Thomas Hampson

Der US-amerikanische Bariton Thomas Hampson genießt eine einzigartige internationale Karriere als Opern-, Konzert- und Liedsänger. Er engagiert sich zudem seit langem aktiv in Forschung, Ausbildung, Musikvermittlung und -technologie. Hampson ist weltweit mit renommierten Sängern, Pianisten, Dirigenten und Orchestern in allen wichtigen Konzert- und Opernhäusern aufgetreten und ist einer der bedeutendsten, innovativsten und gefragtesten Gesangssolisten der Gegenwart.

Mit der 2003 gegründeten Hampsong Foundation setzt er sich durch das Medium der Liedkunst für interkulturellen Dialog und Verständigung ein. Unlängst wurde Hampson in die Amerikanische Akademie der Künste und Wissenschaften aufgenommen. Er zählt zu den führenden Interpreten des deutschen romantischen Liedes und wurde durch sein gefeiertes, in Kooperation mit der Library of Congress entstandenes Liedprojekt „Song of America“ als „Botschafter des amerikanischen Liedes“ bekannt. Auch lehrt Hampson leidenschaftlich gern und gibt sowohl Meisterkurse im Fernstudienprogramm der Manhattan School of Music als auch während des Heidelberger Frühlings im Rahmen der Lied Akademie, dessen Gründer und künstlerischer Leiter er ist.

Nicht zuletzt durch seine Tätigkeit als künstlerischer Leiter der Lied Akademie ist Thomas Hampson dem »Frühling« seit langen Jahren eng verbunden. 2020 wurde er für sein Engagement für das Kunstlied mit dem Musikpreis des Heidelberger Frühling ausgezeichnet.

Igor Levit

Als kreativer Kopf des Kammermusikfests »Standpunkte« und künstlerischer Leiter der Kammermusik Akademie ist der Pianist Igor Levit mit dem Heidelberger Frühling seit langem eng verbunden.

Igor Levit verbindet in seinem Klavierspiel „klanglichen Charme, intellektuellen Antrieb und technische Brillanz“ (The New Yorker). Mit wachem und kritischem Geist stellt er seine Kunst dabei in den Kontext des gesellschaftlichen Geschehens und begreift sie mit diesem als untrennbar verbunden. Die New York Times beschreibt Igor Levit darin als einen der „bedeutendsten Künstler seiner Generation“, die Süddeutsche Zeitung als „Glücksfall“ für das heutige Konzertgeschehen und die Zeit titelte, Igor Levit „will nicht nur der Mann sein, der die Tasten drückt“.

1987 in Nizhni Nowgorod geboren, siedelte Igor Levit im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland um. Sein Klavierstudium in Hannover absolvierte er mit der höchsten Punktzahl in der Geschichte des Instituts. Zu seinen Lehrern gehörten Karl-Heinz Kämmerling, Matti Raekallio, Bernd Goetzke, Lajos Rovatkay und Hans Leygraf. Als jüngster Teilnehmer gewann Igor Levit beim 2005 ausgetragenen International Arthur Rubinstein Wettbewerb in Tel Aviv neben Silber auch den Sonderpreis für Kammermusik, den Publikumspreis und den Sonderpreis für die beste Aufführung zeitgenössischer Pflichtstücks. Im Frühjahr 2019 erfolgte der Ruf als Professor für Klavier an seine Alma Mater, der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

Die Saison 2020/21 steht für Igor Levit ganz im Zeichen der Klaviersonaten Ludwig van Beethoven. Die im September 2019 von Sony Classical veröffentlichte erste Gesamteinspielung Igor Levits der Beethoven-Klaviersonaten wurde hervorragend rezensiert und erreichte umgehend Platz 1 der offiziellen Klassik Charts in 2019. Die Zyklen der gesamten Klaviersonaten präsentiert Igor Levit bei den Salzburger Festspielen, dem Lucerne Festival sowie dem Musikfest Berlin, an der Elbphilharmonie, beim Konserthuset Stockholm und in der Wigmore Hall in London. Im Mai 2021 gibt Igor Levit mit einem Beethoven-Sonatenprogramm seine Debüt-Tournee in Asien, die ihn nach Japan, Korea, Taiwan und Hong Kong führen wird. Weitere Rezitaldebüts führen ihn unter anderen zum Firkusny Festial in Prague sowie zur Disney Hall in Los Angeles.

In der Saison 2020/21 ist Igor Levit Artist in Residence des Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks sowie Portaitkünstler der Philharmonie Essen. Er gastiert mit dem Orchestre de Paris (Manfred Honeck), dem Cleveland Orchestra (Franz Welser-Möst), den Berliner Philharmonikern (Paavo Järvi) und dem Concertgebouw Orkest (Antonio Pappano). In den USA gibt er Debüts beim Chicago Symphony Orchestra und dem New York Philharmonic – beide unter der Leitung von Herbert Blomstedt. Neben der Zusammenarbeit mit Musikern des Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, tritt er kammermusikalisch auf Tournee mit dem Hagen Quartett auf.

In der vergangenen Saison war Igor Levit „Featured Artist“ am Barbican Centre in London. Zu den Höhepunkten vergangener Spielzeiten zählen neben Debüts bei der Staatskapelle Dresden und dem Gewandhausorchester Leipzig, Europa-Tourneen mit den Wiener Philharmonikern, dem Tonhalleorchester Zürich und dem Pittsburgh Symphony Orchestra

Igor Levit ist exklusiver Künstler bei Sony Classical. Mit seiner Debüt-CD der fünf letzten Sonaten Beethovens gewann er den Newcomer-Preis des Jahres 2014 des BBC Musik Magazins sowie den Young Artist Preis 2014 der Royal Philharmonic Society. Igor Levits drittes Soloalbum mit Bachs Goldberg Variationen, Beethovens Diabelli Variationen und Rzewskis The People United Will Never Be Defeated erhielt 2016 im Rahmen der Gramophone Classical Musikpreisverleihung den Instrumental-Preis sowie den Preis „Aufnahme des Jahres“. Im Oktober 2018 veröffentlicht Sony Classical Igor Levits viertes Album für das Label: „Life“, mit Werken von Bach, Busoni, Bill Evans, Liszt, Wagner, Rzewski und Schumann.

Igor Levit ist Preisträger des „2018 Gilmore Artist Award“ und „Instrumentalist des Jahres 2018“ der Royal Philharmonic Society. Für sein politisches Engagement wurde Igor Levit 2019 der 5. Internationale Beethovenpreis verliehen. Im Januar 2020 folgte die Auszeichnung mit der „Statue B“ des Internationalen Auschwitz Komitees anlässlich des 75. Jahrestages der Befreiung von Auschwitz.

In seiner Wahlheimat Berlin spielt Igor Levit auf einem Steinway D Konzertflügel – eine Schenkung der Stiftung “Independent Opera at Sadler’s Wells“.

Jörg Widmann

Jörg Widmann gehört zu den aufregendsten und vielseitigsten Künstlern seiner Generation. Als Inhaber des Richard and Barbara Debs Composer Chair der Carnegie Hall New York wird sein Werk in der Spielzeit 2019/20 dort im Fokus stehen. Zudem ist er in dieser Saison in allen seinen Facetten, sowohl als Klarinettist, Dirigent und als Komponist als Residenzkünstler des WDR Sinfonieorchesters, des Palau de la Música Catalana in Barcelona und beim Bergen International Festival zu erleben.

Langjährige Kammermusikpartner wie Sir András Schiff, Daniel Barenboim, Mitsuko Uchida, Tabea Zimmermann, Antoine Tamestit und das Hagen Quartett werden zusammen mit Jörg Widmann unter anderem bei der Schubertiade Schwarzenberg, den Salzburger Festspielen, in der Carnegie Hall New York und dem Wiener Kozerthaus konzertieren.

Seine Tätigkeiten als Dirigent erweitert Jörg Widmann stetig. So ist er unter anderem mit dem Ensemble Kanazawa in Japan, dem WDR Sinfonieorchester, dem Swedish Chamber Orchestra und dem Hessischen Staatsorchester zu erleben. Im Novemeber 2019 wird er mit dem Irish Chamber Orchestra, dessen Chefdirigent er ist, auf Tournee durch die USA gehen.

Ausgebildet von Gerd Starke in München und Charles Neidich an der Juilliard School New York war der Klarinettist Jörg Widmann 16 Jahre lang selbst Professor für Klarinette an der Freiburger Musikhochschule, davon sieben Jahre auch als Professor für Komposition.

Er war regelmäßig zu Gast bei bedeutenden internationalen Orchestern wie dem Gewandhausorchester Leipzig, Orchestre National de France, Tonhalle-Orchester Zürich, National Symphony Orchestra Washington, Orchestre symphonique de Montréal, National Symphony Orchestra Taiwan, Netherlands Philharmonic Orchestra und Toronto Symophony Orchestra und konzertiert mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Kent Nagano, Christoph Eschenbach und Christoph von Dohnanyi.

Im Rahmen der Donaueschinger Musiktage 2015 brachte er das neue Klarinettenkonzert über von Mark Andre zur Uraufführung. Mehrere Klarinettenkonzerte sind ihm gewidmet und durch ihm uraufgeführt worden, unter anderem etwa die Musik für Klarinette und Orchester von Wolfgang Rihm (1999) und Cantus von Aribert Reimann (2006).

Komposition studierte Jörg Widmann bei Kay Westermann, Wilfried Hiller, Hans Werner Henze und Wolfgang Rihm. Sein Schaffen wurde vielfach ausgezeichnet, zuletzt mit dem renommierten, nur alle zwei Jahre verliehenen Stoeger Prize der New Yorker Chamber Music Society of Lincoln Center (2009). 2001 erhielt Jörg Widmann den Hindemith-Preis des Landes Schleswig-Holstein, 2004 den Schönberg-Preis des Arnold Schönberg Centers Wien, des Deutschen Symphonie-Orchesters Berlin und DeutschlandRadio Berlin, 2006 erhielt er den Kompositionspreis des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg für die bemerkenswerteste Uraufführung der Donaueschinger Musiktage sowie den Claudio- Abbado-Kompositionspreis der Orchesterakademie der Berliner Philharmoniker.

Dirigenten wie Daniel Barenboim, Daniel Harding, Kent Nagano, Christian Thielemann, Mariss Jansons, Valery Gergiev, Andris Nelsons und Simon Rattle bringen seine Musik regelmäßig zur Aufführung. Orchester wie die Wiener und die Berliner Philharmoniker, das New York Philharmonic, Orchestre de Paris, BBC Symphony Orchestra und viele andere haben seine Musik uraufgeführt und regelmäßig in ihrem Konzertrepertoire.

Eine besondere Verbindung verband Jörg Widmann mit Pierre Boulez, der im Januar 2007 sein Stück Armonica mit den Wiener Philharmonikern in Salzburg aus der Taufe hob und mit dem er eng an dessen Dialogue de l’ombre double arbeitete, das er zu Boulez 85. Geburtstag in Paris zur Aufführung brachte.

Mit dem Cleveland Orchestra und dessen Chefdirigenten Franz Welser-Möst verbindet ihn seit seiner zweijähringen Residenz als composer in residence eine besondere künstlerische Zusammenarbeit. 2014 war sein für das Orchester geschriebene Flûte en suite das zentrale Werk auf der Europatournee des Cleveland Orchestra, in der Berliner Philharmonie widmete das Orchester seiner Musik einen ganzen Konzertabend. Unter der Leitung von Kent Nagano und unter Mitwirkung namhafter Sänger eröffnete die Uraufführung seiner Oper Babylon die Spielzeit 2012/13 an der Bayerischen Staatsoper München, im März 2019 wurde die revidierte Fassung an der Berliner Staatsoper unter den Linden zur Aufführung gebracht.

2009 wurde zum 20-jährigen Jubiläum der Pariser Opéra Bastille das Musiktheater Am Anfang von Anselm Kiefer und Jörg Widmann uraufgeführt. Widmann agierte hier als Komponist, Klarinettist und gab sein Debut als Dirigent.

Jörg Widmann war Residenzkünstler zahlreicher Orchester und Festivals wie den Lucerne Festival, den Salzburger Festspipelen, bei den Bamberger Symphonikern und in der Saison 2015/16 als „creative chair“ des Tonhalle-Orchesters Zürich. Das Konzerthaus Wien, die Alte Oper Frankfurt und die Kölner Philharmonie widmeten Widmann in den vergangenen Jahren Komponistenportraits. Unter Kent Nagano brachte das Philharmonische Staatsorchester Hamburg im Januar 2017 Widmanns Oratorium ARCHE im Rahmen des Eröffnungswochenendes der Elbphilharmonie Hamburg zur Uraufführung. In der Saison 2017/18 war Jörg Widmann der erste Gewandhauskomponist in der Geschichte Leipzigs.

Seit 2017 bekleidet Widmann einen Lehrstuhl für Komposition an der Barenboim-Said Akademie Berlin. Er war Fellow des Wissenschaftskollegs zu Berlin und ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Schönen Künste, der Freien Akademie der Künste Hamburg (2007) und der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz (2016), von der er 2018 mit dem Robert Schumann Preis für Dichtung und Musik ausgezeichnet wurde. Im Dezember 2018 wurde Jörg Widmann mit dem bayerischen Maximiliansorden geehrt.

Sir András Schiff © Roberto Masotti

Sir András Schiff

András Schiff wurde 1953 in Budapest geboren und erhielt mit fünf Jahren ersten Klavierunterricht. Später studierte er in Budapest u.a. bei György Kurtág sowie bei George Malcolm in London.
Neben weltweiten Konzerten mit international bedeutenden Orchestern und Dirigenten konzertiert András Schiff, vorwiegend mit Klavierkonzerten von Bach, Beethoven und Mozart, unter eigener Leitung. 1999 gründete er die Cappella Andrea Barca. Mit ihr und dem Chamber Orchestra of Europe arbeitet er als Dirigent und Solist eng zusammen.
Seine Klavierabende widmet er den zyklischen Aufführungen der Klavierwerke von Bach, Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin, Schumann und Bartók. Seit 2004 hat András Schiff in mehr als 20 Städten sämtliche Beethoven-Klaviersonaten aufgeführt. Ein Live-Mitschnitt aus der Zürcher Tonhalle (ECM) erhielt höchste Auszeichnungen, ebenso die »Geistervariationen« mit Werken von Robert Schumann (ECM).

András Schiff erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter die Medaille der Wigmore Hall, die Goldene Mozart-Medaille des Mozarteums Salzburg, das Große Verdienstkreuz mit Stern der Bundesrepublik Deutschland und die Goldmedaille der Royal Philharmonic Society London. 2014 verlieh ihm die University of Leeds die Ehrendoktorwürde, und Queen Elizabeth II. erhob ihn für seine Verdienste für die Musik in den Adelsstand.

2011 sorgte András Schiff für Aufsehen, als er öffentlich gegen die alarmierende politische Entwicklung in Ungarn Stellung bezog. Aufgrund beleidigender Reaktionen ungarischer Nationalisten konzertiert er seither nicht mehr in seiner Heimat.

Fazıl Say

Mit seinem außergewöhnlichen pianistischen Vermögen berührt Fazıl Say Publikum wie Kritik seit nunmehr 25 Jahren in einer Weise, wie sie rar geworden ist. Konzerte mit diesem Künstler sind andere Konzerte. Sie sind direkter, offener, aufregender, kurz gesagt: Sie treffen ins Herz. Eben das meinte wohl auch der Komponist Aribert Reimann, als er 1986 während eines Besuchs in Ankara mehr oder minder zufällig in den Genuss kam, den damals 16-Jährigen zu hören. Auf der Stelle bat er seinen Begleiter, den amerikanischen Pianisten David Levine, ins Konservatorium der türkischen Hauptstadt zu kommen, und er tat es mit den inzwischen geflügelten Worten: „Den musst Du Dir anhören, der Junge spielt wie ein Teufel“.

Seinen ersten Klavierunterricht erhielt Fazıl Say bei Mithat Fenmen, einem Pianisten, der noch bei Alfred Cortot in Paris studiert hatte. Fenmen – vielleicht ahnend, wie groß das Talent des Jungen war – bat seinen Schüler, jeden Tag erst einmal über Themen des Alltags zu improvisieren, bevor er sich mit den notwendigen klavieristischen Übungen und Studien beschäftigte. In dieser Auseinandersetzung mit freien kreativen Prozessen und Formen wurde der Ursprung für das enorme improvisatorische Talent und die ästhetische Anschauung gelegt, die den Kern des Selbstverständnisses des Pianisten und Komponisten Fazıl Say bildet. Als Komponist hat Fazıl Say unter anderem Auftragswerke für die Salzburger Festspiele, den WDR, das Schleswig-Holstein Musik Festival, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, das Wiener Konzerthaus, die Dresdner Philharmonie, die Fondation Louis Vuitton, das Orpheus Chamber Orchestra und die BBC geschrieben. Sein Schaffen umfasst u. a. vier Symphonien, zwei Oratorien, verschiedene Solokonzerte sowie zahlreiche Klavier- und Kammermusikwerke.

Den Feinschliff als klassischer Pianist erhielt Fazıl Say ab 1987 bei David Levine, zunächst an der Musikhochschule „Robert Schumann“ in Düsseldorf, später dann in Berlin. Daneben besuchte er bei Menahem Pressler regelmäßig Meisterkurse. Seine herausragende Technik ermöglichte es ihm überdies bald schon, die so genannten Schlachtrösser der Weltliteratur in staunenswerter Souveränität zu bewältigen. Und eben diese Mischung aus Feinsinn (bei Haydn, Bach und Mozart) und virtuosem Glanz in den Werken von Liszt, Mussorgsky oder Beethoven führten schließlich 1994 zum Sieg beim Internationalen Wettbewerb „Young Concert Artists“ in New York. Fazıl Say spielte in der Folge mit sämtlichen renommierten amerikanischen und europäischen Orchestern und zahlreichen großen Dirigenten zusammen und erarbeitete sich dabei ein vielfältiges Repertoire, das von Kompositionen von Johann Sebastian Bach über die „Klassiker“ Haydn, Mozart und Beethoven sowie die Romantik bis zur zeitgenössischen Musik reicht, eingeschlossen seine eigenen Kompositionen für Klavier.

Gastspiele führten Fazıl Say seither in zahllose Länder auf allen fünf Kontinenten; die französische Zeitung „Le Figaro“ nannte ihn „ein Genie“. Dabei trat Fazıl Say auch immer wieder als Kammermusiker in Erscheinung. Mit der Geigerin Patricia Kopatchinskaja beispielsweise bildete er jahrelang ein phantastisches Duo; weitere prominente Partner waren bzw. sind unter anderem Maxim Vengerov, das Minetti Quartet, Nicolas Altstaedt und Marianne Crebassa.

Von 2005 bis 2010 war Fazıl Say Exklusivkünstler des Konzerthauses Dortmund, in der Saison 2010/11 war er Artist in Residence am Konzerthaus Berlin, beim Schleswig-Holstein Musik Festival wurde ihm im Sommer 2011 ein Programmschwerpunkt gewidmet. Weitere Residenzen und Fazıl-Say-Festivals gab es in Paris, Tokio, Meran, Hamburg und Istanbul. Beim hr-Sinfonieorchester Frankfurt war er 2012/13 Residenzkünstler, ebenso beim Rheingau Musik Festival 2013, wo er mit dem Rheingau Musik Preis ausgezeichnet wurde. Beim Wiener Konzerthaus SAISON 2019/2020 gestaltete er in der Saison 2013/14 fünf Konzerte als Composer in Residence, beim Bodenseefestival 14 Konzerte als Artist in Residence. In der Saison 2015/16 haben ihn die Alte Oper Frankfurt und das Zürcher Kammerorchester als Artist in Residence eingeladen, während drei Saisons war er Artist in Residence beim Festival der Nationen in Bad Wörishofen und 2018/19 Composer in Residence bei der Dresdner Philharmonie.

Im Dezember 2016 erhielt Fazıl Say den Internationalen Beethovenpreis für Menschenrechte, Frieden, Freiheit, Armutsbekämpfung und Inklusion in Bonn. Im Herbst 2017 wurde ihm der Musikpreis der Stadt Duisburg verliehen.

Fazıl Says Einspielungen der Werke Bachs, Mozarts, Gershwins und Strawinskys bei Teldec Classics sowie Mussorgskis, Beethovens und eigener Werke bei naïve wurden von der Plattenkritik hoch gelobt und mehrfach ausgezeichnet, darunter mit drei ECHO KLASSIK. 2014 erschienen seine Aufnahme mit Beethoven-Werken – das Klavierkonzert Nr. 3 mit dem hr-Sinfonieorchester Frankfurt unter Gianandrea Noseda sowie die Sonaten op. 111 und die Mondscheinsonate – sowie das Album „Say plays Say“ mit ausschließlich eigenen Werken. Seit 2016 ist Fazıl Say Exklusivkünstler bei Warner Classics. Dort erschien im Herbst 2016 die Einspielung aller Mozart-Sonaten, für die Fazıl Say 2017 seinen vierten ECHO KLASSIK erhielt. Gemeinsam mit Nicolas Altstaedt spielte er das Album „4 Cities“ (2017) ein. Im Herbst 2017 veröffentlichte Warner Classics die Nocturnes Frédéric Chopins und das Album „Secrets“ mit französischen Liedern, das er gemeinsam mit Marianne Crebassa aufgenommen hat und das 2018 mit dem Gramophone Classical Music Award ausgezeichnet wurde. Sein 2018 erschienenes Album widmet er Debussy und Satie, während seine letzte Veröffentlichung „Troy Sonata – Fazıl Say Plays Say“ eigene Werke beinhaltet.

Anna Lucia Richter

Anna Lucia Richter entstammt einer großen Musikerfamilie. Als langjähriges Mitglied des Mädchenchores am Kölner Dom erhielt sie seit ihrem neunten Lebensjahr Gesangsunterricht bei ihrer Mutter Regina Dohmen. Im Anschluss wurde sie von Prof. Kurt Widmer in Basel ausgebildet und schloss ihr Gesangstudium mit Auszeichnung bei Frau Prof. Klesie Kelly-Moog an der Musikhochschule Köln ab. Weitere Anregungen erhielt sie von Edda Moser, Christoph Prégardien, Edith Wiens und Margreet Honig, die sie auch weiterhin betreut. Die Künstlerin erhielt zahlreiche Preise, darunter der prestigereiche Borletti-Buitoni Trust Award.

Inzwischen ist die Künstlerin weltweit unterwegs. Die Einladung, im Sommer 2020 die Rolle der Zerlina in Mozarts Oper Don Giovanni unter Teodor Currentzis bei den Salzburger Festspielen zu singen, muss allerdings leider verschoben werden. Ein wichtiges Projekt ist aber die Eurydice/La Musica in Monteverdis Orfeo in der viel beachteten Produktion von Sasha Waltz, die an der Staatsoper Unter den Linden aus der Taufe gehoben wurde. Nach großem Erfolg u.a. an der Oper Amsterdam gastiert die Produktion erneut in Berlin sowie bei den Ludwigsburger Schlossfestspielen 2021.

Großartige Konzertprojekte stehen 2020/2021 auch auf internationalem Parkett an: u.a. singt sie die ihr besonders vertraute 4. Symphonie von Gustav Mahler mit dem Nederlands Philharmonisch Orkest im Concertgebouw, Amsterdam, unter Lorenzo Viotti sowie mit dem The Israel Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Gustavo Gimeno in Tel Aviv und Haifa. Auch bei den Münchner Philharmoniker unter der Leitung von Valerie Gergiev ist sie mit diesem Werk zu Gast. Auf Tournee geht sie mit dem Freiburger Barockorchester: London (Wigmore Hall), Bath, Stuttgart (Liederhalle) und Berlin (Berliner Philharmonie) mit Arien aus der Händels Oper Semele und Telemann´s Kantate Ino. In Salzburgs ‚Januarwoche‘ wird die Künstlerin an einem musikalischen Tanzprojekt (Mozart-Messen) beteiligt sein. Die Werke von Johann Sebastian Bach gehören zum Kernrepertoire der Künstlerin: Eine CD mit Liedern aus Schemellis Gesangbuch und dem Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach u. a. mit Georg Nigl erschien beim Label alpha.

Anna Lucia Richter arbeitete in letzter Zeit häufig mit Teodor Currentzis und MusicAeterna, u. a. in einer konzertanten Aufführung von Mozarts La Clemenza di Tito, mit dem London Symphony Orchestra und Bernard Haitink, Giardino Armonico und Giovanni Antonini, dem Orchestre de Paris und Thomas Hengelbrock sowie dem Budapest Festival Orchestra unter Iván Fischer. Mit diesen Ensembles gastierte sie auch wiederholt bei großen Festivals wie dem Lucerne Festival, bei den BBC Proms in London, beim Schleswig-Holstein Musik Festival oder als ‚Artist in Residence‘ beim Rheingau Musik Festival 2018 sowie in der Kölner Philharmonie 2018/19.

Im Bereich Lied ist Anna Lucia Richter mit einem umfangreichen Repertoire in allen großen Liedzentren zu Gast, z. B. bei der Schubertiade Schwarzenberg, der Schubertiada Vilabertran, dem Rheingau Musik Festival, beim Heidelberger Frühling oder der Wigmore Hall London. Ihr US-Debüt gab sie mit drei Liederabenden in New Yorks Park Avenue Armory, begleitet von Gerold Huber, ein weiteres US-Rezital in der Weill Hall der Carnegie Hall mit ihrem viel beachteten und außergewöhnlichen Liederkreis-Programm gemeinsam mit Michael Gees mit Eichendorff-Vertonungen und Improvisationen. In der Saison 2018/2019 begann für Anna Lucia Richter eine dreijährige Residenz als “Junge Wilde” am Konzerthaus Dortmund: als Auftakt sang sie Anfang 2019 einen Schubert- Liederabend zusammen mit Gerold Huber. Das Programm „Heimweh“ erschien kurze Zeit später auf CD, gleichzeitig Anna Lucia Richters Debüt-CD beim Label Pentatone. Im Frühjahr 2020 folgte ein Konzert mit dem Ensemble Claudiana, ein Monteverdi-Abend unter dem Titel: Il delirio della passione und im Frühjahr 2021 gibt sie zusammen mit dem Schumann-Quartett ein Konzert mit Reimann-Bearbeitungen von Liedern von R. Schumann und F. Mendelssohn-Bartholdy aufführen.

Philharmonisches Orchester Heidelberg

Gegründet wird das Philharmonische Orchester am 8. April 1889 unter der Bezeichnung »Städtisches Orchester«. Dieser Zeitpunkt markiert zunächst die Eingliederung des Orchesters in die Städtische Verwaltung. Bereits vorher ist die Musikkultur in Heidelberg höchst lebendig.

Am Anfang steht ein »Musikverein«, der seit 1812 nachweisbar ist und der im Wesentlichen aus Laienmusikern besteht.  Als »Heidelberger Stadtorchester« erhält das Orchester ab 1839 städtische Subventionen. Die Arbeit des Städtischen Orchesters besteht in den ersten Jahren vor allem aus Unterhaltungsmusik. Dies ändert sich durch das Engagement des ersten bedeutenden Dirigenten, Philipp Wolfrum, der als Gründer und Dirigent des Heidelberger Bachchores schon über viele Jahre mit dem Orchester musiziert hatte. Parallel zu Wolfrum als damaligem Universitätsmusikdirektor wirkt Paul Radig als Städtischer Musikdirektor.

In der Ära Wolfrum ist Heidelberg eine Hochburg der zeitgenössischen Musik und das Städtische Orchester eine einflussreiche Institution der Musikgeschichte: bereits 1893 werden Richard-Strauss-Tage veranstaltet. 1901 erlebt Jean Sibelius beim Heidelberger Tonkünstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins seinen ersten internationalen Erfolg, als er im Festkonzert zwei Legenden aus der »Lemminkäinen-Suite« dirigiert. 1913 gibt es ein ganz auf Johann Sebastian Bach und Max Reger konzentriertes Heidelberger Musikfest.  Einen neuen Einschnitt im Konzertleben bringt der Städtische Musikdirektor Kurt Overhoff, der 1931 die Leitung der Symphoniekonzerte in die Hand nimmt und das Orchester in den kommenden Jahren einem neuen Aufgabenkreis zuführt. Overhoff muss seine Tätigkeit aber bereits 1940 wegen Krankheit aufgeben. Während des Zweiten Weltkriegs wird das Heidelberger Musikleben vor allem durch namhafte Gastdirigenten aufrechterhalten.

Bereits im August 1945 ist es Hermann Meinhard Poppen möglich, mit dem aus zum Teil einheimischen Kräften verstärkten Städtischen Orchester und dem Bachverein im Schlosshof die Konzertreihe der Stadt und des Bachvereins wieder einzuführen. Die Berufung von Musikdirektor Fritz Henn bringt dann die volle Wiedereinführung des Konzert- und Opernbetriebs und erhöht auch die Anzahl an Planstellen erheblich.

Kontinuierlich aufwrts geht es 1954 mit der Einstellung Karl Ruchts als Leiter des Städtischen Orchesters. Rucht, ehemaliger Solotrompeter der Berliner Philharmoniker, ist bereits Generalmusikdirektor des Pfalzorchesters Ludwigshafen und übernimmt nun als zweites Orchester in leitender Position das Städtische Orchester Heidelberg. Er nutzt seine Doppelstellung, um eine enge Kooperation der beiden Orchester zu ermöglichen, und auf solche Weise groß besetzte Werke aufführen zu können. Bis zum Jahr 1960 dauerte die Zusammenarbeit zwischen dem Pfalzorchester Ludwigshafen und dem Städtischen Orchester Heidelberg.

Nach der Ära Karl Rucht übernimmt für ein Jahr zunächst Hans Blümer, 1. Kapellmeister der Städtischen Bühne, zwischenzeitlich die Leitung des Orchesters. Er hat sich 1960−61 und in den Jahren 1972−73 mit großem Engagement dieser Aufgabe gestellt, so dass die Interimsjahre nie wie Provisorien wirkten. In den folgenden Jahren leiten Kurt Brass, Christian Süss und Gerhard Schäfer das Städtische Orchester. Unter Christian Süss werden erste pädagogische Angebote aufgebaut: Konzerte für Kinder und Erwachsene sowie der Öffentlichkeit zugängliche Konzertproben, die auch von Schulklassen besucht werden.

Der gebürtige Schweizer Mario Venzago übernimmt 1986 die Leitung des Orchesters. Sein Wirken als Dirigent, Pianist und Liedbegleiter sowie als Komponist, zeigt eine lebendige musikalische Vielfalt. Venzagos weit gefächerte Programme der Symphonie- und Serenadenkonzerte finden beim Publikum großes Interesse und Beifall. Ihm gelingt die Aufstockung des Orchesters um 8 Stellen. Seit 2007 ist Mario Venzago Ehrendirigent des Philharmonischen Orchesters Heidelberg.

Für die Spielzeiten 1994/95 und 2006/07 wurde das Orchester vom Deutschen Musikverleger-Verband mit dem Preis für das »Beste Konzertprogramm« ausgezeichnet. Konzertreisen führten das Orchester in den letzten Jahren in die Kölner Philharmonie, nach Antwerpen und nach Ravenna. Die Konzerte werden regelmäßig vom Deutschlandfunk und vom SWR mitgeschnitten. Das Philharmonische Orchester Heidelberg zeichnet sich durch seine stilistische Flexibilität aus. Seit 2006 beschäftigen sich die Philharmoniker im Rahmen des Festivals Winter in Schwetzingen mit historischer Aufführungspraxis. Eine lange Tradition hat das Engagement für Neue Musik: Mehrere Werke wurden vom Philharmonischen Orchester uraufgeführt und sind diesem gewidmet. Seit 2005 arbeitet das Orchester mit einem jährlich wechselnden »Komponisten für Heidelberg« intensiv zusammen. Einen besonderen Stellenwert hat die Musikvermittlung. Eine Familienkonzert-Reihe wird unter anderem durch Piccolo- und Kinderkonzerte sowie durch ein Jugendkonzert ergänzt. Außerdem engagieren sich die Orchestermitglieder in Schulen und Kindergärten und sind dort häufig zu Gast. Das Jugendprojekt »Rap it Like Heidelberg« wurde 2010 vom Deutschen Musikrat mit dem 1. Preis beim Wettbewerb zum »Tag der Musik 2010« ausgezeichnet. Zusätzlich präsentieren sich die Mitglieder des Orchesters regelmäßig in wechselnden Formationen in Kammerkonzerten.

Von 2005 bis 2012 leitet der mittlerweile international gefeierte Cornelius Meister das Philharmonische Orchester in der Position des Generalmusikdirektors der Stadt Heidelberg. Auf ihn folgt bis 2014 GMD Yordan Kamdzhalov. Seit der Spielzeit 2015|16 ist Elias Grandy Generalmusikdirektor der Philharmoniker und der Stadt Heidelberg. Heute ist das Philharmonische Orchester Heidelberg in Einheit mit dem Theater der Stadt Heidelberg unter Intendant Holger Schultze fester Bestandteil des Heidelberger Musiklebens und bereichert die Kulturszene auf vielfältige Weise.

JACK Quartet

Christopher Otto, Violine
Austin Wulliman, Violine
John Pickford Richards, Viola
Jay Campbell, Violoncello

Die New York Times nennt es „das wichtigste Quartett des Landes“: Das JACK Quartet widmet sich als eines der bekanntesten und am meisten geschätzten Ensembles von heute mit ungebrochenem Engagement seiner Mission, neue Werke aufzuführen und in Auftrag zu geben, noch zu wenig gespielten Komponistinnen und Komponisten eine Stimme zu geben und die Offenheit gegenüber zeitgenössischer Musik zu fördern. Allein in der vergangenen Saison wurden die vier Musiker vom Klassikmagazin Musical America als Ensemble des Jahres, vom traditionsreichen New Yorker Klassiksender WQXR als „19 for 19 Artists to Watch“ und vom Lincoln Center mit einem Avery Fisher Career Grant ausgezeichnet.

Das Quartett pflegt enge Beziehungen zu den Schöpfern der Musik, die es aufführt, um in alle technischen, musikalischen und emotionalen Aspekte ihrer jeweiligen Tonsprache vollkommen einzutauchen. Bisher arbeitete es unter anderem mit Julia Wolfe, George Lewis, Chaya Czernowin, Helmut Lachenmann, Caroline Shaw und Simon Stehen-Anderson zusammen. Unter ihren jüngsten und kommenden Uraufführungen sind Werke von Tyshawn Sorey, Sabrina Schroeder, John Luther Adams, Clara Iannotta, Philip Glass, Catherine Lamb, Lester St. Louis und John Zorn. Kürzlich startete JACK sein Fulcrum Project, ein Programm, das durch finanzielle Mittel, Workshops und beratende Begleitung jährlich sechs Komponisten ermöglicht, neue Werke zu entwickeln, die vom Quartett interpretiert und aufgenommen werden.

Das JACK Quartet, Gewinner des Martin E. Segal Awards des Lincoln Center New York, des New Music USA Trailblazer Awards und des CMA/ASCAP Awards for Adventurous Programming, konzertierte bereits in der Carnegie Hall, dem Lincoln Center, der Berliner Philharmonie, der Wigmore Hall, dem Muziekgebouw aan ‘t IJ, dem Louvre, dem IRCAM, der Kölner Philharmonie, der Suntory Hall, beim Lucerne Festival, der Biennale di Venezia, (Japan), dem Bali Arts Festival (Indonesien), dem Festival Internacional Cervatino (Mexiko) und am Teatro Colón (Argentinien).

Laut dem Magazin Musical America sind „viele ihrer Aufnahmen ein Muss für jeden, der an Neuer Musik interessiert ist“. Die zahlreichen Veröffentlichungen wurden in letzter Zeit ergänzt um eine Aufnahme von John Luther Adams‘ Everything That Rises, die der San Francisco Chronicle als „kluge und eloquente Interpretation“ lobte, um das 2018 für einen Grammy Award nominierte Konzeptalbum Imaginist mit den Le Boeuf Brothers und um die Gesamtaufnahme der Streichquartette von Xenakis, vom Magazin TimeOut New York unter die „Top Recordings of the Year“ gewählt. Die Diskografie des Quartettes umfasst zudem unter anderem Werke von Helmut Lachenmann, Amy Williams, Elliott Sharp, Hannah Lash und Horatiu Radulescu.

Ein besonderes Anliegen ist für das Quartett die Förderung des musikalischen Nachwuchses. Als Quartet in Residence der renommierten Mannes School of Music präsentieren die Musiker im Rahmen ihres neuen Frontiers Festival ein vielfältiges Programm mit zeitgenössischer Musik für Streichquartett. Jahr für Jahr gibt das Ensemble außerdem Kurse für junge Interpreten und Komponisten beim „Point” Kammermusikfestival zeitgenössischer Musik in Vermont sowie am Banff Centre for Arts and Creativity. Seit langem eng verbunden ist das Quartett mit dem Streichquartett-Residenzprogramm der University of Iowa und mit der Lucerne Festival Academy, deren Alumni alle vier Musiker sind. Daneben ist das Ensemble regelmäßig zu Gast an Universitäten, darunter die Columbia University, die Harvard University, die New York University, die Princeton University und die Stanford University.

Armida Quartett

Martin Funda, Violine
Johanna Staemmler, Violine
Teresa Schwamm, Viola
Peter-Philipp Staemmler, Violoncello

Seit dem spektakulären Erfolg beim Internationalen ARD-Musikwettbewerb 2012, bei dem das Armida Quartett mit dem ersten Preis, dem Publikumspreis sowie sechs weiteren Sonderpreisen ausgezeichnet wurde, hat sich die Karriere des jungen Berliner Streichquartetts rasant weiterentwickelt. Von 2014 bis 2016 war das Quartett in der BBC Reihe „New Generation Artists“ mit zahlreichen Konzerten und Rundfunkaufnahmen unterwegs, in 2016/17 war das Quartett in der renommierten Konzertreihe „Rising Stars“ der großen Konzerthäuser Europas mit über 20 Konzerten vertreten. 2018 gastierte das Quartett erstmals in den USA.

Namensgeber des 2006 in Berlin gegründeten Quartetts ist eine Oper von Haydn, dem „Vater des Streichquartetts“. Das Studium erfolgte bei Mitgliedern des Artemis Quartetts sowie bei Rainer Schmidt (Hagen Quartett), weitere Mentoren sind Reinhard Goebel, Alfred Brendel und Tabea Zimmermann.

In die Saison 2019/20 startet das Quartett mit Konzerten in Norddeutschland: beim Schleswig-Holstein Musik Festival sowie bei den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern. Höhepunkte der Saison sind Konzerte in New York, London, Paris (Louvre), Barcelona und Bilbao, Genf, bei der Salzburger Mozartwoche und beim Mozartfest Würzburg sowie eine Konzertreise zusammen mit Sabine Meyer durch China.

Bereits 2011 gewann das Armida Quartett beim Concours de Genève den ersten Preis sowie den Publikumspreis. 2013 erschien die Debüt-CD des Quartetts mit Werken von Béla Bartók, György Ligeti und György Kurtág und wurde kurz darauf in die Bestenliste des Preises der Deutschen Schallplattenkritik aufgenommen. Weitere Einspielungen entstanden mit Werken von Mozart, Beethoven und Schostakowitsch, 2017 folgte „Fuga Magna“ eine „Fugen-Zeitreise“ durch die Jahrhunderte.

Die regelmäßige Zusammenarbeit mit anderen Künstlern ist dem Armida Quartett ein großes Anliegen; so arbeiten die Musiker regelmäßig mit Künstlern wie Sabine Meyer, Kit Armstrong, Tabea Zimmermann, Jörg Widmann und Daniel Müller-Schott zusammen.

Ein besonderes Projekt ist die Zusammenarbeit mit dem G. Henle Verlag: Hier ist das Armida Quartett als musikalischer Berater zusammen mit dem Musikwissenschaftler Dr. Wolf-Dieter Seiffert wesentlich an der Neuedition sämtlicher Streichquartette von W. A. Mozart beteiligt. Parallel dazu arbeitet das Armida Quartett an einer Gesamteinspielung der Streichquartette von W. A. Mozart bei dem Label CAvi-music. Das zweite Album dieser Serie ist ab Juni 2019 im Handel erhältlich.

Neben der Konzertaktivität gibt das Ensemble auch Meisterkurse im In- und Ausland.