei Prof. Scot Weir an der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin und besuchte Meisterkurse bei Peter Schreier, Christa Ludwig, Elly Ameling, Robert Holl, Andreas Schmidt und Helmut Deutsch. Er ist ein 1. Preisträger des Internationalen Gesangs-Wettbewerbs cantateBach in Greifswald, und ein Publikumspreisträger des Internationalen J. S. Bach-Wettbewerb in Leipzig.

Solistische Engagements führten ihn zu manchen der berühmtesten Konzertsälen der Welt. Wie z.b Konzerthaus Wien, Berliner Philharmonie, Chapelle Royal in Versailles, Walt-Disney Hall in Los Angeles und Concertgebouw Amsterdam. Er arbeitete mit mit namenhaften Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, Gaechinger Cantorey, Hofkapelle München, Nederlandse Bachverening, Gulbenkian Orchestra, Akademie für Alte Musik Berlin und Freiburger Barockorchester.

Er arbeitete mit Dirigenten wie Michel Corboz, Jos van Veldhoven, Christoph Spering, Vaclav Luks, Reinbert de Leeuw, Peter Dijkstra, Reinhard Goebel, Philippe Herreweghe und Hans-Christoph Rademann.

Im Oper Bereich sang Benedikt an der Staatsoper in Berlin, und im Theater Kiel und Staatstheater Braunschweig, wo er baroque und modernes repertoire gesungen hat.

Auch tretet er regelmaßig auf bei Festivals wie Musikfest Stuttgart, Thüringer Bach-Wochen, Händefestspiele in Halle und Festival Oude Muziek in Utrecht.

Sein Debüt-CD “Drang in die Ferne” ist bei dem Label GENUIN im Jahr 2019 erschienen, mit Liedern von Franz Schubert und Isländischen Volksliedern a capella.