Festivalprogramm 2021

Der Heidelberger Frühling 2021 findet vom 20. März bis 18. April 2021 statt und feiert seinen 25. Geburtstag. Insgesamt stehen in dieser Jubiläumssaison 127 Veranstaltungen in 19 Spielstätten auf dem Programm. Die 25. Ausgabe des Heidelberger Frühling steht unter dem Leitmotto »FESTspiel« und setzt sich in den rund vier Festivalwochen mit der Verbindung von Fest und Spiel aus unterschiedlichen Blickwinkeln auseinander. Zu Gast sind vor allem KünstlerInnen, die den Heidelberger Frühling als WegbegleiterInnen in den letzten 25 Jahren geprägt haben: u.a. Jörg Widmann, Martin Grubinger, Igor Levit, Thomas Hampson, Thomas Quasthoff, Gabriela Montero und Anna Lucia Richter. Der Vorverkauf beginnt am 2. November.

Sindy Mohamed

Sindy Mohamed tritt in dieser Saison als Solistin und Kammermusikerin bei großen Festivals wie Festival Presences Paris, Moritzburg Festival, Spannungen Heimbach, Schubertiade Hohenems, Kronberg Festival, Festspiele Mecklenburg-Vorpommern auf und arbeitet mit Isabelle Faust, Tabea Zimmermann, Lawrence Power, Steven Isserlis, Christian Tetzlaff, Maximillian Hornung, Kian Soltani, Yura Lee, Adrien La Marca und vielen anderen zusammen. Weitere Höhepunkte sind Auftritte als Solist mit dem Ensemble Multilatérale in Paris, dem Cairo Symphony Orchestra und dem Orchester Vigo 430 in Spanien. Zu ihren ausgedehnten Konzertreisen in die ganze Welt gehören ihre Debüts in der Wigmore Hall, der Carnegie Hall und der Suntory Hall.

Als Preisträgerin des Internationalen Anton-Rubinstein-Wettbewerbs 2017 und Stipendiatin der “Ottilie-Selbach-Redslob-Stiftung” hat Sindy Mohamed in der vergangenen Saison ihr Debüt als Solistin in England an der Seite von Lars Vogt und der Royal Northern Sinfonia Orchestra im Rahmen des “New Year New Artists” Festivals gegeben. Sie nahm am Festival d’Aix-en-Provence teil, wo sie zusammen mit Tabea Zimmermann auftrat. Auf Einladung von Rolando Villazon trat sie in der bekannten Sendung ‘Stars von Morgen’ auf, welche auf Arte ausgestrahlt wurde.

Die 1992 in Marseille geborene ägyptische Bratschistin Sindy Mohamed, die in eine nicht-musikalische Familie hineingeboren wurde, erhielt ihren ersten Violaunterricht im Alter von 8 Jahren. Nach ihrem Abschluss am Conservatoire de Marseille setzte Sindy Mohamed ihre Studien am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris und an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin fort.

Weitere musikalische Inspiration erhielt Sindy Mohamed durch ihre Teilnahme und besondere Einladungen zu zahlreichen internationalen Meisterkursen und Festivals wie “Festival Quatuors à Bordeaux”, “Festival d’Aix-en-Provence”, “Summer Festival Salzburg”, “Seiji Ozawa International Switzerland Academy”, “European Chamber Music Academy”. Dort arbeitete sie mit Daniel Barenboim, Antoine Tamestit, Roberto Diaz, Morten Carlsen, Nobuko Imai, Jean Sulem, Sadao Harada, Pamela Frank und Tatjana Masurenko zusammen. Außerdem ist sie seit 2013 Mitglied des West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim.

Sindy Mohamed spielt auf einer Viola von Jean-Baptiste Vuillaume (1853, Paris), eine großzügige Leihgabe der Beares International Violin Society London.

2018 musizierte Sindy Mohamed bei Chamber Music Connects the World an der Seite von Gidon Kremer, Christian Tetzlaff, Steven Isserlis und Sir András Schiff. 2019 trat sie beim Kronberg Academy Festival auf und wirkte bei Mit Musik – Miteinander als Dozentin mit. Seit Oktober 2017 studiert Sindy Mohamed an der Kronberg Academy

Maurice Steger

Der “Paganini”- und “Hexenmeister der Blockflöte” und “The world’s leading recorder player” – das sind nur einige der Beschreibungen, die man über Maurice Steger zu lesen bekommt. Um solch hohen Erwartungen gerecht zu werden bedarf es aber nicht nur einer erstaunenswerter Technik sondern auch Charisma, Intellekt und einem ganz besonderen Feingefühl für die Musik. All dies zeigt Maurice Steger seinem Publikum und begeistert mit seiner intensiven Tongebung und unendlichen Energie in verschiedensten Konzertformaten auf der ganzen Welt.

Regelmäßig kann man ihn als Solist, Dirigent oder auch in Doppelfunktion mit den tonangebenden Originalklangensembles wie der Akademie für Alte Musik Berlin, La Cetra, Venice Baroque Orchestra, The English Concert, den Violons du Roy aus Kanada oder I Barocchisti, als auch mit modernen Orchestern wie dem Zürcher Kammerorchester, dem Münchener Kammerorchester, dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt, der NDR Radiophilharmonie und dem Musikkollegium Winterthur erleben.

Kammermusik nimmt ebenfalls einen hohen Stellenwert im breiten Spektrum von Maurice Stegers künstlerischer Tätigkeit ein. Mit befreundeten Musikern wie Hille Perl, Avi Avital, Daniele Caminiti, Lee Santana, Naoki Kitaya, Mauro Valli, Sebastian Wienand, Fiorenza de Donatis, Diego Fasolis, Sol Gabetta oder auch dem jungen französischen Cembalisten Jean Rondeau widmet er sich immer wieder neuem Repertoire aus vergangenen Zeiten. Neben der Alten Musik setzt er sich zudem auch mit neuen Konzertformen und zeitgenössischen Kompositionen auseinander.

Maurice Steger liebt den Austausch mit verschiedenen Kulturen und das Kennenlernen anderer Arbeitsweisen und Interpretationsansätze, sodass er nicht nur in Europa sondern in der ganzen Welt konzertiert, unterrichtet und als Juror tätig ist. Tourneen durch Nord- und Südamerika, Asien und Australien führten ihn u.a. mit dem Australian Brandenburg Orchestra oder dem Malaysia Philharmonic Orchestra zusammen. Das traditionelle Taipei Chinese Orchestra lud ihn als ersten westlichen Flöten-Solisten ein.

Besonders wichtig ist ihm auch sein musikpädagogisches Engagement: Neben der Leitung der Gstaad Baroque Academy, die er 2013 zusätzlich zu verschiedensten Meisterklassen übernahm, konzipierte er die Figur des “Tino Flautino”, um die Kleinsten zu einem spielerischen Zugang in die Welt der klassischen Musik zu führen. Tino Flautinos neuestes Märchen mit seinem Kater Leo präsentiert Steger nun in deutscher, schweizerdeutscher als auch italienischer Sprache.

Durch seinen eigenen nie gestillten Wissensdurst gelingt es ihm immer wieder zu zeigen, wie viel es in der Barockmusik noch zu entdecken gibt. So präsentierte er auf seiner CD “Souvenirs” Werke, die er in der Privatbibliothek des Grafen Harrachs in Neapel entdeckte, und wurde dafür mit dem ECHO Klassik ausgezeichnet. Sein Album “Baroque Twitter” mit dem Kammerorchester Basel und der Sängerin Nuri Rial wurde von Vogelgesängen inspiriert. Die neuste Einspielung “Mr. Handel’s Dinner” mit dem La Cetra Barockorchester Basel ist im Frühjahr 2019 erschienen und empfindet Händels Opernvorstellungen und insbesondere deren Pausen in London nach. Die CD wurde mit Begeisterung von Hörern und Presse aufgenommen.

Man fragt sich manchmal, woher bei Maurice Steger all diese Energie kommt, mit der er der Blockflöte zum Comeback verholfen hat, wie zuletzt Arte in der Dokumentation Die Blockflöte – Ein Comeback gezeigt hat. Doch wenn man sieht, mit wieviel Liebe zum Instrument, zur Musik und zum Publikum er jedes seiner vielen Projekte

Joasihno

Cico Beck (Aloa Input, the Notwist) und Nico Sierig sind zurück mit einem speziellem „in the box“ Set ihres regulären „Joasihno“ Setups. Komplett verbaut in einem Koffer wurde diese kleine, komplett batteriebetriebene, „Mobile Disko“ für das Musizieren auf der Straße gebaut und zeigt alle Teile der Musik von Joasihno: Robotor-Instrumente, Klanginstallationen, analoge Synthesizer, Weltmusik-Percussion und Laptop-Musik. Joasihno’s Musik ist inspiriert von experimentellen Pionieren wie Mort Garson und der Melancholie der Kraut-Elektronika, mit Interesse an der zeitgenössischen Musikproduktion und in großer Bewunderung der Kanons von Moondog und den Patterns von Steve Reich. Psychedelische Maschinen-Straßenmusik aus München.

Neue Gesichter beim »Frühling«

Der Heidelberger Frühling gibt zwei Personalien bekannt: Annett Baumeister ist Leiterin des Geschäftsbereichs »Kunst und Innovation« und ist in Absprache mit dem Intendanten Thorsten Schmidt zuständig für die Programmplanung des Heidelberger Frühling, des Heidelberger Streichquartettfests und der Abonnementreihe »Kammermusik Plus« sowie der Veranstaltungen des Internationalen Liedzentrums Heidelberg. Zuvor war sie Leitende Konzertreferentin am Festspielhaus Baden-Baden. Christian Eckhardt wird ab 1. Oktober 2020 Kaufmännischer Direktor der Heidelberger Frühling gGmbH. Ihn zieht es von der Elbe an den Neckar: Er war bis Ende der vergangenen Saison Verwaltungsdirektor und stellvertretender Intendant der Dresdner Musikfestspiele und hat erfolgreich die Entwicklung des Festivals unter der Leitung des Cellisten Jan Vogler vorangetrieben.

Enjoy Jazz

Der Heidelberger Frühling und hat sich mit seinen Kollegen zusammengetan und ist Kooperationspartner bei zwei Konzerten von von Enjoy Jazz, dem Festivals für Jazz und Anderes, das am morgigen 2. Oktober beginnt: Am 18. Oktober gibt der Pianist und Komponist Hermann Kretzschmar, Mitglied des Ensemble Modern, seinen »Beethoven-Scan«, eine radikal gekürzte Version der 32 Beethoven-Sonaten zum Besten: Er spielt jeweils nur die erste Zählzeit eines Taktes. Die junge Pianistin Johanna Summer bringt am 9. November Jazz-Improvisationen zu Kompositionen von Robert Schumann mit. Beide Veranstaltungen finden in der Alten Feuerwache Mannheim statt. Tickets unter www.enjoy-jazz.de.