Veranstaltungen

Tatjana Ruhland & Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern

»Schicksal« hat eigentlich in der Aufklärung keinen Platz. »Befreit euch!«, forderte Kant: »Bedient euch eures Verstandes!« Klopft es nun in Beethovens Fünfter schicksalsträchtig an die Tür, zuckt der Aufklärer nicht furchtergriffen zusammen, sondern steht aus seinem Wohnzimmersessel auf und schaut nach, wer da stört. Das Schicksal ist nach dem ersten Satz denn auch keine Bedrohung mehr. David Philip Heftis neues Werk – von Dietrich Götze in Auftrag gegeben – erinnert daran, dass Musik nicht nur die Nähe zur Aufklärung, sondern auch zur Nacht und zum Traum sucht.

Dieses Konzert wird mitgeschnitten vom

»Zugabe« Jörg Tröger im Gespräch mit Tatjana Ruhland, David Philip Hefti und Dietrich Götze (im Ballsaal der Stadthalle)

Wir danken
Dr. Renate Keysser-Götze, Dr. Dietrich Gtze und

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Chouchane Siranossian & Anima Eterna Brugge

Das Orchester Anima Eterna Brugge verfolgt einen faszinierenden Ansatz: das ursprünglich nur der Alten Musik vorbehaltene Konzept des Originalklangs auf die Musik des 19. und 20. Jahrhunderts auszudehnen. So kommen auch bei Mendelssohn ausschließlich Instrumente seiner Zeit zum Einsatz. Chouchane Siranossian, auf der modernen Geige ebenso zu Hause wie in der historischen Aufführungspraxis, ist da die ideale Partnerin. Wohlbekanntes von Mendelssohn – hier klingt es wie neu.

»Zugabe« Jörg Tröger im Gespräch mit Chouchane Siranossian und Jakob Lehmann (im Ballsaal der Stadthalle)

Wir danken
Herrn Dr. Hans-Peter Wild

Mitsuko Uchida & Mahler Chamber Orchestra

Kopfkinozeit! Unser Herzenspartner auf unbestimmte Zeit, das Mahler Chamber Orchestra, lässt sich von Mitsuko Uchida am Klavier dirigieren. Die These vieler Pianisten, dass die Mozart‘schen Klavierkonzerte mit der Erzählkraft seiner Opern locker mithalten können, mag sich an diesem Abend erneut bestätigen. Die »Lyrische Suite« von Berg zitiert Richard Wagners »Tristan und Isolde« und öffnet damit einen weiteren großen Freiraum in unseren Köpfen, den es mit Imagination zu füllen gilt.

»Zugabe« Jörg Tröger im Gespräch mit Mitsuko Uchida (im Ballsaal der Stadthalle)

Wir danken Residenzförderer
Klaus Tschira Stiftung gGmbH

Das Mahler Chamber Orchestra ist Orchestra in Residence des Heidelberger Frühling

Philharmonisches Orchester Heidelberg

Jean Sibelius zieht Bilanz: »Die Geige hatte mich ganz in ihren Bann geschlagen. Zehn Jahre war es mein frommster Wunsch gewesen, ein großer Geigenvirtuose zu werden«. Dann bedauert er: »Es bedeutete ein schmerzhaftes Erwachen, als ich eines Tages feststellen musste, dass ich für den mühsamen Pfad eines Virtuosen meine Ausbildung zu spät begonnen hatte.« In seinem 1903 begonnenen Violinkonzert zeigt sich diese Passion für die Geige aufs Trefflichste: Fast wie ein Violin-Monolog kommt es daher.

In Kooperation mit

Eröffnungskonzert Maximilian Hornung & Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Seit der skandalösen Uraufführung von »Le sacre du printemps« 1913 wurde Strawinsky den Ruf des Enfant terrible nicht mehr los. Das Concerto in D, gut 30 Jahre später komponiert, zeigt ihn von einer anderen Seite. Besonders der zweite Satz offenbart einen sensiblen, noch immer mit der Atonalitt zögerlich umgehenden Komponisten. Einen Komponisten, der sich nach der atonalen Zeitenwende fragt, wie es musikalisch weitergeht. Maximilian Hornung, einst Stipendiat unserer Festival Akademie, und Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen geben mit Schumann, Haydn und Strawinsky den Auftakt zum letzten Teil der Aufklärungs-Trilogie.

Dieses Konzert wird mitgeschnitten von
SWR2

Wir danken

Dr. Jobst Wellensiek und Dr. Manfred Lamy

Festivalfinale: Mahler Chamber Orchestra

Die Konzerte des Mahler Chamber Orchestra umrahmen den Heidelberger Frühling 2018. Nach dem Eröffnungskonzert unter François-Xavier Roth kehrt dieses »weltbeste Kammerorchester« mit seinem künstlerischen Partner Daniele Gatti zurück an den Neckar. Gatti und das MCO verbindet eine besondere Zuneigung – und das hört man, besonders bei Gattis Leib- und Magenkomponisten Beethoven und Schumann.

Im Anschluss: Abschlussfest im Ballsaal

Igor Levit & Tonhalle-Orchester Zürich

18.45 Uhr Konzerteinführung der Classic Scouts im Ballsaal der Stadthalle
Newcomer-Konzert der Classic Scouts

Die Enigma-Variationen, 1899 uraufgeführt, platzierten Edward Elgar mit einem Schlag auf die Landkarte der Neuen Musik um 1900. Die delikate Orchesterbehandlung, die äußerst geistreiche Themenverarbeitung und die Vielzahl verborgener außermusikalischer Bedeutungen machen das Werk zum vielleicht attraktivsten Variationszyklus für Orchester überhaupt – die »Nimrod«-Variation wurde gar zum Allzeit-Hit. Das erste Klavierkonzert von Johannes Brahms ist da so etwas wie ein Gegenstück: ein in drei Jahren harter Arbeit entstandener, zweifellos genialer Koloss, den Igor Levit hier in Heidelberg auf die Bühne wuchtet.

Wir danken
Dr. Renate Keysser-Götze, Dr. Dietrich Götze und
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Maximilian Hornung & Philharmonisches Orchester Heidelberg

Mit bestechender Musikalität, instinktiver Stilsicherheit und musikalischer Reife erobert der Cellist Maximilian Hornung die internationalen Konzertpodien. Im August 2014 gab der 1986 in Augsburg geborene, unter anderem bei David Geringas studierte Musiker sein Debüt bei den Salzburger Festspielen. In Heidelberg musiziert Maximilian Hornung jetzt Henri Dutilleux’ expressives Cellokonzert »Tout un monde lointain«, das 1970 uraufgeführt wurde. Zwei zentrale Werke Benjamin Brittens, das 1945 zu Henry Purcells 250. Todestag entstandene »The Young Person’s Guide to the Orchestra« und die »Four Sea Interludes « sowie Strawinskys »Feuervogel« in der Fassung von 1919 vervollständigen das ausdrucksstarke Programm.

In Kooperation mit

VERSCHOBEN: Jugendkonzert mit Malte Arkona

Immer wieder faszinieren und inspirieren Komponisten Sagen, Mythen, Marchen. Igor Strawinsky zum Beispiel: das russische vom magischen Feuervogel. So hat er eine Ballettmusik dazu geschrieben. Und man kann genau hören, wie der farbige Vogel zu den Klängen des Orchesters fliegt, zwitschert, schreit. Moderator Malte Arkona erzählt ein Fantasy-Abenteuer, das auch heute noch fasziniert – und lüftet die Geheimnisse der bahnbrechenden Partitur.

In Kooperation mit

Mirga Gražinytė-Tyla & City of Birmingham Symphony Orchestra

Rudolf Buchbinder ist ein Pianist, der sich mit mustergültigen Interpretationen der Werke einer relativ kleinen Zahl von Komponisten – vor allem Mozart und Beethoven, aber auch Schumann – Weltruhm erworben hat. Deshalb ist es ein besonderes Glück, dass er der Solist im zweiten Heidelberger Konzert des City of Birmingham Symphony Orchestra sein wird. Schumanns Klavierkonzert steht sinnfällig der Fünften Beethovens – einer der Buchbinder’schen Hausgötter also! – gegenüber. Dazwischen hat Mirga Gražinytė-Tyla ein faszinierendes Werk aus ihrer litauischen Heimat platziert: Die Komposition »Fires« der Komponistin Raminta Šerkšnytė aus dem Jahr 2010 ist ein teils dunkel-geheimnisvolles, teils tumultuöses Werk voller raffinierter Orchesterfarben, das mit einem überraschenden Beethoven-Zitat endet.

Wir danken
Klaus Tschira Stiftung gGmbH

Künstler

Venice Baroque

Im Jahr 1997 gründete Andrea Marcon das Venice Baroque Orchestra (VBO), welches sich als eines der führenden Ensembles Europas auf Alte Musik und das Musizieren auf authentischen Instrumenten spezialisiert hat. Für seine Konzerte und Opernaufführungen in Europa, Nord- und Südamerika, Japan, Korea, Taiwan und China erhielt das Orchester von Kritikern und der Fachpresse großen Beifall. Das VBO konzertierte in den USA in so vielen Städten wie bisher kein anderes Barockorchester.

Der Wiederentdeckung von Meisterwerken aus dem 17. Und 18. Jahrhundert verschrieben, führte das VBO unter der Leitung von Andrea Marcon erstmals seit der Uraufführung Cavallis L’Orione, Vivaldis Atenaide und Andromeda liberata, Benedetto Marcellos La morte d’Adone sowie Il trionfo della poesia e della musica und Boccherinis La Clementina neu auf. Mit dem Teatro La Fenice in Venedig brachte das Orchester Cimarosas L’Olimpiade, Händels Siroe und Galuppis L’Olimpiade auf die Bühne und präsentierte in der Brooklyn Academy of Music in New York die Inszenierung von Händels Siroe erstmalig in den Vereinigten Staaten. Über das Orchester wurde weltweit im Fernsehen berichtet, u.a. bei BBC, ARTE, NTR (Niederlande) und NHK. Das Schweizer Fernsehen begleitete das Orchester bei seinen Auftritten in Venedig und so entstand unter Regie von Richard Dindo die Dokumentation „Vivaldi in Venedig“.

Die Highlights der vergangenen Saison 2016/17 waren Aufführungen von Vivaldis Juditha Triumphans im Londoner Barbican Centre und im Brüsseler Palais des Beaux-Arts zum dreihundertsten Jahrestag der Uraufführung des Oratoriums in Venedig; Konzerte mit der Geigerin Viktoria Mullova im Wiener Musikverein und in Budapest; eine Tour durch die USA in 18 Städten mit der Geigerin Nicola Benedetti sowie eine Tour durch Japan mit dem Mandolinenspieler Avi Avital.

Weitere Highlights des VBOs waren große Tourneen in Europa, den USA und Asien mit dem Countertenor Philippe Jaroussky, Konzerte mit der Altistin Marie-Nicole Lemieux in Frankreich und Belgien, Konzerte mit Avi Avital in Italien, Kroatien, Deutschland, Spanien, Frankreich und Mexiko sowie eine Tour mit 12 Konzerten durch die USA und Kanada; ein Konzert mit der Sopranistin Karina Gauvin im Rahmen der Dresdner Musikfestspiele in der Frauenkirche sowie eine Tour mit der Mezzosopranistin Magdalena Kožená u.a. beim Istanbul Music Festival und dem Mariinsky Theater in St. Petersburg. Für ein Barockensemble ungewöhnlich spielte das VBO im Jahr 2009 die Uraufführung von Philip Glass‘ Violinkonzert The American Four Seasons. Mit dem Geiger Robert McDuffie trat das Orchester anschließend in 28 Städten in ganz Nordamerika auf.

Die neueste CD-Einspielung mit Konzerten von Vivaldi und dem Solisten Avi Avital erschien im Jahr 2015 bei der Deutschen Grammophon. Die zuvor bei Erato erschiene Aufnahme der Porpora Arien mit Philippe Jaroussky wurde für den Grammy nominiert; die bei Naïve erschienene Einspielung eines Pasticcio von Metastasios L’Olimpiade mit verschiedenen Arien aus dem 18. Jahrhundert wurde für den Choc du Monde de la Musique nominiert. Das VBO hat eine umfangreiche Diskographie bei SONY und der Deutschen Grammophon. Der Weltersteinspielung von Andromeda Liberata für die Deutsche Grammophon folgten beim selben Label u.a. zwei Aufnahmen mit Vivaldi Violinkonzerten mit Giuliano Carmignola, zwei CDs mit Magdalena Kožená – Händel Arien und Vivaldi Arien und Vivaldi Konzerte für zwei Violinen mit Viktoria Mullova und Giuliano Carmignola. Frühere Aufnahmen bei Sony mit Giuliano Carmignola beinhalten die Vier Jahreszeiten, zuvor nicht aufgenommene Vivaldi-Konzerte sowie eine Sammlung von Bach-Arien mit Angelika Kirschschlager. Für seine Aufnahmen wurde das Orchester mit dem Diaspason D’Or, dem Choc du Monde de la Musique, dem Echo Klassik Preis und dem Edison Award ausgezeichnet.

Ensemble Masques

Die Karriere des Ensembles Masques begann mit dem Gewinn der Dorian Early Music America Competition im Jahre 2000. Diesem Preis folgte die erfolgreiche Teilnahme am Alte Musik-Wettbewerb in York 2001. Der Name des Ensembles leitet sich vom höfischen Maskenspiel des elisabethanischen Zeitalters ab. Die sechs Mitglieder des Ensembles stammen aus Kanada, Frankreich, Australien, Finnland und Belgien. Sie gastierten bei allen wichtigen Alte Musik-Festivals in Europa und Übersee. Spontaneität und Eleganz zeichnen das Spiel der Musiker aus, was auch in zahlreichen CD-Veröffentlichungen immer wieder aufs Neue dokumentiert wurde. Dabei steht das eher unbekannte Repertoire des 17. und 18. Jahrhunderts im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Ihre CD-Veröffentlichung mit Werken des völlig vergessenen österreichischen Komponisten Romanus Weichlen (zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts) wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem Diapason d’or. Großes Aufsehen erregte auch die Einspielung von Werken von Johann-Heinrich Schmelzer. Die jüngste Einspielung mit Orchestersuiten von Georg Philipp Telemann erschien im September 2016 beim Label Alpha.

Sein außerordentlich erfolgreiches Deutschland-Debüt gab das Ensemble Masques unter Leitung von Olivier Fortin im Rahmen der Tage Alter Musik in Regenburg im Juni 2017.

Der Cembalist Olivier Fortin studierte am Konservatorium in Québec und machte seinen Master an der Universität Montreal. Er studierte u.a. bei Pierre Hantaï in Paris und Bob van Asperen in Amsterdam. 1997 gewann er Preise beim Bach-Wettbewerb in Montreal und beim Cembalo-Wettbewerb in Brügge. Olivier Fortin ist als Solist und Kammermusiker sowohl in Europa als auch in den USA und in Kanada gefragt, u.a. mit Capriccio Stravagante und dem Tafelmusik Baroque Orchestra. Ferner tritt er im Duo mit dem Cembalisten Skip Sempé und auch im Trio mit Sempé und Pierre Hantai auf.

Mit dem Ensemble Masques hat Olivier Fortin zahlreiche CDs eingespielt. Solo-Veröffentlichungen umfassen die Gesamteinspielung der Pièces de Clavecin en Concerts von Jean Philippe Rameau. Olivier Fortin unterrichtete am Konservatorium in Québec und gibt regelmäßig Sommerkurse am Tafelmusik-Baroque-Institute in Toronto.

Das Mécénat Musical Société Générale ist der Hauptsponsor des Ensemble Masques.

Cappella Andrea Barca

Die Musiker der Cappella Andrea Barca sind zum überwiegenden Teil als Solisten und Kammermusiker in aller Welt tätig und an kein festes Orchester gebunden. Sie wurden von Sir András Schiff persönlich für die Gesamtaufführung der Mozart-Klavierkonzerte in der Mozartwoche Salzburg der Jahre 1999 bis 2005 ausgewählt. Die Cappella Andrea Barca ist seither regelmässiger Gast bei der Mozartwoche Salzburg.

Nach und nach weitete sich die Konzerttätigkeit des Orchesters unter der Leitung von Sir András Schiff aus: Seit 1999 gestaltet es regelmässig das Festival «Omaggio a Palladio» im Teatro Olimpico in Vicenza, wo es im Jahr 2001 auch an drei konzertanten Aufführungen von «Così fan tutte» mitwirkte. Das Ensemble war ausserdem in den Jahren 2004-2007 zu Gast beim Kunstfest Weimar. Hinzu kamen Tourneen in zahlreiche europäische Metropolen wie Wien, Innsbruck, Zürich, Basel, Genf, Athen, Brüssel, Luxemburg, Köln, Essen, Frankfurt, Bremen, Baden-Baden, Budapest und Lissabon. Zwei Tourneen im Mozart-Jahr 2006 führten die Cappella Andrea Barca in die USA, wo sie für drei Konzerte bei der New Yorker Carnegie Hall, ausserdem beim Lincoln Center und beim Kennedy-Center, Washington zu Gast war. Beim Beethovenfest Bonn 2008 und 2010 spielte die Cappella Andrea Barca weitere Konzerte. Im Jahr 2012 war die Cappella Andrea Barca mit der «h-Moll Messe» von J.S. Bach beim Lucerne Festival zu hören. Im Frühjahr 2014 führte sie in ebendort zusammen mit dem Balthasar Neumann-Chor unter der Leitung von Sir András Schiff die «Missa solemnis» von Beethoven auf. 2014 und 2015 war die Cappella Andrea Barca unter Sir András Schiff bei der Schubertiade in Schwarzenberg (Österreich) im Rahmen eines Schubert-Zyklus und 2016 beim Schleswig-Holstein Musik Festival, beim Rheingau Musik Festival und 2017 beim Festival «Sommets Musicaux de Gstaad» zu Gast.

Zum «Namenspatron» des Ensembles teilt uns sein Gründer, Sir András Schiff, folgendes mit: «Über das Leben des Andrea Barca wissen wir sehr wenig, trotz eifriger Bestrebungen der modernen Musikwissenschaft. Er wurde – vermutlich – zwischen 1730 und 1735 in Marignolle bei Florenz geboren, seine Eltern und Vorfahren waren ‹contadini› (Bauern). Er hatte eine enge Verbindung zu Wolfgang Amadeus Mozart, bei dessen Privatkonzert am 2. April 1770 in der Villa Poggio Imperiale bei Florenz er als Umblätterer mitgewirkt haben soll. Seit diesem Tag hat er sich entschlossen, sein Leben hauptsächlich der Interpretation Mozartscher Klavierwerke zu widmen. Seine Begeisterung brachte ihn auch nach Salzburg, wo seine Bemühungen mit sehr gemischtem Erfolg von seiten der berühmten Lokalpresse empfangen wurden. So kehrte unser Musiker in seine Heimat zurück, wo er als Komponist und Pianist wirkte. Von seinen zahlreichen Kompositionen muss vor allem sein Hauptwerk ‹La Ribollita bruciata› erwähnt werden, eine Oper (Dramma giocoso in due atti), die als Höhepunkt der toskanischen Musikgeschichte angesehen werden kann. Der Tod des Andrea Barca – wann, wo, und unter welchen Umständen er gestorben ist (wenn er überhaupt starb) – sollte hinfort ein geheimnisvolles Rätsel bleiben.»

Sir András Schiffs Bestreben geht dahin, die Cappella Andrea Barca so zu präsentieren, dass sie sich in solistischen und kammermusikalischen Formationen beweisen kann, was bei den meisten etablierten Orchestern nicht realisiert werden kann. «Was ich als Dirigent mache, ist eine Erweiterung des Kammermusikalischen; die Cappella ist also ein Kammermusikensemble aus exzellenten Solisten, aber vor allem Kammermusikern. Es finden sich sehr viele Streichquartettspieler in diesem Orchester, und das Spielen im Streichquartett bedeutet für das Musizieren ein Non plus ultra.» Überdies erachtet Sir András Schiff die menschliche und persönliche Komponente als ebenso wichtig: «Da gibt es keinen Platz für das Egoistische. Dieses Ensemble basiert auf gegenseitiger Sympathie, Verständnis, Gleichgestimmheit und gleichen Idealen – ästhetisch, musikalisch und menschlich.»

Zefiro Torna

Das Vokal-Instrumental-Ensemble Zefiro Torna erweckt das kulturelle Erbe aus Mittelalter, Renaissance und Barock auf einzigartige Weise zu neuem Leben. Das Ensemble beschränkt sich nicht nur auf einen historischen Ansatz, sondern verbindet es mit anderen Musiktraditionen, Literatur, Wissenschaft, Philosophie, der bildenden Kunst, Theater und Tanz. Daraus ergeben sich faszinierende Stücke der Gesamtkunst um eine Vielzahl von symbolischen oder allegorischen Themen.

Das Ensemble trat daher in den Dialog mit Künstlern, Regisseuren, Choreografen, Komponisten und Performern wie Anne-Mie Van Kerckhoven, Bram Bosteels, Brody Neuenschwander, Dick van der Harst, Ghalia Benali, Ief Spincemaille, Maura Pawlowski, Sigrid T’Hooft, Stefaan Degand, Stevie Wishart, Timo Van Luijk, Tom Hannes und mit Ensembles wie Abattoir Fermé, ARSENAAL / LAZARUS, Antwerpen Kathedraalkoor, Ultima Thule, Vlaams Radiokoor / Hervé Niquet, Vocalconsort Berlin, ZOO / Thomas Hauert.

Durch diesen Ansatz genießt Zefiro Torna internationales Ansehen. Das Ensemble ist ein willkommener Gast in renommierten (inter)nationalen Konzerthäusern wie Amuz, Bozar, Concertgebouw Brugge, De Bijloke, De Singel, Flagey, Handelsbeurs, Kaaitheater, Muziekgebouw aan ‘tIJ Amsterdam, Philharmonie Haarlem, Radialsystem V / Berlin, Vredenburg Utrecht , Wilminktheater Enschede und Kunst- und Musikfestivals wie Brosella, Charleroi Danses, Festival de Wallonie, Festival von Vlaanderen-Mechelen, Klarafestival, Laus Polyphoniae, MAfestival Brugge, Zomer van Antwerpen, Banchetto Musicale / Vilnius, Biennale Alter Musik / Konzerthaus Berlin, Concentus Moraviae, Festival de Musica Antigua de Sevilla, Festspiele Oude Muziek Utrecht, Festspiele Seviqc-Brezice Slovenië, Fryskfestival, Gergiev Festival Rotterdam, Internationale Orgelwoche Nürnberg, Landshuter Hofmusiktage, Musikfestspiele Potsdam Sanssouci, Operadagen Rotterdam, Theaterfestival Boulevard Herzogenbusch und Zeeland Nazomer Festival.

Ihre Programme werden regelmäßig mit Preisen ausgezeichnet und einige von ihnen wurden auf den Labels Et’Cetera, Warner Classics und Homerecords veröffentlicht.

Scherzi Musicali

Das belgische Ensemble Scherzi Musicali zählt zu den bemerkenswertesten Formationen der jungen internationalen Alte Musik-Szene, es wurde 2006 von Nicolas Achten gegründet. In Besetzung und Instrumentarium flexibel passt es sich stets den Anforderungen des Repertoires aus dem 16. und frühen 17. Jahrhundert an. Die jungen Sänger und Instrumentalisten sind auf der Suche nach verloren gegangener Literatur und haben bereits einige bemerkenswerte Werke wiederentdeckt. Sie widmen sich auch den Schlüsselwerken geistlicher wie weltlicher Musik bis hin zur Oper.

Seit seiner Gründung konzertiert Scherzi Musicali in Belgien, Frankreich, den Niederlanden, Luxemburg, Spanien, Italien, England und Deutschland. So war das Ensemble u.a. zu Gast beim Festival van Vlaanderen, im Concertgebouw Brügge, im Antwerpener De Singel, im Bozar in Brüssel u.a. sowie bei den Barockfestivals in Venedig und Pontoise. 2011 wurde Scherzi Musicali von European Network of Early Music in die Casa da Musica nach Porto eingeladen. Seinen Durchbruch in Deutschland erlangte das Ensemble 2012 im Rahmen der Tage Alter Musik des WDR in Herne, gefolgt von Engagements beim Rheingau-Musik-Festival, RheinVokal, der Kölner Philharmonie, den Tagen Alter Musik in Regensburg sowie beim Shakespeare-Festival im Neusser Globe.

Mit seinen ersten Einspielungen legte Scherzi Musicali den Fokus auf Werke, die nie zuvor auf CD erschienen, wie “L’ Euridice” von Giulio Caccini (die erste gedruckte Oper überhaupt) neben vielen weiteren.

Sich seines pädagogischen Auftrags bewusst, arbeitet Scherzi Musicali regelmäßig mit “Jeunesses Musicales” und “Jeugd en Muziek” zusammen. Das Ensemble wird unterstützt von der Fédération Wallonie-Bruxelles.

City of Birmingham Symphony Orchestra

Unter der Leitung seiner Kapellmeisterin, der jungen litauischen Mirga Gražinytė-Tyla, ist das Sinfonieorchester der Stadt Birmingham („City of Birmingham Symphony Orchestra, CBSO“) eines der führenden Sinfonieorchester in Großbritannien. Das CBSO hat seinen Stammsitz in Birminghams Symphony Hall und gibt jährlich über 150 Konzerte in Birmingham und auch außerhalb. Des Weiteren managt es vier Chöre, ein Jugendorchester und ein Lern- und Mitmachprogramm, das jedes Jahr über 70.000 Menschen erreicht.

Elgar dirigierte das erste Sinfoniekonzert des CBSO im November 1920 und 1962 gab das CBSO die Weltpremiere von Brittens War Requiem. 1980 berief das CBSO den 25-jährigen Simon Rattle als seinen Chefdirigenten, was Rattle und das Orchester ins internationale Rampenlicht rückte. Rattles Nachfolger Sakari Oramo (1998-2008) und Andris Nelsons (2008-2015) fuhren fort, den weltweiten Ruf zu festigen.

Jetzt, unter der dynamischen Leitung von Mirga Gražinytė-Tyla, des stellvertretenden Dirigenten Michael Seal, des Assistenz-Dirigenten Jonathan Bloxham und des Chorleiters Simon Halsey CBE, baut das CBSO auch weiterhin auf seiner Stärke als internationales Orchester, das in einer vielfältigen und energiegeladenen Stadt des 21. Jahrhunderts ansässig ist, auf. Wir hoffen, dass Sie die Aufführung heute Abend genießen werden und laden Sie herzlichst ein, sich das Spektrum unseres erstklassigen Musizierens für alle Geschmäcker und Altersgruppen in unserem Zuhause Birmingham, dem „Herzen Englands“, anzuhören.

Barockorchester L’arpa festante

„L’arpa festante“, das zur Eröffnung des Münchner Opernhauses 1653 aufgeführte dramatische Werk Giovanni Battista Maccionis, steht symbolhaft für die künstlerische Arbeit und das musikalische Engagement des gleichnamigen Barock -, oder besser, Originalklang-Orchesters. Bereits 1983 gegründet und damit eines der traditionsreichsten deutschen Ensembles für Alte Musik, hat sich L‘arpa festante nicht nur als unverwechselbarer Klangkörper bei der Aufführung von Instrumentalwerken, sondern auch als Partner leistungsfähiger Chöre bei Aufführungen der gesamten barocken, klassischen und romantischen Chor-Orchester-Literatur einen hervorragenden Ruf erarbeitet. Je nach Entstehungszeit der aufgeführten Werke verwendet L’arpa festante das passende Original-Instrumentarium und kann so die Klangfarben der Werke originalgetreu nachzeichnen.

Die große musikalische Erfahrung der einzelnen Musiker und die Virtuosität ihres musikalischen Könnens führen zum unverkennbaren Klangcharakter des Ensembles: farbig, nuancenreich, sensibel, expressiv. Mit der klanglichen Vielfalt historischer Instrumente wird das dramatische Moment in der Musik lebendig dargestellt.

Nachdem der Arbeitsschwerpunkt des Ensembles zunächst auf der Wiederentdeckung und –aufführung unbekannter Werke des 17. und 18. Jahrhunderts lag, rückt seit einigen Jahren zunehmend auch das oratorische und symphonische Repertoire der Romantik in den Vordergrund. Je nach musikalischen Bedürfnissen der aufgeführten Werke sind dabei Gestaltungen von der solistischen concertino- Besetzung bis zur vollen Orchestergröße von über 50 Musikern möglich.

Zahlreiche von Kritik und Publikum begeistert aufgenommene CD-Einspielungen haben L’arpa festante weithin bekannt gemacht. Die Diskographie umfasst mittlerweile über 35 Veröffentlichungen bei angesehenen labels wie sony, accent, carus, cpo, ars und naxos und reicht von Werken des Hochbarock (Rupert Ignaz Mayr, David Pohle, Johann Philipp Förtsch, Dietrich Buxtehude) über Spätbarock (Johann Sebastian Bach, Georg Philipp Telemann, Georg Friedrich Händel, Jan Dismas Zelenka) und Klassik (Carl Philipp Emanuel Bach, Heinrich Graun, Josef Haydn, G.M. Monn , Wolfgang Amadeus Mozart) bis zur Romantik (Anton Bruckner, Josef Gabriel Rheinberger, Camille Saint-Saens, César Fanck, Gabriel Fauré, Bernhard Molique, Hector Berlioz, Richard Wagner).

Larpa festante wird von Christoph Hesse (Konzertmeister, Organisation) geleitet.

Christoph Andreas Schäfer

Geboren 1961 in Wertheim am Main, studierte Kirchenmusik in Heidelberg und Düsseldorf mit Abschluss Staatsexamen.

1986 bis 1990 war er Assistent von KMD Prof. Oskar Gottlieb Blarr an der Neanderkirche in Düsseldorf. Seine erste hauptberufliche Tätigkeit führte ihn von 1991 bis 1994 als Kantor nach Walsrode in die Lüneburger Heide. Von 1994 bis 1998 war er als Kirchenmusiker an der Christuskirche in Freiburg im Breisgau tätig.

Neben der Organistentätigkeit widmet er sich intensiv der Arbeit als Chordirigent mit zahlreichen Oratorienaufführungen und Uraufführungen. Die Beschäftigung mit zeitgenössischer Musik und die Gestaltung ausgefallener kirchenmusikalischer Programme, auch mit Musik aus den Bereichen Jazz und Pop, zählen zu seinen besonderen Schwerpunkten.

Seit 1998 ist Christoph Andreas Schäfer Kantor an der Heiliggeistkirche in Heidelberg. Er leitet dort die Heidelberger Studentenkantorei und gründete die Heidelberger Kinderkantorei und die Junge Kantorei Heiliggeist und ist künstlerischer Leiter der wöchentlichen Veranstaltungsreihe Stunde der Kirchenmusik.

Darüber hinaus ist er Lehrbeauftragter an der Musikhochschule Freiburg und künstlerischer Leiter der Freiburger Kinder- und Jugendkantorei.

Als Organist und Chordirigent konzertierte er in Norwegen, Finnland, Polen, Ungarn, Ukraine, Weißrussland, Italien, Frankreich, Ägypten, der Schweiz, den Niederlanden und den USA.

SWR Vokalensemble

Der Rundfunkchor des SWR gehört zu den internationalen Spitzenensembles unter den Profichören. Seit siebzig Jahren widmet sich das Ensemble mit Leidenschaft und höchster sängerischer Kompetenz der exemplarischen Aufführung und Weiterentwicklung der Vokalmusik. Die instrumentale Klangkultur und die enorme stimmliche und stilistische Flexibilität der Sängerinnen und Sänger sind einzigartig und faszinieren nicht nur das Publikum in den internationalen Konzertsälen, sondern auch die Komponisten. Seit 1946 hat der SWR jährlich mehrere Kompositionsaufträge für seinen Chor vergeben. Über 250 neue Chorwerke hat das Ensemble uraufgeführt und dabei häufig das Unmögliche möglich und das Undenkbare denkbar gemacht. Neben der zeitgenössischen Musik widmet sich das SWR Vokalensemble vor allem den anspruchsvollen Chorwerken der Romantik und der klassischen Moderne.

Künstlerischer Leiter ist seit 2003 Marcus Creed. Unter seiner Leitung wurde das SWR Vokalensemble für seine kammermusikalische Interpretationskultur und seine stilsicheren Interpretationen vielfach ausgezeichnet, unter anderem viermal mit dem Echo Klassik.

Seine Leidenschaft für die Neue Vokalmusik gibt das SWR Vokalensemble in seiner Akademie, seinen Patenchor-und Schulprojekten sowie eigens konzipierten Kinder-und Jugendkonzerten weiter. Für die Qualität seiner Musikvermittlungsarbeit wurde es mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem »Junge-Ohren-Preis«, dem »ECHO Klassik für Kinder« und dem Medienpreis »Leopold«.

Christian Reif

Seit der Saison 2016/17  ist Christian Reif Resident Conductor der San Francisco Symphony und Musikdirektor dessen international angesehenen Jugendorchesters. Davor war er für zwei Jahre der Conducting Fellow der New World Symphony in Miami, wo er Michael Tilson Thomas assistiert und das Orchester in zahlreichen Konzertformaten dirigiert hat. Seit 2014 ist Christian Mitglied des renommierten deutschen Dirigentenforums und ist 2016 in die Künstlerliste Maestros von Morgen” aufgenommen worden.

2015 und 2016 war Reif Conducting Fellow beim renommierten Tanglewood Music Festival und dirigierte dort zahlreiche (Ur-)Aufführungen. Außerdem fungierte er wiederholte Male als Assistenzdirigent für Konzerte der Los Angeles Philharmonic, des Boston Symphony Orchestras und für Alan Gilbert während der NY Phil Biennale.

Reif gastierte im Cuvilliés Theater mit der Münchner Kammeroper, beim Lakes Area Music Festival in Minnesota, als Conducting Fellow in Tanglewood, bei der Meininger Hofkapelle, und wird die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz in der Uraufführung von Mehmet C. Yesilçay’s »Lieder aus der Fremde« leiten, ein Stück, das die europäische Flüchtlingskrise aufgreift.

Christian Reif hat sein Masterstudium bei Alan Gilbert 2014 an der Juilliard School in New York abgeschlossen und dort für seine herausragenden Leistungen den Charles Schiff Conducting Award verliehen bekommen. Sein Bachelorstudium absolvierte er 2012 mit Auszeichnung am Mozarteum Salzburg bei Dennis Russell Davies und Jorge Rotter. Er gewann den Deutschen Operettenpreis 2015, verliehen durch den Deutschen Musikrat, und zwei Kulturförderpreise der Stadt und des Landkreises Rosenheim