Harriet Krijgh & Amsterdam Sinfonietta

18.45 Uhr Konzerteinführung der Classic Scouts im Kammermusiksaal der Stadthalle
Newcomer-Konzert der Classic Scouts

»Hier soll es klingen, als würden Betrunkene verschiedene Lieder grölen.« Biber hatte Spaß am Absurden, schichtet unterschiedliche Tonarten übereinander, lässt den Kontrabassspieler Papier zwischen die Saiten klemmen oder Snare Drum spielen. Und das alles im siebzehnten Jahrhundert! Bartók hätte dieser Humor gefallen. Freilich platzen zwischen die lustigen Tänze seines 1939 entstandenen »Divertimento« immer wieder düstere Vorahnungen, die das Grauen des Zweiten Weltkrieges vorwegzunehmen scheinen. Die virtuosen Solokonzerte Vivaldis bilden den Rahmen dieses Programms, das zwischen freudigem Exzess und mythischer Abgründigkeit changiert.

»Zugabe« Jörg Tröger im Gespräch mit Harriet Krijgh (im Ballsaal der Stadthalle)

Wir danken

Marina Heredia, Alexander Melnikov & Mahler Chamber Orchestra

Manuel de Falla kümmerte sich nicht groß um »U« und »E«, verband die Musik seiner spanischen Heimat gekonnt mit der Form einer Ballettsuite für Sopran und Orchester, bei der wir uns auf das »Frühlings«-Debüt der Flamencosängerin Marina Heredia freuen. Beethoven und Strawinsky sorgen kontrastierend für klassische und neoklassische Strenge.

Wir danken
Dr. Renate Keysser-Götze, Dr. Dietrich Götze,

logo_athenaeum_4c

und
Freundeskreis Heidelberger Frühling

Das Mahler Chamber Orchestra ist Orchestra in Residence des Heidelberger Frühling

Truls Mørk & Bergen Philharmonic Orchestra

Elgar hätte sich in dieser Umgebung wohlgefühlt! Die Orchestrierungskunst eines Richard Strauss bewunderte er ebenso wie die klugen Strukturen und ernsten Themenbildungen eines Johannes Brahms. Doch wer sein Cellokonzert hört, der erkennt, dass Elgar nicht nur von Vorbildern beeinflusst war, sondern auch etwas ganz eigenes in dieses Werk legt: eine lebenserschütternde Dramatik, eine tiefe Melancholie, einen völlig unverwechselbaren Ton.

Tatjana Ruhland & Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken-Kaiserslautern

»Schicksal« hat eigentlich in der Aufklärung keinen Platz. »Befreit euch!«, forderte Kant: »Bedient euch eures Verstandes!« Klopft es nun in Beethovens Fünfter schicksalsträchtig an die Tür, zuckt der Aufklärer nicht furchtergriffen zusammen, sondern steht aus seinem Wohnzimmersessel auf und schaut nach, wer da stört. Das Schicksal ist nach dem ersten Satz denn auch keine Bedrohung mehr. David Philip Heftis neues Werk – von Dietrich Götze in Auftrag gegeben – erinnert daran, dass Musik nicht nur die Nähe zur Aufklärung, sondern auch zur Nacht und zum Traum sucht.

Dieses Konzert wird mitgeschnitten vom

»Zugabe« Jörg Tröger im Gespräch mit Tatjana Ruhland, David Philip Hefti und Dietrich Götze (im Ballsaal der Stadthalle)

Wir danken
Dr. Renate Keysser-Götze, Dr. Dietrich Gtze und

logo_athenaeum_4c

Mitsuko Uchida & Mahler Chamber Orchestra

Kopfkinozeit! Unser Herzenspartner auf unbestimmte Zeit, das Mahler Chamber Orchestra, lässt sich von Mitsuko Uchida am Klavier dirigieren. Die These vieler Pianisten, dass die Mozart‘schen Klavierkonzerte mit der Erzählkraft seiner Opern locker mithalten können, mag sich an diesem Abend erneut bestätigen. Die »Lyrische Suite« von Berg zitiert Richard Wagners »Tristan und Isolde« und öffnet damit einen weiteren großen Freiraum in unseren Köpfen, den es mit Imagination zu füllen gilt.

»Zugabe« Jörg Tröger im Gespräch mit Mitsuko Uchida (im Ballsaal der Stadthalle)

Wir danken Residenzförderer
Klaus Tschira Stiftung gGmbH

Das Mahler Chamber Orchestra ist Orchestra in Residence des Heidelberger Frühling

Philharmonisches Orchester Heidelberg

Jean Sibelius zieht Bilanz: »Die Geige hatte mich ganz in ihren Bann geschlagen. Zehn Jahre war es mein frommster Wunsch gewesen, ein großer Geigenvirtuose zu werden«. Dann bedauert er: »Es bedeutete ein schmerzhaftes Erwachen, als ich eines Tages feststellen musste, dass ich für den mühsamen Pfad eines Virtuosen meine Ausbildung zu spät begonnen hatte.« In seinem 1903 begonnenen Violinkonzert zeigt sich diese Passion für die Geige aufs Trefflichste: Fast wie ein Violin-Monolog kommt es daher.

In Kooperation mit

Eröffnungskonzert Maximilian Hornung & Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Seit der skandalösen Uraufführung von »Le sacre du printemps« 1913 wurde Strawinsky den Ruf des Enfant terrible nicht mehr los. Das Concerto in D, gut 30 Jahre später komponiert, zeigt ihn von einer anderen Seite. Besonders der zweite Satz offenbart einen sensiblen, noch immer mit der Atonalitt zögerlich umgehenden Komponisten. Einen Komponisten, der sich nach der atonalen Zeitenwende fragt, wie es musikalisch weitergeht. Maximilian Hornung, einst Stipendiat unserer Festival Akademie, und Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen geben mit Schumann, Haydn und Strawinsky den Auftakt zum letzten Teil der Aufklärungs-Trilogie.

Dieses Konzert wird mitgeschnitten von
SWR2

Wir danken

Dr. Jobst Wellensiek und Dr. Manfred Lamy

Amsterdam Sinfonietta

Die Amsterdam Sinfonietta wurde 1988 gegründet, Lev Markiz war ihr erster künstlerischer Leiter. Seit 1995 ist Candida Thompson Konzertmeisterin und seit 2003 auch künstlerische Leiterin des Ensembles. In den vergangenen Spielzeiten hat die Amsterdam Sinfonietta Tourneen durch Europa, China, Südamerika und Australien unternommen und ist in bedeutenden Konzertsälen wie der Londoner Barbican Hall, der Pariser Cité de la Musique, dem National Centre of Performing Arts in Beijing, dem Teatro Colon in Buenos Aires und dem Wiener Konzerthaus aufgetreten.

Das Ensemble umfasst 22 Streicherinnen und Streicher, die unter der Leitung ihrer Konzertmeisterin und künstlerischen Leiterin Candida Thompson musizieren. Durch den Verzicht auf eine Dirigentin, der ein Höchstmaß an Engagement aller Ensemblemitglieder verlangt, unterscheidet sich die Amsterdam Sinfonietta von „gewöhnlichen“ Kammerorchestern. Das Repertoire umfasst eine Vielfalt von Stilen und reicht vom Barock bis hin zu zeitgenössischen Werken. Neben Aufführungen aus dem Standardrepertoire widmet sich das Orchester gern auch neuen und zu Unrecht vernachlässigten Werken. Die Amsterdam Sinfonietta führte zuletzt Kompositionen von Jörg Widmann, Thomas Larcher, John Zorn, David Lang, Sofia Gubaidulina, Joey Roukens, Tigran Mansurian, Kate Moore, Michel van der Aa, Sally Beamish und Dobrinka Tabakova auf.

Das Ensemble genießt dank seiner überaus kreativen Programmgestaltung einen ausgezeichneten Ruf. Seine Vielseitigkeit trug ihm 2013 den renommierten niederländischen Klassikpreis De Ovatie ein. Die Amsterdam Sinfonietta präsentiert originelle und fesselnde Werkkombinationen, überraschende Partnerschaften und bahnbrechende Konzepte, die auch Videokunst, Tanz und Theater umfassen. Das Ensemble hat mit zahlreichen international bekannten Musikerinnen und Musikern wie Thomas Hampson, Vilde Frang, Eva Maria Westbroek, Claron McFadden, Nicolas Altstaedt, Janine Jansen, Martin Fröst, Patricia Kopatchinskaja, Steven Isserlis, Isabelle Faust, Alexander Melnikov, Sol Gabetta, Thomas Oliemans, Rufus Wainwright, Marc-André Hamelin und Pierre Audi zusammengearbeitet.

Das Bildungsprogramm KleuterSinfonietta erreicht jedes Jahr Tausende von Kindern in den Niederlanden. Die Amsterdam Sinfonietta organisiert auch die Sinfonietta Strijkersdagen [Streichertage], bei denen Nachwuchsmusiker an Workshops teilnehmen und mit eigens dafür zusammengestellten Streichorchestern auftreten können. 2017 wurde in Zusammenarbeit mit dem Konservatorium Amsterdam ein jährliches Programm ins Leben gerufen, bei dem Master-Studentinnen und –studenten die Gelegenheit erhalten, mit dem Ensemble zu proben und auf Tournee zu gehen.

Innerhalb des letzten Jahrzehnts hat die Amsterdam Sinfonietta unter Leitung von Candida Thompson eine eindrucksvolle Zahl von CDs beim renommierten Label Channel Classics veröffentlicht: „The Argentinian Album“ (2014), „Schubert String Quintet“ (2015), „Tides of Life“ (2017) und „Bartók Brahms“ (2018). In jüngerer Zeit hat das Orchester auch CDs für ECM, Sony Classical und die Deutsche Grammophon eingespielt.

 

Edward Gardner

Edward Gardner ist seit Oktober 2015 Chefdirigent des Bergen Philharmonic und hat das Orchester bereits auf zahlreichen internationalen Tourneen geleitet, darunter bei Auftritten in London, Berlin, München und Amsterdam.

Als gefragter Gastdirigent trat Edward Gardner bereits mit dem New York Philharmonic, San Francisco Symphony und Chicago Symphony Orchestra, dem Gewandhausorchester Leipzig, dem London Philharmonic Orchestra,dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Philharmonia Orchestra, dem City of Birmingham Symphony Orchestra (dessen Erster Gastdirigent er von 2010-2016 war) und dem BBC Symphony Orchestra auf.

Edward Gardner war zehn Jahre lang (2006-2015) Music Director der English National Opera und arbeitet mit führenden Opernhäusern zusammen, wie der Mailänder Scala, der Opéra National de Paris, der Metropolitan Opera, Nederlandse Opera und dem Royal Opera House Covent Garden.

2002 gründete er das Hallé Youth Orchestra und dirigiert regelmäßig das National Youth Orchestra of Great Britain und das Barbican Youth Orchestra. Er pflegt enge Kontakte zur Juilliard School of Music und der Royal Academy of Music.

Er spielt exklusiv für Chandos ein. Seine preisgekrönte Diskographie umfasst Werke von Janáček, Elgar, Mendelssohn, Walton, Lutosławski, Britten, Berio und Schönberg.

Edward Gardner wurde 1974 in Gloucester geboren und studierte in Cambridge und an der Royal Academy of Music. Danach wurde er Assistent von Sir Mark Elder beim Hallé Orchestra und verbrachte drei Jahre als Music Director der Glyndebourne Touring Opera.