Eleonore Büning

Eleonore Büning lernte Geige und Klavier und studierte Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaften an der Freien Universität Berlin. Sie promovierte über frühe Beethovenrezeption und schrieb seit Anfang der 1980er über Musik für den Rundfunk und diverse Zeitungen. Ab 1994 war sie Musikredakteurin im Feuilleton der ZEIT, ab 1997 Redakteurin der FAZ. Seit August 2017 ist sie freiberuflich tätig. Als Autorin hat sie u.a. folgende Bücher veröffentlicht: »Wie Beethoven auf den Sockel kam« (1992); »Streifzüge durch die Klassik mit Dietrich Fischer-Dieskau« (2005), »Sprechen wir über Beethoven« (2018), »Warum geht der Dirigent so oft zum Friseur« (2020). Diverse Lehrtätigkeiten und Juryarbeit führten sie u.a. nach Hamburg, Berlin, Essen, Bonn, Bad Kissingen, Dresden, Frankfurt und Zhuhai. Seit 2011 ist sie Vorsitzende der Jury des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Sie wurde mit dem Joseph-Roth-Preis (Klagenfurt), dem Musikpreis Heidelberger Frühling und dem Pro Musica Viva-Preis (Mainz) ausgezeichnet.

Thomas Quasthoff © Harald Hoffmann

Thomas Quasthoff

Fast vier Jahrzehnte lang hat Thomas Quasthoff als Sänger auf internationalen Bühnen Maßstäbe gesetzt und unzählige Menschen mit seiner Kunst erreicht und bewegt. Im Januar 2012 beendete er seine beispiellose Karriere als Sänger. Dem Gesang und der Kunst bleibt er weiter eng verbunden: sei es als Lehrender an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin oder bei Meisterkursen, sei es als Rezitator und Sprecher bei Konzerten oder bei Lesungen.

Als einer der bemerkenswertesten Sänger seines Fachs konzertierte Thomas Quasthoff regelmäßig mit den Berliner und Wiener Philharmonikern sowie vielen weiteren internationalen Spitzenorchestern. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn mit so bedeutenden Dirigenten wie Claudio Abbado, Daniel Barenboim, Christoph Eschenbach, James Levine, Bernard Haitink, Mariss Jansons, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Seiji Ozawa, Sir Simon Rattle, Helmuth Rilling, Christian Thielemann und Franz Welser-Möst.

Von 1996 bis 2004 hatte Thomas Quasthoff eine Professur an der Hochschule für Musik in Detmold inne. Seither lehrt er an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin. Sein leidenschaftliches Engagement für den Sängernachwuchs motivierte ihn auch zur Gründung des internationalen Wettbewerbs „Das Lied“, der seit 2017 unter dem Dach des Heidelberger Frühling stattfindet.

Thomas Hampson

Der US-amerikanische Bariton Thomas Hampson genießt eine einzigartige internationale Karriere als Opern-, Konzert- und Liedsänger. Er engagiert sich zudem seit langem aktiv in Forschung, Ausbildung, Musikvermittlung und -technologie. Hampson ist weltweit mit renommierten Sängern, Pianisten, Dirigenten und Orchestern in allen wichtigen Konzert- und Opernhäusern aufgetreten und ist einer der bedeutendsten, innovativsten und gefragtesten Gesangssolisten der Gegenwart.

Mit der 2003 gegründeten Hampsong Foundation setzt er sich durch das Medium der Liedkunst für interkulturellen Dialog und Verständigung ein. Unlängst wurde Hampson in die Amerikanische Akademie der Künste und Wissenschaften aufgenommen. Er zählt zu den führenden Interpreten des deutschen romantischen Liedes und wurde durch sein gefeiertes, in Kooperation mit der Library of Congress entstandenes Liedprojekt „Song of America“ als „Botschafter des amerikanischen Liedes“ bekannt. Auch lehrt Hampson leidenschaftlich gern und gibt sowohl Meisterkurse im Fernstudienprogramm der Manhattan School of Music als auch während des Heidelberger Frühlings im Rahmen der Lied Akademie, dessen Gründer und künstlerischer Leiter er ist.

Nicht zuletzt durch seine Tätigkeit als künstlerischer Leiter der Lied Akademie ist Thomas Hampson dem »Frühling« seit langen Jahren eng verbunden. 2020 wurde er für sein Engagement für das Kunstlied mit dem Musikpreis des Heidelberger Frühling ausgezeichnet.

Tatjana Ruhland © Marco Borggreve

Tatjana Ruhland

Als „Paganini der Flöte“ wurde Tatjana Ruhland, OPUS Klassik Preisträgerin 2018, einmal von einem Kritiker beschrieben. Die 1972 in Regensburg geborene Flötistin zählt spätestens seit ihrem Debüt in der New Yorker Carnegie Hall zu den profiliertesten Vertreterinnen ihres Instruments. In München und New York ausgebildet und bei mehreren internationalen Wettbewerben ausgezeichnet, ist Tatjana Ruhland erfolgreich als Solistin, Kammermusikerin und Pdagogin tätig. Zu den aktuellen Höhepunkten zählen Auftritte bei renommierten Festivals wie dem Heidelberger Frühling und der Bachwoche Ansbach, ein Rezital beim Festival der Deutschen Gesellschaft für Flöte sowie der Vorsitz in der Jury für Flöte/Oboe beim Deutschen Musikwettbewerb. ber ihre kürzlich auf CD erschienene Aufnahme mit dem Flötenkonzert von Krzysztof Penderecki schrieb das Fono Forum: „Hier kann Ruhland, an der Seite des mutig aufspielenden Orchesters, alles ausspielen: Virtuosität, Übergänge, Kontraste.“ Partner auf dieser Einspielung, die auch Werke von J. S. Bach – darunter die virtuose 2. Orchestersuite – enthält, ist das Radio-Sinfonieorchester Stuttgart (jetzt SWR Symphonieorchester), in dem Tatjana Ruhland seit 2000 als Solo-Flötistin wirkt. Und auch nach Ihrer jüngst erschienenen CD mit den Flötenwerken Carl Reineckes beschrieben die Rezensenten Tatjana Ruhland als „Spitzenklasse ihrer Zunft“ und „virtuose und volatile Flötistin“ mit „warmem Ton voller Gestaltungsintensität.“

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen

Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ist eines der international führenden Orchester und begeistert mit ihrem einzigartigen Musizierstil weltweit ihr Publikum. Künstlerischer Leiter ist seit 2004 der est-nisch-amerikanische Dirigent Paavo Järvi.

Ein Höhepunkt der Zusammenarbeit mit Järvi war das gemeinsame Beethoven-Projekt, auf das sich Dirigent und Orchester sechs Jahre konzentrierten. Ergebnis waren weltweit umjubelte Aufführungen sowie internationales Lob für die Einspielungen. Nach Beethoven konzentrierten sich das Orchester und ihr Chefdirigent ebenso erfolgreich auf die Sinfonien von Robert Schumann.

Neues Großprojekt der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen mit Paavo Järvi ist Johannes Brahms. Die im Herbst 2017 erschienene erste CD des Brahms-Zyklus mit der 2. Sinfonie/Tragische Ouvertüre/Akademische Festouvertüre wurde im Oktober 2018 mit dem Opus Klassik ausgezeichnet. Seit Herbst 2018 ist die zweite CD des Zyklus mit der 1. Sinfonie und den Haydn Variationen auf dem Markt. Ein Höhepunkt des Brahms-Projekts war die Aufführung des Requiems am 10. April 2018 im Dom zu Bremen, genau 150 Jahre nach der Uraufführung.

Für ihre Einspielungen wurde Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen zahlreich ausgezeichnet, unter anderem mit dem Echo Klassik, dem Diapason d’Or, und erhielt zudem als erstes Orchester die Ehrenurkunde des Preises der Deutschen Schallplattenkritik. Das einzigartige Education-Projekt mit der Gesamtschule Bremen-Ost in Osterholz-Tenever, das „Zukunftslabor – eine Initiative der Deutschen Kammer-philharmonie Bremen“, wurde mit unzähligen Preisen geehrt, unter anderem den Echo Klassik für Nach-wuchsförderung. Seit 2018 gibt es mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes das erste internationale Zukunftslabor – das Future Lab Tunisia in Tunis.

Mit der Elbphilharmonie verbindet Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen ein enges und partnerschaftliches Verhältnis. Seit Eröffnung 2017 ist das Orchester regelmäßig zu Gast. 2016 war der Klangkörper erstes „Orchester des Jahres“ bei Deutschlandradio Kultur und ist seit 2017 Festivalorchester des Kissinger Sommers.

Philharmonisches Orchester Heidelberg

Gegründet wird das Philharmonische Orchester am 8. April 1889 unter der Bezeichnung »Städtisches Orchester«. Dieser Zeitpunkt markiert zunächst die Eingliederung des Orchesters in die Städtische Verwaltung. Bereits vorher ist die Musikkultur in Heidelberg höchst lebendig.

Am Anfang steht ein »Musikverein«, der seit 1812 nachweisbar ist und der im Wesentlichen aus Laienmusikern besteht.  Als »Heidelberger Stadtorchester« erhält das Orchester ab 1839 städtische Subventionen. Die Arbeit des Städtischen Orchesters besteht in den ersten Jahren vor allem aus Unterhaltungsmusik. Dies ändert sich durch das Engagement des ersten bedeutenden Dirigenten, Philipp Wolfrum, der als Gründer und Dirigent des Heidelberger Bachchores schon über viele Jahre mit dem Orchester musiziert hatte. Parallel zu Wolfrum als damaligem Universitätsmusikdirektor wirkt Paul Radig als Städtischer Musikdirektor.

In der Ära Wolfrum ist Heidelberg eine Hochburg der zeitgenössischen Musik und das Städtische Orchester eine einflussreiche Institution der Musikgeschichte: bereits 1893 werden Richard-Strauss-Tage veranstaltet. 1901 erlebt Jean Sibelius beim Heidelberger Tonkünstlerfest des Allgemeinen Deutschen Musikvereins seinen ersten internationalen Erfolg, als er im Festkonzert zwei Legenden aus der »Lemminkäinen-Suite« dirigiert. 1913 gibt es ein ganz auf Johann Sebastian Bach und Max Reger konzentriertes Heidelberger Musikfest.  Einen neuen Einschnitt im Konzertleben bringt der Städtische Musikdirektor Kurt Overhoff, der 1931 die Leitung der Symphoniekonzerte in die Hand nimmt und das Orchester in den kommenden Jahren einem neuen Aufgabenkreis zuführt. Overhoff muss seine Tätigkeit aber bereits 1940 wegen Krankheit aufgeben. Während des Zweiten Weltkriegs wird das Heidelberger Musikleben vor allem durch namhafte Gastdirigenten aufrechterhalten.

Bereits im August 1945 ist es Hermann Meinhard Poppen möglich, mit dem aus zum Teil einheimischen Kräften verstärkten Städtischen Orchester und dem Bachverein im Schlosshof die Konzertreihe der Stadt und des Bachvereins wieder einzuführen. Die Berufung von Musikdirektor Fritz Henn bringt dann die volle Wiedereinführung des Konzert- und Opernbetriebs und erhöht auch die Anzahl an Planstellen erheblich.

Kontinuierlich aufwrts geht es 1954 mit der Einstellung Karl Ruchts als Leiter des Städtischen Orchesters. Rucht, ehemaliger Solotrompeter der Berliner Philharmoniker, ist bereits Generalmusikdirektor des Pfalzorchesters Ludwigshafen und übernimmt nun als zweites Orchester in leitender Position das Städtische Orchester Heidelberg. Er nutzt seine Doppelstellung, um eine enge Kooperation der beiden Orchester zu ermöglichen, und auf solche Weise groß besetzte Werke aufführen zu können. Bis zum Jahr 1960 dauerte die Zusammenarbeit zwischen dem Pfalzorchester Ludwigshafen und dem Städtischen Orchester Heidelberg.

Nach der Ära Karl Rucht übernimmt für ein Jahr zunächst Hans Blümer, 1. Kapellmeister der Städtischen Bühne, zwischenzeitlich die Leitung des Orchesters. Er hat sich 1960−61 und in den Jahren 1972−73 mit großem Engagement dieser Aufgabe gestellt, so dass die Interimsjahre nie wie Provisorien wirkten. In den folgenden Jahren leiten Kurt Brass, Christian Süss und Gerhard Schäfer das Städtische Orchester. Unter Christian Süss werden erste pädagogische Angebote aufgebaut: Konzerte für Kinder und Erwachsene sowie der Öffentlichkeit zugängliche Konzertproben, die auch von Schulklassen besucht werden.

Der gebürtige Schweizer Mario Venzago übernimmt 1986 die Leitung des Orchesters. Sein Wirken als Dirigent, Pianist und Liedbegleiter sowie als Komponist, zeigt eine lebendige musikalische Vielfalt. Venzagos weit gefächerte Programme der Symphonie- und Serenadenkonzerte finden beim Publikum großes Interesse und Beifall. Ihm gelingt die Aufstockung des Orchesters um 8 Stellen. Seit 2007 ist Mario Venzago Ehrendirigent des Philharmonischen Orchesters Heidelberg.

Für die Spielzeiten 1994/95 und 2006/07 wurde das Orchester vom Deutschen Musikverleger-Verband mit dem Preis für das »Beste Konzertprogramm« ausgezeichnet. Konzertreisen führten das Orchester in den letzten Jahren in die Kölner Philharmonie, nach Antwerpen und nach Ravenna. Die Konzerte werden regelmäßig vom Deutschlandfunk und vom SWR mitgeschnitten. Das Philharmonische Orchester Heidelberg zeichnet sich durch seine stilistische Flexibilität aus. Seit 2006 beschäftigen sich die Philharmoniker im Rahmen des Festivals Winter in Schwetzingen mit historischer Aufführungspraxis. Eine lange Tradition hat das Engagement für Neue Musik: Mehrere Werke wurden vom Philharmonischen Orchester uraufgeführt und sind diesem gewidmet. Seit 2005 arbeitet das Orchester mit einem jährlich wechselnden »Komponisten für Heidelberg« intensiv zusammen. Einen besonderen Stellenwert hat die Musikvermittlung. Eine Familienkonzert-Reihe wird unter anderem durch Piccolo- und Kinderkonzerte sowie durch ein Jugendkonzert ergänzt. Außerdem engagieren sich die Orchestermitglieder in Schulen und Kindergärten und sind dort häufig zu Gast. Das Jugendprojekt »Rap it Like Heidelberg« wurde 2010 vom Deutschen Musikrat mit dem 1. Preis beim Wettbewerb zum »Tag der Musik 2010« ausgezeichnet. Zusätzlich präsentieren sich die Mitglieder des Orchesters regelmäßig in wechselnden Formationen in Kammerkonzerten.

Von 2005 bis 2012 leitet der mittlerweile international gefeierte Cornelius Meister das Philharmonische Orchester in der Position des Generalmusikdirektors der Stadt Heidelberg. Auf ihn folgt bis 2014 GMD Yordan Kamdzhalov. Seit der Spielzeit 2015|16 ist Elias Grandy Generalmusikdirektor der Philharmoniker und der Stadt Heidelberg. Heute ist das Philharmonische Orchester Heidelberg in Einheit mit dem Theater der Stadt Heidelberg unter Intendant Holger Schultze fester Bestandteil des Heidelberger Musiklebens und bereichert die Kulturszene auf vielfältige Weise.

Rafał Blechacz

Der junge polnische Pianist Rafał Blechacz hat sich als feste Größe im internationalen Konzertleben etabliert und wird für seine tiefsinnigen und virtuosen Interpretationen gefeiert. Im Oktober 2005 begann seine Karriere mit einem herausragenden ersten Preis beim 15. Warschauer Chopin Wettbewerb inklusive aller Sonderpreise. Er ist außerdem Preisträger des Gilmore Artist Award 2014, einem der angesehensten Musikpreise für Pianisten weltweit.

Rafał Blechacz konzertiert regelmäßig mit renommierten Orchestern wie dem Mahler Chamber Orchestra, Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen, London Philharmonic Orchestra, Rotterdam Philharmonic Orchestra, Orchestre de Paris, Tonhalle-Orchester Zürich, Orchestre Symphonique de Montréal und Detroit Symphony Orchestra. Er gibt Soloabende in berühmten Konzertsälen wie der Philharmonie Berlin, Herkulessaal München, Liederhalle Stuttgart, Salle Pleyel Paris, Royal Festival Hall und Wigmore Hall London, Concertgebouw Amsterdam, La Scala Mailand, Wiener Konzerthaus, Tonhalle Zürich, Suntory Hall Tokyo und der Avery Fisher Hall New York.

Rafał Blechacz ist Exklusivkünstler der Deutschen Grammophon, vielfach wurden seine Einspielungen ausgezeichnet. So wurde seine Debüt-CD mit Préludes von Chopin mit dem ECHO Klassik und dem Diapason d’or geehrt, seine Aufnahme der Klavierkonzerte von Chopin mit Jerzy Semkow und dem Concertgebouworkest erhielt den „Preis der deutschen Schallplattenkritik“, die CD mit Werken von Debussy und Szymanowski erhielt u. a. einen „ECHO Klassik“. Weitere Alben mit Polonaisen von Chopin oder Werken von Bach sowie sein Duo-Album mit der Violinistin Bomsori Kim haben in den letzten Jahren Hörer und Presse gleichermaßen begeistert.

Rafał Blechacz wurde 1985 geboren. Bereits im Alter von fünf Jahren erhielt er Klavierunterricht und führte seine Studien an der Artur Rubinstein State School of Music in Bydgoszcz fort. 2007 machte er seinen Abschluss an der Feliks Nowowiejski Music Academy in Bydgoszcz bei Katarzyna Popowa-Zydroń. Im Jahr 2016 promovierte Rafał Blechacz in Musikphilosophie.