Entfällt – Sergej Babayan

Langjähriger Duo-Partner von Martha Argerich, Mentor von Daniil Trifonov, selbst als Solist protegiert von Valery Gergiev: Der 59-jährige amerikanisch-armenische Pianist Sergej Babayan zählt zu den Großen seiner Zunft. Bei seinem »Frühlings«-Debüt durchmisst der »hinreißend erfindungsreiche Virtuose« (»The Times«) die Klavierliteratur vom französischen Barockmeister Rameau bis zu Arvo Pärt und entdeckt dabei auch Preziosen wie die Fantasie des Khachaturian-Schülers Vladimir Ryabov.

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In Kooperation mit der Universität Heidelberg

Entfällt – Igor Levit

Inspiriert von Bach schuf Schostakowitsch mit den 24 Präludien und Fugen sein »wohltemperiertes Klavier fürs 20. Jahrhundert. Ein Meisterwerk und – in Gänze gespielt – ein fast dreistündiger pianistischer Marathon. Igor Levit nimmt diese Herausforderung schon seit Jahren immer wieder begeistert an. Er durchlebte die von ihm als »Ritual der Selbsterkundung« betrachtete Musik unter anderem schon in Berlin, Zürich, London und bei den Salzburger Festspielen.

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Entfällt – Finale »Standpunkte« Igor Levit & Markus Becker: Wetterbericht

Mit Beethoven begannen die »Standpunkte«, mit Beethoven enden sie. Max Reger tritt mit dem Jubilar ebenso komponierend in einen Dialog, wie es Markus Becker improvisierend tut. Strenge und Freiheit, Klassik und Romantik, Klassik und Jazz begegnen sich.

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In Kooperation mit der Universität Heidelberg

Lesen Sie hier ein Essay von Igor Levit über das Unterwegssein

Entfällt – Marc-André Hamelin: Höhenflüge

Weißer Pfau, Kuckucksruf, verliebte Nachtigall – die Klaviermatinée von Marc-André Hamelin zeigt den Reichtum der Natur am Beispiel der Vogelwelt. Aber es deuten sich zugleich kritische Stimmen an: So gilt der von Messiaen porträtierte Große Brachvogel in Deutschland inzwischen als vom Aussterben bedroht. Auch Schumanns »Vogel als Prophet« könnte da als Warnung verstanden werden und so zum Nachdenken anregen – wie zuletzt bei Leo Ornstein der Absturz eines ganz anderen Fliegers.

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In Kooperation mit der Universität Heidelberg

Das Projekt ist Teil von Kanadas Kulturprogramm als Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2020. Es wird unterstützt durch das Canada Council for the Arts und die Regierung von Kanada.

 

Entfällt – Leif Ove Andsnes

In einem Interview äußerte Leif Ove Andsnes einmal: »Ich glaube, selbst Musiker, die keine Familie haben, sollten so planen, als hätten sie eine.« Was der norwegische Pianist damit meinte? Dass man sich als konzertierender Künstler nicht vom Tourneezirkus verschlucken lassen darf, sondern Freiräume und Auszeiten benötigt, um zu sich selbst zu finden. Er sei jemand, »der einen Fokus braucht.« Heute gehört Andsnes zu den wenigen Weltstars, denen diese Fokussierung auf das wirklich Wichtige – im Leben und in der Kunst – gelingt. Sein außergewöhnliches Programm zeugt davon.

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In Kooperation mit der Universität Heidelberg

Boris Giltburg

Mit einem erstaunlichen Maß an musikalischer Tiefe, faszinierender Persönlichkeit und intensiver Durchdringung der Musik, der er nachspürt, hat der junge israelische Pianist Boris Giltburg in den letzten Jahren weltweit und kontinuierlich die Aufmerksamkeit eines immer weiter wachsenden Publikums auf sich gezogen. 2013 gewann er den Internationalen Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel. Längst spielt er mit renommierten Klangkörpern wie dem London Philharmonic Orchestra, dem Philharmonia Orchestra, dem Israel Philharmonic Orchestra oder dem NHK Symphony Orchestra. Boris Giltburg wurde 1984 in Moskau geboren. Mit fünf Jahren erhielt er ersten Klavierunterricht bei seiner Mutter. Von Kindheit an lebt er in Tel Aviv, wo er bei Arie Vardi studiert hat.

Boris Giltburg trat mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin in der Berliner Philharmonie auf, desweiteren mit dem hr-Sinfonieorchester, der Deutschen Radio Philharmonie, der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, dem Baltimore Symphony Orchestra, dem Seattle Symphony Orchestra, dem City of Birmingham Symphony Orchestra, dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra, dem Royal Scottish National Orchestra, dem Rotterdam Philharmonic Orchestra, dem Swedish und Danish Radio Symphony sowie dem Prague Symphony Orchestra. Seit seinem herausragenden ersten Engagement beim Philharmonia Orchestra 2007 ist Boris Giltburg jedes Jahr zu Gast in der Londoner Royal Festival Hall, debütierte 2010 mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra bei den BBC Proms und spielte in der Saison 2011/12 erstmalig mit dem London Philharmonic Orchestra. Mit dem Orchestre National du Capitole de Toulouse unter Tugan Sokhiev gab er 2012/13 mehrere Konzerte in Deutschland. Was deutsche Klangkörper betrifft, steht in der Saison 2018/19 u.a. sein Debüt mit dem WDR Sinfonieorchester Köln unter Jukka-Pekka Saraste bevor.

Bereits als Teenager ging er mit dem Israel Chamber Orchestra auf USA-Tournee. 2007 gastierte er im Rahmen eines Engagements beim Indianapolis Symphony Orchestra erstmals bei einem nordamerikanischen Orchester. Aus einer musikalischen Begegnung mit Zubin Mehta resultierte sein Debüt beim Israel Philharmonic Orchestra im Februar 2005, mit dem er – neben den anderen führenden Orchestern und Konzertreihen Israels – seither regelmäßig auftritt. Ebenfalls 2005 war er erstmalig in Tokio zu Gast. Durch China tourte er 2007 und spielte 2010 mit dem Hong Kong Philharmonic Orchestra. Seit 2002 ist er auch mehrfach zu Gast in Südamerika gewesen.

Boris Giltburg arbeitet regelmäßig mit Dirigenten wie Christoph von Dohnanyi, Neeme und Paavo Järvi, Jukka-Pekka Saraste, Vasiliy Petrenko, Lahav Shani, Nicholas Collon und Omer Meir Wellber zusammen, um nur einige zu nennen.

Zahlreiche Klavierabende weltweit führten ihn u.a. in die Hamburger Elbphilharmonie, den Münchner Herkulessaal, die Carnegie Hall in New York, die Londoner Wigmore Hall, zu Radio France in Paris (https://borisgiltburg.com/videos/#Paris_Recital), ins Concertgebouw Amsterdam, ins Wiener Konzerthaus und in die Tonhalle Zürich. Festivals wie das Schleswig-Holstein Musik Festival, das Rheingau Musik Festival, der Heidelberger Frühling, die Ludwigsburger Schlossfestspiele, die Schwetzinger Festspiele, das Klavier-Festival Ruhr, das Klavierfestival Piano aux Jacobins, das New Zealand Piano Festival oder das Cheltenham Festival luden ihn ebenfalls ein.

Boris Giltburg wurde vor seinem Erfolg beim Königin-Elisabeth-Wettbewerb in Brüssel bereits bei anderen internationalen Wettbewerben mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Wettbewerb in Santander, wo er 2002 für seine Interpretation von Bartóks drittem Klavierkonzert mit dem London Symphony Orchestra unter Rafael Frhbeck de Burgos den ersten Preis sowie den Premio de público Sony gewann. Beim Arthur Rubinstein Klavierwettbewerb 2011 in Tel Aviv belegte er den zweiten Platz und erhielt den Sonderpreis für die beste Interpretation eines klassischen Konzerts mit Beethovens zweitem Klavierkonzert.

Boris Giltburg arbeitet exklusiv mit dem Label Naxos zusammen. Zuletzt erschienen dort hochgelobte Einspielungen von Rachmaninows zweitem und drittem Klavierkonzert mit dem Royal Scottish National Orchestra unter Carlos Miguel Prieto. Dazu Attila Csampai in Crescendo: “…ein wahrer Magier.” Zuvor kamen Aufnahmen beider Klavierkonzerte von Schostakowitsch mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra unter Vasily Petrenko heraus. 2015 erschienen zwei CD’s mit Werken Schumanns und Beethovens. Zur Schumann-CD schrieb das Fono Forum: “Diese neue Schumann-Aufnahme zeigt einen Künstler, dessen Interpretationen im Vergleich mit Größen wie Vladimir Ashkenazy und Claudia Arrau bestehen können.” Weiter: “Respekt schlägt zeitweise um in Bewunderung.” 2013 wurde bei Orchid Classics eine CD mit Sonaten von Grieg, Liszt und Rachmaninow veröffentlicht. 2012 erschien, ebenfalls bei Orchid Classics, CD mit den „Kriegs-Sonaten“ von Prokofiew. Bereits 2006 erschien bei EMI Classics seine Debüt-CD, die Werke von Mussorgsky, Prokofiew und Skriabin enthält.

Sergej Babayan

Er ist einer der großen Pianisten unserer Zeit: Sergej Babayan, der 1989 als erster sowjetischer Künstler überhaupt einen Wettbewerb im Westen ohne Unterstützung des Staates gewann, ist heute einer der international wohl einflussreichsten Musiker, der mit großer technischer Brillanz und mitreißender Spielfreude Generationen jüngerer Pianisten geprägt hat. Die Londoner Times pries ihn als „hinreißend erfindungsreichen Virtuosen“, Le Figaro rühmte seinen „unvergleichlichen Anschlag, seine vollkommene Phrasierung und atemberaubende Virtuosität,“ Le Devoir aus Montreal formulierte schlicht: „Sergej Babayan ist ein Genie. Punkt.“

Babayan hat eng mit Dirigenten wie David Robertson, Neeme Järvi, Yuri Temirkanov, Thomas Dausgaard, Tugan Sokhiev und Dima Slobodeniouk zusammengearbeitet. Mit Valery Gergiev verbindet ihn eine langjährige und besonders enge künstlerische Partnerschaft, die sie u.a. beim Sankt Petersburger Festival “Stars of the White Nights” und regelmäßig mit dem Mariinsky Orchester, beim Moskauer Osterfestival, im Barbican Centre mit dem London Symphony Orchestra, im Großen Saal des Moskauer Konservatoriums, Théâtre des Champs-Elyseés, den Salzburger Festspielen und beim Gergiev Festival der Rotterdamer Philharmoniker zusammenführte, wo Babayan auch Artist-in-residence war. Babayan musiziert regelmäßig mit einigen der herausragenden Orchester der Welt, unter ihnen das London Symphony Orchestra, Cleveland Orchestra, Mariinsky Orchester, Warschauer Philharmoniker, BBC Scottish Symphony Orchestra, Orchestre National de Lille, Detroit Symphony Orchestra, Baltimore Symphony Orchestra und das New World Symphony Orchestra. Tourneen und Gastspiele haben Sergej Babayan wiederholt in viele der führenden Konzertsäle in aller Welt geführt, darunter die Carnegie Hall in New York, die Warschauer Philharmonie, Severance Hall in Cleveland, den Münchner Herkulessaal, Liederhalle Stuttgart, Konzerthaus Berlin, ins Prager Rudolfinum, Victora Hall in Genf und den Berliner Pierre Boulez Saal. Sergej Babayan ist Deutsche Grammophon Exklusivkünstler; seine jüngste Veröffentlichung eigener Transkriptionen für zwei Klaviere von Orchesterwerken Sergej Prokofievs, eingespielt mit seiner langjährigen Duo-Partnerin Martha Argerich (‘Prokofiev for Two’; DG 3/2018), wurde von der Kritik euphorisch gefeiert als „die CD, auf die die Welt gewartet hat“ (Le Devoir), als ein „mitreißendes Duo, das den Hörer fassungslos macht“ (Pianiste), das die Kunstform des „Klavierduos auf eine neue Ebene führt“ (Norman Lebrecht, MyScena). Babayans Konzerte wurden übertragen von Radio France, Polnischen Rundfunk, BBC-TV und BBC Radio 3, NHK Satellite Television und Medici TV.

Sergej Babayan wurde in Armenien geboren und studierte am Moskauer Konservatorium bei Mikhail Pletnev, Vera Gornostayeva und Lev Naumov. Nach seiner ersten Auslandsreise 1989 errang er hintereinander erste Preise bei mehreren internationalen Wettbewerben, darunter der Cleveland International Piano Competition, der Hamamatsu Piano Competition und der Scottish International Piano Competition. Er lebt als amerikanischer Staats-bürger in New York.

After Work Concert: Rachel Cheung

Als Chopin seine 24 Préludes schrieb, war er im selben Alter wie unsere Stipendiatin der Festival Akademie Rachel Cheung. In ihrem Konzert des »Steinway Prize Winner Concerts Network« stellt sie die Frage, wie junge MusikerInnen im Kontext der Tradition ihre eigene Prägung hinterlassen können. Chopin bezieht sich auf Bachs »Wohltemperiertes Klavier«, und auch in Francks Prélude, Fugue et Variation ist der Einfluss des Übervaters nicht zu überhören. Dennoch lösten sich beide musikalisch von ihrem Vorbild wie von einem Sprungbrett – und schufen Klassiker, die nun selbst zu Sprungbrettern für PianistInnen werden.

In Kooperation mit dem Frauenbad Heidelberg und Steinway & Sons

Wir danken
Freundeskreis Heidelberger Frühling

Khatia Buniatishvili

Hat Liszt Werke anderer Komponisten in großer Zahl bearbeitet, um mit wenig Mühe viel Geld zu scheffeln? Welch ein Unsinn! Allein die 55 Transkriptionen von Schubert-Liedern zeigen, wie sehr er in seinen Arrangements das Komplexe noch komplexer werden ließ, indem er jede intime Gefühlsregung kompositorisch weiter ausdifferenzierte.

»Zugabe« Jörg Tröger im Gespräch mit Khatia Buniatishvili (im Ballsaal der Stadthalle)

Wir danken
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Yefim Bronfman

Auch wenn es der Titel suggeriert – Schumanns »Humoreske« ist nicht lustig. »Vielleicht sogar mein Melancholischstes«, schreibt der Komponist selbst. Humor bedeutet hier, Gegensätze miteinander in Beziehung zu bringen. Ambivalenz aushalten zu können, erfordert intellektuelle Anstrengung und ist eine Fähigkeit, die heute wohl wichtiger ist denn je. Bronfman konfrontiert uns bei seinem »Frühlings«-Debüt mit Extremen: Debussys »Suite bergamasque« verbindet klassische Elemente mit frühimpressionistischer Harmonik. Schuberts Klaviersonate hingegen treibt ein doppelbodiges Spiel mit musikalischen Klischees.