Vanitas. Ein Lied.Lab

Robert Schumanns Zyklus »Frauenliebe und -leben« wird oft gescholten für das rückständige Frauenbild, das aus den Gedichten Adelbert von Chamissos spricht: Oberflächlich gelesen geht es hier um die Anbetung eines heroenhaften Mannes durch eine bis zur Selbstverleugnung devote Frau. Schumann aber komponiert etwas anderes: die tieftraurige Erzählung von der Vergeblichkeit »ewiger« Liebe. Schon im ersten Lied schwingt der Tod in der Verliebtheit mit, in der Sehnsucht die Angst vor dem Verlust. Die Vanitas-Motivik des Zyklus erinnert in Thematik und Gestus an die melancholischen Lieder John Dowlands (1563-1626), des berühmten elisabethanischen Komponisten. Und so haben wir hier Schumanns Lieder mit Alter Musik verwoben zu einem Stile und Zeiten übergreifenden musikalischen Triptychon über Liebe, Geburt und Tod. Isabelle Druet, die im »Neuland.Lied« 2017 begeistert gefeiert wurde, trifft auf eines der interessantesten Ensembles der Alten Musik: Nicolas Achtens »Scherzi Musicali« aus Belgien.

In Kooperation mit dem UnterwegsTheater/Künstlerhaus/HebelHalle

Dieses Konzert wird mitgeschnitten von 

»Neuland.Lied« Wahlabo: Bei Buchung von fünf verschiedenen Veranstaltungen von »Neuland.Lied« über unseren telefonischen Kartenservice erhalten Sie 25% Rabatt.
Sie erreichen uns Mo – Fr von 10 bis 18 Uhr unter der Telefonnummer 06221 – 584 00 44. Der Rabatt ist nicht online buchbar.

Lied.Lab: »Tanz, Lied, Jazz«

Michael Lentz ist nicht nur Schriftsteller und Poet, sondern auch Musiker. So kam er uns in den Sinn, als wir über die Gestalt des zweiten Lied.Labs nachdachten. Seine Texte werden zur Grundlage dieses Projekts, das von der Fachgruppe für Jazz und Popularmusik und der Akademie des Tanzes an der Musikhochschule Mannheim unter Leitung von Michael Küttner und Ralf Frey entwickelt und aufgeführt wird. Stimmen, Percussion und Tanz sind die Ingredienzen dieses Abends, bei dem neue Lieder und Improvisationen zusammentreffen.
In Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim und ktb_log

Wir danken

Freundeskreis Heidelberger Frühling

und
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Lied.Lab: »Gesänge des Daseins«

Gemeinsam mit dem österreichischen Autor Christoph W. Bauer entwerfen Kompositionsstudierende der Mannheimer Musikhochschule unter der künstlerischen Leitung von Sidney Corbett und Philipp Ludwig Stangl einen »parcours imaginaire« durch Bauers lyrisches Werk. In diesem Streifzug trifft Lyrik zwischen »Punk und Poesie« auf musikalische Neubefragungen durch junge Komponisten der Gattung Lied. Im unmittelbaren Blick auf Traditionen und dem lustvollen Spiel mit Erwartungen entsteht ein Panoptikum neuer Kompositionen für Stimme und Kammerensemble, elektroakustischer Hörstücke und audiovisueller Überschreibungen.

In Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim und ktb_log

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Freundeskreis Heidelberger Frühling

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Dominik Baer

Dominik Baer ist einer der vielversprechendsten Singer-Songwriter der Region. Seine leicht raue Stimme hat einen unverkennbaren Wiedererkennungswert. Einprägsame, schwebende Melodien voller Gefühl werden von lockeren Grooves ergänzt die nicht nur das Ohr des Zuhörers schmeicheln, sondern auch dessen Beine zum tanzen anregen. Dominik Baer singt vom Leben, wie es ist und wie es sein sollte. Er singt von Freude,Trauer und Hoffnung – von Liebe und von abenteuerlichen Reisen. Das ist manchmal todtraurig und dann auch wieder sehr witzig – wie das Leben eben … So bunt wie seine Texte ist auch seine Musik. Zu Kontrabass und Keys und Perkussion gesellen sich diverse Saiteninstrumente: Ukulele, Banjo und Gitarre. Das ergibt nicht nur einen tollen Sound mit viel Gefühl, sondern sorgt auch für eine gute Prise »Party«.

Elda

Elda
Leila Antary, Bass
Alessa Stupka, Gitarre

Letzte Nacht schrieb ich dir. Gib mir all die Worte. Herzförmige Stücke. Du bist die Tür, ich die Klinke. Mach mit. Küss mich. Kaum atmend. Wie eine Welle. Tiefer. Stielst meinen Schlaf. Von einer zur anderen Seite geworfen. Ist es das, was du willst? Wo Paranoide die Wahrheit sehen. Ich wünschte, ich könnte meinen Mund aufmachen. Umarm das Ungewisse und fang an. Die Lichter sind aus.
So oder ähnlich besingen Leila und Alessa mit ihren charakteristischen Stimmen, die ohne einander nicht können, das Leben. Echt, sehnsüchtig, immer anders und wie es kommt. Englischsprachiger Prog-Pop aus Mannheim, der gefühlt werden will.

Michael Kolain

Michael Kolain lebt nomadisch. Er hält es an einem Ort nicht allzu lange aus – früher oder später nimmt das Fernweh überhand, der Wunsch, in fremde Welten einzutauchen. Rund um den Globus sammelt der gelernte Jurist Eindrücke und Geschichten. Was ihn dabei besonders fasziniert, sind die feinen Details, die im Zusammenhang mit dem großen Ganzen stehen. Gewalt und Friede, Liebe und Angst; im Innen wie im Außen, nah und fern.
Während sein erster Roman unvollendet in der Schublade verstaubt, wirbelte der 29-jährige mit seinem darauffolgenden Erzählband »Alter, Ego!« und den gleichnamigen Literaturperformances in der Kreativszene ein wenig Staub auf. Beim »Alternativen Frühling« inszenierte er 2014 das interaktive Kammerspiel »berauschend.« in einer Heidelberger Hotelsuite und auch als Mitorganisator des jungen Literaturfestivals »Im Namen der Republik!« sowie als Teil des Künstlerkollektives ProtectiveCircle interessierte ihn besonders das Zusammenspiel aus Literatur, Musik, Raum und Darstellender Kunst. Im Moment lebt und arbeitet der gebürtige Südpfälzer auf den Prinzeninseln vor Istanbul.

Marcel Gein

Marcel Gein ist einer, der gern nach innen schaut. Ein Mensch, der gut zuhört und scharf beobachtet. In seinen Liedern versammelt er Beobachtungsfragmente voll Empathie. Lieder von erstickenden Gewohnheiten, vom Drang zum Aufbruch und vom Ankommen. Es ist nachdenkliche Musik, vorgetragen von einem behutsamen Erzähler. Schweifende Gedanken. Tiefgang. Stets durchzogen von einer tiefsitzenden Sehnsucht nach Harmonie – diesem beständigen Glück, das von innen kommt.

Dass Geduld und harte Arbeit am Ende Früchte tragen, davon zeugt die Karriere von Marcel Gein. Als gebürtiger Pfälzer weiß er, dass gute Kunst – ebenso wie guter Rotwein – Zeit zum Reifen braucht. Begonnen hat der 28-Jährige seine musikalische Karriere als »Perry O’Parson« und tourt unter diesem Pseudonym schon seit Jahren mit englischsprachigem Folk durch halb Europa (u.a. im Vorprogramm von Katzenhammer, Kristofer Aström, Thomas Dybdahl & Rocky Votolato). Nach vier Platten, hunderten Konzerten und Jahren des Do-It-Yourself, war es schließlich Zeit für den nächsten Schritt. Er fasste den Entschluss, sich an ein deutschsprachiges Album zu wagen.

Julia Wolf

Julia Wolf lebt in Berlin und schreibt Prosa und Szenisches für Theater, Radio und Film. Für ihre Arbeit hat sie verschiedene Stipendien und Auszeichnungen erhalten, unter anderem vom Literarischen Colloquium Berlin, dem Hessischen Literaturrat und der Filmförderungsanstalt FFA. Für ihren Debütroman »Alles ist jetzt« (Frankfurter Verlagsanstalt) erhielt sie den Kunstpreis Literatur 2015 der Brandenburg Lotto GmbH. Der Roman ist die Geschichte einer Lebensmüdigkeit, Julia Wolf erzählt von Trennung, von Einsamkeit und Gewalt. Im Lied.Lab wird sie ihre Texte und ihre Sprachgewalt der Musik ausliefern, die eine andere Interpretation, eine Verwandlung und vielleicht sogar Trost möglich macht.

Carolin Callies

Michael Kolain & Marcel Gein

Ein weitgereister Schriftsteller und Jurist trifft sich mit einem detailverliebten Liedermacher auf der Bühne, um gemeinsam eine musikalische Geschichte zu erzählen. Wo die kreative Reise hinführen wird, weiß noch niemand. Vielleicht auf die Prinzeninseln vor Istanbul, wo Michael Kolain mit seiner Frau lebt und an seinem zweiten Roman arbeitet? Oder nach Saarbrücken, wo Marcel Gein laufen, sprechen und später singen und wundervoll Gitarre spielen lernte? Erwarten uns melancholische Reflexionen über die Stationen des Lebens oder die unbeschwerte Leichtigkeit des aufkommenden Frühjahrs? Wie in einem richtigen Labor kann man diese Fragen noch nicht beantworten. In jedem Fall aber bekommen wir die Gelegenheit, die Entstehung und Entwicklung eines Liedes aus literarischen Ideen und musikalischem Geschick hautnah mitzuerleben.

In Kooperation mit
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