Sébastien Daucé

Sébastien Daucé

Der Organist und Cembalist Sébastien Daucé setzt sich leidenschaftlich dafür ein, ein reiches und dennoch kaum bekanntes Repertoire wiederzubeleben: die geistliche und weltliche französische Musik des 17. Jahrhunderts. Während seiner Ausbildung am Conservatoire National Supérieur de Musique de Lyon, wo ihn Françoise Lengellé und Yves Rechsteiner stark beeinflussten, begegnete er den künftigen Mitgliedern von Correspondances. Zunächst war Sébastien Daucé als Generalbass-Spieler und Korrepetitor gefragt (unter anderem beim Ensemble Pygmalion, beim Festival d’Aix en Provence und an der Maîtrise und dem Orchestre Philharmonique de Radio France). 2009 gründete er in Lyon das Ensemble Correspondances, für das er Sängerinnen und Sänger und Instrumentalkünstlerinnen und –künstler um sich versammelte, die seine Leidenschaft für das geistliche Repertoire des Grand Siècle teilen.

Mit diesem Ensemble, das er von Cembalo oder Orgel aus dirigiert, bereist er heute Frankreich und Länder in aller Welt und tritt häufig im Radio auf. Sébastien Daucé und Correspondances haben ihren Sitz im Théâtre de Caen, wo sie ihre ersten Bühnenprojekte entwickelten (2016 Trois Femmes unter der Regie von Vincent Huguet und im November 2017 Le Ballet Royal de la Nuit unter der Regie von Francesca Lattuada). Außerdem sind sie Associate Artists des Centre Culturel de Rencontre d’Ambronay, der Oper und Schlosskapelle von Versailles sowie der Chapelle de la Trinité (mit Unterstützung der Stadt Lyon).

Höhepunkte ihrer bisherigen Geschichte waren Tourneen nach Japan, Kolumbien, in die Vereinigten Staaten und nach China sowie Auftritte in Europa (Großbritannien, Deutschland, Benelux, Italien und Polen).

Die Erforschung selten aufgeführter und oftmals unveröffentlichter Werke hat das Ensemble, unterstützt vom Label Harmonia Mundi, zu einem Pionier des Barockrepertoires gemacht. Die neun Einspielungen haben beträchtliches Medieninteresse geweckt und Auszeichnungen wie Diapason d’Or, ffff von Télérama, Editor’s Choice in Gramophone, „Choc“ des Jahres in Classica, Preis der Deutschen Schallplattenkritik und IRR Outstanding erhalten.

Inzwischen genießt Correspondances internationale Anerkennung: bei der ECHO-Verleihung 2016 im Berliner Konzerthaus gewann das Ensemble den Preis für die beste Welt-Ersteinspielung (für Le Concert Royal de la Nuit) und für den besten Nachwuchsdirigenten, während das australische Magazin Limelight Le Concert Royal de la Nuit zur besten Operneinspielung des Jahres wählte.

Neben seinen Aktivitäten als Musiker arbeitet Sébastien Daucé auch mit führenden Experten für die Musik des 17. Jahrhunderts zusammen, veröffentlicht regelmäßig Artikel und nimmt an bedeutenden Projekten zur Aufführungspraxis teil. Da er leidenschaftlich an musikalischen Stilfragen interessiert ist, editiert er das Repertoire des Ensembles und schreibt bei Bedarf auch ganze Stücke um, so auch Le Ballet Royal de la Nuit. Seit 2012 lehrt er an der Pôle Supérieur de Paris und war 2018 als Gast künstlerischer Leiter des London Festival of Baroque Music. Sébastien Daucé ist außerdem Associate Artist der Fondation Royaumont.

 

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